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Notizen/Mathematik/Beurteilende Statistik — Hypothesentests und Konfidenzintervalle
DE · Abitur

Beurteilende Statistik — Hypothesentests und Konfidenzintervalle

Bis hierher ging es darum, Wahrscheinlichkeiten aus bekannten Modellen zu berechnen. Die beurteilende Statistik dreht die Richtung um: Aus einer Stichprobe wird auf die unbekannte Wirklichkeit geschlossen. Damit betritt die Mathematik das Feld der Entscheidungen unter Unsicherheit — und die eigentliche Leistung besteht nicht im Rechnen, sondern darin, die Aussagekraft des Ergebnisses richtig zu benennen. Die KMK führt beides unter Leitidee L5 im erhöhten Anforderungsniveau.

6 Abschnitte·~21 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0999 / 10
Prüfungsprofil
K1 · Mathematisch argumentierenK3 · Mathematisch modellierenK5 · Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehenK6 · Mathematisch kommunizieren
Operatoren:berechnenbegründeninterpretierenbeurteilenentscheiden

grundlegendes Niveau

gA: in einfachen Fällen aufgrund von Stichproben auf die Gesamtheit schließen; Sigma-Umgebungen nutzen und die Aussage einer Stichprobe im Sachkontext deuten.

erhöhtes Niveau

eA: für binomialverteilte Zufallsgrößen Aussagen über die unbekannte Wahrscheinlichkeit sowie deren Unsicherheit und Genauigkeit begründen (B1); Hypothesentests interpretieren und die Unsicherheit und Genauigkeit der Ergebnisse begründen (B2).

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Beurteilende Statistik — Hypothesentests und Konfidenzintervalle
    • 01Sigma-Umgebungen und der Schluss von der Gesamtheit auf die Stichprobe◐
    • 02Der Hypothesentest — Aufbau und Entscheidungsregel●
    • 03Fehler erster und zweiter Art●
    • 04Konfidenzintervalle — Schluss auf die unbekannte Wahrscheinlichkeit●
    • 05Von der Binomial- zur Normalverteilung●
    • 06Statistische Erhebungen planen und beurteilen◐

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 5 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Sigma-Umgebungen und der Schluss von der Gesamtheit auf die Stichprobe#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL5LPK5

Binomialverteilung — Stabdiagramm B(n=10; p=0,3)

Binomialverteilung B(n=10; p=0,3)Stängeldiagramm / Spektrum: P(X = k) nach k (Anzahl Treffer), Daten: (0, 0.028); (1, 0.121); (2, 0.234); (3, 0.267); (4, 0.2); (5, 0.103); (6, 0.037); (7, 0.009); (8, 0.001); (9, 0); (10, 0)00.050.10.150.20.250246810P(X = k)k (Anzahl Treffer)
Abb. 1Wahrscheinlichkeiten P(X = k) für k = 0 bis 10; Maximum nahe E(X) = np = 3.

Kernpunkte

Bevor man von einer Stichprobe auf die Gesamtheit schließen kann, muss man die umgekehrte Richtung beherrschen: Welche Stichprobenergebnisse sind bei BEKANNTER Wahrscheinlichkeit überhaupt zu erwarten? Genau das leisten die Sigma-Umgebungen — sie geben an, in welchem Bereich die Trefferzahl mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt.
Für eine binomialverteilte Zufallsgröße mit Erwartungswert μ=n p\mu = n\,pμ=np und Standardabweichung σ=n p (1−p)\sigma = \sqrt{n\,p\,(1-p)}σ=np(1−p)​ gelten die Faustregeln: Rund 68 %68\,\%68% aller Ergebnisse liegen in [μ−σ; μ+σ][\mu - \sigma;\,\mu + \sigma][μ−σ;μ+σ], etwa 95,4 %95{,}4\,\%95,4% in der 2σ2\sigma2σ- und etwa 99,7 %99{,}7\,\%99,7% in der 3σ3\sigma3σ-Umgebung. Diese Werte gelten NÄHERUNGSWEISE und setzen eine hinreichend große Stichprobe voraus.
Die Bedingung dafür ist die Laplace-Regel σ>3\sigma > 3σ>3, gleichbedeutend mit n p (1−p)>9n\,p\,(1-p) > 9np(1−p)>9. Ist sie verletzt, ist die Binomialverteilung zu schief für die Normalapproximation, und die Sigma-Regeln liefern falsche Bereiche. Die Bedingung zu PRÜFEN und das Ergebnis der Prüfung hinzuschreiben ist regelmäßig ein eigener Bewertungspunkt.
Wichtig ist die Wachstumsrichtung der beiden Größen: μ\muμ wächst PROPORTIONAL zu nnn, σ\sigmaσ aber nur mit n\sqrt{n}n​. Vervierfacht man den Stichprobenumfang, verdoppelt sich die absolute Streuung nur — die RELATIVE Streuung σ/μ\sigma/\muσ/μ halbiert sich also. Das ist der mathematische Grund, warum größere Stichproben genauer sind, und zugleich, warum der Genauigkeitsgewinn immer teurer wird.
Für die Deutung entscheidend: Die Sigma-Umgebung ist eine Aussage über die STICHPROBE bei bekanntem ppp, nicht über ppp bei bekannter Stichprobe. Diese Richtung darf nicht vertauscht werden — sie ist genau der Unterschied zwischen diesem Abschnitt und dem Konfidenzintervall weiter unten.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Sigma-UmgebungIntervall $[\mu - k\sigma;\,\mu + k\sigma]$ um den Erwartungswert
  • die StandardabweichungStreuungsmaß $\sigma = \sqrt{n p (1-p)}$
  • die Laplace-Bedingung$\sigma > 3$; Voraussetzung der Sigma-Regeln
  • die relative StreuungVerhältnis $\sigma/\mu$fällt mit $1/\sqrt{n}$

Normalapproximation der Testgröße (z-Standardisierung)

Z=X−np0np0(1−p0)    ≈    N(0 ; 1),z1−α=1,645  (α=0,05)Z = \dfrac{X - n p_{0}}{\sqrt{n p_{0}(1-p_{0})}}\;\;\approx\;\; N(0\,;\,1),\qquad z_{1-\alpha} = 1{,}645\;(\alpha=0{,}05)Z=np0​(1−p0​)​X−np0​​≈N(0;1),z1−α​=1,645(α=0,05)

Für np0(1−p0)>9n p_{0}(1-p_{0})>9np0​(1−p0​)>9 wird die Binomialtestgröße standardisiert; der kritische Wert ergibt sich aus dem Quantil der Standardnormalverteilung.

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Abiturfokus

  • Prüfen Sie IMMER die Laplace-Bedingung σ>3\sigma > 3σ>3 bzw. np(1−p)>9n p (1-p) > 9np(1−p)>9 und schreiben Sie das Ergebnis der Prüfung hin, bevor Sie die Sigma-Regeln anwenden.
  • Halten Sie die Richtung fest: Sigma-Umgebung = Schluss von der Gesamtheit AUF die Stichprobe.
  • Runden Sie Intervallgrenzen sachgerecht auf ganze Trefferzahlen und sagen Sie, in welche Richtung Sie runden.
  • „Begründen" Sie den Genauigkeitsgewinn großer Stichproben über σ∝n\sigma \propto \sqrt{n}σ∝n​ gegen μ∝n\mu \propto nμ∝n.
  • Geben Sie die zugehörige Wahrscheinlichkeit stets mit an (68 %68\,\%68% / 95,4 %95{,}4\,\%95,4% / 99,7 %99{,}7\,\%99,7%) — eine Umgebung ohne Sicherheitsniveau ist keine Aussage.

Typische Fehler

  • Die Sigma-Regeln ohne Prüfung der Laplace-Bedingung angewandt.
  • σ=np\sigma = \sqrt{n p}σ=np​ statt np(1−p)\sqrt{n p (1-p)}np(1−p)​ gerechnet.
  • Die Richtung vertauscht und aus einer Sigma-Umgebung eine Aussage über ppp gemacht.
  • Angenommen, doppelter Stichprobenumfang halbiere die Streuung; er verringert sie nur um den Faktor 2\sqrt{2}2​.
  • Intervallgrenzen als Dezimalzahlen stehen gelassen, obwohl die Trefferzahl ganzzahlig ist.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Begründen Sie mit σ/μ=(1−p)/(np)\sigma/\mu = \sqrt{(1-p)/(n p)}σ/μ=(1−p)/(np)​, wie stark der Stichprobenumfang wachsen muss, um die relative Streuung zu halbieren. Diskutieren Sie, was daraus für die Planung von Umfragen folgt.

§ 01

Aktive Wiederholung

Ein Würfel wird n=300n = 300n=300-mal geworfen; betrachtet wird die Anzahl der Sechsen. Berechnen Sie μ\muμ und σ\sigmaσ, prüfen Sie die Laplace-Bedingung und geben Sie die 2σ2\sigma2σ-Umgebung mit der zugehörigen Wahrscheinlichkeit an. Beurteilen Sie, ob 68 Sechsen noch als unauffällig gelten können.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz)

§ 02
§ 02

Der Hypothesentest — Aufbau und Entscheidungsregel#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPL5LPK1

Hypothesentest — Annahme- und Ablehnungsbereich

k Ablehnung H₀ P(X ≤ k) ≤ α Annahme H₀ Anzahl Treffer X
Abb. 2Linksseitiger Test mit Signifikanzniveau α: Ablehnungsbereich links des kritischen Werts k.

Kernpunkte

Ein Hypothesentest beantwortet eine Entscheidungsfrage: Ist ein beobachtetes Stichprobenergebnis noch mit einer behaupteten Wahrscheinlichkeit vereinbar, oder spricht es dagegen? Die Antwort ist NIE ein Beweis, sondern eine Entscheidung unter kontrolliertem Irrtumsrisiko — genau diese Einordnung verlangt die KMK unter „Unsicherheit und Genauigkeit begründen".
Der Aufbau ist immer derselbe. Die NULLHYPOTHESE H0H_0H0​ ist die Annahme, die geprüft wird und die so lange gilt, bis die Daten deutlich dagegen sprechen; die Gegenhypothese H1H_1H1​ ist die Alternative. Das SIGNIFIKANZNIVEAU α\alphaα — meist 5 %5\,\%5% oder 1 %1\,\%1% — legt fest, welches Irrtumsrisiko man zu tragen bereit ist, und wird VOR der Datenerhebung festgelegt.
Aus H0H_0H0​ und α\alphaα folgt der ABLEHNUNGSBEREICH: die Menge der Stichprobenergebnisse, die unter H0H_0H0​ so unwahrscheinlich sind, dass man sie nicht mehr dem Zufall zuschreibt. Fällt das Ergebnis hinein, wird H0H_0H0​ verworfen; andernfalls wird sie BEIBEHALTEN — und das ist etwas anderes als „bewiesen".
Die Richtung des Tests folgt aus der Fragestellung, nicht aus den Daten. Ein EINSEITIGER Test (rechts- oder linksseitig) prüft auf Abweichung in eine bestimmte Richtung („ist die Quote gestiegen?"), ein ZWEISEITIGER auf Abweichung in beide Richtungen („hat sich die Quote verändert?"). Beim zweiseitigen Test wird α\alphaα auf beide Enden verteilt, jedes erhält also α/2\alpha/2α/2.
Die häufigste Fehldeutung überhaupt betrifft das Beibehalten: Wird H0H_0H0​ nicht verworfen, heißt das lediglich, dass die Daten NICHT AUSREICHEN, um sie zu verwerfen. Es heißt nicht, dass H0H_0H0​ wahr ist. Ein Test kann eine Hypothese nur widerlegen, nie beweisen — die korrekte Formulierung lautet „H0H_0H0​ wird beibehalten", nie „H0H_0H0​ ist bestätigt".
Ebenso wenig sagt ein Test etwas über die BEDEUTSAMKEIT eines Unterschieds. Bei sehr großen Stichproben wird schon eine winzige, sachlich belanglose Abweichung signifikant. Statistische Signifikanz und praktische Relevanz sind zwei verschiedene Fragen — sie in der Deutung zu trennen ist eine ausdrücklich geforderte Leistung.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Nullhypothesegeprüfte Annahme $H_0$kann nur verworfen, nie bewiesen werden
  • das Signifikanzniveauzugelassenes Irrtumsrisiko $\alpha$VOR der Erhebung festzulegen
  • der AblehnungsbereichErgebnisse, bei denen $H_0$ verworfen wird
  • einseitiger TestPrüfung auf Abweichung in EINE Richtung
  • die Signifikanzstatistische Auffälligkeitnicht dasselbe wie sachliche Bedeutsamkeit

Kritische Werte beim einseitigen Hypothesentest

Linksseitig: P(X≤k∣H0)≤α,Rechtsseitig: P(X≥k∣H0)≤α\text{Linksseitig: } P(X \leq k\mid H_{0}) \leq \alpha,\quad \text{Rechtsseitig: } P(X \geq k\mid H_{0}) \leq \alphaLinksseitig: P(X≤k∣H0​)≤α,Rechtsseitig: P(X≥k∣H0​)≤α
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Musterlösung

Einseitiger Hypothesentest

Ein Hersteller behauptet, dass mindestens 80 % seiner Produkte fehlerfrei sind. In einer Stichprobe von 100 Produkten finden sich 72 fehlerfrei. Testen Sie auf dem Niveau α=0,05\alpha = 0{,}05α=0,05 linksseitig.

  1. Schritt 1 — Hypothesen

    H0:p≥0,8H_{0}: p \geq 0{,}8H0​:p≥0,8 (Herstellerbehauptung); H1:p<0,8H_{1}: p < 0{,}8H1​:p<0,8.

  2. Schritt 2 — Testverteilung

    Unter H0H_{0}H0​: X∼B(100;0,8)X \sim B(100; 0{,}8)X∼B(100;0,8) mit E(X)=80E(X) = 80E(X)=80, σ=16=4\sigma = \sqrt{16} = 4σ=16​=4.

  3. Schritt 3 — Kritischer Wert

    Suche das größte kkk mit P(X≤k∣p=0,8)≤0,05P(X \leq k\mid p = 0{,}8) \leq 0{,}05P(X≤k∣p=0,8)≤0,05. Per Tabelle/GTR: k=72k = 72k=72 liefert P(X≤72)≈0,034≤0,05P(X \leq 72) \approx 0{,}034 \leq 0{,}05P(X≤72)≈0,034≤0,05.

  4. Schritt 4 — Entscheidung

    Beobachtet: X=72≤72X = 72 \leq 72X=72≤72, also H0H_{0}H0​ wird abgelehnt — Behauptung ist auf 5 %-Niveau widerlegt.

    Xbeob=72∈[0;72]=AblehnungsbereichX_{\text{beob}} = 72 \in [0; 72] = \text{Ablehnungsbereich}Xbeob​=72∈[0;72]=Ablehnungsbereich

Ergebnis: Auf Signifikanzniveau α=0,05\alpha = 0{,}05α=0,05 ist die Herstellerbehauptung statistisch nicht haltbar.

Musterlösung

Zweiseitiger Test auf eine vorgegebene Wahrscheinlichkeit

Eine Münze wird 100100100-mal geworfen und zeigt 616161-mal Kopf. Prüfen Sie zweiseitig auf α=0,05\alpha=0{,}05α=0,05, ob die Münze fair ist (p0=0,5p_{0}=0{,}5p0​=0,5).

  1. Schritt 1 — Hypothesen

    H0:p=0,5H_{0}: p=0{,}5H0​:p=0,5 (fair) gegen H1:p≠0,5H_{1}: p\neq 0{,}5H1​:p=0,5. Der Ablehnungsbereich liegt an beiden Rändern mit je α2=0,025\tfrac{\alpha}{2}=0{,}0252α​=0,025.

  2. Schritt 2 — Verteilung und Streuung

    Unter H0H_{0}H0​: X∼B(100;0,5)X\sim B(100;0{,}5)X∼B(100;0,5), E(X)=50E(X)=50E(X)=50, σ=100⋅0,5⋅0,5=5\sigma=\sqrt{100\cdot 0{,}5\cdot 0{,}5}=5σ=100⋅0,5⋅0,5​=5.

  3. Schritt 3 — Kritische Grenzen (exakte Binomialverteilung)

    Gesucht sind die Grenzen mit Randwahrscheinlichkeit je ≤0,025\leq 0{,}025≤0,025. Per Tabelle/GTR: P(X≤39)≈0,018P(X\leq 39)\approx 0{,}018P(X≤39)≈0,018 und P(X≥61)≈0,018P(X\geq 61)\approx 0{,}018P(X≥61)≈0,018, während P(X≤40)≈0,028>0,025P(X\leq 40)\approx 0{,}028>0{,}025P(X≤40)≈0,028>0,025. Annahmebereich ist also [40;60][40;60][40;60], Ablehnung bei X≤39X\leq 39X≤39 oder X≥61X\geq 61X≥61.

    Aann=[40; 60],X≤39  ∨  X≥61⇒AblehnungA_{\text{ann}} = [40;\,60],\quad X\leq 39 \;\lor\; X\geq 61 \Rightarrow \text{Ablehnung}Aann​=[40;60],X≤39∨X≥61⇒Ablehnung
  4. Schritt 4 — Entscheidung

    Beobachtet: X=61≥61X=61\geq 61X=61≥61 liegt im rechten Ablehnungsbereich; H0H_{0}H0​ wird verworfen — die Münze gilt auf 5 %-Niveau als nicht fair. (Die 1,96σ1{,}96\sigma1,96σ-Faustregel 50±9,850\pm 9{,}850±9,8 liefert eine gute, aber etwas engere Näherung.)

Ergebnis: Bei X=61X=61X=61 wird H0:p=0,5H_{0}: p=0{,}5H0​:p=0,5 im zweiseitigen Test auf α=0,05\alpha=0{,}05α=0,05 abgelehnt; die Münze ist statistisch auffällig kopflastig.

Abiturfokus

  • Formulieren Sie H0H_0H0​ und H1H_1H1​ ausdrücklich in Worten UND als Ungleichung, bevor Sie rechnen.
  • Legen Sie das Signifikanzniveau fest und begründen Sie die Testrichtung aus der FRAGESTELLUNG, nicht aus den Daten.
  • Formulieren Sie das Ergebnis immer als „H0H_0H0​ wird verworfen / beibehalten" — nie als „bewiesen" oder „widerlegt".
  • Beim zweiseitigen Test α\alphaα auf beide Seiten aufteilen (α/2\alpha/2α/2 je Rand) und beide Grenzen angeben.
  • „Beurteilen" Sie am Ende die praktische Bedeutsamkeit getrennt von der statistischen Signifikanz.

Typische Fehler

  • Nach Beibehaltung von H0H_0H0​ behauptet, H0H_0H0​ sei bewiesen.
  • Die Hypothesen erst nach Ansicht der Daten aufgestellt und damit die Testlogik zerstört.
  • Beim zweiseitigen Test mit α\alphaα statt α/2\alpha/2α/2 je Rand gerechnet.
  • Ablehnungs- und Annahmebereich vertauscht.
  • Signifikanz mit Bedeutsamkeit gleichgesetzt — bei großem nnn wird fast jede Abweichung signifikant.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, wie sich der Ablehnungsbereich desselben Tests ändert, wenn α\alphaα von 5 %5\,\%5% auf 1 %1\,\%1% gesenkt wird, und begründen Sie, warum der Test dadurch „vorsichtiger" wird. Erläutern Sie, welcher Fehler dabei zunimmt.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Hersteller behauptet, höchstens 10 %10\,\%10% seiner Bauteile seien fehlerhaft. In einer Stichprobe von n=100n = 100n=100 finden sich 16 fehlerhafte. Formulieren Sie Null- und Gegenhypothese, bestimmen Sie den Ablehnungsbereich auf dem Niveau α=5 %\alpha = 5\,\%α=5% und entscheiden Sie begründet.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (B2) (Kultusministerkonferenz)

§ 03
§ 03

Fehler erster und zweiter Art#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPL5LPK1

Fehler erster und zweiter Art

Fehler erster und zweiter ArtTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Entscheidung / Wirklichkeit · H₀ ist wahr · H₀ ist falsch; H₀ beibehalten · Richtige Entscheidung · 🔴 Fehler 2. Art (β) — etwas Wirksames wird übersehen; H₀ ablehnen · 🔴 Fehler 1. Art (α) — falscher Alarm · Richtige Entscheidung (Güte 1 − β); Signifikanzniveau · α wird VORHER festgelegt · Typisch 5 % oder 1 %; Zusammenhang · α ↓ ⇒ β ↑ · Nur größeres n verkleinert beide; Beispiel Medizin · α: Gesunder wird behandelt · β: Kranker bleibt unbehandelt; Beispiel Justiz · α: Unschuldiger verurteilt · β: Schuldiger freigesprochen; Konsequenz · Welcher Fehler wiegt schwerer? · Die Antwort bestimmt die Wahl von αEntscheidung /WirklichkeitH₀ ist wahrH₀ ist falschH₀ beibehaltenRichtige Entscheidung🔴 Fehler 2. Art (β) — etwasWirksames wird übersehenH₀ ablehnen🔴 Fehler 1. Art (α) —falscher AlarmRichtige Entscheidung (Güte1 − β)Signifikanzniveauα wird VORHER festgelegtTypisch 5 % oder 1 %Zusammenhangα ↓ ⇒ β ↑Nur größeres n verkleinertbeideBeispiel Medizinα: Gesunder wird behandeltβ: Kranker bleibtunbehandeltBeispiel Justizα: Unschuldiger verurteiltβ: Schuldiger freigesprochenKonsequenzWelcher Fehler wiegtschwerer?Die Antwort bestimmt dieWahl von α
Abb. 3Die beiden Fehler lassen sich nicht gleichzeitig verkleinern. Wer α senkt, vergrößert β — es sei denn, der Stichprobenumfang wächst.

Kernpunkte

Jede Testentscheidung kann auf zwei Arten falsch sein, und beide zu unterscheiden ist der anspruchsvollste Teil dieses Kapitels. Der FEHLER ERSTER ART tritt ein, wenn H0H_0H0​ verworfen wird, obwohl sie zutrifft — ein falscher Alarm. Der FEHLER ZWEITER ART tritt ein, wenn H0H_0H0​ beibehalten wird, obwohl sie falsch ist — ein übersehener Effekt.
Der Fehler erster Art ist der KONTROLLIERTE: Seine Wahrscheinlichkeit ist durch das Signifikanzniveau α\alphaα nach oben begrenzt, und zwar durch die Konstruktion des Tests. Genau deshalb setzt man als H0H_0H0​ diejenige Hypothese, deren irrtümliche Verwerfung teurer wäre.
Der Fehler zweiter Art ist dagegen NICHT allgemein berechenbar, weil „H0H_0H0​ ist falsch" viele verschiedene Werte von ppp umfasst. Seine Wahrscheinlichkeit β\betaβ lässt sich nur für einen KONKRET angenommenen wahren Wert bestimmen — dieser muss in der Aufgabe gegeben sein, sonst ist die Frage nicht beantwortbar.
Zwischen beiden besteht ein unauflösbarer Zielkonflikt: Verkleinert man α\alphaα, schrumpft der Ablehnungsbereich, und damit steigt β\betaβ. Ein Test kann nicht gleichzeitig beide Fehler minimieren. Der einzige Weg, beide zu senken, ist ein GRÖSSERER Stichprobenumfang — das ist die praktische Konsequenz, die in Prüfungsaufgaben gefragt wird.
Welcher Fehler schwerer wiegt, ist keine mathematische, sondern eine SACHLICHE Frage. Bei einem medizinischen Test auf eine schwere Krankheit ist ein übersehener Fall (zweite Art) meist gravierender als ein Fehlalarm; bei einem Gerichtsurteil gilt umgekehrt die Unschuldsvermutung, also die Vermeidung der ungerechtfertigten Verurteilung (erste Art). Diese Abwägung ist ausdrücklich Teil der geforderten Beurteilung.
Die Rechnung für β\betaβ läuft dabei stets über dieselbe Denkfigur: Man behält den unter H0H_0H0​ bestimmten Ablehnungsbereich BEI und berechnet die Wahrscheinlichkeit, mit dem tatsächlichen ppp AUSSERHALB davon zu landen. Wer den Ablehnungsbereich für den neuen Wert neu bestimmt, hat die Aufgabe missverstanden.

Vokabeln

→ Kartei
  • der Fehler erster Art$H_0$ verworfen, obwohl sie zutrifftWahrscheinlichkeit durch $\alpha$ begrenzt
  • der Fehler zweiter Art$H_0$ beibehalten, obwohl sie falsch ist
  • die TrennschärfeWahrscheinlichkeit $1 - \beta$, einen echten Effekt zu entdecken
  • der Zielkonfliktkleineres $\alpha$ erzwingt größeres $\beta$

Fehler 2. Art und Gütefunktion

β(p1)=Pp1(X∈A‾)(Annahme von H0 trotz wahrem p1),Gu¨te =1−β(p1)\beta(p_{1}) = P_{p_{1}}(X \in \overline{A})\quad\text{(Annahme von } H_{0}\text{ trotz wahrem } p_{1}),\qquad \text{Güte } = 1-\beta(p_{1})β(p1​)=Pp1​​(X∈A)(Annahme von H0​ trotz wahrem p1​),Gu¨te =1−β(p1​)

Der Fehler 2. Art hängt vom tatsächlichen Parameter p1p_{1}p1​ ab; die Gütefunktion 1−β1-\beta1−β misst die Wahrscheinlichkeit, eine falsche Nullhypothese korrekt abzulehnen.

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Musterlösung

Fehler 2. Art quantifizieren

Ein rechtsseitiger Test mit n=50n=50n=50, p0=0,5p_{0}=0{,}5p0​=0,5 lehnt H0H_{0}H0​ ab, falls X≥32X\geq 32X≥32. Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art, wenn in Wahrheit p1=0,7p_{1}=0{,}7p1​=0,7 gilt.

  1. Schritt 1 — Annahmebereich festlegen

    Der Annahmebereich von H0H_{0}H0​ ist A‾={0,1,…,31}\overline{A}=\{0,1,\dots,31\}A={0,1,…,31}, also X≤31X\leq 31X≤31.

  2. Schritt 2 — Fehler 2. Art definieren

    Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn H0H_{0}H0​ angenommen wird (X≤31X\leq 31X≤31), obwohl tatsächlich p1=0,7p_{1}=0{,}7p1​=0,7 gilt: β=Pp1(X≤31)\beta=P_{p_{1}}(X\leq 31)β=Pp1​​(X≤31).

  3. Schritt 3 — Verteilung unter p₁

    Unter p1=0,7p_{1}=0{,}7p1​=0,7 ist X∼B(50;0,7)X\sim B(50;0{,}7)X∼B(50;0,7) mit E(X)=35E(X)=35E(X)=35. Per GTR/Tabelle: P(X≤31)≈0,141P(X\leq 31)\approx 0{,}141P(X≤31)≈0,141.

    β=P0,7(X≤31)≈0,141\beta = P_{0{,}7}(X\leq 31)\approx 0{,}141β=P0,7​(X≤31)≈0,141
  4. Schritt 4 — Güte berechnen

    Die Güte (Trennschärfe) ist 1−β≈0,8591-\beta\approx 0{,}8591−β≈0,859: der Test erkennt die Abweichung p=0,7p=0{,}7p=0,7 mit rund 86 % Wahrscheinlichkeit.

Ergebnis: Fehler 2. Art β≈14,1 %\beta\approx 14{,}1\,\%β≈14,1%; die Gütefunktion liefert hier eine Trennschärfe von rund 86 %.

Abiturfokus

  • Benennen Sie beide Fehler in Worten des Sachkontexts, nicht nur als „erste/zweite Art" — die inhaltliche Deutung ist der Bewertungspunkt.
  • Berechnen Sie β\betaβ mit dem UNVERÄNDERTEN Ablehnungsbereich aus H0H_0H0​, aber mit dem tatsächlichen ppp.
  • „Begründen" Sie den Zielkonflikt: kleineres α\alphaα ⇒ größeres β\betaβ; beide zugleich senken nur durch größeres nnn.
  • Beurteilen Sie sachlich, welcher Fehler im gegebenen Kontext schwerer wiegt, und begründen Sie die Wahl von H0H_0H0​ damit.
  • Prüfen Sie: Ohne einen konkret angenommenen wahren Wert ist β\betaβ nicht berechenbar — sagen Sie das, wenn er fehlt.

Typische Fehler

  • Für β\betaβ den Ablehnungsbereich mit dem neuen ppp neu bestimmt statt den alten beizubehalten.
  • Die beiden Fehlerarten vertauscht.
  • Angenommen, α\alphaα und β\betaβ ließen sich gleichzeitig beliebig klein machen.
  • β\betaβ berechnet, ohne dass ein konkreter wahrer Wert gegeben war.
  • Die Wahl von H0H_0H0​ als beliebig behandelt; sie folgt aus der Frage, welcher Irrtum teurer ist.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, wie sich β\betaβ ändert, wenn der tatsächliche Wert ppp näher an den Wert der Nullhypothese rückt, und begründen Sie, warum kleine Abweichungen grundsätzlich schwer nachweisbar sind. Leiten Sie daraus ab, wie der Stichprobenumfang zu wählen ist, wenn ein Effekt bestimmter Größe sicher entdeckt werden soll.

§ 03

Aktive Wiederholung

Ein Test prüft H0:p=0,10H_0: p = 0{,}10H0​:p=0,10 gegen H1:p>0,10H_1: p > 0{,}10H1​:p>0,10 bei n=100n = 100n=100 und α=5 %\alpha = 5\,\%α=5%. Bestimmen Sie den Ablehnungsbereich und berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler zweiter Art unter der Annahme, dass in Wahrheit p=0,18p = 0{,}18p=0,18 gilt. Deuten Sie beide Fehler im Sachkontext einer Qualitätskontrolle.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (B2) (Kultusministerkonferenz)

§ 04
§ 04

Konfidenzintervalle — Schluss auf die unbekannte Wahrscheinlichkeit#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPL5LPK3

Konfidenzintervalle — mehrere Stichproben

p (wahrer Wert) verfehlt p 10 Stichproben — 9 KI enthalten p, 1 verfehlt → 95%-Methode
Abb. 4Zehn 95%-KI: rund neun von zehn enthalten den wahren Parameter p; die Methode liegt, nicht jedes Einzel-KI.

Kernpunkte

Der Hypothesentest beantwortet eine Ja-Nein-Frage. Oft interessiert aber die Größe selbst: Wie hoch ist der unbekannte Anteil ppp ungefähr? Das Konfidenzintervall gibt darauf die einzig redliche Antwort — nicht einen Punktwert, sondern einen BEREICH mit angegebener Sicherheit.
Grundlage ist die Umkehrung der Sigma-Umgebung. Aus der relativen Häufigkeit h=k/nh = k/nh=k/n der Stichprobe erhält man näherungsweise das Intervall h±z⋅h(1−h)/nh \pm z\cdot\sqrt{h(1-h)/n}h±z⋅h(1−h)/n​, wobei zzz vom Konfidenzniveau abhängt: z=1,96z = 1{,}96z=1,96 für 95 %95\,\%95% und z=2,58z = 2{,}58z=2,58 für 99 %99\,\%99%. In der Schule wird häufig mit z=2z = 2z=2 gerundet gearbeitet.
Die Deutung ist der heikelste Punkt des ganzen Kapitels und wird fast immer geprüft. Ein 95 %95\,\%95%-Konfidenzintervall bedeutet NICHT, dass ppp mit 95 %95\,\%95% Wahrscheinlichkeit darin liegt — ppp ist eine feste, wenn auch unbekannte Zahl und liegt entweder drin oder nicht. Die Aussage betrifft das VERFAHREN: Wiederholte man die Erhebung sehr oft, so enthielten etwa 95 %95\,\%95% der so gebildeten Intervalle den wahren Wert.
Die BREITE des Intervalls ist die eigentlich interessante Größe. Sie wächst mit dem Konfidenzniveau — mehr Sicherheit erkauft man mit weniger Präzision — und schrumpft mit n\sqrt{n}n​. Für ein halb so breites Intervall braucht man den VIERFACHEN Stichprobenumfang; das ist der Grund, warum Umfragen typischerweise bei rund 1000 Befragten enden und eine Fehlerspanne von etwa drei Prozentpunkten ausweisen.
Die Breite hängt außerdem von hhh ab: Sie ist bei h=0,5h = 0{,}5h=0,5 am größten und wird zu den Rändern hin kleiner. Bei sehr kleinen oder sehr großen Anteilen ist die Näherung zudem unzuverlässig; die üblichen Faustregeln verlangen n h>5n\,h > 5nh>5 und n(1−h)>5n(1-h) > 5n(1−h)>5 — auch das ist vor der Anwendung zu prüfen.
In der Praxis ist das Konfidenzintervall die ehrlichere Darstellung als der bloße Prozentwert: Eine Meldung „Partei A erreicht 31 %31\,\%31%" verschweigt die Unsicherheit, „31 %31\,\%31% mit einer Fehlerspanne von ±3\pm 3±3 Prozentpunkten" macht sie sichtbar. Diese kommunikative Einordnung gehört ausdrücklich zur geforderten Leistung.

Vokabeln

→ Kartei
  • das KonfidenzintervallBereichsschätzung für einen unbekannten Parameter
  • das KonfidenzniveauSicherheit des Verfahrens, meist 95 % oder 99 %
  • die Fehlerspannehalbe Intervallbreiteschrumpft mit $1/\sqrt{n}$
  • die Punktschätzungeinzelner Schätzwert $h = k/n$ ohne Unsicherheitsangabe

Approximatives (1-α)-Konfidenzintervall für p

KI1−α(p)=p^±z1−α/2⋅p^(1−p^)nKI_{1-\alpha}(p) = \hat{p} \pm z_{1-\alpha/2}\cdot \sqrt{\dfrac{\hat{p}(1-\hat{p})}{n}}KI1−α​(p)=p^​±z1−α/2​⋅np^​(1−p^​)​​
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Musterlösung

Konfidenzintervall für einen Anteil bestimmen

In einer Umfrage stimmen 360 von 600 Befragten einer These zu. Berechnen Sie ein 95 %-Konfidenzintervall für den wahren Anteil ppp und interpretieren Sie das Ergebnis.

  1. Schritt 1 — Punktschätzer

    Relative Häufigkeit p^=360600=0,6\hat{p}=\tfrac{360}{600}=0{,}6p^​=600360​=0,6.

  2. Schritt 2 — Standardfehler

    p^(1−p^)n=0,6⋅0,4600=0,0004=0,02\sqrt{\tfrac{\hat{p}(1-\hat{p})}{n}}=\sqrt{\tfrac{0{,}6\cdot 0{,}4}{600}}=\sqrt{0{,}0004}=0{,}02np^​(1−p^​)​​=6000,6⋅0,4​​=0,0004​=0,02.

    σp^=0,6⋅0,4600=0,02\sigma_{\hat{p}}=\sqrt{\dfrac{0{,}6\cdot 0{,}4}{600}}=0{,}02σp^​​=6000,6⋅0,4​​=0,02
  3. Schritt 3 — Intervall

    Mit z0,975≈1,96z_{0{,}975}\approx 1{,}96z0,975​≈1,96: 0,6±1,96⋅0,02=0,6±0,03920{,}6\pm 1{,}96\cdot 0{,}02 = 0{,}6\pm 0{,}03920,6±1,96⋅0,02=0,6±0,0392.

    KI0,95=[0,561; 0,639]KI_{0{,}95}=[0{,}561;\,0{,}639]KI0,95​=[0,561;0,639]
  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Die Schätzmethode liefert in 95 % der Stichproben ein Intervall, das den wahren Anteil enthält; hier liegt ppp vermutlich zwischen rund 56 % und 64 %.

Ergebnis: Das 95 %-Konfidenzintervall ist etwa [0,561; 0,639][0{,}561;\,0{,}639][0,561;0,639] — der wahre Zustimmungsanteil liegt mit hoher Sicherheit zwischen 56 % und 64 %.

Abiturfokus

  • Formulieren Sie die Deutung VERFAHRENSBEZOGEN: „Bei häufiger Wiederholung enthielten etwa 95 %95\,\%95% der Intervalle den wahren Wert." Die Formulierung „ppp liegt mit 95 %95\,\%95% Wahrscheinlichkeit darin" gilt als falsch.
  • Prüfen Sie vor der Anwendung die Näherungsbedingungen nh>5n h > 5nh>5 und n(1−h)>5n(1-h) > 5n(1−h)>5.
  • „Begründen" Sie den Zusammenhang zwischen Breite, Konfidenzniveau und Stichprobenumfang: vierfaches nnn für halbe Breite.
  • Geben Sie das Konfidenzniveau IMMER mit an; ein Intervall ohne Niveau ist bedeutungslos.
  • Runden Sie Intervallgrenzen sinnvoll und geben Sie sie im Sachkontext an (Prozentpunkte, Stückzahlen).

Typische Fehler

  • Gesagt, ppp liege mit 95 %95\,\%95% Wahrscheinlichkeit im Intervall — die verbreitetste Fehldeutung.
  • Das Konfidenzniveau weggelassen.
  • Angenommen, doppelter Stichprobenumfang halbiere die Intervallbreite; nötig ist der vierfache.
  • Die Näherungsbedingungen nicht geprüft und bei sehr kleinem hhh ein unbrauchbares Intervall angegeben.
  • Konfidenzintervall und Sigma-Umgebung verwechselt — sie schließen in entgegengesetzte Richtungen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Bestimmen Sie, wie groß die Stichprobe mindestens sein muss, damit das 95 %95\,\%95%-Konfidenzintervall höchstens ±1\pm 1±1 Prozentpunkt breit ist (ungünstigster Fall h=0,5h = 0{,}5h=0,5). Beurteilen Sie das Ergebnis im Hinblick auf die Kosten realer Meinungsumfragen.

§ 04

Aktive Wiederholung

In einer Umfrage unter n=1000n = 1000n=1000 Personen geben 310 an, Partei A zu wählen. Bestimmen Sie ein 95 %95\,\%95%-Konfidenzintervall für den wahren Wähleranteil, prüfen Sie die Näherungsbedingungen und formulieren Sie die Deutung sprachlich korrekt.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (B1) (Kultusministerkonferenz)

§ 05
§ 05

Von der Binomial- zur Normalverteilung#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPL5LPL4

Normalverteilung — Sigma-Regeln

Normalverteilung — Sigma-RegelnSchaubild von φ(x), Hochpunkt bei (0, 0.399), y-Achsenabschnitt bei y = 0.399, im Bereich x von -4 bis 4−4−3−2−112340.10.20.30.4μμ − σμ + σμ − 2σμ + 2σφ(x)φ(x)x
Abb. 5Anteil der Werte innerhalb 1, 2 und 3 Standardabweichungen um den Erwartungswert.

Kernpunkte

Für große nnn wird die Binomialverteilung unhandlich: Die Summe vieler Binomialkoeffizienten ist mühsam und war vor dem Rechnerzeitalter praktisch unmöglich. Der Ausweg ist eine bemerkenswerte Beobachtung — die Stabdiagramme nähern sich mit wachsendem nnn immer besser einer glatten, symmetrischen Glockenkurve an.
Diese Grenzkurve ist die NORMALVERTEILUNG, beschrieben durch die Gaußsche Dichtefunktion mit den beiden Parametern μ\muμ und σ\sigmaσ. Sie ist symmetrisch zu μ\muμ, hat dort ihr Maximum und besitzt Wendepunkte genau bei μ±σ\mu \pm \sigmaμ±σ — eine Eigenschaft, an der sich σ\sigmaσ unmittelbar aus dem Graphen ablesen lässt.
Hier vollzieht sich ein grundsätzlicher Wechsel: von einer DISKRETEN zu einer STETIGEN Zufallsgröße. Bei stetigen Größen ist die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen Wert null; sinnvoll sind nur Intervallwahrscheinlichkeiten, und diese sind die FLÄCHE unter der Dichtefunktion. Hier trifft die Stochastik unmittelbar auf die Integralrechnung.
Weil das Integral der Gaußfunktion nicht elementar lösbar ist, arbeitet man mit der STANDARDNORMALVERTEILUNG: Über z=(x−μ)/σz = (x - \mu)/\sigmaz=(x−μ)/σ wird jede Normalverteilung auf μ=0\mu = 0μ=0, σ=1\sigma = 1σ=1 transformiert und dann die tabellierte Funktion Φ(z)\Phi(z)Φ(z) benutzt. Die Sigma-Regeln sind nichts anderes als drei feste Werte dieser Funktion.
Die Näherung der Binomial- durch die Normalverteilung ist zulässig, wenn die Laplace-Bedingung σ>3\sigma > 3σ>3 erfüllt ist. Weil dabei ein Stabdiagramm durch eine glatte Kurve ersetzt wird, verbessert die STETIGKEITSKORREKTUR das Ergebnis: Man rechnet mit k+0,5k + 0{,}5k+0,5 bzw. k−0,5k - 0{,}5k−0,5 statt mit kkk, um die volle Breite des Balkens zu erfassen.
Die tiefere Ursache für die Allgegenwart der Glockenkurve ist der zentrale Grenzwertsatz: Überlagern sich viele kleine, unabhängige Zufallseinflüsse additiv, so ist ihre Summe annähernd normalverteilt — unabhängig davon, wie die Einzeleinflüsse verteilt sind. Deshalb sind Körpergrößen, Messfehler und Produktionsabweichungen näherungsweise normalverteilt.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Normalverteilungstetige Glockenverteilung mit Parametern $\mu$ und $\sigma$
  • die DichtefunktionFunktion, deren Fläche Wahrscheinlichkeiten angibt
  • die StandardisierungÜbergang zu $z = (x-\mu)/\sigma$
  • die StetigkeitskorrekturVerschiebung um $\pm 0{,}5$ bei der Approximation
  • der zentrale GrenzwertsatzSummen vieler kleiner Einflüsse sind annähernd normalverteilt

Standardisierung der Normalverteilung und 1σ-Regel

P(X≤x)=Φ ⁣(x−μσ),P(μ−σ≤X≤μ+σ)≈0,683P(X \leq x) = \Phi\!\left(\dfrac{x - \mu}{\sigma}\right),\quad P(\mu - \sigma \leq X \leq \mu + \sigma) \approx 0{,}683P(X≤x)=Φ(σx−μ​),P(μ−σ≤X≤μ+σ)≈0,683

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Musterlösung

Hypothesentest mit Normalapproximation

In 400400400 Stichproben tritt ein Merkmal 176176176-mal auf. Testen Sie rechtsseitig auf α=0,05\alpha=0{,}05α=0,05 die Hypothese H0:p≤0,4H_{0}: p\leq 0{,}4H0​:p≤0,4 mithilfe der Normalapproximation.

  1. Schritt 1 — Approximationsbedingung prüfen

    np0(1−p0)=400⋅0,4⋅0,6=96>9n p_{0}(1-p_{0})=400\cdot 0{,}4\cdot 0{,}6=96>9np0​(1−p0​)=400⋅0,4⋅0,6=96>9 — die Normalapproximation ist zulässig.

  2. Schritt 2 — Erwartungswert und Streuung

    Unter H0H_{0}H0​ am Rand p0=0,4p_{0}=0{,}4p0​=0,4: E(X)=160E(X)=160E(X)=160, σ=96≈9,80\sigma=\sqrt{96}\approx 9{,}80σ=96​≈9,80.

  3. Schritt 3 — Standardisieren

    Testgröße z=176−1609,80≈1,63z=\dfrac{176-160}{9{,}80}\approx 1{,}63z=9,80176−160​≈1,63. Kritischer Wert beim rechtsseitigen Test: z0,95=1,645z_{0{,}95}=1{,}645z0,95​=1,645.

    z=176−16096≈1,63<1,645z=\dfrac{176-160}{\sqrt{96}}\approx 1{,}63 < 1{,}645z=96​176−160​≈1,63<1,645
  4. Schritt 4 — Entscheidung

    Da z≈1,63<1,645z\approx 1{,}63 < 1{,}645z≈1,63<1,645 liegt der Wert knapp im Annahmebereich; H0H_{0}H0​ kann auf 5 %-Niveau nicht verworfen werden.

Ergebnis: Mit z≈1,63<1,645z\approx 1{,}63<1{,}645z≈1,63<1,645 wird H0:p≤0,4H_{0}: p\leq 0{,}4H0​:p≤0,4 nicht abgelehnt — der beobachtete Anteil von 44 % reicht knapp nicht für Signifikanz.

Abiturfokus

  • Prüfen Sie die Laplace-Bedingung σ>3\sigma > 3σ>3, bevor Sie die Normalapproximation verwenden.
  • Verwenden Sie die Stetigkeitskorrektur (±0,5\pm 0{,}5±0,5) und sagen Sie ausdrücklich, dass und warum Sie sie anwenden.
  • Standardisieren Sie sauber über z=(x−μ)/σz = (x-\mu)/\sigmaz=(x−μ)/σ und geben Sie den zzz-Wert als Zwischenergebnis an.
  • „Begründen" Sie, warum bei stetigen Zufallsgrößen P(X=a)=0P(X = a) = 0P(X=a)=0 gilt und nur Intervalle sinnvoll sind.
  • Lesen Sie σ\sigmaσ aus einem Graphen an den Wendepunkten ab — eine beliebte Teilaufgabe.

Typische Fehler

  • Die Stetigkeitskorrektur weggelassen und dadurch systematisch zu kleine Wahrscheinlichkeiten erhalten.
  • Bei einer stetigen Zufallsgröße nach P(X=a)P(X = a)P(X=a) gefragt und einen positiven Wert angegeben.
  • Beim Standardisieren μ\muμ und σ\sigmaσ vertauscht.
  • Die Normalapproximation ohne Prüfung der Laplace-Bedingung verwendet.
  • Die Wendepunkte bei μ±2σ\mu \pm 2\sigmaμ±2σ statt bei μ±σ\mu \pm \sigmaμ±σ verortet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Erläutern Sie den zentralen Grenzwertsatz an einem selbst gewählten Beispiel und begründen Sie damit, warum die Glockenform in Natur und Technik so häufig auftritt. Diskutieren Sie mindestens eine Situation, in der die Normalverteilung als Modell NICHT angemessen ist.

§ 05

Aktive Wiederholung

Eine Maschine produziert mit Ausschussanteil p=0,2p = 0{,}2p=0,2; es werden n=200n = 200n=200 Teile gefertigt. Prüfen Sie die Laplace-Bedingung und berechnen Sie mit der Normalapproximation und Stetigkeitskorrektur die Wahrscheinlichkeit, höchstens 35 Ausschussteile zu erhalten.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz)

§ 06
§ 06

Statistische Erhebungen planen und beurteilen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL5LPK3

Statistische Erhebungen — Qualität der Daten

Statistische Erhebungen — Qualität der DatenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Aspekt · Was gemeint ist · Typische Fehlerquelle; Grundgesamtheit · Die Menge, über die eine Aussage gelten soll · Sie wird nicht klar definiert; Stichprobe · Der untersuchte Teil · Nicht repräsentativ (Selbstselektion); Zufallsauswahl · Jedes Element mit gleicher Chance · Onlineumfragen erfüllen das selten; Stichprobenumfang · Anzahl der Befragten · Zu klein — das Konfidenzintervall wird breit; Fragestellung · Wortlaut der Frage · Suggestivfragen verzerren systematisch; Nonresponse · Wer NICHT antwortet · Verzerrt, wenn die Nichtantwortenden anders denken; Darstellung · Achsen, Skalen, Ausschnitt · Abgeschnittene y-Achse übertreibt UnterschiedeAspektWas gemeint istTypische FehlerquelleGrundgesamtheitDie Menge, über die eineAussage gelten sollSie wird nicht klardefiniertStichprobeDer untersuchte TeilNicht repräsentativ(Selbstselektion)ZufallsauswahlJedes Element mit gleicherChanceOnlineumfragen erfüllen dasseltenStichprobenumfangAnzahl der BefragtenZu klein — dasKonfidenzintervall wirdbreitFragestellungWortlaut der FrageSuggestivfragen verzerrensystematischNonresponseWer NICHT antwortetVerzerrt, wenn dieNichtantwortenden andersdenkenDarstellungAchsen, Skalen, AusschnittAbgeschnittene y-Achseübertreibt Unterschiede
Abb. 6Jede Auswertung ist nur so gut wie die Erhebung. Diese sechs Fehlerquellen entscheiden, ob ein Ergebnis überhaupt interpretierbar ist.

Kernpunkte

Die KMK verlangt ausdrücklich, statistische Erhebungen exemplarisch PLANEN und BEURTEILEN zu können — nicht nur zu rechnen. Die entscheidenden Fehlerquellen einer Studie liegen nämlich fast nie in der Rechnung, sondern in der Erhebung: Wer wurde gefragt, wie wurde gefragt, und wer hat nicht geantwortet?
Grundbegriff ist die REPRÄSENTATIVITÄT. Eine Stichprobe ist repräsentativ, wenn jedes Mitglied der Grundgesamtheit dieselbe Chance hat, gezogen zu werden. Wird das verletzt, entsteht ein systematischer Fehler (Bias), den KEIN noch so großer Stichprobenumfang heilt — ein wichtiger Unterschied zum zufälligen Fehler, der mit n\sqrt{n}n​ schrumpft.
Klassische Verzerrungen sind der AUSWAHLFEHLER (eine Online-Umfrage erreicht ältere Menschen schlechter), der NICHTANTWORT-FEHLER (wer nicht antwortet, unterscheidet sich oft systematisch von wer antwortet) und die SELBSTSELEKTION (wer freiwillig an einer Umfrage teilnimmt, hat meist ein besonderes Interesse am Thema).
Auch die FRAGEFORMULIERUNG erzeugt Ergebnisse. Suggestivfragen, unklare Begriffe und die Reihenfolge der Antwortmöglichkeiten verschieben Antworten messbar. „Finden Sie auch, dass …" ist keine neutrale Frage — solche Formulierungen zu erkennen und zu benennen ist eine ausdrücklich geforderte Beurteilungsleistung.
Bei der Auswertung ist die wichtigste Warnung: KORRELATION ist nicht KAUSALITÄT. Zwei Größen können gemeinsam schwanken, weil die eine die andere verursacht, weil eine dritte Größe beide beeinflusst (Scheinkorrelation) oder schlicht zufällig. Aus einem Zusammenhang allein folgt niemals eine Ursache.
Schließlich verdient die DARSTELLUNG kritische Prüfung: abgeschnittene Achsen, ungleiche Klassenbreiten oder Flächen, die quadratisch statt linear skalieren, verzerren den Eindruck, ohne eine einzige Zahl zu fälschen. Genau diese Manipulationstechniken zu durchschauen ist Teil der statistischen Grundbildung, die dieser Abschnitt vermitteln soll.

Vokabeln

→ Kartei
  • die GrundgesamtheitMenge aller Objekte, über die eine Aussage gemacht wird
  • die Repräsentativitätgleiche Auswahlchance für alle Mitglieder
  • der systematische FehlerVerzerrung (Bias)durch größeren Umfang NICHT behebbar
  • die SelbstselektionVerzerrung durch freiwillige Teilnahme
  • die ScheinkorrelationZusammenhang durch eine gemeinsame Drittvariable
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Abiturfokus

  • Unterscheiden Sie systematischen Fehler (Bias — durch großes nnn NICHT heilbar) und zufälligen Fehler (schrumpft mit n\sqrt{n}n​).
  • „Beurteilen" Sie eine Erhebung immer entlang: Auswahlverfahren, Rücklaufquote, Frageformulierung, Darstellung.
  • Formulieren Sie bei Zusammenhängen ausdrücklich, dass Korrelation keine Kausalität begründet, und nennen Sie eine mögliche Drittvariable.
  • Prüfen Sie Diagramme auf abgeschnittene Achsen und ungleiche Klassenbreiten.
  • Benennen Sie die Grundgesamtheit präzise — „alle Jugendlichen" und „alle Schülerinnen und Schüler dieser Schule" sind verschiedene Aussagen.

Typische Fehler

  • Angenommen, eine sehr große Stichprobe gleiche ein verzerrtes Auswahlverfahren aus.
  • Aus einer Korrelation auf eine Ursache geschlossen.
  • Die Grundgesamtheit nicht benannt und dadurch das Ergebnis unzulässig verallgemeinert.
  • Die Nichtantwortenden als zufällige Auswahl behandelt.
  • Ein Diagramm mit abgeschnittener Achse unkommentiert als Beleg verwendet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Entwerfen Sie eine Erhebung zur Mediennutzung an Ihrer Schule. Legen Sie Grundgesamtheit, Auswahlverfahren und Stichprobenumfang fest, formulieren Sie drei neutrale Fragen und geben Sie an, mit welcher Fehlerspanne Sie bei Ihrem Umfang rechnen müssen.

§ 06

Aktive Wiederholung

Eine Schülerzeitung befragt online 200 Leserinnen und Leser zur Zufriedenheit mit dem Schulessen; 78 % antworten „unzufrieden". Beurteilen Sie die Aussagekraft dieser Erhebung und nennen Sie drei konkrete Verbesserungen des Erhebungsverfahrens.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5 (Kultusministerkonferenz) · Statistisches Bundesamt — Qualität amtlicher Statistiken und Stichprobenverfahren (Statistisches Bundesamt)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Sigma-Umgebungen und der Schluss von der Gesamtheit auf die Stichprobe◐
    • 02Der Hypothesentest — Aufbau und Entscheidungsregel●
    • 03Fehler erster und zweiter Art●
    • 04Konfidenzintervalle — Schluss auf die unbekannte Wahrscheinlichkeit●
    • 05Von der Binomial- zur Normalverteilung●
    • 06Statistische Erhebungen planen und beurteilen◐

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Aus den Notizen ins Training

Beurteilende Statistik — Hypothesentests und Konfidenzintervalle

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Kompetenzen
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Fragen
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Wiederholung planen

Belege & Quellen

Quellen

Kultusministerkonferenz

  • Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L5

Statistisches Bundesamt

  • Statistisches Bundesamt — Qualität amtlicher Statistiken und Stichprobenverfahren

Siehe auch

  • Stochastik — Wahrscheinlichkeit und VerteilungenDie Binomialverteilung, auf der jeder Test dieses Kapitels rechnet.
  • Mathematisches Modellieren und WachstumsprozesseDas Deuten und Validieren von Ergebnissen — hier auf statistische Entscheidungen angewandt.
  • Analysis — IntegralrechnungBei stetigen Verteilungen wird die Wahrscheinlichkeit zur Fläche unter der Dichtefunktion.

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