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Matrizen sind das Werkzeug, mit dem sich mehrstufige Prozesse in einer einzigen Rechnung fassen lassen: Wanderungsbewegungen zwischen Städten, Marktanteile zwischen Anbietern, Altersstufen einer Population. Die KMK nennt sie ausdrücklich in Leitidee L1 — mathematische Prozesse durch Matrizen unter Nutzung von Matrizenmultiplikation und inversen Matrizen beschreiben, im erhöhten Niveau ergänzt um Potenzen, Grenzmatrizen und Fixvektoren.
6 Abschnitte~19 Min Lesezeit4 KompetenzenStand 05/2026
grundlegendes Niveau
gA: einfache Sachverhalte mit Tupeln oder Matrizen beschreiben; mathematische Prozesse durch Matrizen unter Nutzung von Matrizenmultiplikation und inversen Matrizen beschreiben (A1).
erhöhtes Niveau
eA: zusätzlich Potenzen von Matrizen bei mehrstufigen Prozessen nutzen sowie Grenzmatrizen und Fixvektoren interpretieren (A1); Eigenwerte und Eigenvektoren als Werkzeug für das Langzeitverhalten deuten.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard · Zeilenabstand: Kompakt
Medien immer laden: aus
6 Abschnitte30 Merksätze4 Formeln30 Fehlerwarnungen
Matrizenrechnung — Regeln und Fallen
Vokabeln
→ KarteiMatrixmultiplikation (Zeile · Spalte)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Begründen Sie mithilfe der Determinante, wann eine -Matrix invertierbar ist, und deuten Sie den Fall geometrisch als Abbildung, die die Ebene auf eine Gerade oder einen Punkt zusammenfallen lässt — und damit nicht umkehrbar ist.
Aktive Wiederholung
Gegeben sind und . Berechnen Sie und , vergleichen Sie die Ergebnisse und bestimmen Sie mit Probe.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (A1) (Kultusministerkonferenz)
Übergangsgraph zweier Zustände A und B
Vokabeln
→ KarteiFixvektor einer stochastischen Matrix M
Eine stochastische Matrix modelliert den Übergang zwischen Zuständen A und B. Bestimmen Sie den Fixvektor mit Anteilen .
, also .
Aus der ersten Gleichung: , also .
, .
Ergebnis: Langzeitverteilung: rund 57 % im Zustand A, 43 % im Zustand B.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Zeigen Sie, dass der Fixvektor ein Eigenvektor zum Eigenwert 1 ist, und begründen Sie, warum jede spaltenstochastische Matrix den Eigenwert 1 besitzt (Hinweis: Betrachten Sie die Zeilensummen der transponierten Matrix).
Aktive Wiederholung
Zwischen zwei Anbietern wandern jährlich der Kunden von A zu B und von B zu A. Stellen Sie die Übergangsmatrix auf, prüfen Sie die Spaltensummen, berechnen Sie die Verteilung nach zwei Jahren bei Startanteilen und bestimmen Sie den Fixvektor mit Deutung.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (A1) (Kultusministerkonferenz)
Wachstumsmodelle im Vergleich
Vokabeln
→ KarteiEine Population mit zwei Altersklassen hat die Leslie-Matrix und Anfangsverteilung . Berechnen Sie die Verteilung nach zwei Generationen und interpretieren Sie das Ergebnis.
Multipliziere mit : Geburten , Überlebende .
Erneut mit multiplizieren: und .
Gesamt: 150, 190, 180 — der Bestand schwankt, ohne sich bereits stabilisiert zu haben.
Die starke Geburtenrate (3) und die niedrige Überlebensrate (0,4) erzeugen ein oszillierendes Verhalten; die stabile Altersverteilung ergäbe sich erst über den dominanten Eigenwert von .
Ergebnis: Verteilung nach zwei Generationen: ; der Gesamtbestand oszilliert noch und nähert sich erst langfristig der stabilen Altersstruktur.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bestimmen Sie für eine zweistufige Leslie-Matrix den betragsgrößten Eigenwert und den zugehörigen Eigenvektor und deuten Sie beide: den Eigenwert als jährlichen Wachstumsfaktor, den Eigenvektor als stabile Altersverteilung. Erläutern Sie, warum sich diese Verteilung unabhängig vom Startvektor einstellt.
Aktive Wiederholung
Eine Population hat drei Altersklassen mit den Fruchtbarkeitsraten und den Überlebensraten (Klasse 1→2) und (Klasse 2→3). Stellen Sie die Leslie-Matrix auf, berechnen Sie die Verteilung nach zwei Zeitschritten für den Startvektor und beurteilen Sie die Tendenz.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (A1) (Kultusministerkonferenz)
Determinante und lineare Abbildung
Vokabeln
→ KarteiDeterminante einer 3×3-Matrix (Entwicklung nach erster Zeile)
Die Sarrus-Regel ist eine gleichwertige Alternative für 3×3-Matrizen; eine Determinante ungleich null bedeutet invertierbar.
Untersuchen Sie mit der Determinante, ob das LGS mit Koeffizientenmatrix eindeutig lösbar ist.
.
und .
Wegen ist invertierbar; das LGS besitzt für jede rechte Seite genau eine Lösung.
Ergebnis: , also ist regulär und das LGS eindeutig lösbar.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Zeigen Sie an einem selbst gewählten Beispiel, dass gilt, und deuten Sie diese Produktregel über die Hintereinanderausführung zweier Flächenänderungen. Begründen Sie damit, warum die Hintereinanderausführung zweier orientierungsumkehrender Abbildungen die Orientierung erhält.
Aktive Wiederholung
Bestimmen Sie die Determinante von , deuten Sie Betrag und Vorzeichen geometrisch und geben Sie an. Beschreiben Sie außerdem, welche Abbildung die Matrix bewirkt.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L3 (Kultusministerkonferenz)
Eigenwerte und Eigenvektoren
Vokabeln
→ KarteiEigenwertgleichung und charakteristisches Polynom
Eigenwerte sind die Nullstellen des charakteristischen Polynoms; die zugehörigen Eigenvektoren spannen den Eigenraum auf.
Bestimmen Sie Eigenwerte und Eigenvektoren der Matrix .
.
liefert über die pq-Formel und .
: , also (bis auf Vielfache).
: , also .
Ergebnis: Eigenwerte (Eigenvektor ) und (Eigenvektor ); ist diagonalisierbar.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie, wie sich mit Eigenwerten und Eigenvektoren die Potenz bequem berechnen lässt (Diagonalisierung , also ), und begründen Sie, warum das für die Untersuchung mehrstufiger Prozesse der entscheidende Vorteil ist.
Aktive Wiederholung
Bestimmen Sie Eigenwerte und zugehörige Eigenvektoren von , führen Sie für beide die Probe durch und deuten Sie das Ergebnis geometrisch.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (A1) (Kultusministerkonferenz)
Grenzmatrix und stationäre Verteilung
Vokabeln
→ KarteiFür die stochastische Matrix soll die langfristige Verteilung unabhängig vom Startvektor bestimmt werden.
Alle Einträge von sind positiv, also ist regulär (ergodisch); daher konvergiert gegen eine Grenzmatrix mit identischen Spalten gleich dem Fixvektor.
mit : aus Zeile 1 folgt , also und damit .
ergibt , also und .
Da jede Spalte gegen den Fixvektor strebt, gilt — unabhängig von der Startverteilung.
Ergebnis: Stabile Verteilung ; die Grenzmatrix hat zwei identische Spalten gleich dem Fixvektor, sodass jeder Startzustand langfristig zu 60 % in Zustand 1 endet.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Konstruieren Sie eine -Übergangsmatrix mit einem absorbierenden Zustand und eine, deren Potenzen periodisch pendeln. Begründen Sie für beide, warum die Aussage über die Startunabhängigkeit hier nicht gilt, und formulieren Sie die Bedingung, die im regulären Fall erfüllt ist.
Aktive Wiederholung
Untersuchen Sie für die Übergangsmatrix , ob eine Grenzmatrix existiert. Bestimmen Sie die Grenzverteilung über den Fixvektor und prüfen Sie Ihr Ergebnis anhand einer hohen Potenz. Deuten Sie das Ergebnis im Kontext von Marktanteilen.
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Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L1 (A1) (Kultusministerkonferenz)
Stand 05/2026Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker
Belege & Quellen
Siehe auch