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Dieses Kapitel liefert das Handwerkszeug, mit dem in der ganzen Oberstufe gerechnet wird. Es steht am Anfang, weil Fehler hier nie folgenlos bleiben: Wer Potenzgesetze unsicher anwendet, scheitert später an der Ableitung; wer Gleichungssysteme nicht sicher löst, an der analytischen Geometrie. Die KMK verankert das in Leitidee L1 — geeignete Verfahren zur Lösung von Gleichungen und Gleichungssystemen auswählen und ein algorithmisches Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme erläutern und anwenden.
7 Abschnitte~20 Min Lesezeit4 KompetenzenStand 05/2026
grundlegendes Niveau
gA: geeignete Verfahren zur Lösung von Gleichungen und Gleichungssystemen auswählen; ein algorithmisches Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme erläutern und anwenden; sicher mit Potenzen, Wurzeln und Logarithmen rechnen.
erhöhtes Niveau
eA: zusätzlich Gleichungssysteme mit Parametern diskutieren, Lösungsmengen vollständig beschreiben und die Struktur der Lösungsmenge (eindeutig, unendlich viele, leer) begründen.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard · Zeilenabstand: Kompakt
Medien immer laden: aus
7 Abschnitte35 Merksätze7 Formeln35 Fehlerwarnungen
Zahlbereichserweiterungen N ⊂ Z ⊂ Q ⊂ R ⊂ C
Vokabeln
→ KarteiBegründen Sie, in welcher kleinsten der Mengen , , , die Zahlen , , und liegen.
ist nicht in , aber in (kleinste Menge).
ist als Bruch darstellbar und damit in ; nicht in .
(kleinste Menge); die Wurzeloperation ist hier nur Schreibweise.
ist keine periodische Dezimalzahl und nicht als Bruch darstellbar; .
Ergebnis: Zuordnung: , , , .
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Führen Sie den klassischen Widerspruchsbeweis, dass irrational ist: Nehmen Sie an, sei vollständig gekürzt, und leiten Sie einen Widerspruch her. Erläutern Sie, an welcher Stelle die Annahme der vollständigen Kürzung gebraucht wird.
Aktive Wiederholung
Ordnen Sie , , , und den kleinstmöglichen Zahlbereichen zu und begründen Sie jede Zuordnung. Wandeln Sie in einen gewöhnlichen Bruch um.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Binomische Formeln und Faktorisierung
Vokabeln
→ Karteipq-Formel (Normalform x² + px + q = 0)
Faktorisieren Sie und geben Sie die Nullstelle an.
und ; mittlerer Term .
(Form ).
(doppelte Nullstelle).
Ergebnis: Faktorisierung ; doppelte Nullstelle bei .
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Begründen Sie den Satz vom Nullprodukt und erläutern Sie, warum er in gilt. Zeigen Sie an einem Beispiel, dass er in einer Struktur mit Nullteilern (etwa der Restklassenarithmetik modulo 6) versagt, und welche Folge das für das Lösen von Gleichungen hätte.
Aktive Wiederholung
Faktorisieren Sie vollständig und bestimmen Sie daraus die Nullstellen. Vereinfachen Sie außerdem und geben Sie den Definitionsbereich vor der Vereinfachung an.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Potenzgesetze und Wurzeln
Vokabeln
→ KarteiPotenzgesetze (gleiche Basis a > 0)
Wurzel als rationale Potenz
Vereinfachen Sie für und geben Sie das Ergebnis als Potenz von an.
.
.
.
Ergebnis: Ergebnis: für .
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Begründen Sie, warum für gelten MUSS, indem Sie das Potenzgesetz für auswerten. Erläutern Sie anschließend, warum nicht sinnvoll festgelegt werden kann.
Aktive Wiederholung
Vereinfachen Sie und schreiben Sie als Potenz. Lösen Sie außerdem vollständig und begründen Sie, warum zwei Lösungen entstehen.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Logarithmusgesetze
Vokabeln
→ KarteiLogarithmusgesetze (x, y > 0)
Basiswechselformel
Bestimmen Sie die Lösung der Gleichung und interpretieren Sie das Ergebnis im Kontext einer Verzinsung von 4 % pro Jahr.
Division durch 250 ergibt .
.
.
Nach rund 22,3 Jahren hat sich das Anfangskapital auf 600 € erhöht; nach 22 vollen Jahren wäre der Wert knapp unter 600 €.
Ergebnis: Lösung Jahre — Interpretation im Sachkontext: Verzinsung führt nach gut 22 Jahren zur Ver-2,4-fachung.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Leiten Sie die Basiswechselformel aus der Definition des Logarithmus her. Lösen Sie anschließend und begründen Sie, warum hier das Logarithmieren beider Seiten unvermeidlich ist.
Aktive Wiederholung
Lösen Sie und jeweils vollständig und geben Sie die Lösungen exakt und gerundet an. Bestimmen Sie außerdem den Definitionsbereich von .
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Diskriminante und Anzahl reeller Lösungen
Vokabeln
→ Karteipq-Formel (Normalform x² + px + q = 0)
abc-Formel (Mitternachtsformel) ax² + bx + c = 0
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Leiten Sie die -Formel durch quadratische Ergänzung aus her. Untersuchen Sie anschließend, für welche Werte des Parameters die Gleichung genau eine, zwei bzw. keine reelle Lösung besitzt.
Aktive Wiederholung
Lösen Sie und vollständig. Begründen Sie jeweils Ihre Verfahrenswahl und prüfen Sie die erste Gleichung mit dem Satz von Vieta.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Lineare Gleichungssysteme — Lösungsfälle
Vokabeln
→ KarteiTypische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, für welche Werte des Parameters das System , eindeutig, unendlich oder gar nicht lösbar ist. Deuten Sie die drei Fälle geometrisch als Lage zweier Geraden zueinander.
Aktive Wiederholung
Lösen Sie das System , , mit dem Gauß-Verfahren, benennen Sie den Lösungsfall und führen Sie die Probe in allen drei Gleichungen durch.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Ungleichungen lösen
Vokabeln
→ KarteiTypische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Lösen Sie durch vollständige Fallunterscheidung an den beiden Nullstellen der Beträge. Deuten Sie das Ergebnis als Menge aller Punkte, deren Abstandssumme zu 1 und höchstens 5 beträgt.
Aktive Wiederholung
Lösen Sie und und geben Sie beide Lösungsmengen in Intervallschreibweise an. Lösen Sie außerdem mit einer Vorzeichentabelle.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)
Stand 05/2026Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker
Belege & Quellen
Kultusministerkonferenz
Siehe auch