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Die Stochastik ist das Sachgebiet, in dem Mathematik über das Ungewisse spricht — und sie tut das mit derselben Strenge wie über das Sichere. Von der Laplace-Annahme über mehrstufige Experimente und bedingte Wahrscheinlichkeiten bis zur Binomialverteilung wird hier das Werkzeug gebaut, mit dem die beurteilende Statistik später aus Stichproben auf die Wirklichkeit schließt. Die KMK führt das unter Leitidee L5 „Daten und Zufall".
6 Abschnitte~18 Min Lesezeit4 KompetenzenStand 05/2026
grundlegendes Niveau
gA: Sachverhalte mit Baumdiagrammen und Vierfeldertafeln untersuchen und Probleme im Kontext bedingter Wahrscheinlichkeiten lösen; stochastische Unabhängigkeit an einfachen Beispielen prüfen; die Binomialverteilung und ihre Kenngrößen nutzen; Simulationen einsetzen.
erhöhtes Niveau
eA: zusätzlich diskrete und stetige Zufallsgrößen unterscheiden, die Glockenform als Grundvorstellung normalverteilter Größen nutzen und stochastische Situationen untersuchen, die zu annähernd normalverteilten Zufallsgrößen führen.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard · Zeilenabstand: Kompakt
Medien immer laden: aus
6 Abschnitte30 Merksätze5 Formeln30 Fehlerwarnungen
Baumdiagramm — Zweistufiges Zufallsexperiment
Vokabeln
→ KarteiLaplace-Wahrscheinlichkeit
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Begründen Sie mit dem Additionssatz die Siebformel für drei Ereignisse und wenden Sie sie auf ein selbst gewähltes Beispiel an. Erläutern Sie, warum die Korrekturterme abwechselnd subtrahiert und addiert werden.
Aktive Wiederholung
Ein fairer Würfel wird viermal geworfen. Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, mindestens eine Sechs zu erhalten, und begründen Sie, warum der Weg über das Gegenereignis hier der günstigere ist.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz)
Bedingte Wahrscheinlichkeit und Unabhängigkeit
Vokabeln
→ KarteiBedingte Wahrscheinlichkeit und Satz von Bayes
Eine Krankheit tritt mit Wahrscheinlichkeit 1 % auf. Der Test ist zu 95 % positiv bei Erkrankten und zu 4 % positiv bei Gesunden. Berechnen Sie .
; .
.
.
Trotz positiver Diagnose ist die Person nur mit knapp 20 % wahrscheinlich tatsächlich krank — Folge der niedrigen Prävalenz.
Ergebnis: — klassisches Beispiel der „Basisraten-Vernachlässigung".
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, wie sich die Aussagekraft eines positiven Tests ändert, wenn die Krankheit statt nun der Bevölkerung betrifft. Begründen Sie damit, warum Reihenuntersuchungen an der Allgemeinbevölkerung anders zu bewerten sind als Tests bei Verdachtsfällen.
Aktive Wiederholung
Ein Test erkennt eine Krankheit bei Erkrankten mit Wahrscheinlichkeit; bei Gesunden schlägt er in der Fälle fälschlich an. In der Bevölkerung sind erkrankt. Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass eine positiv getestete Person tatsächlich erkrankt ist, und deuten Sie das Ergebnis.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz)
Die vier Grundfälle des Abzählens
Vokabeln
→ KarteiGrundformeln der Kombinatorik (Variation und Kombination)
Die Wahl der Formel hängt davon ab, ob Reihenfolge zählt (geordnet) und ob Elemente mehrfach vorkommen dürfen (mit/ohne Zurücklegen).
Aus 10 Teilnehmern werden ein erster, zweiter und dritter Platz vergeben. Wie viele Möglichkeiten gibt es? Wie viele, wenn nur eine dreiköpfige Jury (ohne Rangfolge) gewählt wird?
Rangfolge zählt, keine Wiederholung: Variation mit , .
Reihenfolge egal: Kombination .
Die geordnete Anzahl ist um den Faktor größer, da jede Jury-Auswahl auf verschiedene Rangfolgen verteilt werden kann.
Ergebnis: Platzvergabe: Möglichkeiten; Jurywahl ohne Rangfolge: Möglichkeiten ().
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Begründen Sie die Symmetrie kombinatorisch (ohne Rechnung) und leiten Sie die Rekursion her, indem Sie danach unterscheiden, ob ein festes Element ausgewählt wird oder nicht.
Aktive Wiederholung
Aus einer Klasse mit 25 Personen soll ein Team aus 4 Personen gebildet werden. Berechnen Sie die Anzahl der Möglichkeiten und begründen Sie Ihre Formelwahl über die beiden Leitfragen. Vergleichen Sie mit der Anzahl, wenn zusätzlich Rollen (Sprecher, Protokoll, …) zu vergeben wären.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Zufallsgrößen — Erwartungswert und Streuung
Vokabeln
→ KarteiErwartungswert und Varianz einer diskreten Zufallsgröße
Der Erwartungswert ist das mit den Wahrscheinlichkeiten gewichtete Mittel der Werte; die Varianz misst die mittlere quadratische Abweichung, die Verschiebungsformel erleichtert die Rechnung.
Bei einem Glücksrad gewinnt man mit Wahrscheinlichkeit einen Betrag von €, mit einen Betrag von €, sonst nichts. Der Einsatz beträgt €. Bestimmen Sie den erwarteten Gewinn und beurteilen Sie die Fairness.
Sei die Auszahlung (vor Abzug des Einsatzes): mit .
(in €).
Reingewinn ; .
Da € , ist das Spiel unfair zuungunsten des Spielers; auf lange Sicht verliert man im Mittel € pro Spiel.
Ergebnis: Erwartete Auszahlung €, erwarteter Reingewinn € — das Spiel ist nicht fair, da .
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Zeigen Sie den Verschiebungssatz und rechnen Sie damit die Varianz des obigen Spiels nach. Erläutern Sie, warum diese Form beim Rechnen meist bequemer ist als die Definition.
Aktive Wiederholung
Bei einem Glücksspiel kostet der Einsatz 2 Euro. Mit Wahrscheinlichkeit gewinnt man 10 Euro, mit gewinnt man 2 Euro, sonst nichts. Berechnen Sie den Erwartungswert des Nettogewinns und die Standardabweichung und beurteilen Sie, ob das Spiel fair ist.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L2 (Kultusministerkonferenz)
Binomialverteilung — Stabdiagramm B(n=10; p=0,3)
Vokabeln
→ KarteiBinomialverteilung B(n, p)
Eine Klausuraufgabe hat 10 Multiple-Choice-Fragen mit je 4 Alternativen. Bei rein zufälligem Ankreuzen: Wie hoch ist und ?
Trefferwahrscheinlichkeit , Wiederholungen . .
.
; per Tabelle oder GTR: , also .
Ergebnis: richtige Antworten; .
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, für welches die Wahrscheinlichkeit bei festem und maximal wird, indem Sie den Quotienten betrachten. Zeigen Sie, dass das Maximum stets in der Nähe von liegt.
Aktive Wiederholung
Ein Bauteil ist mit Wahrscheinlichkeit fehlerhaft; es werden Bauteile geprüft. Berechnen Sie Erwartungswert und Standardabweichung sowie die Wahrscheinlichkeiten für genau 10, für höchstens 10 und für mindestens 15 fehlerhafte Teile.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz)
Simulation von Zufallsexperimenten
Vokabeln
→ KarteiTypische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Entwerfen Sie eine Simulation zum Geburtstagsproblem (Wahrscheinlichkeit, dass in einer Gruppe von 23 Personen zwei am selben Tag Geburtstag haben) und schätzen Sie, wie viele Durchgänge nötig sind, um das Ergebnis auf Prozentpunkte genau zu bestimmen.
Aktive Wiederholung
Beschreiben Sie eine Simulation für die Frage, wie wahrscheinlich es ist, bei fünf Würfen mindestens eine Sechs zu erhalten. Legen Sie Zufallsgerät, Durchgang und Auswertung fest, und vergleichen Sie das zu erwartende Ergebnis mit dem theoretischen Wert.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz)
Stand 05/2026Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker
Belege & Quellen
Kultusministerkonferenz
Siehe auch