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Notizen/Mathematik/Folgen und Reihen
DE · Abitur

Folgen und Reihen

Folgen sind die diskrete Schwester der Analysis: Statt einer durchgehenden Kurve betrachtet man abzählbar viele Werte — und genau daran lässt sich der Grenzwertbegriff sauber lernen, bevor er bei Ableitung und Integral gebraucht wird. Die KMK verankert das unter Leitidee L1 („Grenzwerte auf der Grundlage eines propädeutischen Grenzwertbegriffs nutzen") und der Kompetenz K1, denn hier wird auch das Beweisen geübt.

6 Abschnitte·~19 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0777 / 10
Prüfungsprofil
K1 · Mathematisch argumentierenK2 · Probleme mathematisch lösenK5 · Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehenK4 · Mathematische Darstellungen verwenden
Operatoren:berechnenbestimmenbegründenbeweisenuntersuchen

grundlegendes Niveau

gA: Folgen als Zuordnungen verstehen, arithmetische und geometrische Folgen erkennen und ihre Glieder berechnen, Konvergenz anschaulich deuten und einfache Grenzwerte bestimmen.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich Monotonie und Beschränktheit als Konvergenzkriterium nutzen, rekursive Folgen und Fixpunkte untersuchen, geometrische Reihen summieren und Konvergenz begründen sowie vollständige Induktion als Beweisverfahren sicher einsetzen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Folgen und Reihen
    • 01Folgen und Konvergenz◐
    • 02Arithmetische und geometrische Folgen○
    • 03Vollständige Induktion●
    • 04Monotonie, Beschränktheit und das Monotoniekriterium◐
    • 05Rekursive Folgen und Fixpunkte●
    • 06Reihen, Partialsummen und Konvergenzkriterien●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 3 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Folgen und Konvergenz#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPK5

Konvergenz einer Folge gegen Grenzwert g

Konvergenz einer Folge gegen den Grenzwert gSchaubild von g, y-Achsenabschnitt bei y = 2, im Bereich x von 0 bis 11, Schaubild von g + ε, y-Achsenabschnitt bei y = 2.6, im Bereich x von 0 bis 11, Schaubild von g − ε, y-Achsenabschnitt bei y = 1.4, im Bereich x von 0 bis 112468100.511.522.53N₀gg + εg − εaₙn
Abb. 1Ab einem Index N₀ liegen alle Folgenglieder im ε-Schlauch um g.

Kernpunkte

Eine Folge ist nichts anderes als eine Funktion, deren Definitionsbereich die natürlichen Zahlen sind: Jedem nnn wird ein Glied ana_nan​ zugeordnet. Diese Sichtweise lohnt sich, weil dadurch alle Begriffe der Funktionenlehre — Monotonie, Beschränktheit, Grenzwert — unmittelbar übertragbar sind, nur eben auf einzelne Punkte statt auf eine durchgehende Kurve.
Angegeben wird eine Folge entweder EXPLIZIT durch eine Formel für ana_nan​ oder REKURSIV durch ein Startglied und eine Vorschrift, die an+1a_{n+1}an+1​ aus ana_nan​ berechnet. Die explizite Form erlaubt den direkten Sprung zu a1000a_{1000}a1000​; die rekursive beschreibt oft den Sachverhalt natürlicher (Zinsen, Populationen), verlangt aber das Durchlaufen aller Vorgänger.
Der zentrale Begriff ist die KONVERGENZ. Anschaulich heißt an→aa_n \to aan​→a, dass sich die Glieder dem Grenzwert beliebig genau annähern und dort bleiben. Präzise formuliert: Zu jeder noch so kleinen Toleranz ε>0\varepsilon > 0ε>0 gibt es einen Index NNN, ab dem ALLE weiteren Glieder um weniger als ε\varepsilonε von aaa abweichen. Das Entscheidende ist dieses „ab dem alle" — einzelne Ausreißer weit vorne sind belanglos.
Beim Bestimmen von Grenzwerten rationaler Ausdrücke führt fast immer derselbe Kunstgriff zum Ziel: Man klammert im Zähler und im Nenner die HÖCHSTE vorkommende Potenz von nnn aus und kürzt sie. Übrig bleiben Terme der Form c/nkc/n^kc/nk, die gegen null gehen, und der Grenzwert lässt sich ablesen. Der Vergleich der Grade entscheidet dann über null, einen endlichen Wert oder Divergenz.
Nicht jede Folge konvergiert, und die Arten des Scheiterns sind zu unterscheiden: an=n2a_n = n^2an​=n2 wächst über alle Grenzen (bestimmte Divergenz), an=(−1)na_n = (-1)^nan​=(−1)n pendelt zwischen zwei Werten (unbestimmte Divergenz). Beide sind divergent, aber nur die erste hat einen „Grenzwert" ∞\infty∞ im uneigentlichen Sinn — die Sprechweise muss hier genau sein.

Vokabeln

→ Kartei
  • die FolgeFunktion mit Definitionsbereich $\mathbb{N}$
  • das Folgengliedeinzelner Wert $a_n$
  • die KonvergenzAnnäherung an einen Grenzwertab einem Index liegen ALLE Glieder in der Toleranz
  • die DivergenzFehlen eines Grenzwertsbestimmt (gegen ∞) oder unbestimmt (pendelnd)
  • rekursivjedes Glied aus dem vorigen berechnet

ε-Definition der Konvergenz

lim⁡n→∞an=g  ⇔  ∀ε>0  ∃N0∈N:  n≥N0⇒∣an−g∣<ε\lim_{n\to\infty} a_{n} = g \;\Leftrightarrow\; \forall \varepsilon > 0\; \exists N_{0}\in\mathbb{N}:\; n\geq N_{0} \Rightarrow |a_{n} - g| < \varepsilonn→∞lim​an​=g⇔∀ε>0∃N0​∈N:n≥N0​⇒∣an​−g∣<ε
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Abiturfokus

  • Klammern Sie bei rationalen Folgen die höchste Potenz von nnn aus und kürzen Sie — dieser Schritt ist der bepunktete Ansatz, nicht das Ergebnis.
  • Vergleichen Sie zur Kontrolle die Grade: Zählergrad kleiner ⇒ Grenzwert 0; gleich ⇒ Quotient der Leitkoeffizienten; größer ⇒ Divergenz.
  • „Begründen" Sie Konvergenz mit dem ε\varepsilonε-Gedanken („ab einem Index liegen alle Glieder in der Toleranz"), nicht mit „die Werte werden immer kleiner".
  • Unterscheiden Sie bestimmte und unbestimmte Divergenz sprachlich sauber; (−1)n(-1)^n(−1)n hat keinen Grenzwert, auch keinen uneigentlichen.
  • Prüfen Sie bei rekursiven Folgen zuerst einige Glieder numerisch — das zeigt die Tendenz und schützt vor Rechenfehlern.

Typische Fehler

  • Aus einzelnen berechneten Gliedern auf den Grenzwert geschlossen, statt den Term zu untersuchen.
  • Beim Ausklammern nur im Zähler oder nur im Nenner gekürzt.
  • (−1)n(-1)^n(−1)n als konvergent bezeichnet, weil die Werte beschränkt sind — Beschränktheit allein genügt nicht.
  • „Die Folge nähert sich 0" gesagt, obwohl sie sich einem anderen Wert nähert, weil ein konstanter Summand übersehen wurde.
  • Explizite und rekursive Darstellung vermischt und an+1a_{n+1}an+1​ in die explizite Formel eingesetzt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie mit der ε\varepsilonε-Definition, dass an=1/na_n = 1/nan​=1/n gegen 0 konvergiert, indem Sie zu gegebenem ε\varepsilonε ein passendes NNN angeben. Erläutern Sie anschließend, warum die Wahl von NNN von ε\varepsilonε abhängen MUSS.

§ 01

Aktive Wiederholung

Untersuchen Sie die Folgen an=3n2−5n2+2na_n = \dfrac{3n^2 - 5}{n^2 + 2n}an​=n2+2n3n2−5​ und bn=2n+1n2b_n = \dfrac{2n+1}{n^2}bn​=n22n+1​ auf Konvergenz und bestimmen Sie gegebenenfalls die Grenzwerte. Begründen Sie Ihr Vorgehen und geben Sie bei Divergenz an, welche Art vorliegt.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 02
§ 02

Arithmetische und geometrische Folgen#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPL1LPL4

Arithmetische und geometrische Folgen

Arithmetische und geometrische FolgenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Merkmal · Arithmetisch · Geometrisch; Kennzeichen · a_{n+1} − a_n = d konstant · a_{n+1}/a_n = q konstant; Explizite Formel · a_n = a₁ + (n−1)·d · a_n = a₁·q^(n−1); Rekursiv · a_{n+1} = a_n + d · a_{n+1} = a_n · q; Summe der ersten n Glieder · S_n = n/2 · (a₁ + a_n) · S_n = a₁·(qⁿ − 1)/(q − 1) für q ≠ 1; Grenzwert der Folge · Divergent (außer d = 0) · Konvergent gegen 0 für |q| < 1; Unendliche Reihe · Divergent · S = a₁/(1 − q) für |q| < 1; Anwendung · Lineares Wachstum, Raten · Zinseszins, Zerfall, exponentielles WachstumMerkmalArithmetischGeometrischKennzeichenan+1 − an = d konstantan+1/an = q konstantExplizite Formelan = a₁ + (n−1)·dan = a₁·q(n−1)Rekursivan+1 = an + dan+1 = an · qSumme der ersten n GliederSn = n/2 · (a₁ + an)Sn = a₁·(qⁿ − 1)/(q − 1) für q ≠ 1Grenzwert der FolgeDivergent (außer d = 0)Konvergent gegen 0 für |q| <1Unendliche ReiheDivergentS = a₁/(1 − q) für |q| < 1AnwendungLineares Wachstum, RatenZinseszins, Zerfall,exponentielles Wachstum
Abb. 2Der Unterschied liegt in einer einzigen Frage: Ist die DIFFERENZ oder der QUOTIENT aufeinanderfolgender Glieder konstant?

Kernpunkte

Zwei Folgentypen decken fast alle Anwendungen der Schule ab, und sie unterscheiden sich genau so wie lineares und exponentielles Wachstum. Bei der ARITHMETISCHEN Folge ist die DIFFERENZ aufeinanderfolgender Glieder konstant (an+1−an=da_{n+1} - a_n = dan+1​−an​=d), bei der GEOMETRISCHEN der QUOTIENT (an+1/an=qa_{n+1}/a_n = qan+1​/an​=q).
Daraus folgen die expliziten Formeln unmittelbar: an=a1+(n−1) da_n = a_1 + (n-1)\,dan​=a1​+(n−1)d beziehungsweise an=a1⋅q n−1a_n = a_1\cdot q^{\,n-1}an​=a1​⋅qn−1. Der Faktor (n−1)(n-1)(n−1) und der Exponent n−1n-1n−1 sind die häufigste Fehlerquelle — sie stehen dort, weil vom ERSTEN Glied aus nur n−1n-1n−1 Schritte nötig sind, um zum nnn-ten zu gelangen.
Die Zuordnung zum Sachkontext ist mechanisch: „jedes Jahr 300 Euro mehr" ist arithmetisch, „jedes Jahr 3 % mehr" ist geometrisch. Zinseszins, Abschreibung und Populationswachstum sind geometrisch; gleichmäßiges Ansparen ohne Verzinsung ist arithmetisch. Wer den Typ am Text erkennt, hat die Aufgabe im Wesentlichen gelöst.
Für Summen — also REIHEN — gibt es geschlossene Formeln, die das gliedweise Addieren ersparen. Die arithmetische Summe ist sn=n2(a1+an)s_n = \dfrac{n}{2}(a_1 + a_n)sn​=2n​(a1​+an​), anschaulich die Anzahl der Glieder mal ihr Mittelwert. Genau das ist der Gaußsche Trick: Erstes und letztes Glied paarweise addiert ergibt stets dieselbe Summe.
Die geometrische Summe lautet sn=a1qn−1q−1s_n = a_1\dfrac{q^n - 1}{q - 1}sn​=a1​q−1qn−1​ für q≠1q \neq 1q=1. Ihre Bedeutung reicht weit über die Schule hinaus: Rentenrechnung, Tilgungspläne und die Bewertung regelmäßiger Zahlungen beruhen darauf. Für ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1 konvergiert die UNENDLICHE Reihe sogar, und zwar gegen s=a1/(1−q)s = a_1/(1-q)s=a1​/(1−q) — die Grundlage jeder Umwandlung eines periodischen Dezimalbruchs in einen gewöhnlichen Bruch.

Vokabeln

→ Kartei
  • die arithmetische Folgekonstante Differenz $d$ aufeinanderfolgender Glieder
  • die geometrische Folgekonstanter Quotient $q$ aufeinanderfolgender Glieder
  • die ReiheSumme der Glieder einer Folge
  • die PartialsummeSumme der ersten $n$ Glieder
  • der ZinseszinsVerzinsung auch der bereits gutgeschriebenen Zinsengeometrisches Wachstum

Arithmetische und geometrische Folgen und Reihen

an=a1+(n−1)d    ∣    an=a1⋅qn−1    ∣    Snarith=n2(a1+an)    ∣    Sngeom=a1⋅1−qn1−qa_{n} = a_{1} + (n-1)d\;\;|\;\;a_{n} = a_{1}\cdot q^{n-1}\;\;|\;\;S_{n}^{\text{arith}} = \tfrac{n}{2}(a_{1}+a_{n})\;\;|\;\;S_{n}^{\text{geom}} = a_{1}\cdot \tfrac{1-q^{n}}{1-q}an​=a1​+(n−1)d∣an​=a1​⋅qn−1∣Snarith​=2n​(a1​+an​)∣Sngeom​=a1​⋅1−q1−qn​
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Musterlösung

Geometrische Reihe mit unendlich vielen Gliedern

Berechnen Sie den Wert der unendlichen geometrischen Reihe ∑n=0∞12n\sum_{n=0}^{\infty} \tfrac{1}{2^{n}}∑n=0∞​2n1​.

  1. Schritt 1 — Konvergenzbedingung

    Quotient q=12q = \tfrac{1}{2}q=21​ mit ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1, also konvergent.

  2. Schritt 2 — Formel anwenden

    Grenzwert: S=a01−q=11−1/2=2S = \tfrac{a_{0}}{1-q} = \tfrac{1}{1-1/2} = 2S=1−qa0​​=1−1/21​=2.

    S=11−q=2S = \dfrac{1}{1-q} = 2S=1−q1​=2

Ergebnis: Reihenwert S=2S = 2S=2 — Standardbeispiel für konvergente geometrische Reihe.

Abiturfokus

  • Bestimmen Sie zuerst den Typ, indem Sie Differenzen UND Quotienten aufeinanderfolgender Glieder prüfen — das entscheidet die Formelwahl.
  • Achten Sie auf (n−1)(n-1)(n−1) statt nnn in beiden expliziten Formeln; Kontrolle: Für n=1n = 1n=1 muss a1a_1a1​ herauskommen.
  • Prüfen Sie bei der geometrischen Summenformel den Sonderfall q=1q = 1q=1 — dort ist sie nicht definiert und die Summe schlicht n⋅a1n\cdot a_1n⋅a1​.
  • Verwenden Sie die unendliche geometrische Reihe nur, wenn ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1 gilt, und sagen Sie das ausdrücklich.
  • Rechnen Sie Prozentangaben in qqq um: +3 %+3\,\%+3% ⇒ q=1,03q = 1{,}03q=1,03, −15 %-15\,\%−15% ⇒ q=0,85q = 0{,}85q=0,85.

Typische Fehler

  • In an=a1q n−1a_n = a_1 q^{\,n-1}an​=a1​qn−1 den Exponenten nnn statt n−1n-1n−1 verwendet.
  • Die geometrische Summenformel bei q=1q = 1q=1 angewandt und durch null geteilt.
  • Die unendliche Reihe summiert, obwohl ∣q∣≥1|q| \geq 1∣q∣≥1 ist.
  • Arithmetisch und geometrisch verwechselt, weil nur zwei Glieder betrachtet wurden.
  • Bei −15 %-15\,\%−15% mit q=0,15q = 0{,}15q=0,15 statt q=0,85q = 0{,}85q=0,85 gerechnet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die geometrische Summenformel her, indem Sie sns_nsn​ und q snq\,s_nqsn​ untereinanderschreiben und subtrahieren. Wandeln Sie anschließend den periodischen Dezimalbruch 0,27‾0{,}\overline{27}0,27 mithilfe der unendlichen geometrischen Reihe in einen gewöhnlichen Bruch um.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Kapital von 500050005000 Euro wird jährlich mit 3 %3\,\%3% verzinst. Bestimmen Sie den Folgentyp, geben Sie die explizite Formel an und berechnen Sie das Kapital nach 12 Jahren. Berechnen Sie zusätzlich die Summe der ersten 12 Jahreszinsen.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 03
§ 03

Vollständige Induktion#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPK1LPL1

Vollständige Induktion — der Beweisgang

Vollständige Induktion — der BeweisgangTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Schritt · Was zu zeigen ist · Worauf zu achten ist; Behauptung · Aussage A(n) für alle n ≥ n₀ formulieren · Startwert n₀ angeben; Induktionsanfang · A(n₀) ist wahr · Wirklich einsetzen und ausrechnen; Induktionsvoraussetzung · A(n) sei wahr für ein festes n · NICHT: für alle n — das wäre die Behauptung; Induktionsbehauptung · A(n+1) hinschreiben · Zeigt, wohin der Schritt führen soll; Induktionsschritt · A(n) ⇒ A(n+1) · 🔴 Die Voraussetzung muss eingesetzt werden; Schluss · Damit gilt A(n) für alle n ≥ n₀ · Der formale Abschluss gehört dazu; Typische Aussagen · Summenformeln, Teilbarkeit, Ungleichungen · Bei Ungleichungen ist Abschätzen erlaubtSchrittWas zu zeigen istWorauf zu achten istBehauptungAussage A(n) für alle n ≥ n₀formulierenStartwert n₀ angebenInduktionsanfangA(n₀) ist wahrWirklich einsetzen undausrechnenInduktionsvoraussetzungA(n) sei wahr für ein festesnNICHT: für alle n — das wäredie BehauptungInduktionsbehauptungA(n+1) hinschreibenZeigt, wohin der Schrittführen sollInduktionsschrittA(n) ⇒ A(n+1)🔴 Die Voraussetzung musseingesetzt werdenSchlussDamit gilt A(n) für alle n ≥n₀Der formale Abschluss gehörtdazuTypische AussagenSummenformeln, Teilbarkeit,UngleichungenBei Ungleichungen istAbschätzen erlaubt
Abb. 3Der Induktionsschritt muss die Voraussetzung TATSÄCHLICH benutzen. Ein Schritt, der ohne sie auskommt, beweist die Aussage nicht.

Kernpunkte

Eine Formel an zehn Beispielen zu bestätigen beweist nichts über die elfte. Für Aussagen, die für ALLE natürlichen Zahlen gelten sollen, braucht es ein Verfahren, das unendlich viele Fälle mit endlich vielen Zeilen erledigt — das leistet die vollständige Induktion. Das Dominobild trifft es genau: Der erste Stein fällt, und jeder fallende reißt den nächsten mit.
Der Beweis besteht aus drei benannten Teilen. Der INDUKTIONSANFANG zeigt die Aussage für den kleinsten Wert. Die INDUKTIONSVORAUSSETZUNG nimmt an, sie gelte für ein beliebiges, aber festes nnn. Der INDUKTIONSSCHRITT folgert daraus die Aussage für n+1n+1n+1. Fehlt einer der Teile, ist der Beweis wertlos — auch der scheinbar triviale Anfang.
Der am häufigsten missverstandene Punkt ist die Logik des Schritts: Bewiesen wird eine IMPLIKATION, nicht die Aussage selbst. Man darf die Behauptung für nnn benutzen, weil sie vorausgesetzt ist; man darf sie für n+1n+1n+1 NICHT benutzen, denn genau das ist zu zeigen. Wer das verwechselt, führt einen Zirkelschluss.
Handwerklich verläuft der Schritt bei Summenformeln immer gleich: Die Summe bis n+1n+1n+1 wird als Summe bis nnn PLUS dem neuen Glied geschrieben, der vordere Teil nach Induktionsvoraussetzung ersetzt und der Rest auf die Behauptung für n+1n+1n+1 umgeformt. Diese Abspaltung des letzten Glieds ist der eigentliche Kunstgriff.
Zur sauberen Darstellung gehört, die Verwendung der Voraussetzung sichtbar zu MARKIEREN — etwa mit „nach IV" über dem Gleichheitszeichen. Prüfer suchen genau danach: Ein Beweis, in dem die Induktionsvoraussetzung nirgends erkennbar eingeht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit falsch, selbst wenn das Ergebnis stimmt.

Vokabeln

→ Kartei
  • der InduktionsanfangNachweis für den kleinsten Wert
  • die InduktionsvoraussetzungAnnahme für ein festes $n$wird angenommen, nicht bewiesen
  • der InduktionsschrittSchluss von $n$ auf $n+1$
  • die ImplikationWenn-dann-Aussagedas eigentlich Bewiesene im Schritt
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Musterlösung

Vollständige Induktion — Summe ungerader Zahlen

Beweisen Sie mit vollständiger Induktion, dass ∑k=1n(2k−1)=n2\sum_{k=1}^{n}(2k-1)=n^{2}∑k=1n​(2k−1)=n2 für alle n∈N∗n\in\mathbb{N}^{*}n∈N∗ gilt.

  1. Schritt 1 — Induktionsanfang

    Für n=1n=1n=1: linke Seite =2⋅1−1=1=2\cdot 1-1=1=2⋅1−1=1, rechte Seite =12=1=1^{2}=1=12=1. Die Aussage gilt für n=1n=1n=1.

  2. Schritt 2 — Induktionsvoraussetzung

    Es gelte für ein n∈N∗n\in\mathbb{N}^{*}n∈N∗: ∑k=1n(2k−1)=n2\sum_{k=1}^{n}(2k-1)=n^{2}∑k=1n​(2k−1)=n2.

  3. Schritt 3 — Induktionsschritt

    Addiere das nächste ungerade Glied 2(n+1)−1=2n+12(n+1)-1=2n+12(n+1)−1=2n+1 und nutze die Voraussetzung.

    ∑k=1n+1(2k−1)=n2+(2n+1)=(n+1)2\sum_{k=1}^{n+1}(2k-1) = n^{2} + (2n+1) = (n+1)^{2}k=1∑n+1​(2k−1)=n2+(2n+1)=(n+1)2
  4. Schritt 4 — Schluss

    Die Aussage gilt auch für n+1n+1n+1, nach dem Induktionsprinzip also für alle n∈N∗n\in\mathbb{N}^{*}n∈N∗.

Ergebnis: Die Summe der ersten nnn ungeraden Zahlen ist stets n2n^{2}n2 — vollständig bewiesen.

Abiturfokus

  • Gliedern Sie sichtbar in Induktionsanfang, Induktionsvoraussetzung und Induktionsschritt; die Gliederung wird eigens bewertet.
  • Markieren Sie im Schritt die Stelle, an der die Induktionsvoraussetzung eingeht („nach IV").
  • Spalten Sie bei Summenformeln das letzte Glied ab — das ist der Standardweg.
  • Führen Sie den Induktionsanfang wirklich vor; er ist schnell und ein sicherer Punkt.
  • Schließen Sie mit dem Satz, dass die Aussage damit für alle n≥n0n \geq n_0n≥n0​ gilt.

Typische Fehler

  • Den Induktionsanfang weggelassen oder nur behauptet.
  • Im Schritt die Behauptung für n+1n+1n+1 bereits verwendet (Zirkelschluss).
  • Die Induktionsvoraussetzung nirgends eingesetzt — dann ist es kein Induktionsbeweis.
  • Den Startwert n0n_0n0​ nicht angegeben, obwohl die Aussage erst ab n=2n = 2n=2 gilt.
  • Nach dem Schritt keinen Schlusssatz formuliert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Beweisen Sie die Bernoullische Ungleichung (1+x)n≥1+nx(1+x)^n \geq 1 + n x(1+x)n≥1+nx für x≥−1x \geq -1x≥−1 und alle n∈Nn \in \mathbb{N}n∈N durch vollständige Induktion. Achten Sie besonders darauf, an welcher Stelle die Voraussetzung x≥−1x \geq -1x≥−1 gebraucht wird.

§ 03

Aktive Wiederholung

Beweisen Sie durch vollständige Induktion, dass die Summe der ersten nnn ungeraden Zahlen gleich n2n^2n2 ist. Kennzeichnen Sie die Stelle, an der Sie die Induktionsvoraussetzung verwenden.

Passende Aufgaben üben53 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Kompetenz K1 (Kultusministerkonferenz)

§ 04
§ 04

Monotonie, Beschränktheit und das Monotoniekriterium#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL1LPK1

Eigenschaften von Folgen

Eigenschaften von FolgenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Eigenschaft · Definition · Nachweis; Monoton steigend · a_{n+1} ≥ a_n für alle n · Differenz a_{n+1} − a_n ≥ 0; Streng monoton steigend · a_{n+1} > a_n · Differenz > 0; Monoton fallend · a_{n+1} ≤ a_n · Differenz ≤ 0; bei positiven Gliedern auch Quotient ≤ 1; Nach oben beschränkt · a_n ≤ S für alle n · Eine obere Schranke angeben; Nach unten beschränkt · a_n ≥ s für alle n · Eine untere Schranke angeben; Konvergenz · Grenzwert existiert · lim a_n = a; 🔴 Monotoniekriterium · Monoton UND beschränkt ⇒ konvergent · Ohne den Grenzwert zu kennenEigenschaftDefinitionNachweisMonoton steigendan+1 ≥ an für alle nDifferenz an+1 − an ≥ 0Streng monoton steigendan+1 > anDifferenz > 0Monoton fallendan+1 ≤ anDifferenz ≤ 0; bei positivenGliedern auch Quotient ≤ 1Nach oben beschränktan ≤ S für alle nEine obere Schranke angebenNach unten beschränktan ≥ s für alle nEine untere Schranke angebenKonvergenzGrenzwert existiertlim an = a🔴 MonotoniekriteriumMonoton UND beschränkt ⇒konvergentOhne den Grenzwert zu kennen
Abb. 4Monotonie und Beschränktheit zusammen sichern die Konvergenz — das ist das Monotoniekriterium, der wichtigste Konvergenznachweis ohne Grenzwertberechnung.

Kernpunkte

Eine Folge heißt monoton steigend, wenn an+1≥ana_{n+1} \geq a_nan+1​≥an​ für alle nnn gilt, und monoton fallend im umgekehrten Fall; bei strikter Ungleichung spricht man von streng monoton. Nachgewiesen wird das entweder über die DIFFERENZ an+1−ana_{n+1} - a_nan+1​−an​ (Vorzeichen prüfen) oder — bei durchweg positiven Gliedern — über den QUOTIENTEN an+1/ana_{n+1}/a_nan+1​/an​ im Vergleich zu 1.
Beschränkt heißt eine Folge, wenn es eine Schranke gibt, die kein Glied überschreitet (nach oben) beziehungsweise unterschreitet (nach unten). Wichtig ist, dass eine Schranke NICHT angenommen werden muss: Die Folge an=1−1/na_n = 1 - 1/nan​=1−1/n ist durch 1 nach oben beschränkt, erreicht diesen Wert aber nie.
Beide Begriffe zusammen ergeben das wichtigste Werkzeug dieses Abschnitts, das MONOTONIEKRITERIUM: Jede monoton steigende und nach oben beschränkte Folge konvergiert — und ebenso jede monoton fallende, nach unten beschränkte. Sein Wert liegt darin, dass es die Konvergenz sichert, OHNE den Grenzwert zu kennen.
Genau das ist in Prüfungsaufgaben der Punkt: Man weist zuerst Monotonie und Beschränktheit nach, folgert daraus die Existenz des Grenzwerts und BESTIMMT ihn erst danach — häufig über die Fixpunktgleichung einer rekursiven Vorschrift. Die Reihenfolge ist zwingend, denn die Fixpunktrechnung setzt voraus, dass ein Grenzwert überhaupt existiert.
Beide Bedingungen sind nötig, und Gegenbeispiele zeigen das: an=na_n = nan​=n ist monoton, aber unbeschränkt und divergiert; an=(−1)na_n = (-1)^nan​=(−1)n ist beschränkt, aber nicht monoton und divergiert ebenfalls. Erst zusammen erzwingen sie die Konvergenz — ein sauberes Beispiel dafür, dass in der Mathematik jede Voraussetzung eines Satzes gebraucht wird.

Vokabeln

→ Kartei
  • monoton steigend$a_{n+1} \geq a_n$ für alle $n$
  • beschränktes existiert eine nicht überschrittene Schrankedie Schranke muss nicht angenommen werden
  • das Monotoniekriteriummonoton + beschränkt ⇒ konvergent
  • die SchrankeWert, den kein Folgenglied über- bzw. unterschreitet

Monotoniekriterien über Differenz bzw. Quotient

an+1−an>0    (streng monoton wachsend),an+1an<1    (monoton fallend, an>0)a_{n+1} - a_{n} > 0\;\;(\text{streng monoton wachsend}),\qquad \frac{a_{n+1}}{a_{n}} < 1\;\;(\text{monoton fallend, } a_{n}>0)an+1​−an​>0(streng monoton wachsend),an​an+1​​<1(monoton fallend, an​>0)

Das Differenzkriterium eignet sich für additiv aufgebaute Folgen, das Quotientenkriterium für multiplikativ aufgebaute (Potenzen, Fakultäten).

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Musterlösung

Monotonie und Beschränktheit nachweisen

Untersuchen Sie die Folge an=3nn+2a_{n}=\dfrac{3n}{n+2}an​=n+23n​ auf Monotonie und Beschränktheit und begründen Sie damit die Konvergenz.

  1. Schritt 1 — Differenz bilden

    Bestimme an+1−an=3(n+1)n+3−3nn+2a_{n+1}-a_{n}=\dfrac{3(n+1)}{n+3}-\dfrac{3n}{n+2}an+1​−an​=n+33(n+1)​−n+23n​. Auf den Hauptnenner (n+3)(n+2)(n+3)(n+2)(n+3)(n+2) gebracht ergibt der Zähler 3(n+1)(n+2)−3n(n+3)=3 [ (n2+3n+2)−(n2+3n) ]=63(n+1)(n+2)-3n(n+3)=3\,[\,(n^{2}+3n+2)-(n^{2}+3n)\,]=63(n+1)(n+2)−3n(n+3)=3[(n2+3n+2)−(n2+3n)]=6.

    an+1−an=6(n+3)(n+2)>0a_{n+1}-a_{n}=\dfrac{6}{(n+3)(n+2)}>0an+1​−an​=(n+3)(n+2)6​>0
  2. Schritt 2 — Monotonie folgern

    Der Zähler 6 ist positiv und der Nenner für alle n∈Nn\in\mathbb{N}n∈N positiv, also an+1−an>0a_{n+1}-a_{n}>0an+1​−an​>0: die Folge ist streng monoton wachsend.

  3. Schritt 3 — Schranke bestimmen

    Wegen an=3nn+2=3−6n+2<3a_{n}=\dfrac{3n}{n+2}=3-\dfrac{6}{n+2}<3an​=n+23n​=3−n+26​<3 ist die Folge nach oben durch 333 beschränkt; sie ist nach unten durch a1=1a_{1}=1a1​=1 beschränkt.

  4. Schritt 4 — Konvergenz schließen

    Eine monoton wachsende, nach oben beschränkte Folge konvergiert (Monotoniekriterium); der Grenzwert ist die kleinste obere Schranke g=3g=3g=3.

Ergebnis: Die Folge ist streng monoton wachsend und durch 333 beschränkt; nach dem Monotoniekriterium konvergiert sie gegen g=3g=3g=3.

Abiturfokus

  • Weisen Sie Monotonie über das Vorzeichen von an+1−ana_{n+1} - a_nan+1​−an​ nach; bei positiven Gliedern ist der Quotientenweg oft kürzer.
  • Geben Sie beim Nachweis der Beschränktheit eine KONKRETE Schranke an und begründen Sie sie.
  • Halten Sie die Reihenfolge ein: erst Existenz des Grenzwerts über das Monotoniekriterium, dann seine Berechnung.
  • „Begründen" Sie, warum beide Bedingungen nötig sind, mit je einem Gegenbeispiel.
  • Beachten Sie, dass eine Schranke nicht angenommen werden muss — das Supremum kann außerhalb der Folge liegen.

Typische Fehler

  • Monotonie aus den ersten Gliedern erschlossen statt allgemein nachgewiesen.
  • Den Grenzwert über die Fixpunktgleichung bestimmt, ohne zuvor die Existenz zu sichern.
  • Beschränktheit behauptet, ohne eine konkrete Schranke zu nennen.
  • Beim Quotientenkriterium für Monotonie nicht geprüft, ob alle Glieder positiv sind.
  • Angenommen, jede beschränkte Folge konvergiere — (−1)n(-1)^n(−1)n widerlegt das.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie, dass die rekursiv definierte Folge a1=1a_1 = 1a1​=1, an+1=2+ana_{n+1} = \sqrt{2 + a_n}an+1​=2+an​​ monoton steigend und durch 2 beschränkt ist, und bestimmen Sie danach ihren Grenzwert über die Fixpunktgleichung. Begründen Sie, warum die Fixpunktrechnung ohne den vorherigen Nachweis unzulässig wäre.

§ 04

Aktive Wiederholung

Untersuchen Sie die Folge an=2nn+3a_n = \dfrac{2n}{n+3}an​=n+32n​ auf Monotonie und Beschränktheit. Begründen Sie mit dem Monotoniekriterium, dass sie konvergiert, und bestimmen Sie anschließend den Grenzwert.

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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 05
§ 05

Rekursive Folgen und Fixpunkte#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPL1LPK3

Spinnwebdiagramm — rekursive Folge nähert sich dem Fixpunkt

Spinnwebdiagramm — rekursive Folge nähert sich dem FixpunktSchaubild von y = g(x), y-Achsenabschnitt bei y = 3, steigend, im Bereich x von 0 bis 12, Schaubild von y = x, Nullstellen bei x = 0, y-Achsenabschnitt bei y = 0, steigend, im Bereich x von 0 bis 122468101224681012Fixpunkt g = 6y = g(x)y = xan+1x = an
Abb. 5Treppen- bzw. Spinnwebzug zwischen der Rekursionskurve y=g(x)y=g(x)y=g(x) und der Winkelhalbierenden y=xy=xy=x; der Schnittpunkt ist der Fixpunkt.

Kernpunkte

Rekursiv definierte Folgen beschreiben Prozesse, bei denen der nächste Zustand aus dem gegenwärtigen folgt — Kontostände mit Zins und Rate, Populationen mit Zuwachs und Abgang, Medikamentenspiegel mit Einnahme und Abbau. Weil genau so die Wirklichkeit funktioniert, ist die rekursive Form in Anwendungsaufgaben oft die natürlichere Modellierung.
Der Preis dafür ist, dass man a100a_{100}a100​ nicht direkt ausrechnen kann, ohne alle Vorgänger zu durchlaufen. Für die wichtige Klasse der LINEAREN Rekursionen an+1=q an+ca_{n+1} = q\,a_n + can+1​=qan​+c lässt sich jedoch eine explizite Form gewinnen — und genau diese Bauart deckt Zinsen mit regelmäßiger Zahlung, Abbauprozesse mit Nachschub und viele Mischungsaufgaben ab.
Der Schlüssel ist der FIXPUNKT: derjenige Wert a∗a^*a∗, der sich beim Anwenden der Vorschrift nicht mehr ändert, also a∗=q a∗+ca^* = q\,a^* + ca∗=qa∗+c mit der Lösung a∗=c/(1−q)a^* = c/(1-q)a∗=c/(1−q) für q≠1q \neq 1q=1. Ist die Folge einmal dort, bleibt sie dort — der Fixpunkt ist der einzige mögliche Grenzwert.
Ob die Folge ihn auch ERREICHT, entscheidet allein ∣q∣|q|∣q∣: Für ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1 konvergiert sie gegen den Fixpunkt, unabhängig vom Startwert; für ∣q∣>1|q| > 1∣q∣>1 entfernt sie sich von ihm. Der Nachweis gelingt elegant über die ABWEICHUNG dn=an−a∗d_n = a_n - a^*dn​=an​−a∗, die die einfache Rekursion dn+1=q dnd_{n+1} = q\,d_ndn+1​=qdn​ erfüllt — also eine geometrische Folge ist. Daraus folgt sofort die explizite Form an=a∗+(a1−a∗) q n−1a_n = a^* + (a_1 - a^*)\,q^{\,n-1}an​=a∗+(a1​−a∗)qn−1.
Für die Deutung im Sachkontext ist entscheidend, dass der Fixpunkt der langfristige BEHARRUNGSZUSTAND ist: der Kontostand, bei dem Zins und Entnahme sich aufheben, oder der Medikamentenspiegel, bei dem Einnahme und Abbau im Gleichgewicht stehen. Diese Deutung — nicht die Zahl — ist in Prüfungsaufgaben die geforderte Leistung.

Vokabeln

→ Kartei
  • die RekursionVorschrift, die ein Glied aus dem vorigen berechnet
  • der FixpunktWert, der sich unter der Vorschrift nicht ändert
  • der Beharrungszustandlangfristiges Gleichgewicht im Sachkontext
  • die Abweichungsfolge$d_n = a_n - a^*$; erfüllt eine geometrische Rekursion
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Musterlösung

Rekursive Folge — Grenzwert über Fixpunkt

Die Folge sei rekursiv durch a1=2a_{1}=2a1​=2 und an+1=12(an+2an)a_{n+1}=\tfrac{1}{2}\bigl(a_{n}+\tfrac{2}{a_{n}}\bigr)an+1​=21​(an​+an​2​) (Heron-Verfahren für 2\sqrt{2}2​) definiert. Bestimmen Sie den Grenzwert unter der Annahme der Konvergenz.

  1. Schritt 1 — Erste Glieder berechnen

    a2=12(2+1)=1,5a_{2}=\tfrac{1}{2}(2+1)=1{,}5a2​=21​(2+1)=1,5; a3=12(1,5+21,5)≈1,4167a_{3}=\tfrac{1}{2}(1{,}5+\tfrac{2}{1{,}5})\approx 1{,}4167a3​=21​(1,5+1,52​)≈1,4167; die Glieder nähern sich rasch einem Wert.

  2. Schritt 2 — Fixpunktgleichung ansetzen

    Konvergiert (an)(a_{n})(an​) gegen g>0g>0g>0, so gilt im Grenzwert g=12(g+2g)g=\tfrac{1}{2}\bigl(g+\tfrac{2}{g}\bigr)g=21​(g+g2​), da ana_{n}an​ und an+1a_{n+1}an+1​ denselben Grenzwert haben.

    g=12(g+2g)g=\tfrac{1}{2}\Bigl(g+\tfrac{2}{g}\Bigr)g=21​(g+g2​)
  3. Schritt 3 — Gleichung lösen

    Multiplikation mit 2g2g2g: 2g2=g2+22g^{2}=g^{2}+22g2=g2+2, also g2=2g^{2}=2g2=2 und damit g=2g=\sqrt{2}g=2​ (negative Lösung entfällt wegen an>0a_{n}>0an​>0).

  4. Schritt 4 — Plausibilität prüfen

    2≈1,41421\sqrt{2}\approx 1{,}414212​≈1,41421 stimmt mit dem Trend der berechneten Glieder überein; das Verfahren konvergiert quadratisch.

Ergebnis: Der Grenzwert der rekursiven Folge ist g=2g=\sqrt{2}g=2​; die Fixpunktgleichung g=g(g)g=g(g)g=g(g) liefert den Wert nur unter vorausgesetzter Konvergenz.

Abiturfokus

  • Berechnen Sie zuerst einige Glieder numerisch; die Tendenz zeigt, ob ein Grenzwert plausibel ist.
  • Bestimmen Sie den Fixpunkt aus a∗=qa∗+ca^* = q a^* + ca∗=qa∗+c und prüfen Sie über ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1, ob er auch angenommen wird.
  • „Interpretieren" Sie den Fixpunkt als langfristigen Beharrungszustand im Sachkontext — das ist der Bewertungskern.
  • Nutzen Sie die Abweichung dn=an−a∗d_n = a_n - a^*dn​=an​−a∗, um die explizite Form herzuleiten; das ist der Standardweg.
  • Sagen Sie ausdrücklich, dass der Grenzwert bei ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1 NICHT vom Startwert abhängt.

Typische Fehler

  • Den Fixpunkt berechnet und als Grenzwert angegeben, ohne ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1 zu prüfen.
  • Bei q=1q = 1q=1 durch null geteilt, statt den Sonderfall (arithmetische Folge) zu erkennen.
  • Aus wenigen Gliedern auf Konvergenz geschlossen.
  • Den Fixpunkt rein rechnerisch angegeben, ohne ihn im Sachzusammenhang zu deuten.
  • Angenommen, ein größerer Startwert führe zu einem größeren Grenzwert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die explizite Form an=a∗+(a1−a∗)q n−1a_n = a^* + (a_1 - a^*)q^{\,n-1}an​=a∗+(a1​−a∗)qn−1 über die Abweichungsfolge her und untersuchen Sie das Verhalten für q=−0,5q = -0{,}5q=−0,5. Beschreiben Sie, wie sich die Annäherung an den Fixpunkt dabei von der bei positivem qqq unterscheidet.

§ 05

Aktive Wiederholung

Ein Medikament wird täglich mit 20 mg20\,\text{mg}20mg zugeführt; pro Tag baut der Körper 25 %25\,\%25% des vorhandenen Wirkstoffs ab. Stellen Sie die Rekursion auf, bestimmen Sie den Fixpunkt und deuten Sie ihn im Sachkontext. Begründen Sie, ob der Spiegel diesen Wert erreicht.

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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

§ 06
§ 06

Reihen, Partialsummen und Konvergenzkriterien#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPL1LPK1

Konvergenzkriterien für Reihen

Konvergenzkriterien für ReihenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Kriterium · Aussage · Beispiel; Nullfolgenkriterium · Konvergiert die Reihe, so ist a_n → 0 · NOTWENDIG, nicht hinreichend; Harmonische Reihe · Σ 1/n divergiert · Der Standardgegenbeweis; Geometrische Reihe · Σ qⁿ konvergiert für |q| < 1 · Summe: a₁/(1 − q); Allgemeine harmonische Reihe · Σ 1/n^p · Konvergent für p > 1, divergent für p ≤ 1; Quotientenkriterium · lim |a_{n+1}/a_n| < 1 ⇒ konvergent · > 1 ⇒ divergent; = 1 ⇒ keine Aussage; Majorantenkriterium · Kleiner als eine konvergente Reihe · Dann selbst konvergent; Leibniz-Kriterium · Alternierend mit monotoner Nullfolge · Σ (−1)ⁿ/n konvergiertKriteriumAussageBeispielNullfolgenkriteriumKonvergiert die Reihe, so ist an → 0NOTWENDIG, nicht hinreichendHarmonische ReiheΣ 1/n divergiertDer StandardgegenbeweisGeometrische ReiheΣ qⁿ konvergiert für |q| < 1Summe: a₁/(1 − q)Allgemeine harmonische ReiheΣ 1/npKonvergent für p > 1,divergent für p ≤ 1Quotientenkriteriumlim |an+1/an| < 1 ⇒ konvergent> 1 ⇒ divergent; = 1 ⇒ keineAussageMajorantenkriteriumKleiner als eine konvergenteReiheDann selbst konvergentLeibniz-KriteriumAlternierend mit monotonerNullfolgeΣ (−1)ⁿ/n konvergiert
Abb. 6Das Nullfolgenkriterium ist NOTWENDIG, nicht hinreichend: Die harmonische Reihe hat Nullfolgenglieder und divergiert trotzdem.

Kernpunkte

Eine Reihe ist die Summe der Glieder einer Folge. Weil unendlich viele Summanden nicht wirklich addiert werden können, wird der Wert als Grenzwert der PARTIALSUMMEN sn=a1+⋯+ans_n = a_1 + \dots + a_nsn​=a1​+⋯+an​ definiert. Eine Reihe konvergiert also genau dann, wenn die Folge ihrer Partialsummen konvergiert — der Begriff wird auf den vorigen Abschnitt zurückgeführt, nicht neu erfunden.
Die geometrische Reihe ist der Musterfall und zugleich der wichtigste: Für ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1 konvergiert ∑a1q n−1\sum a_1 q^{\,n-1}∑a1​qn−1 gegen a1/(1−q)a_1/(1-q)a1​/(1−q), für ∣q∣≥1|q| \geq 1∣q∣≥1 divergiert sie. An ihr lässt sich beides zeigen — dass unendlich viele positive Summanden eine ENDLICHE Summe haben können, und dass diese Möglichkeit an einer scharfen Bedingung hängt.
Ein notwendiges Kriterium liefert das NULLFOLGENKRITERIUM: Konvergiert eine Reihe, so muss an→0a_n \to 0an​→0 gelten. Praktisch nutzt man es als Ausschlusstest — geht ana_nan​ nicht gegen null, divergiert die Reihe sicher. Die Umkehrung gilt NICHT, und das ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts.
Das Gegenbeispiel dazu ist die harmonische Reihe ∑1/n\sum 1/n∑1/n: Ihre Glieder gehen gegen null, und dennoch wächst die Summe über alle Grenzen. Sie tut es allerdings quälend langsam — für eine Summe über 20 braucht es mehr als 250 Millionen Glieder. Genau deshalb täuscht numerisches Ausprobieren hier, und genau deshalb braucht die Mathematik Beweise statt Tabellen.
Zum Vergleich steht die Reihe ∑1/n2\sum 1/n^2∑1/n2, die konvergiert. Der Unterschied zwischen beiden ist allein der Exponent — bei ∑1/nα\sum 1/n^{\alpha}∑1/nα entscheidet er über alles: Konvergenz für α>1\alpha > 1α>1, Divergenz für α≤1\alpha \leq 1α≤1. Dass eine so kleine Änderung das Verhalten umkippt, ist die eigentliche Lehre dieses Abschnitts über den Umgang mit dem Unendlichen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die PartialsummeSumme der ersten $n$ Glieder
  • die geometrische ReiheSumme einer geometrischen Folgekonvergent genau für $|q| < 1$
  • die harmonische Reihe$\sum 1/n$ — divergent trotz Nullfolge
  • das Nullfolgenkriteriumnotwendige, NICHT hinreichende Bedingung für Konvergenz
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Musterlösung

Reihen auf Konvergenz prüfen — notwendiges Kriterium und harmonische Reihe

Begründen Sie, warum die Reihe ∑n=1∞n2n+1\sum_{n=1}^{\infty}\tfrac{n}{2n+1}∑n=1∞​2n+1n​ divergiert, und ordnen Sie die harmonische Reihe ∑n=1∞1n\sum_{n=1}^{\infty}\tfrac{1}{n}∑n=1∞​n1​ ein.

  1. Schritt 1 — Notwendiges Kriterium nennen

    Eine Reihe ∑an\sum a_{n}∑an​ kann nur konvergieren, wenn die Gliederfolge eine Nullfolge ist: lim⁡n→∞an=0\lim_{n\to\infty} a_{n}=0limn→∞​an​=0. Andernfalls liegt Divergenz vor.

  2. Schritt 2 — Gliederfolge der ersten Reihe

    Hier ist an=n2n+1→12≠0a_{n}=\tfrac{n}{2n+1}\to \tfrac{1}{2}\neq 0an​=2n+1n​→21​=0 für n→∞n\to\inftyn→∞.

    lim⁡n→∞n2n+1=12≠0\lim_{n\to\infty}\frac{n}{2n+1}=\frac{1}{2}\neq 0n→∞lim​2n+1n​=21​=0
  3. Schritt 3 — Divergenz folgern

    Da die Glieder nicht gegen 000 streben, ist das notwendige Kriterium verletzt; die Reihe divergiert.

  4. Schritt 4 — Harmonische Reihe abgrenzen

    Bei 1n\tfrac{1}{n}n1​ gilt zwar 1n→0\tfrac{1}{n}\to 0n1​→0, doch das notwendige Kriterium ist nicht hinreichend: die harmonische Reihe divergiert dennoch (langsam). Eine Nullfolge der Glieder garantiert also keine Konvergenz der Reihe.

Ergebnis: Die erste Reihe divergiert, weil an→12≠0a_{n}\to\tfrac{1}{2}\neq 0an​→21​=0. Die harmonische Reihe zeigt, dass an→0a_{n}\to 0an​→0 nur notwendig, nicht hinreichend für Konvergenz ist.

Abiturfokus

  • Prüfen Sie zuerst das Nullfolgenkriterium als schnellen Ausschlusstest; geht ana_nan​ nicht gegen null, ist die Reihe divergent.
  • Sagen Sie ausdrücklich, dass das Nullfolgenkriterium NOTWENDIG, aber nicht hinreichend ist, und nennen Sie die harmonische Reihe als Beleg.
  • Prüfen Sie bei geometrischen Reihen ∣q∣<1|q| < 1∣q∣<1, bevor Sie die Summenformel anwenden.
  • Führen Sie Reihenkonvergenz stets auf die Konvergenz der PARTIALSUMMENfolge zurück — das ist die Definition.
  • Nutzen Sie bei ∑1/nα\sum 1/n^{\alpha}∑1/nα den Exponentenvergleich: Konvergenz genau für α>1\alpha > 1α>1.

Typische Fehler

  • Aus an→0a_n \to 0an​→0 auf Konvergenz der Reihe geschlossen; die harmonische Reihe widerlegt das.
  • Die geometrische Summenformel bei ∣q∣≥1|q| \geq 1∣q∣≥1 verwendet.
  • Folge und Reihe verwechselt — die Folge 1/n1/n1/n konvergiert, die Reihe ∑1/n\sum 1/n∑1/n nicht.
  • Aus numerischem Ausprobieren auf Konvergenz geschlossen, obwohl die Partialsummen nur langsam wachsen.
  • Bei ∑1/nα\sum 1/n^{\alpha}∑1/nα die Grenze bei α≥1\alpha \geq 1α≥1 statt α>1\alpha > 1α>1 gezogen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Begründen Sie die Divergenz der harmonischen Reihe mit dem klassischen Blockargument (Zusammenfassen der Glieder zu Blöcken der Länge 1,2,4,8,…1, 2, 4, 8, \dots1,2,4,8,…, deren Summe jeweils mindestens 1/21/21/2 beträgt). Erläutern Sie, warum dieses Argument dem numerischen Ausprobieren überlegen ist.

§ 06

Aktive Wiederholung

Untersuchen Sie die Reihen ∑n=1∞0,6 n\sum_{n=1}^{\infty} 0{,}6^{\,n}∑n=1∞​0,6n, ∑n=1∞1n\sum_{n=1}^{\infty} \dfrac{1}{n}∑n=1∞​n1​ und ∑n=1∞nn+1\sum_{n=1}^{\infty} \dfrac{n}{n+1}∑n=1∞​n+1n​ auf Konvergenz. Berechnen Sie den Wert, wo er existiert, und begründen Sie in den übrigen Fällen die Divergenz mit dem passenden Kriterium.

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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (Kultusministerkonferenz)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Folgen und Konvergenz◐
    • 02Arithmetische und geometrische Folgen○
    • 03Vollständige Induktion●
    • 04Monotonie, Beschränktheit und das Monotoniekriterium◐
    • 05Rekursive Folgen und Fixpunkte●
    • 06Reihen, Partialsummen und Konvergenzkriterien●

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Folgen und Reihen

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Quellen

Kultusministerkonferenz

  • Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1

Siehe auch

  • Analysis — DifferentialrechnungDer Grenzwertbegriff, der hier an Folgen geübt wird, trägt dort den Differentialquotienten.
  • Mathematisches Modellieren und WachstumsprozesseDie geometrische Folge ist das diskrete Gegenstück zum exponentiellen Wachstum.
  • Matrizen und ÜbergangsprozesseAuch dort geht es um Langzeitverhalten — nur mit Vektoren statt mit Zahlen.

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