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Notizen/Mathematik/Grundbegriffe und Rechentechniken
DE · Abitur

Grundbegriffe und Rechentechniken

Dieses Kapitel liefert das Handwerkszeug, mit dem in der ganzen Oberstufe gerechnet wird. Es steht am Anfang, weil Fehler hier nie folgenlos bleiben: Wer Potenzgesetze unsicher anwendet, scheitert später an der Ableitung; wer Gleichungssysteme nicht sicher löst, an der analytischen Geometrie. Die KMK verankert das in Leitidee L1 — geeignete Verfahren zur Lösung von Gleichungen und Gleichungssystemen auswählen und ein algorithmisches Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme erläutern und anwenden.

7 Abschnitte·~20 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0111 / 10
Prüfungsprofil
K5 · Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehenK2 · Probleme mathematisch lösenK1 · Mathematisch argumentierenK6 · Mathematisch kommunizieren
Operatoren:berechnenbestimmenlösenbegründenvereinfachen

grundlegendes Niveau

gA: geeignete Verfahren zur Lösung von Gleichungen und Gleichungssystemen auswählen; ein algorithmisches Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme erläutern und anwenden; sicher mit Potenzen, Wurzeln und Logarithmen rechnen.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich Gleichungssysteme mit Parametern diskutieren, Lösungsmengen vollständig beschreiben und die Struktur der Lösungsmenge (eindeutig, unendlich viele, leer) begründen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

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Inhalt · 7 Abschnitte▾
  1. Grundbegriffe und Rechentechniken
    • 01Zahlmengen N, Z, Q, R, C○
    • 02Terme, binomische Formeln, Faktorisieren○
    • 03Potenzen, Wurzeln und rationale Exponenten◐
    • 04Logarithmen und Exponentialgleichungen◐
    • 05Quadratische und biquadratische Gleichungen◐
    • 06Lineare Gleichungssysteme◐
    • 07Ungleichungen und Beträge◐

7 Abschnitte · 35 Merksätze · 7 Formeln · 35 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Zahlmengen N, Z, Q, R, C#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPL1LPK6

Zahlbereichserweiterungen N ⊂ Z ⊂ Q ⊂ R ⊂ C

ZahlbereichserweiterungenKonzentrische Kreise, 5 Ringe, Daten: ℕ, ℤ, ℚ, ℝ, ℂℂℝℚℤℕℕ ⊂ ℤ ⊂ ℚ ⊂ ℝ ⊂ ℂ
Abb. 1Jede Erweiterung schließt eine Operationslücke der vorigen Zahlmenge.

Kernpunkte

Die Zahlbereiche sind nicht willkürlich gewachsen, sondern jeweils entstanden, um eine Rechenoperation ausnahmslos ausführbar zu machen. In N\mathbb{N}N ist die Subtraktion nicht immer möglich — das erzwingt Z\mathbb{Z}Z; dort scheitert die Division — das erzwingt Q\mathbb{Q}Q. Jede Erweiterung schließt genau eine Lücke, und diese Systematik ist der eigentliche Inhalt des Abschnitts.
Der Schritt von Q\mathbb{Q}Q zu R\mathbb{R}R ist der tiefste. Schon die Diagonale des Einheitsquadrats, 2\sqrt{2}2​, lässt sich nicht als Bruch schreiben — die Griechen entdeckten das als Skandal. Die irrationalen Zahlen füllen die verbleibenden Lücken auf dem Zahlenstrahl; erst dadurch wird er lückenlos, und erst dadurch sind Grenzwerte überhaupt sinnvoll definierbar.
Ein rationaler Bruch ist genau daran zu erkennen, dass seine Dezimaldarstellung abbricht oder PERIODISCH wird; irrationale Zahlen haben unendliche, nichtperiodische Darstellungen. Umgekehrt lässt sich jede periodische Dezimalzahl in einen Bruch verwandeln — mit der geometrischen Reihe oder dem klassischen Trick, die Zahl mit einer Zehnerpotenz zu multiplizieren und zu subtrahieren.
In C\mathbb{C}C schließlich wird auch das Wurzelziehen aus negativen Zahlen möglich, indem man iii mit i2=−1i^2 = -1i2=−1 einführt. Für das Abitur ist vor allem eine Konsequenz wichtig: Aussagen wie „die Gleichung hat keine Lösung" sind unpräzise. Korrekt heißt es „keine REELLE Lösung" — denn in C\mathbb{C}C hat jede quadratische Gleichung Lösungen.
Für das Rechnen ist die INTERVALLSCHREIBWEISE das wichtigste Handwerkszeug dieses Abschnitts. Eckige Klammern schließen den Randpunkt ein, runde schließen ihn aus; [2; 5)[2;\,5)[2;5) enthält also die 2, nicht aber die 5. Definitionsbereiche, Lösungsmengen von Ungleichungen und Monotonieintervalle werden durchgehend so notiert, und die Verwechslung der Klammerarten ist ein häufiger, vermeidbarer Punktverlust.

Vokabeln

→ Kartei
  • die rationale Zahlals Bruch darstellbarDezimaldarstellung bricht ab oder ist periodisch
  • die irrationale Zahlnicht als Bruch darstellbar
  • das Intervallzusammenhängender Bereich reeller Zahlen
  • offen / geschlossenRandpunkt ausgeschlossen / eingeschlossen
  • die ZahlbereichserweiterungErgänzung um Zahlen, die eine Operation ausführbar macht
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Musterlösung

Zahlmengen zuordnen

Begründen Sie, in welcher kleinsten der Mengen N\mathbb{N}N, Z\mathbb{Z}Z, Q\mathbb{Q}Q, R∖Q\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}R∖Q die Zahlen a=−4a=-4a=−4, b=227b=\tfrac{22}{7}b=722​, c=49c=\sqrt{49}c=49​ und d=5d=\sqrt{5}d=5​ liegen.

  1. Schritt 1 — Negative ganze Zahl

    −4-4−4 ist nicht in N\mathbb{N}N, aber in Z\mathbb{Z}Z (kleinste Menge).

  2. Schritt 2 — Bruch zweier ganzer Zahlen

    227\tfrac{22}{7}722​ ist als Bruch darstellbar und damit in Q\mathbb{Q}Q; nicht in Z\mathbb{Z}Z.

  3. Schritt 3 — Wurzel aus Quadratzahl

    49=7∈N\sqrt{49}=7\in\mathbb{N}49​=7∈N (kleinste Menge); die Wurzeloperation ist hier nur Schreibweise.

  4. Schritt 4 — Irrationale Wurzel

    5\sqrt{5}5​ ist keine periodische Dezimalzahl und nicht als Bruch darstellbar; 5∈R∖Q\sqrt{5}\in\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}5​∈R∖Q.

Ergebnis: Zuordnung: a∈Za\in\mathbb{Z}a∈Z, b∈Qb\in\mathbb{Q}b∈Q, c∈Nc\in\mathbb{N}c∈N, d∈R∖Qd\in\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}d∈R∖Q.

Abiturfokus

  • Formulieren Sie „keine REELLE Lösung" statt „keine Lösung" — die Präzision wird bewertet.
  • Notieren Sie Definitions- und Lösungsmengen konsequent in Intervall- oder Mengenschreibweise.
  • Achten Sie auf offene und geschlossene Ränder; eckig schließt ein, rund schließt aus.
  • Begründen Sie die Zahlbereichserweiterungen jeweils über die Operation, die erst dort ausnahmslos möglich wird.
  • Erkennen Sie rationale Zahlen an abbrechender oder periodischer Dezimaldarstellung.

Typische Fehler

  • „Keine Lösung" gesagt, wo „keine reelle Lösung" gemeint ist.
  • Offene und geschlossene Intervallgrenzen vertauscht.
  • 2\sqrt{2}2​ oder π\piπ als rational bezeichnet, weil der Rechner eine endliche Dezimalzahl anzeigt.
  • Die Menge N\mathbb{N}N mit oder ohne Null uneinheitlich verwendet, ohne die Konvention zu nennen.
  • Lösungsmengen als einzelne Zahlen statt als Menge notiert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Führen Sie den klassischen Widerspruchsbeweis, dass 2\sqrt{2}2​ irrational ist: Nehmen Sie an, 2=p/q\sqrt{2} = p/q2​=p/q sei vollständig gekürzt, und leiten Sie einen Widerspruch her. Erläutern Sie, an welcher Stelle die Annahme der vollständigen Kürzung gebraucht wird.

§ 01

Aktive Wiederholung

Ordnen Sie 37\tfrac{3}{7}73​, 9\sqrt{9}9​, 7\sqrt{7}7​, 0,45‾0{,}\overline{45}0,45 und π\piπ den kleinstmöglichen Zahlbereichen zu und begründen Sie jede Zuordnung. Wandeln Sie 0,45‾0{,}\overline{45}0,45 in einen gewöhnlichen Bruch um.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 02
§ 02

Terme, binomische Formeln, Faktorisieren#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPL1LPK5

Binomische Formeln und Faktorisierung

Binomische Formeln und FaktorisierungTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Verfahren · Form · Beispiel; 1. binomische Formel · (a + b)² = a² + 2ab + b² · (x + 3)² = x² + 6x + 9; 2. binomische Formel · (a − b)² = a² − 2ab + b² · (x − 5)² = x² − 10x + 25; 3. binomische Formel · (a + b)(a − b) = a² − b² · x² − 16 = (x + 4)(x − 4); Ausklammern · ab + ac = a(b + c) · 3x³ − 6x² = 3x²(x − 2); Satz von Vieta · x² + px + q = (x − x₁)(x − x₂) · x₁ + x₂ = −p, x₁·x₂ = q; Polynomdivision · Nach einer bekannten Nullstelle · x³ − x² − 2x durch (x − 2); 🔴 Prüfreihenfolge · ausklammern → binomisch → Nullstelle raten · Erspart in fast jedem Fall die PolynomdivisionVerfahrenFormBeispiel1. binomische Formel(a + b)² = a² + 2ab + b²(x + 3)² = x² + 6x + 92. binomische Formel(a − b)² = a² − 2ab + b²(x − 5)² = x² − 10x + 253. binomische Formel(a + b)(a − b) = a² − b²x² − 16 = (x + 4)(x − 4)Ausklammernab + ac = a(b + c)3x³ − 6x² = 3x²(x − 2)Satz von Vietax² + px + q = (x − x₁)(x −x₂)x₁ + x₂ = −p, x₁·x₂ = qPolynomdivisionNach einer bekanntenNullstellex³ − x² − 2x durch (x − 2)🔴 Prüfreihenfolgeausklammern → binomisch →Nullstelle ratenErspart in fast jedem Falldie Polynomdivision
Abb. 2Faktorisieren heißt: das Muster erkennen, bevor man rechnet. Die Reihenfolge der Prüfung — erst ausklammern, dann binomisch, dann Nullstellen — spart die meiste Zeit.

Kernpunkte

Termumformungen sind reine Äquivalenzumformungen: Sie ändern die Gestalt, nie den Wert. Genau das macht sie so mächtig — man darf einen Ausdruck so lange umformen, bis er die Frage beantwortet. Welche Gestalt „die richtige" ist, hängt allein von der Frage ab, und diese Wahl bewusst zu treffen ist die eigentliche Kompetenz.
Die drei binomischen Formeln sind in beide Richtungen zu beherrschen. Vorwärts gelesen multiplizieren sie aus, rückwärts faktorisieren sie — und die Rückwärtsrichtung ist die wertvollere, weil sie Nullstellen sichtbar macht. Besonders die dritte, a2−b2=(a+b)(a−b)a^2 - b^2 = (a+b)(a-b)a2−b2=(a+b)(a−b), wird beim Kürzen und beim Lösen von Gleichungen ständig gebraucht.
FAKTORISIEREN ist das Ziel jeder Umformung, bei der Nullstellen gesucht sind. Der Grund ist der Satz vom Nullprodukt: Ein Produkt ist genau dann null, wenn einer seiner Faktoren null ist. Eine Summe gibt darüber keine Auskunft — deshalb führt der Weg von der Summenform zur Produktform, nie umgekehrt.
Die Reihenfolge der Techniken ist dabei nahezu immer dieselbe: zuerst gemeinsame Faktoren AUSKLAMMERN, dann auf binomische Formeln prüfen, dann bei quadratischen Termen die pqpqpq- oder abcabcabc-Formel anwenden. Wer diese Reihenfolge einhält, spart Arbeit — ein ausgeklammertes xxx macht den Rest oft schon einfach.
Beim Kürzen von Brüchen gilt eine Regel ohne Ausnahme: Gekürzt wird nur, was FAKTOR ist. Aus x+2x\dfrac{x+2}{x}xx+2​ darf das xxx nicht gekürzt werden, weil es im Zähler ein Summand ist. Diese Verwechslung von Summand und Faktor ist der häufigste Termfehler der Oberstufe und lässt sich durch eine Probe mit einer konkreten Zahl sofort aufdecken.
Vor jedem Kürzen ist zudem der Definitionsbereich festzuhalten. Kürzt man in x2−4x−2\dfrac{x^2-4}{x-2}x−2x2−4​ den Faktor (x−2)(x-2)(x−2), so entsteht x+2x+2x+2 — aber die Stelle x=2x = 2x=2 bleibt ausgeschlossen, obwohl man es dem Ergebnis nicht mehr ansieht. Der ursprüngliche Definitionsbereich muss deshalb notiert werden, bevor gekürzt wird.

Vokabeln

→ Kartei
  • die ÄquivalenzumformungUmformung, die den Wert nicht ändert
  • das FaktorisierenUmwandlung einer Summe in ein Produkt
  • der Satz vom NullproduktProdukt null ⇔ ein Faktor null
  • der FaktorBestandteil eines Produktsnur Faktoren dürfen gekürzt werden
  • die binomische FormelStandardumformung für Quadrate von Summen und Differenzen

pq-Formel (Normalform x² + px + q = 0)

x1,2=−p2±(p2)2−qx_{1,2} = -\dfrac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\dfrac{p}{2}\right)^{2} - q}x1,2​=−2p​±(2p​)2−q​
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Musterlösung

Term faktorisieren mittels binomischer Formel

Faktorisieren Sie T(x)=9x2−24x+16T(x)=9x^{2}-24x+16T(x)=9x2−24x+16 und geben Sie die Nullstelle an.

  1. Schritt 1 — Quadratstruktur erkennen

    9x2=(3x)29x^{2}=(3x)^{2}9x2=(3x)2 und 16=4216=4^{2}16=42; mittlerer Term 24x=2⋅3x⋅424x = 2\cdot 3x\cdot 424x=2⋅3x⋅4.

  2. Schritt 2 — Binomische Formel anwenden

    T(x)=(3x−4)2T(x)=(3x-4)^{2}T(x)=(3x−4)2 (Form (a−b)2=a2−2ab+b2(a-b)^{2}=a^{2}-2ab+b^{2}(a−b)2=a2−2ab+b2).

    T(x)=(3x−4)2T(x)=(3x-4)^{2}T(x)=(3x−4)2
  3. Schritt 3 — Nullstelle bestimmen

    (3x−4)2=0⇔3x−4=0⇔x=43(3x-4)^{2}=0 \Leftrightarrow 3x-4=0 \Leftrightarrow x = \tfrac{4}{3}(3x−4)2=0⇔3x−4=0⇔x=34​ (doppelte Nullstelle).

Ergebnis: Faktorisierung T(x)=(3x−4)2T(x)=(3x-4)^{2}T(x)=(3x−4)2; doppelte Nullstelle bei x=43x=\tfrac{4}{3}x=34​.

Abiturfokus

  • Arbeiten Sie in der Reihenfolge ausklammern → binomische Formel → pqpqpq-Formel; das spart in fast jeder Aufgabe Arbeit.
  • Faktorisieren Sie, wenn Nullstellen gesucht sind — nur beim Produkt greift der Satz vom Nullprodukt.
  • Kürzen Sie ausschließlich FAKTOREN und prüfen Sie im Zweifel mit einer konkreten Zahl.
  • Notieren Sie den Definitionsbereich VOR dem Kürzen; er geht sonst unbemerkt verloren.
  • Prüfen Sie eine Umformung stichprobenartig durch Einsetzen — beide Formen müssen denselben Wert liefern.

Typische Fehler

  • Summanden statt Faktoren gekürzt (etwa xxx aus x+2x\frac{x+2}{x}xx+2​).
  • Die zweite binomische Formel mit falschem Vorzeichen des mittleren Glieds notiert.
  • Beim Ausklammern das Vorzeichen des zweiten Terms nicht mitgeführt.
  • Nach dem Kürzen die ursprüngliche Definitionslücke vergessen.
  • Aus einer Summe auf Nullstellen geschlossen, ohne vorher zu faktorisieren.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Begründen Sie den Satz vom Nullprodukt und erläutern Sie, warum er in R\mathbb{R}R gilt. Zeigen Sie an einem Beispiel, dass er in einer Struktur mit Nullteilern (etwa der Restklassenarithmetik modulo 6) versagt, und welche Folge das für das Lösen von Gleichungen hätte.

§ 02

Aktive Wiederholung

Faktorisieren Sie f(x)=2x3−8xf(x) = 2x^3 - 8xf(x)=2x3−8x vollständig und bestimmen Sie daraus die Nullstellen. Vereinfachen Sie außerdem x2−9x2+6x+9\dfrac{x^2 - 9}{x^2 + 6x + 9}x2+6x+9x2−9​ und geben Sie den Definitionsbereich vor der Vereinfachung an.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 03
§ 03

Potenzen, Wurzeln und rationale Exponenten#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPK5

Potenzgesetze und Wurzeln

Potenzgesetze und WurzelnTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Gesetz · Formel · Beispiel; Gleiche Basis, Produkt · aᵐ · aⁿ = aᵐ⁺ⁿ · 2³ · 2⁴ = 2⁷; Gleiche Basis, Quotient · aᵐ : aⁿ = aᵐ⁻ⁿ · 5⁶ : 5² = 5⁴; Potenz einer Potenz · (aᵐ)ⁿ = aᵐ·ⁿ · (3²)⁴ = 3⁸; Gleicher Exponent, Produkt · aⁿ · bⁿ = (a·b)ⁿ · 2³ · 5³ = 10³; Negativer Exponent · a⁻ⁿ = 1/aⁿ · 2⁻³ = 1/8; Rationaler Exponent · a^(m/n) = ⁿ√(aᵐ) · 8^(2/3) = ∛(8²) = 4; Sonderfälle · a⁰ = 1 (a ≠ 0); 0⁰ ist nicht definiert · Die häufigste FehlerquelleGesetzFormelBeispielGleiche Basis, Produktaᵐ · aⁿ = aᵐ⁺ⁿ2³ · 2⁴ = 2⁷Gleiche Basis, Quotientaᵐ : aⁿ = aᵐ⁻ⁿ5⁶ : 5² = 5⁴Potenz einer Potenz(aᵐ)ⁿ = aᵐ·ⁿ(3²)⁴ = 3⁸Gleicher Exponent, Produktaⁿ · bⁿ = (a·b)ⁿ2³ · 5³ = 10³Negativer Exponenta⁻ⁿ = 1/aⁿ2⁻³ = 1/8Rationaler Exponenta(m/n) = ⁿ√(aᵐ)8(2/3) = ∛(8²) = 4Sonderfällea⁰ = 1 (a ≠ 0); 0⁰ ist nichtdefiniertDie häufigste Fehlerquelle
Abb. 3Wurzeln sind Potenzen mit rationalem Exponenten — dann gelten dieselben sechs Gesetze und man braucht keine zweite Regelsammlung.

Kernpunkte

Die Potenzgesetze sind keine Sammlung zu merkender Regeln, sondern folgen sämtlich aus der Bedeutung der Potenz als wiederholter Multiplikation. Aus am⋅an=am+na^m\cdot a^n = a^{m+n}am⋅an=am+n etwa, weil man erst mmm und dann nnn Faktoren multipliziert. Wer sie so herleitet, verwechselt sie nicht — und kann sie im Zweifel an einem kleinen Beispiel rekonstruieren.
Die Erweiterung auf negative und rationale Exponenten geschieht so, dass die Gesetze GÜLTIG BLEIBEN. Damit am/an=am−na^m/a^n = a^{m-n}am/an=am−n auch für m=nm = nm=n stimmt, muss a0=1a^0 = 1a0=1 sein; damit es für m<nm < nm<n stimmt, muss a−n=1/ana^{-n} = 1/a^na−n=1/an gelten. Diese Definitionen sind also nicht willkürlich, sondern erzwungen.
Ebenso folgt die Wurzelschreibweise: Aus (a1/2)2=a1=a\left(a^{1/2}\right)^2 = a^{1} = a(a1/2)2=a1=a ergibt sich a1/2=aa^{1/2} = \sqrt{a}a1/2=a​, allgemein am/n=amna^{m/n} = \sqrt[n]{a^m}am/n=nam​. Diese Umschreibung ist der praktische Kern des Abschnitts, denn erst als Potenz geschriebene Wurzeln lassen sich später mit der Potenzregel ableiten.
Die häufigsten Fehler entstehen an Stellen, wo eine naheliegende Regel NICHT gilt. Weder (a+b)n=an+bn(a+b)^n = a^n + b^n(a+b)n=an+bn noch a+b=a+b\sqrt{a+b} = \sqrt{a} + \sqrt{b}a+b​=a​+b​ sind richtig — Potenzieren und Wurzelziehen sind mit der Multiplikation verträglich, nicht mit der Addition. Ein Zahlenbeispiel wie 9+16=5≠3+4\sqrt{9+16} = 5 \neq 3+49+16​=5=3+4 macht das in einer Zeile klar.
Beim Wurzelziehen aus einem Quadrat ist der BETRAG zu setzen: x2=∣x∣\sqrt{x^2} = |x|x2​=∣x∣, nicht xxx. Für x=−3x = -3x=−3 ergäbe die naive Formel −3-3−3, während die Wurzel definitionsgemäß nicht negativ ist. Genau daraus folgt auch, dass x2=9x^2 = 9x2=9 die beiden Lösungen x=±3x = \pm 3x=±3 hat — das Doppelvorzeichen stammt aus dieser Betragsbetrachtung.
Für gerade Wurzeln ist der Radikand auf nichtnegative Werte beschränkt; ungerade Wurzeln sind dagegen für alle reellen Zahlen definiert. Diese Unterscheidung entscheidet über den Definitionsbereich jeder Wurzelfunktion und ist bei der Angabe des größtmöglichen Definitionsbereichs mitzuprüfen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Potenzwiederholte Multiplikation, $a^n$
  • der ExponentHochzahl der Potenz
  • der RadikandAusdruck unter der Wurzelbei geraden Wurzeln nichtnegativ
  • der rationale Exponent$a^{m/n} = \sqrt[n]{a^m}$
  • der Betragnichtnegativer Wert$\sqrt{x^2} = |x|$

Potenzgesetze (gleiche Basis a > 0)

am⋅an=am+n,aman=am−n,(am)n=am⋅na^{m}\cdot a^{n} = a^{m+n},\quad \frac{a^{m}}{a^{n}} = a^{m-n},\quad (a^{m})^{n} = a^{m\cdot n}am⋅an=am+n,anam​=am−n,(am)n=am⋅n

Wurzel als rationale Potenz

amn=am/n(a>0,  n∈N∗)\sqrt[n]{a^{m}} = a^{m/n}\quad (a>0,\; n\in\mathbb{N}^{*})nam​=am/n(a>0,n∈N∗)
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Musterlösung

Potenzterm vereinfachen

Vereinfachen Sie a3⋅a−1/2a2\dfrac{\sqrt{a^{3}}\cdot a^{-1/2}}{a^{2}}a2a3​⋅a−1/2​ für a>0a>0a>0 und geben Sie das Ergebnis als Potenz von aaa an.

  1. Schritt 1 — Wurzel umschreiben

    a3=a3/2\sqrt{a^{3}} = a^{3/2}a3​=a3/2.

  2. Schritt 2 — Zähler zusammenfassen

    a3/2⋅a−1/2=a3/2−1/2=a1=aa^{3/2}\cdot a^{-1/2}=a^{3/2-1/2}=a^{1}=aa3/2⋅a−1/2=a3/2−1/2=a1=a.

  3. Schritt 3 — Nenner kürzen

    aa2=a1−2=a−1\dfrac{a}{a^{2}} = a^{1-2}=a^{-1}a2a​=a1−2=a−1.

Ergebnis: Ergebnis: a−1=1aa^{-1}=\tfrac{1}{a}a−1=a1​ für a>0a>0a>0.

Abiturfokus

  • Schreiben Sie Wurzeln vor dem Ableiten oder Vereinfachen als Potenzen mit rationalem Exponenten.
  • Setzen Sie bei x2\sqrt{x^2}x2​ den Betrag; daraus folgt das ±\pm± beim Lösen von x2=cx^2 = cx2=c.
  • Prüfen Sie zweifelhafte Regeln an einem Zahlenbeispiel — das entlarvt (a+b)2=a2+b2(a+b)^2 = a^2+b^2(a+b)2=a2+b2 sofort.
  • Beachten Sie bei geraden Wurzeln die Einschränkung des Radikanden auf nichtnegative Werte.
  • Leiten Sie im Zweifel ein Potenzgesetz an einem kleinen Beispiel her, statt zu raten.

Typische Fehler

  • (a+b)2=a2+b2(a+b)^2 = a^2 + b^2(a+b)2=a2+b2 gerechnet.
  • a+b=a+b\sqrt{a+b} = \sqrt a + \sqrt ba+b​=a​+b​ verwendet.
  • x2=x\sqrt{x^2} = xx2​=x statt ∣x∣|x|∣x∣ gesetzt und dadurch eine Lösung verloren.
  • Bei negativen Exponenten das Vorzeichen der Basis statt des Exponenten gewechselt.
  • Den Definitionsbereich einer geraden Wurzel nicht eingeschränkt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Begründen Sie, warum a0=1a^0 = 1a0=1 für a≠0a \neq 0a=0 gelten MUSS, indem Sie das Potenzgesetz am/an=am−na^m/a^n = a^{m-n}am/an=am−n für m=nm = nm=n auswerten. Erläutern Sie anschließend, warum 000^000 nicht sinnvoll festgelegt werden kann.

§ 03

Aktive Wiederholung

Vereinfachen Sie (2x3)2⋅x−44x\dfrac{(2x^3)^2 \cdot x^{-4}}{4x}4x(2x3)2⋅x−4​ und schreiben Sie x53\sqrt[3]{x^5}3x5​ als Potenz. Lösen Sie außerdem x2=16x^2 = 16x2=16 vollständig und begründen Sie, warum zwei Lösungen entstehen.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 04
§ 04

Logarithmen und Exponentialgleichungen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPL4

Logarithmusgesetze

LogarithmusgesetzeTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Gesetz · Formel · Beispiel bzw. Anwendung; Definition · log_a(b) = c ⟺ aᶜ = b · log₂(8) = 3; Produktregel · log(u·v) = log u + log v · Aus Multiplikation wird Addition; Quotientenregel · log(u/v) = log u − log v · Aus Division wird Subtraktion; Potenzregel · log(uⁿ) = n · log u · Der Exponent kommt nach vorn — der Schlüssel zum Lösen; Basiswechsel · log_a(b) = ln b / ln a · Jeder Taschenrechner kennt nur ln und lg; Spezielle Basen · ln = log_e, lg = log₁₀, ld = log₂ · ln ist die Basis der Analysis; Anwendung · a^x = b ⇒ x = ln b / ln a · Exponentialgleichung, Halbwertszeit, VerdopplungszeitGesetzFormelBeispiel bzw.AnwendungDefinitionloga(b) = c ⟺ aᶜ = blog₂(8) = 3Produktregellog(u·v) = log u + log vAus Multiplikation wirdAdditionQuotientenregellog(u/v) = log u − log vAus Division wirdSubtraktionPotenzregellog(uⁿ) = n · log uDer Exponent kommt nach vorn— der Schlüssel zum LösenBasiswechselloga(b) = ln b / ln aJeder Taschenrechner kenntnur ln und lgSpezielle Basenln = loge, lg = log₁₀, ld = log₂ln ist die Basis derAnalysisAnwendungax = b ⇒ x = ln b / ln aExponentialgleichung,Halbwertszeit,Verdopplungszeit
Abb. 4Der Logarithmus verwandelt Multiplikation in Addition. Alle drei Gesetze sind Spiegelbilder der Potenzgesetze — mehr muss man nicht lernen.

Kernpunkte

Der Logarithmus beantwortet genau eine Frage: Mit welchem Exponenten muss ich die Basis potenzieren, um einen gegebenen Wert zu erhalten? log⁡by=x\log_b y = xlogb​y=x bedeutet nichts anderes als bx=yb^x = ybx=y. Diese Äquivalenz ist die Definition, und wer sie in beide Richtungen lesen kann, braucht für die meisten Aufgaben keine weitere Regel.
Daraus folgt sofort der Definitionsbereich: Nur POSITIVE Argumente sind zulässig, denn eine Potenz mit positiver Basis wird nie null oder negativ. ln⁡(−5)\ln(-5)ln(−5) und ln⁡0\ln 0ln0 existieren nicht — eine Gleichung, deren Lösung darauf führt, hat an dieser Stelle keine Lösung, und das ist ausdrücklich zu vermerken.
Die Rechengesetze sind die Potenzgesetze in anderer Gestalt: Aus dem Produkt wird eine Summe, aus dem Quotienten eine Differenz, aus der Potenz ein Faktor. Praktisch am wichtigsten ist die letzte Regel log⁡(un)=nlog⁡u\log(u^n) = n\log ulog(un)=nlogu, denn sie holt die Unbekannte aus dem Exponenten nach vorn — genau das braucht man zum Lösen.
Zwei Basen haben eigene Namen: ln⁡\lnln für die Basis eee und lg⁡\lglg für die Basis 10. Wo eine andere Basis auftritt, hilft der Basiswechsel log⁡by=ln⁡yln⁡b\log_b y = \dfrac{\ln y}{\ln b}logb​y=lnblny​ — nötig, weil viele Rechner nur ln⁡\lnln und lg⁡\lglg bereitstellen. Die Herleitung dieser Formel aus der Definition ist eine typische Argumentationsaufgabe.
Beim Lösen von Exponentialgleichungen folgt man stets demselben Ablauf: die Potenz isolieren, dann auf beiden Seiten logarithmieren, dann mit log⁡(un)=nlog⁡u\log(u^n) = n\log ulog(un)=nlogu den Exponenten nach vorn holen und nach der Unbekannten auflösen. Das Isolieren zuerst ist wesentlich — logarithmiert man eine Summe, entsteht ein Ausdruck, der sich nicht vereinfachen lässt.
Der häufigste Fehler des Abschnitts ist die erfundene Regel log⁡(u+v)=log⁡u+log⁡v\log(u+v) = \log u + \log vlog(u+v)=logu+logv. Sie gilt für PRODUKTE, nicht für Summen — die Probe mit lg⁡(10+10)=lg⁡20≈1,3\lg(10+10) = \lg 20 \approx 1{,}3lg(10+10)=lg20≈1,3 gegenüber lg⁡10+lg⁡10=2\lg 10 + \lg 10 = 2lg10+lg10=2 entlarvt sie in einer Zeile und lohnt sich als Merkbild.

Vokabeln

→ Kartei
  • der Logarithmusgesuchter Exponent zur gegebenen Basis
  • der natürliche Logarithmus$\ln$, Basis $e$
  • der Basiswechsel$\log_b y = \ln y/\ln b$
  • die ExponentialgleichungGleichung mit der Unbekannten im Exponenten
  • die Scheinlösungrechnerische Lösung außerhalb des Definitionsbereichs

Logarithmusgesetze (x, y > 0)

log⁡(xy)=log⁡x+log⁡y,log⁡ ⁣xy=log⁡x−log⁡y,log⁡(xr)=rlog⁡x\log(xy)=\log x + \log y,\quad \log\!\frac{x}{y}=\log x - \log y,\quad \log(x^{r})=r\log xlog(xy)=logx+logy,logyx​=logx−logy,log(xr)=rlogx

Basiswechselformel

log⁡a(x)=ln⁡xln⁡a\log_{a}(x) = \dfrac{\ln x}{\ln a}loga​(x)=lnalnx​
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Musterlösung

Exponentialgleichung mittels Logarithmus lösen

Bestimmen Sie die Lösung der Gleichung 250⋅1,04t=600250\cdot 1{,}04^{t} = 600250⋅1,04t=600 und interpretieren Sie das Ergebnis im Kontext einer Verzinsung von 4 % pro Jahr.

  1. Schritt 1 — Faktor isolieren

    Division durch 250 ergibt 1,04t=600250=2,41{,}04^{t} = \tfrac{600}{250}=2{,}41,04t=250600​=2,4.

  2. Schritt 2 — Logarithmieren

    t⋅ln⁡(1,04)=ln⁡(2,4)t \cdot \ln(1{,}04) = \ln(2{,}4)t⋅ln(1,04)=ln(2,4).

    t=ln⁡(2,4)ln⁡(1,04)t = \dfrac{\ln(2{,}4)}{\ln(1{,}04)}t=ln(1,04)ln(2,4)​
  3. Schritt 3 — Numerisch berechnen

    t≈0,87550,0392≈22,33t \approx \dfrac{0{,}8755}{0{,}0392} \approx 22{,}33t≈0,03920,8755​≈22,33.

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Nach rund 22,3 Jahren hat sich das Anfangskapital auf 600 € erhöht; nach 22 vollen Jahren wäre der Wert knapp unter 600 €.

Ergebnis: Lösung t≈22,33t\approx 22{,}33t≈22,33 Jahre — Interpretation im Sachkontext: Verzinsung führt nach gut 22 Jahren zur Ver-2,4-fachung.

Abiturfokus

  • Isolieren Sie die Potenz, BEVOR Sie logarithmieren; sonst lässt sich nicht vereinfachen.
  • Holen Sie die Unbekannte mit log⁡(un)=nlog⁡u\log(u^n) = n\log ulog(un)=nlogu aus dem Exponenten.
  • Prüfen Sie den Definitionsbereich: Argumente des Logarithmus müssen positiv sein.
  • Nutzen Sie den Basiswechsel, wenn der Rechner die Basis nicht anbietet.
  • Prüfen Sie Lösungen durch Einsetzen — Scheinlösungen mit nichtpositivem Argument sind zu verwerfen.

Typische Fehler

  • log⁡(u+v)=log⁡u+log⁡v\log(u+v) = \log u + \log vlog(u+v)=logu+logv verwendet.
  • Logarithmiert, ohne die Potenz vorher zu isolieren.
  • Den Definitionsbereich ignoriert und eine Scheinlösung mit negativem Argument behalten.
  • ln⁡\lnln und lg⁡\lglg vertauscht und dadurch einen falschen Zahlenwert erhalten.
  • Beim Basiswechsel Zähler und Nenner vertauscht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die Basiswechselformel log⁡by=ln⁡yln⁡b\log_b y = \dfrac{\ln y}{\ln b}logb​y=lnblny​ aus der Definition des Logarithmus her. Lösen Sie anschließend 2x=3x−12^{x} = 3^{x-1}2x=3x−1 und begründen Sie, warum hier das Logarithmieren beider Seiten unvermeidlich ist.

§ 04

Aktive Wiederholung

Lösen Sie 3⋅2x=963\cdot 2^{x} = 963⋅2x=96 und 5x+1=205^{x+1} = 205x+1=20 jeweils vollständig und geben Sie die Lösungen exakt und gerundet an. Bestimmen Sie außerdem den Definitionsbereich von f(x)=ln⁡(2x−6)f(x) = \ln(2x - 6)f(x)=ln(2x−6).

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 05
§ 05

Quadratische und biquadratische Gleichungen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPK2

Diskriminante und Anzahl reeller Lösungen

Diskriminante und Anzahl reeller LösungenSchaubild von D > 0, Nullstellen bei x = -1, 1, Tiefpunkt bei (0, -1), y-Achsenabschnitt bei y = -1, im Bereich x von -2.3 bis 2.3, Schaubild von D = 0, Nullstellen bei x = 0, Tiefpunkt bei (0, 0), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von -2.3 bis 2.3, Schaubild von D < 0, Tiefpunkt bei (0, 1), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von -2.3 bis 2.3−2−112246doppelty = 0D > 0D = 0D < 0yx
Abb. 5D > 0 zwei Nullstellen, D = 0 doppelte Nullstelle, D < 0 keine reelle Lösung.

Kernpunkte

Für quadratische Gleichungen stehen mehrere Verfahren bereit, und die KMK verlangt ausdrücklich, ein GEEIGNETES auszuwählen — nicht, stets dasselbe anzuwenden. Fehlt das Absolutglied, genügt Ausklammern; fehlt das lineare Glied, das Wurzelziehen; liegt eine binomische Formel vor, das Faktorisieren. Erst wenn nichts davon greift, lohnt die Lösungsformel.
Die pqpqpq-Formel setzt die NORMIERTE Form x2+px+q=0x^2 + px + q = 0x2+px+q=0 voraus. Ist der Leitkoeffizient nicht 1, muss vorher durch ihn geteilt werden — das ist der meistübersehene Schritt. Die abcabcabc-Formel spart diese Division, verlangt dafür aber mehr Sorgfalt bei den Vorzeichen.
Die DISKRIMINANTE entscheidet über die Lösungsanzahl, bevor man rechnet: D>0D > 0D>0 ergibt zwei, D=0D = 0D=0 eine doppelte, D<0D < 0D<0 keine reelle Lösung. Geometrisch beschreibt sie die Lage der Parabel zur xxx-Achse. Diese Vorabprüfung kostet eine Zeile und verhindert, dass man vergeblich eine Wurzel aus einer negativen Zahl zu ziehen versucht.
BIQUADRATISCHE Gleichungen der Form ax4+bx2+c=0ax^4 + bx^2 + c = 0ax4+bx2+c=0 werden durch die Substitution z=x2z = x^2z=x2 auf quadratische zurückgeführt. Der Schritt, der am häufigsten misslingt, ist die RÜCKSUBSTITUTION: Aus jedem positiven zzz entstehen zwei Lösungen x=±zx = \pm\sqrt{z}x=±z​, aus z=0z = 0z=0 eine, und negative zzz liefern gar keine reelle Lösung.
Daraus folgt, dass eine biquadratische Gleichung bis zu VIER Lösungen haben kann — und dass die Zahl der zzz-Lösungen nichts über die Zahl der xxx-Lösungen aussagt. Wer nach der Substitution aufhört, hat die Aufgabe nur halb gelöst; das Zurückrechnen ist der eigentlich bewertete Teil.
Der Satz von Vieta liefert eine schnelle Kontrolle: Für x2+px+q=0x^2 + px + q = 0x2+px+q=0 ist die Summe der Lösungen −p-p−p und ihr Produkt qqq. Damit lässt sich jedes Ergebnis in wenigen Sekunden prüfen — und bei ganzzahligen Lösungen oft sogar raten, ohne die Formel zu bemühen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Diskriminanteentscheidet die Zahl der reellen Lösungen
  • die Normalform$x^2 + px + q = 0$Voraussetzung der $pq$-Formel
  • die SubstitutionErsetzen von $x^2$ durch $z$
  • die RücksubstitutionRückrechnen von $z$ auf $x$liefert je positivem $z$ zwei Lösungen
  • der Satz von VietaSumme $-p$, Produkt $q$ der Lösungen

pq-Formel (Normalform x² + px + q = 0)

x1,2=−p2±(p2)2−qx_{1,2} = -\dfrac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\dfrac{p}{2}\right)^{2} - q}x1,2​=−2p​±(2p​)2−q​

abc-Formel (Mitternachtsformel) ax² + bx + c = 0

x1,2=−b±b2−4ac2ax_{1,2} = \dfrac{-b \pm \sqrt{b^{2} - 4ac}}{2a}x1,2​=2a−b±b2−4ac​​
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Abiturfokus

  • Wählen Sie das Verfahren nach der Gestalt der Gleichung; die Lösungsformel ist nicht immer der schnellste Weg.
  • Normieren Sie vor der pqpqpq-Formel; ohne Division durch den Leitkoeffizienten ist sie falsch.
  • Prüfen Sie die Diskriminante vorab, um die Lösungsanzahl zu kennen.
  • Substituieren Sie bei biquadratischen Gleichungen zurück und prüfen Sie jedes zzz auf sein Vorzeichen.
  • Kontrollieren Sie das Ergebnis mit Vieta: Summe −p-p−p, Produkt qqq.

Typische Fehler

  • Die pqpqpq-Formel ohne vorheriges Normieren angewandt.
  • Nach der Substitution nicht zurücksubstituiert und zzz als Lösung angegeben.
  • Aus negativem zzz reelle xxx-Werte gezogen.
  • Bei der Rücksubstitution nur die positive Wurzel angegeben.
  • Das Vorzeichen von ppp in der Formel vertauscht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die pqpqpq-Formel durch quadratische Ergänzung aus x2+px+q=0x^2 + px + q = 0x2+px+q=0 her. Untersuchen Sie anschließend, für welche Werte des Parameters aaa die Gleichung x2+ax+4=0x^2 + ax + 4 = 0x2+ax+4=0 genau eine, zwei bzw. keine reelle Lösung besitzt.

§ 05

Aktive Wiederholung

Lösen Sie 2x2−8x+6=02x^2 - 8x + 6 = 02x2−8x+6=0 und x4−5x2+4=0x^4 - 5x^2 + 4 = 0x4−5x2+4=0 vollständig. Begründen Sie jeweils Ihre Verfahrenswahl und prüfen Sie die erste Gleichung mit dem Satz von Vieta.

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§ 06
§ 06

Lineare Gleichungssysteme#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPK2

Lineare Gleichungssysteme — Lösungsfälle

Lineare Gleichungssysteme — LösungsfälleTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Fall · Kennzeichen in der Stufenform · Geometrisch (zwei Gleichungen, zwei Unbekannte); Genau eine Lösung · So viele Stufen wie Variablen · Zwei sich schneidende Geraden; Keine Lösung · Eine Zeile 0 = c mit c ≠ 0 · Zwei parallele Geraden; Unendlich viele Lösungen · Eine Zeile 0 = 0; freie Parameter · Zwei identische Geraden; Gauß-Verfahren · Zeilen addieren, tauschen, mit λ ≠ 0 multiplizieren · Die Lösungsmenge bleibt dabei unverändert; Drei Unbekannte · Ebenen im Raum · Punkt · Gerade · Ebene · leere Menge; 🔴 Prüfregel · Nach dem Auflösen einsetzen · Die Probe deckt Vorzeichenfehler zuverlässig aufFallKennzeichen in derStufenformGeometrisch (zweiGleichungen, zweiUnbekannte)Genau eine LösungSo viele Stufen wieVariablenZwei sich schneidendeGeradenKeine LösungEine Zeile 0 = c mit c ≠ 0Zwei parallele GeradenUnendlich viele LösungenEine Zeile 0 = 0; freieParameterZwei identische GeradenGauß-VerfahrenZeilen addieren, tauschen,mit λ ≠ 0 multiplizierenDie Lösungsmenge bleibtdabei unverändertDrei UnbekannteEbenen im RaumPunkt · Gerade · Ebene ·leere Menge🔴 PrüfregelNach dem Auflösen einsetzenDie Probe decktVorzeichenfehler zuverlässigauf
Abb. 6Die Zahl der Lösungen lässt sich an der Stufenform ablesen, bevor man weiterrechnet. Diese drei Fälle sind vollständig.

Kernpunkte

Lineare Gleichungssysteme treten in der Oberstufe überall auf: bei Steckbriefaufgaben, beim Schnitt von Geraden und Ebenen, bei Mischungs- und Verflechtungsproblemen. Die KMK verlangt ausdrücklich, ein ALGORITHMISCHES Lösungsverfahren erläutern und anwenden zu können — gemeint ist das Gauß-Verfahren.
Sein Prinzip ist die schrittweise Erzeugung von Nullen unterhalb der Diagonale, bis eine STUFENFORM entsteht. Aus der letzten Zeile folgt dann eine Unbekannte, die man rückwärts in die darüberliegenden einsetzt. Erlaubt sind dabei genau drei Umformungen: Zeilen tauschen, eine Zeile mit einer Zahl ungleich null multiplizieren und ein Vielfaches einer Zeile zu einer anderen addieren.
Diese drei Operationen sind Äquivalenzumformungen — die Lösungsmenge bleibt unverändert. Genau deshalb darf man frei zwischen ihnen wählen, und genau deshalb ist es zulässig, zunächst eine Zeile mit einer bequemen 1 an die Spitze zu tauschen. Wer stattdessen Zeilen multipliziert und dabei mit null multipliziert, zerstört Information und erhält eine falsche Lösungsmenge.
Am Ende steht einer von drei Fällen, und sie zu unterscheiden ist der eigentlich geprüfte Punkt. Bleiben genauso viele Stufen wie Unbekannte, ist die Lösung EINDEUTIG. Entsteht eine Nullzeile 0=00 = 00=0, gibt es UNENDLICH viele Lösungen, die man mit einem Parameter beschreibt. Entsteht ein Widerspruch wie 0=50 = 50=5, ist die Lösungsmenge LEER.
Bei unendlich vielen Lösungen genügt es nicht, das festzustellen — verlangt ist die vollständige Beschreibung. Man wählt eine Variable als Parameter, drückt die übrigen durch ihn aus und gibt die Lösungsmenge in Vektorform an. Diese Darstellung ist zugleich die Verbindung zur analytischen Geometrie, wo sie als Geraden- oder Ebenengleichung wiederkehrt.
Die Probe ist bei Gleichungssystemen besonders wertvoll, weil sich Vorzeichenfehler leicht einschleichen und über mehrere Zeilen fortpflanzen. Das Einsetzen der Lösung in ALLE ursprünglichen Gleichungen kostet wenig Zeit und deckt jeden Umformungsfehler auf — anders als das bloße Nachrechnen der letzten Zeile.

Vokabeln

→ Kartei
  • das Gauß-Verfahrenalgorithmisches Lösungsverfahren über die Stufenform
  • die StufenformDreiecksgestalt mit Nullen unterhalb der Diagonale
  • die Zeilenumformungtauschen, mit Zahl $\neq 0$ multiplizieren, Vielfaches addieren
  • die NullzeileZeile $0 = 0$zeigt unendlich viele Lösungen an
  • der Parameterfrei wählbare Größe zur Beschreibung unendlicher Lösungsmengen
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Abiturfokus

  • Notieren Sie bei jedem Schritt die verwendete Zeilenumformung; die Nachvollziehbarkeit wird bewertet.
  • Benennen Sie am Ende den Fall ausdrücklich: eindeutig, unendlich viele oder keine Lösung.
  • Beschreiben Sie unendliche Lösungsmengen vollständig mit Parameter und in Vektorform.
  • Führen Sie die Probe in ALLEN ursprünglichen Gleichungen durch, nicht nur in der letzten Zeile.
  • Tauschen Sie zu Beginn eine Zeile mit führender 1 nach oben — das vermeidet Brüche.

Typische Fehler

  • Bei einer Nullzeile „keine Lösung" statt „unendlich viele Lösungen" geschlossen.
  • Die unendliche Lösungsmenge nur festgestellt, aber nicht parametrisiert.
  • Eine Zeile mit null multipliziert und dadurch Information zerstört.
  • Beim Rückwärtseinsetzen ein Vorzeichen verloren.
  • Die Probe nur in der zuletzt umgeformten Gleichung gemacht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, für welche Werte des Parameters aaa das System x+y=1x + y = 1x+y=1, 2x+a y=22x + a\,y = 22x+ay=2 eindeutig, unendlich oder gar nicht lösbar ist. Deuten Sie die drei Fälle geometrisch als Lage zweier Geraden zueinander.

§ 06

Aktive Wiederholung

Lösen Sie das System x+y+z=6x + y + z = 6x+y+z=6, 2x−y+z=32x - y + z = 32x−y+z=3, x+2y−z=2x + 2y - z = 2x+2y−z=2 mit dem Gauß-Verfahren, benennen Sie den Lösungsfall und führen Sie die Probe in allen drei Gleichungen durch.

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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 07
§ 07

Ungleichungen und Beträge#

~2 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPK1

Ungleichungen lösen

Ungleichungen lösenTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Typ · Verfahren · Worauf zu achten ist; Lineare Ungleichung · Wie eine Gleichung umformen · Zeichen umkehren bei negativem Faktor; Quadratische Ungleichung · Nullstellen bestimmen, Vorzeichen der Parabel prüfen · Nach oben geöffnet: außerhalb positiv, dazwischen negativ; Bruchungleichung · NICHT einfach durchmultiplizieren · Das Vorzeichen des Nenners ist unbekannt — Fallunterscheidung; Betragsungleichung · |x| < a ⟺ −a < x < a · |x| > a ⟺ x < −a ODER x > a; Lösungsmenge angeben · Intervallschreibweise · [a; b] geschlossen, ]a; b[ offen; Definitionsmenge · Vor dem Lösen bestimmen · Nenner ≠ 0, Radikand ≥ 0, Argument des Logarithmus > 0TypVerfahrenWorauf zu achten istLineare UngleichungWie eine Gleichung umformenZeichen umkehren beinegativem FaktorQuadratische UngleichungNullstellen bestimmen,Vorzeichen der ParabelprüfenNach oben geöffnet:außerhalb positiv,dazwischen negativBruchungleichungNICHT einfachdurchmultiplizierenDas Vorzeichen des Nennersist unbekannt —FallunterscheidungBetragsungleichung|x| < a ⟺ −a < x < a|x| > a ⟺ x < −a ODER x > aLösungsmenge angebenIntervallschreibweise[a; b] geschlossen, ]a; b[offenDefinitionsmengeVor dem Lösen bestimmenNenner ≠ 0, Radikand ≥ 0,Argument des Logarithmus > 0
Abb. 7🔴 Die eine Regel, an der fast alle Fehler hängen: Bei Multiplikation oder Division mit einer NEGATIVEN Zahl dreht sich das Relationszeichen um.

Kernpunkte

Ungleichungen werden im Wesentlichen wie Gleichungen umgeformt — mit einer Ausnahme, die alles entscheidet: Bei Multiplikation oder Division mit einer NEGATIVEN Zahl kehrt sich das Relationszeichen um. Wer das übersieht, erhält systematisch das Komplement der richtigen Lösungsmenge, also ein vollständig falsches Ergebnis.
Besondere Vorsicht verlangt das Multiplizieren mit einem TERM, dessen Vorzeichen unbekannt ist. Bei 1x<2\dfrac{1}{x} < 2x1​<2 darf man nicht einfach mit xxx durchmultiplizieren, weil xxx positiv oder negativ sein kann. Man führt eine Fallunterscheidung — oder bringt alles auf eine Seite und untersucht das Vorzeichen des entstehenden Bruchs.
Der zweite Weg ist meist der sicherere: Man formt zu Za¨hlerNenner<0\dfrac{\text{Zähler}}{\text{Nenner}} < 0NennerZa¨hler​<0 um und bestimmt die Nullstellen von Zähler und Nenner. Diese teilen die Zahlengerade in Intervalle, in denen das Vorzeichen konstant ist — man prüft je einen Testwert und liest die Lösungsmenge ab. Dieses VORZEICHENTABELLEN-Verfahren funktioniert auch bei höheren Graden.
Der BETRAG ∣x∣|x|∣x∣ misst den Abstand zur Null und ist deshalb nie negativ. Beim Auflösen führt er stets auf zwei Fälle: ∣x∣=a|x| = a∣x∣=a bedeutet x=ax = ax=a oder x=−ax = -ax=−a. Bei Ungleichungen lohnt die Abstandsdeutung mehr als das Formelwissen — ∣x−3∣<2|x - 3| < 2∣x−3∣<2 heißt „der Abstand von xxx zu 3 ist kleiner als 2", also x∈(1; 5)x \in (1;\,5)x∈(1;5).
Diese geometrische Lesart löst die häufigste Verwechslung von selbst: ∣x∣<a|x| < a∣x∣<a ergibt ein INTERVALL um null, ∣x∣>a|x| > a∣x∣>a dagegen die Vereinigung ZWEIER nach außen offener Strahlen. Wer sich das am Zahlenstrahl vorstellt, braucht keine Regel zu memorieren und macht den Fehler nicht.
Die Lösungsmenge ist stets vollständig in Intervall- oder Mengenschreibweise anzugeben, einschließlich der Entscheidung über offene und geschlossene Ränder. Ein Randpunkt gehört genau dann dazu, wenn dort Gleichheit zugelassen ist — und niemals, wenn er den Nenner null macht.

Vokabeln

→ Kartei
  • die UngleichungAussage mit $<$, $\leq$, $>$ oder $\geq$
  • die VorzeichentabelleVerfahren zur Bestimmung von Lösungsintervallen
  • der BetragAbstand zur Null; stets nichtnegativ
  • die Fallunterscheidunggetrennte Behandlung nach Vorzeichenbereichen
  • die LösungsmengeMenge aller erfüllenden Werte
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Abiturfokus

  • Kehren Sie das Relationszeichen bei Multiplikation oder Division mit einer negativen Zahl um.
  • Multiplizieren Sie NIE mit einem Term unbekannten Vorzeichens; nutzen Sie die Vorzeichentabelle.
  • Deuten Sie Beträge als Abstand — das löst ∣x−a∣<b|x-a| < b∣x−a∣<b ohne Regelwissen.
  • Unterscheiden Sie ∣x∣<a|x| < a∣x∣<a (ein Intervall) von ∣x∣>a|x| > a∣x∣>a (zwei Strahlen).
  • Geben Sie die Lösungsmenge vollständig an und prüfen Sie jeden Randpunkt einzeln.

Typische Fehler

  • Das Relationszeichen bei Multiplikation mit einer negativen Zahl nicht umgekehrt.
  • Bei 1x<2\frac{1}{x} < 2x1​<2 mit xxx durchmultipliziert, ohne das Vorzeichen zu prüfen.
  • ∣x∣>a|x| > a∣x∣>a als Intervall statt als Vereinigung zweier Strahlen angegeben.
  • Nullstellen des Nenners in die Lösungsmenge aufgenommen.
  • Die Lösungsmenge als einzelne Zahl statt als Intervall notiert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Lösen Sie ∣x−1∣+∣x+2∣≤5|x - 1| + |x + 2| \leq 5∣x−1∣+∣x+2∣≤5 durch vollständige Fallunterscheidung an den beiden Nullstellen der Beträge. Deuten Sie das Ergebnis als Menge aller Punkte, deren Abstandssumme zu 1 und −2-2−2 höchstens 5 beträgt.

§ 07

Aktive Wiederholung

Lösen Sie −3x+5≥11-3x + 5 \geq 11−3x+5≥11 und ∣2x−4∣<6|2x - 4| < 6∣2x−4∣<6 und geben Sie beide Lösungsmengen in Intervallschreibweise an. Lösen Sie außerdem x−1x+2≤0\dfrac{x-1}{x+2} \leq 0x+2x−1​≤0 mit einer Vorzeichentabelle.

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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 07

    • 01Zahlmengen N, Z, Q, R, C○
    • 02Terme, binomische Formeln, Faktorisieren○
    • 03Potenzen, Wurzeln und rationale Exponenten◐
    • 04Logarithmen und Exponentialgleichungen◐
    • 05Quadratische und biquadratische Gleichungen◐
    • 06Lineare Gleichungssysteme◐
    • 07Ungleichungen und Beträge◐

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Grundbegriffe und Rechentechniken

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Quellen

Kultusministerkonferenz

  • Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1

Siehe auch

  • Analysis — Funktionen und ModelleDie Funktionsklassen, deren Terme hier umgeformt werden.
  • Analytische Geometrie und Lineare AlgebraLineare Gleichungssysteme sind dort das Werkzeug für jede Schnitt- und Lageaufgabe.
  • Folgen und ReihenPotenzen und Wurzeln kehren dort als Wachstumsfaktoren wieder.

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EuraStudy·Notizen T·01·MMXXVI

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