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Notizen/Mathematik/Analysis — Funktionen und Modelle
DE · Abitur

Analysis — Funktionen und Modelle

Der Funktionsbegriff ist das Rückgrat der Oberstufenmathematik: Er beschreibt, wie eine Größe von einer anderen abhängt — und stellt damit die Sprache bereit, in der Analysis und Stochastik überhaupt formuliert werden. Die KMK verlangt unter Leitidee L4, die Funktionsklassen der Sekundarstufe I zur Beschreibung quantifizierbarer Zusammenhänge zu nutzen und in einfachen Fällen zu verknüpfen und zu verketten.

7 Abschnitte·~23 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0222 / 10
Prüfungsprofil
K4 · Mathematische Darstellungen verwendenK3 · Mathematisch modellierenK5 · Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehenK6 · Mathematisch kommunizieren
Operatoren:beschreibenbestimmenberechnenuntersuchenbegründenskizzieren

grundlegendes Niveau

gA: die Funktionsklassen der Sekundarstufe I zur Beschreibung und Untersuchung quantifizierbarer Zusammenhänge nutzen; in einfachen Fällen Verknüpfungen und Verkettungen von Funktionen einsetzen; Eigenschaften wie Symmetrie, Nullstellen und Verhalten im Unendlichen bestimmen.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich die ln-Funktion als Umkehrfunktion der e-Funktion nutzen sowie Funktionsscharen und komplexere Verkettungen untersuchen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 7 Abschnitte▾
  1. Analysis — Funktionen und Modelle
    • 01Funktionsbegriff, Definitions- und Wertebereich○
    • 02Quadratische Funktionen und Scheitelpunktform○
    • 03Ganzrationale Funktionen höheren Grades◐
    • 04Gebrochenrationale Funktionen◐
    • 05Exponential- und Logarithmusfunktionen◐
    • 06Trigonometrische Funktionen◐
    • 07Symmetrien und Transformationen◐

7 Abschnitte · 35 Merksätze · 8 Formeln · 35 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Funktionsbegriff, Definitions- und Wertebereich#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPL4LPK4

Funktionsbegriff — die Grundeigenschaften

Funktionsbegriff — die GrundeigenschaftenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Begriff · Bedeutung · Nachweis; Definitionsmenge D · Alle zulässigen x-Werte · Nenner ≠ 0, Radikand ≥ 0, ln-Argument > 0; Wertemenge W · Alle angenommenen y-Werte · Aus Extrempunkten und Verhalten im Unendlichen; Nullstelle · f(x) = 0 · Gleichung lösen; Vielfachheit beachten; Monotonie · Steigend oder fallend · Vorzeichen von f′(x) auf einem Intervall; Achsensymmetrie · f(−x) = f(x) · Nur gerade Exponenten; Punktsymmetrie zum Ursprung · f(−x) = −f(x) · Nur ungerade Exponenten; Umkehrbarkeit · Streng monoton auf D · Nur dann existiert f⁻¹BegriffBedeutungNachweisDefinitionsmenge DAlle zulässigen x-WerteNenner ≠ 0, Radikand ≥ 0,ln-Argument > 0Wertemenge WAlle angenommenen y-WerteAus Extrempunkten undVerhalten im UnendlichenNullstellef(x) = 0Gleichung lösen;Vielfachheit beachtenMonotonieSteigend oder fallendVorzeichen von f′(x) aufeinem IntervallAchsensymmetrief(−x) = f(x)Nur gerade ExponentenPunktsymmetrie zum Ursprungf(−x) = −f(x)Nur ungerade ExponentenUmkehrbarkeitStreng monoton auf DNur dann existiert f⁻¹
Abb. 1Diese sechs Eigenschaften werden in jeder Kurvendiskussion abgefragt. Die dritte Spalte ist der Nachweis, den die Klausur verlangt.

Kernpunkte

Eine Funktion ist eine Zuordnung, die jedem Element des Definitionsbereichs GENAU EIN Element des Wertebereichs zuweist. Auf dieser Eindeutigkeit beruht alles Weitere — sie ist der Grund, warum man von „dem" Funktionswert sprechen darf. Grafisch prüft man sie mit der Senkrechten: Schneidet eine senkrechte Gerade den Graphen mehr als einmal, liegt keine Funktion vor.
Der DEFINITIONSBEREICH ist die Menge der zulässigen Eingaben, und er ergibt sich aus zwei Quellen. Rechnerisch verbieten sich Nenner-Nullstellen, negative Radikanden bei geraden Wurzeln und nichtpositive Argumente des Logarithmus. Im Sachkontext kommen inhaltliche Grenzen hinzu — negative Zeiten, negative Stückzahlen, Anteile über 100 Prozent.
Diese zweite Quelle wird am häufigsten vergessen und ist doch die wichtigere: Eine Funktion kann mathematisch für alle reellen Zahlen definiert sein und im Sachzusammenhang trotzdem nur auf einem kleinen Intervall sinnvoll. Der Definitionsbereich ist damit selbst eine Modellierungsentscheidung, die begründet werden muss.
Vier Darstellungsformen beschreiben denselben Zusammenhang und zeigen jeweils anderes: die Wertetabelle einzelne Paare, der Graph das globale Verhalten, der Term die exakte Rechenvorschrift und die Sprache den Sachbezug. Zwischen ihnen sicher zu wechseln ist die Kompetenz K4 und wird laufend geprüft.
Funktionen lassen sich VERKNÜPFEN (addieren, multiplizieren) und VERKETTEN. Die Verkettung f(g(x))f(g(x))f(g(x)) wendet erst ggg, dann fff an — die Reihenfolge von innen nach außen zu lesen ist der ständige Stolperstein. Ihr Definitionsbereich ist zusätzlich eingeschränkt: Nur solche xxx sind zulässig, für die g(x)g(x)g(x) im Definitionsbereich von fff liegt.
Eine UMKEHRFUNKTION existiert nur bei umkehrbar eindeutiger Zuordnung, also bei strenger Monotonie auf dem betrachteten Bereich. Man erhält sie durch Auflösen nach xxx und Vertauschen der Variablen; ihr Graph ist die Spiegelung an der Winkelhalbierenden y=xy = xy=x. Für f(x)=x2f(x) = x^2f(x)=x2 gelingt das erst nach Einschränkung auf x≥0x \geq 0x≥0 — genau deshalb ist die Wurzel dort definiert.

Vokabeln

→ Kartei
  • die FunktionZuordnung mit genau einem Funktionswert je Argument
  • der DefinitionsbereichMenge der zulässigen Eingaben
  • die Verkettung$f(g(x))$ — erst $g$, dann $f$
  • die Umkehrfunktionmacht die Zuordnung rückgängignur bei strenger Monotonie
  • die WertemengeMenge der tatsächlich angenommenen Funktionswerte

Symmetriekriterien für Funktionsgraphen

f(−x)=f(x)  (Achsensymmetrie),f(−x)=−f(x)  (Punktsymmetrie zum Ursprung)f(-x) = f(x)\;\text{(Achsensymmetrie),}\quad f(-x) = -f(x)\;\text{(Punktsymmetrie zum Ursprung)}f(−x)=f(x)(Achsensymmetrie),f(−x)=−f(x)(Punktsymmetrie zum Ursprung)
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Abiturfokus

  • Geben Sie den Definitionsbereich stets in Mengenschreibweise an und nennen Sie den GRUND jeder Ausnahme.
  • Prüfen Sie im Sachkontext zusätzlich die inhaltlichen Grenzen — das ist eine Modellierungsentscheidung, keine Formalie.
  • Lesen Sie Verkettungen von INNEN nach außen und bestimmen Sie den eingeschränkten Definitionsbereich.
  • Weisen Sie vor der Umkehrung die strenge Monotonie nach oder schränken Sie den Bereich passend ein.
  • Wechseln Sie bewusst die Darstellung, wenn die Aufgabe es verlangt (skizzieren, beschreiben, Term angeben).

Typische Fehler

  • Den Definitionsbereich nur rechnerisch bestimmt und die Sachgrenzen übergangen.
  • Verkettungen von außen nach innen gelesen und fff und ggg vertauscht.
  • Eine Umkehrfunktion angegeben, ohne die Umkehrbarkeit zu prüfen.
  • Bei x\sqrt{x}x​ oder ln⁡x\ln xlnx den eingeschränkten Definitionsbereich vergessen.
  • Bei der Verkettung nur den Definitionsbereich der inneren Funktion betrachtet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie, dass die ln-Funktion die Umkehrfunktion der e-Funktion ist, indem Sie ln⁡(ex)=x\ln(e^x) = xln(ex)=x und eln⁡x=xe^{\ln x} = xelnx=x begründen, und erläutern Sie die Spiegelsymmetrie beider Graphen an der Winkelhalbierenden. Geben Sie die jeweiligen Definitions- und Wertebereiche an.

§ 01

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie den größtmöglichen Definitionsbereich von f(x)=x−1x−4f(x) = \dfrac{\sqrt{x-1}}{x-4}f(x)=x−4x−1​​ und begründen Sie jede Ausnahme. Bilden Sie außerdem f(g(x))f(g(x))f(g(x)) für g(x)=x2g(x) = x^2g(x)=x2 und geben Sie den zugehörigen Definitionsbereich an.

Passende Aufgaben üben54 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4 (Kultusministerkonferenz)

§ 02
§ 02

Quadratische Funktionen und Scheitelpunktform#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPL4LPK5

Diskriminante und Anzahl reeller Lösungen

Diskriminante und Anzahl reeller LösungenSchaubild von D > 0, Nullstellen bei x = -1, 1, Tiefpunkt bei (0, -1), y-Achsenabschnitt bei y = -1, im Bereich x von -2.3 bis 2.3, Schaubild von D = 0, Nullstellen bei x = 0, Tiefpunkt bei (0, 0), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von -2.3 bis 2.3, Schaubild von D < 0, Tiefpunkt bei (0, 1), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von -2.3 bis 2.3−2−112246doppelty = 0D > 0D = 0D < 0yx
Abb. 2D > 0 zwei Nullstellen, D = 0 doppelte Nullstelle, D < 0 keine reelle Lösung.

Kernpunkte

Quadratische Funktionen f(x)=ax2+bx+cf(x) = ax^2 + bx + cf(x)=ax2+bx+c beschreiben Wurfbahnen, Kostenverläufe und jede Optimierungsaufgabe mit quadratischem Zusammenhang. Ihr Graph ist eine Parabel, deren Öffnung allein vom Vorzeichen von aaa abhängt: nach oben für a>0a > 0a>0, nach unten für a<0a < 0a<0. Der Betrag von aaa steuert die Streckung — große ∣a∣|a|∣a∣ ergeben schmale, kleine breite Parabeln.
Die drei Darstellungsformen zeigen jeweils etwas anderes, und die Wahl entscheidet über den Rechenaufwand. Die NORMALFORM zeigt am Absolutglied ccc sofort den yyy-Achsenabschnitt. Die SCHEITELPUNKTFORM f(x)=a(x−d)2+ef(x) = a(x - d)^2 + ef(x)=a(x−d)2+e macht den Scheitel S(d∣e)S(d \mid e)S(d∣e) direkt ablesbar. Die FAKTORISIERTE Form a(x−x1)(x−x2)a(x - x_1)(x - x_2)a(x−x1​)(x−x2​) zeigt die Nullstellen.
Der Weg zur Scheitelpunktform führt über die quadratische Ergänzung — dasselbe Verfahren, aus dem sich auch die pqpqpq-Formel herleitet. Alternativ liegt der Scheitel bei xS=−b2ax_S = -\dfrac{b}{2a}xS​=−2ab​, was schneller ist, wenn nur die Stelle gebraucht wird. Beide Wege sind zulässig; der zweite spart Zeit, der erste liefert die vollständige Form.
Die Zahl der Nullstellen entscheidet die DISKRIMINANTE D=b2−4acD = b^2 - 4acD=b2−4ac: zwei für D>0D > 0D>0, eine doppelte für D=0D = 0D=0, keine reelle für D<0D < 0D<0. Geometrisch beschreibt das die Lage der Parabel zur xxx-Achse, und diese Verbindung von Rechnung und Anschauung wird gern geprüft — man soll aus DDD die Lage folgern können, ohne zu zeichnen.
Weil der Scheitel zugleich das Extremum ist, lösen quadratische Funktionen Optimierungsaufgaben ohne jede Differentialrechnung. Maximaler Flächeninhalt bei gegebenem Umfang, minimale Kosten, maximaler Gewinn — überall dort genügt die Scheitelpunktform. Das ist der schnellste Weg und wird in Klausuren erwartet, wo er möglich ist.
Im SACHKONTEXT sind die Größen zu deuten: Beim schrägen Wurf ist der Scheitel der höchste Punkt, die positive Nullstelle die Wurfweite und der yyy-Achsenabschnitt die Abwurfhöhe. Wer diese Zuordnung parat hat, übersetzt die Aufgabenstellung ohne Umweg in die passende Darstellungsform.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Scheitelpunktform$a(x-d)^2 + e$ mit Scheitel $S(d\,|\,e)$
  • die quadratische ErgänzungUmformung zur Scheitelpunktform
  • die Diskriminante$b^2 - 4ac$; entscheidet die Nullstellenzahl
  • der ScheitelpunktExtrempunkt der Parabel
  • der StreckfaktorParameter $a$; steuert Öffnung und Breite

Scheitelpunktform einer quadratischen Funktion

f(x)=a(x−d)2+e⟺S(d∣e)f(x) = a(x - d)^{2} + e\quad \Longleftrightarrow \quad S(d \mid e)f(x)=a(x−d)2+e⟺S(d∣e)

Ganzrationale Funktion (Polynom) vom Grad n

f(x)=anxn+an−1xn−1+⋯+a1x+a0f(x) = a_{n}x^{n} + a_{n-1}x^{n-1} + \dots + a_{1}x + a_{0}f(x)=an​xn+an−1​xn−1+⋯+a1​x+a0​

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Musterlösung

Scheitelpunkt durch quadratische Ergänzung

Bestimmen Sie den Scheitelpunkt der Funktion f(x)=2x2−8x+3f(x) = 2x^{2} - 8x + 3f(x)=2x2−8x+3 und interpretieren Sie das Ergebnis als globales Extremum.

  1. Schritt 1 — Streckfaktor ausklammern

    f(x)=2(x2−4x)+3f(x) = 2(x^{2} - 4x) + 3f(x)=2(x2−4x)+3.

  2. Schritt 2 — Quadratische Ergänzung

    In der Klammer ergänze (−4/2)2=4(-4/2)^{2}=4(−4/2)2=4: x2−4x=(x−2)2−4x^{2}-4x = (x-2)^{2}-4x2−4x=(x−2)2−4.

    f(x)=2[(x−2)2−4]+3=2(x−2)2−5f(x) = 2\left[(x-2)^{2}-4\right] + 3 = 2(x-2)^{2} - 5f(x)=2[(x−2)2−4]+3=2(x−2)2−5
  3. Schritt 3 — Scheitelpunkt ablesen

    Vergleich mit a(x−d)2+ea(x-d)^{2}+ea(x−d)2+e: d=2d=2d=2, e=−5e=-5e=−5, also S(2∣−5)S(2\mid -5)S(2∣−5).

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Da a=2>0a=2>0a=2>0 ist die Parabel nach oben geöffnet; S(2∣−5)S(2\mid -5)S(2∣−5) ist globales Minimum mit f(2)=−5f(2)=-5f(2)=−5.

Ergebnis: Scheitelpunkt S(2∣−5)S(2\mid -5)S(2∣−5); globales Minimum bei x=2x=2x=2, Funktionswert −5-5−5.

Abiturfokus

  • Wählen Sie die Darstellungsform nach der Frage: Scheitel gesucht ⇒ Scheitelpunktform, Nullstellen ⇒ faktorisierte oder pqpqpq-Formel.
  • Nutzen Sie xS=−b/(2a)x_S = -b/(2a)xS​=−b/(2a), wenn nur die Scheitelstelle gebraucht wird — das spart die quadratische Ergänzung.
  • Folgern Sie aus der Diskriminante die Lage der Parabel zur xxx-Achse, ohne zu zeichnen.
  • Lösen Sie quadratische Optimierungsaufgaben über den Scheitel statt über die Ableitung.
  • Deuten Sie im Sachkontext Scheitel, Nullstellen und Achsenabschnitt jeweils mit Einheit.

Typische Fehler

  • In der Scheitelpunktform das Vorzeichen von ddd falsch abgelesen (a(x−3)2a(x-3)^2a(x−3)2 hat den Scheitel bei +3+3+3).
  • Bei der quadratischen Ergänzung den Faktor aaa nicht ausgeklammert.
  • xS=−b/(2a)x_S = -b/(2a)xS​=−b/(2a) mit vergessenem Minuszeichen verwendet.
  • Aus D<0D < 0D<0 auf „keine Lösung" geschlossen, ohne „keine REELLE Lösung" zu sagen.
  • Bei Optimierungsaufgaben zur Ableitung gegriffen, obwohl der Scheitel unmittelbar zum Ziel führt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie die Funktionsschar fa(x)=x2−2ax+af_a(x) = x^2 - 2ax + afa​(x)=x2−2ax+a in Abhängigkeit von aaa: Bestimmen Sie den Scheitelpunkt allgemein und zeigen Sie, dass alle Scheitelpunkte auf einer Parabel liegen. Geben Sie die Gleichung dieser Ortskurve an.

§ 02

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie für f(x)=2x2−8x+5f(x) = 2x^2 - 8x + 5f(x)=2x2−8x+5 die Scheitelpunktform, den Scheitelpunkt und die Nullstellen. Geben Sie an, ob der Scheitel ein Maximum oder ein Minimum ist, und begründen Sie es ohne Ableitung.

Passende Aufgaben üben54 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4 (Kultusministerkonferenz)

§ 03
§ 03

Ganzrationale Funktionen höheren Grades#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL4LPK2

Ganzrationale Funktionen — Grad und Verhalten

Ganzrationale Funktionen — Grad und VerhaltenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Grad n · Verhalten für x → ±∞ (a_n > 0) · Höchstens … Nullstellen / Extrempunkte / Wendepunkte; 1 (linear) · −∞ … +∞ · 1 / 0 / 0; 2 (quadratisch) · +∞ … +∞ · 2 / 1 / 0; 3 (kubisch) · −∞ … +∞ · 3 / 2 / 1; 4 · +∞ … +∞ · 4 / 3 / 2; n allgemein · Ungerader Grad: entgegengesetzt · gerader Grad: gleich · n / n−1 / n−2; a_n < 0 · Alle Vorzeichen gespiegelt · Anzahl bleibt gleich; Vielfachheit einer Nullstelle · Ungerade: Vorzeichenwechsel · gerade: Berührung · Dreifach: Sattelpunkt auf der x-AchseGrad nVerhalten für x → ±∞ (an > 0)Höchstens …Nullstellen /Extrempunkte /Wendepunkte1 (linear)−∞ … +∞1 / 0 / 02 (quadratisch)+∞ … +∞2 / 1 / 03 (kubisch)−∞ … +∞3 / 2 / 14+∞ … +∞4 / 3 / 2n allgemeinUngerader Grad:entgegengesetzt · geraderGrad: gleichn / n−1 / n−2an < 0Alle Vorzeichen gespiegeltAnzahl bleibt gleichVielfachheit einerNullstelleUngerade: Vorzeichenwechsel· gerade: BerührungDreifach: Sattelpunkt aufder x-Achse
Abb. 3Grad und Leitkoeffizient legen das Verhalten im Unendlichen und die maximale Anzahl von Nullstellen und Extremstellen fest — noch bevor gerechnet wird.

Kernpunkte

Ganzrationale Funktionen (Polynome) sind Summen von Potenzen mit natürlichen Exponenten. Ihr GRAD — der höchste vorkommende Exponent — bestimmt die grobe Gestalt: höchstens nnn Nullstellen, höchstens n−1n-1n−1 Extremstellen und höchstens n−2n-2n−2 Wendestellen. Diese Schranken erlauben eine schnelle Plausibilitätskontrolle jeder Kurvendiskussion.
Das Verhalten für x→±∞x \to \pm\inftyx→±∞ hängt allein vom LEITTERM ab, also von der höchsten Potenz mit ihrem Vorzeichen. Bei geradem Grad verlaufen beide Äste in dieselbe Richtung, bei ungeradem in entgegengesetzte; das Vorzeichen des Leitkoeffizienten entscheidet, in welche. Alle übrigen Summanden sind für große ∣x∣|x|∣x∣ vernachlässigbar.
Zur Nullstellenbestimmung führen drei Techniken, die in dieser Reihenfolge zu prüfen sind: AUSKLAMMERN von xxx, wenn kein Absolutglied vorhanden ist, SUBSTITUTION bei biquadratischen Termen (z=x2z = x^2z=x2) und POLYNOMDIVISION, wenn eine Nullstelle bereits bekannt ist oder durch Raten gefunden wurde.
Beim Raten hilft ein Satz, der oft übersehen wird: Bei ganzzahligen Koeffizienten und Leitkoeffizient 1 sind alle ganzzahligen Nullstellen TEILER des Absolutglieds. Statt planlos zu probieren, prüft man also gezielt die wenigen Teiler — bei einem Absolutglied von 6 genau ±1,±2,±3,±6\pm 1, \pm 2, \pm 3, \pm 6±1,±2,±3,±6.
Die VIELFACHHEIT einer Nullstelle bestimmt das Verhalten des Graphen dort: Bei ungerader Vielfachheit schneidet er die xxx-Achse, bei gerader berührt er sie nur. Eine dreifache Nullstelle erzeugt zusätzlich einen Sattelpunkt mit waagerechter Tangente. Aus der faktorisierten Form lässt sich der Verlauf damit ohne jede Rechnung skizzieren.
Beim STECKBRIEF-Problem wird umgekehrt aus Eigenschaften der Funktionsterm gesucht. Jede Bedingung — ein Punkt, eine Steigung, ein Extremum, ein Wendepunkt — liefert eine Gleichung; für einen Grad-nnn-Ansatz braucht es n+1n+1n+1 davon. Symmetriebedingungen halbieren den Aufwand, weil sie einzelne Koeffizienten sofort zu null setzen.

Vokabeln

→ Kartei
  • der Gradhöchster Exponent; begrenzt Nullstellen- und Extremstellenzahl
  • der LeittermSummand höchster Potenzbestimmt das Verhalten im Unendlichen
  • die Vielfachheitwie oft ein Linearfaktor auftrittgerade ⇒ berühren, ungerade ⇒ schneiden
  • die PolynomdivisionAbspalten eines bekannten Linearfaktors
  • die SteckbriefaufgabeFunktionsterm aus vorgegebenen Eigenschaften

Ganzrationale Funktion (Polynom) vom Grad n

f(x)=anxn+an−1xn−1+⋯+a1x+a0f(x) = a_{n}x^{n} + a_{n-1}x^{n-1} + \dots + a_{1}x + a_{0}f(x)=an​xn+an−1​xn−1+⋯+a1​x+a0​

Polynom dritten Grades f(x) = x³ − 3x

Abb. 4Punktsymmetrisch zum Ursprung; Extremstellen bei \pm 1; Wendepunkt im Ursprung.
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Musterlösung

Steckbriefaufgabe — Funktionsgleichung aus Bedingungen

Bestimmen Sie eine ganzrationale Funktion dritten Grades f(x)=ax3+bx2+cx+df(x)=ax^{3}+bx^{2}+cx+df(x)=ax3+bx2+cx+d, deren Graph durch (0∣1)(0\mid 1)(0∣1) verläuft, dort eine waagrechte Tangente besitzt, bei x=1x=1x=1 einen Wendepunkt hat und durch (1∣3)(1\mid 3)(1∣3) geht.

  1. Schritt 1 — Ableitungen aufstellen

    f′(x)=3ax2+2bx+cf'(x)=3ax^{2}+2bx+cf′(x)=3ax2+2bx+c und f′′(x)=6ax+2bf''(x)=6ax+2bf′′(x)=6ax+2b bereitstellen, um die Bedingungen zu übersetzen.

  2. Schritt 2 — Bedingungen in Gleichungen übersetzen

    f(0)=1⇒d=1f(0)=1\Rightarrow d=1f(0)=1⇒d=1; f′(0)=0⇒c=0f'(0)=0\Rightarrow c=0f′(0)=0⇒c=0; f′′(1)=0⇒6a+2b=0f''(1)=0\Rightarrow 6a+2b=0f′′(1)=0⇒6a+2b=0; f(1)=3⇒a+b+c+d=3f(1)=3\Rightarrow a+b+c+d=3f(1)=3⇒a+b+c+d=3.

  3. Schritt 3 — LGS lösen

    Aus 6a+2b=06a+2b=06a+2b=0 folgt b=−3ab=-3ab=−3a. Einsetzen in a+b+0+1=3a+b+0+1=3a+b+0+1=3 gibt a−3a=2a-3a=2a−3a=2, also a=−1a=-1a=−1 und b=3b=3b=3.

    {d=1c=06a+2b=0a+b+c+d=3  ⇒  a=−1, b=3, c=0, d=1\begin{cases} d=1 \\ c=0 \\ 6a+2b=0 \\ a+b+c+d=3 \end{cases}\;\Rightarrow\; a=-1,\,b=3,\,c=0,\,d=1⎩⎨⎧​d=1c=06a+2b=0a+b+c+d=3​⇒a=−1,b=3,c=0,d=1
  4. Schritt 4 — Probe

    f(x)=−x3+3x2+1f(x)=-x^{3}+3x^{2}+1f(x)=−x3+3x2+1: f(0)=1f(0)=1f(0)=1 ✓, f′(0)=0f'(0)=0f′(0)=0 ✓, f′′(1)=−6+6=0f''(1)=-6+6=0f′′(1)=−6+6=0 ✓, f(1)=−1+3+1=3f(1)=-1+3+1=3f(1)=−1+3+1=3 ✓.

Ergebnis: Gesuchte Funktion: f(x)=−x3+3x2+1f(x)=-x^{3}+3x^{2}+1f(x)=−x3+3x2+1.

Abiturfokus

  • Prüfen Sie Nullstellen-, Extrem- und Wendestellenzahl gegen die Gradschranken als Plausibilitätskontrolle.
  • Bestimmen Sie das Verhalten im Unendlichen allein am Leitterm.
  • Suchen Sie ganzzahlige Nullstellen gezielt unter den TEILERN des Absolutglieds.
  • Lesen Sie aus der Vielfachheit ab, ob der Graph schneidet (ungerade) oder berührt (gerade).
  • Zählen Sie bei Steckbriefaufgaben zuerst die Bedingungen: Grad nnn verlangt n+1n+1n+1 Gleichungen.

Typische Fehler

  • Nach Ausklammern von xxx die Nullstelle x=0x = 0x=0 vergessen.
  • Bei der Substitution z=x2z = x^2z=x2 am Ende nicht zurücksubstituiert.
  • Negative zzz-Lösungen zurücksubstituiert und dabei ignoriert, dass x2=z<0x^2 = z < 0x2=z<0 keine reelle Lösung hat.
  • Die Vielfachheit ignoriert und einen Berührpunkt als Schnittpunkt gezeichnet.
  • Bei Steckbriefaufgaben zu wenige Bedingungen aufgestellt und ein unterbestimmtes System erhalten.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Bestimmen Sie die ganzrationale Funktion dritten Grades, deren Graph punktsymmetrisch zum Ursprung ist, bei x=2x = 2x=2 einen Tiefpunkt besitzt und durch P(1∣−3)P(1 \mid -3)P(1∣−3) verläuft. Erläutern Sie, wie die Symmetriebedingung die Zahl der nötigen Gleichungen verringert.

§ 03

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie alle Nullstellen von f(x)=x3−2x2−5x+6f(x) = x^3 - 2x^2 - 5x + 6f(x)=x3−2x2−5x+6 mit ihren Vielfachheiten. Beschreiben Sie das Verhalten für x→±∞x \to \pm\inftyx→±∞ und skizzieren Sie den Verlauf ohne weitere Rechnung.

Passende Aufgaben üben54 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4 (Kultusministerkonferenz)

§ 04
§ 04

Gebrochenrationale Funktionen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL4LPK4

Gebrochenrationale Funktionen — Asymptoten

Gebrochenrationale Funktionen — AsymptotenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Fall · Bedingung · Verhalten für x → ±∞; Zählergrad < Nennergrad · z < n · Waagerechte Asymptote y = 0; Zählergrad = Nennergrad · z = n · Waagerechte Asymptote y = a_z/a_n; Zählergrad = Nennergrad + 1 · z = n + 1 · Schiefe Asymptote — durch Polynomdivision bestimmen; Zählergrad > Nennergrad + 1 · z > n + 1 · Ganzrationale Näherungskurve; Polstelle · Nenner = 0, Zähler ≠ 0 · Senkrechte Asymptote; ungerade Ordnung mit Vorzeichenwechsel; Hebbare Lücke · Zähler und Nenner beide 0 · Kürzen; Definitionslücke bleibt bestehen; 🔴 Reihenfolge · Erst Definitionsmenge, dann kürzen · Wer zuerst kürzt, verliert die LückeFallBedingungVerhalten für x → ±∞Zählergrad < Nennergradz < nWaagerechte Asymptote y = 0Zählergrad = Nennergradz = nWaagerechte Asymptote y = az/anZählergrad = Nennergrad + 1z = n + 1Schiefe Asymptote — durchPolynomdivision bestimmenZählergrad > Nennergrad + 1z > n + 1Ganzrationale NäherungskurvePolstelleNenner = 0, Zähler ≠ 0Senkrechte Asymptote;ungerade Ordnung mitVorzeichenwechselHebbare LückeZähler und Nenner beide 0Kürzen; Definitionslückebleibt bestehen🔴 ReihenfolgeErst Definitionsmenge, dannkürzenWer zuerst kürzt, verliertdie Lücke
Abb. 5Der Vergleich der Grade von Zähler und Nenner entscheidet über die Asymptote im Unendlichen. Drei Fälle decken alles ab.

Kernpunkte

Gebrochenrationale Funktionen sind Quotienten zweier Polynome. Ihre Besonderheit gegenüber den ganzrationalen ist der eingeschränkte Definitionsbereich: An den Nullstellen des NENNERS ist die Funktion nicht definiert, und genau diese Stellen bestimmen ihr charakteristisches Verhalten.
Nicht jede Definitionslücke ist gleich. Kürzt sich ein Faktor vollständig heraus, so liegt eine BEHEBBARE Lücke vor — der Graph hat dort nur ein Loch, verläuft aber sonst unauffällig. Bleibt der Nenner nach dem Kürzen null, während der Zähler es nicht ist, liegt eine POLSTELLE mit senkrechter Asymptote vor. Deshalb gilt: erst faktorisieren und kürzen, dann urteilen.
An einer Polstelle entscheidet die Vielfachheit über das Bild: Bei ungerader Vielfachheit wechselt der Graph das Vorzeichen und läuft auf der einen Seite nach +∞+\infty+∞, auf der anderen nach −∞-\infty−∞; bei gerader Vielfachheit strebt er auf beiden Seiten in dieselbe Richtung. Die einseitigen Grenzwerte sind deshalb getrennt anzugeben.
Das Verhalten im Unendlichen folgt dem GRADVERGLEICH von Zähler und Nenner. Ist der Zählergrad kleiner, so ist die xxx-Achse waagerechte Asymptote. Sind die Grade gleich, so ist es die Gerade y=an/bny = a_n/b_ny=an​/bn​ mit den Leitkoeffizienten. Ist der Zählergrad um genau eins größer, entsteht eine SCHIEFE Asymptote, die man durch Polynomdivision gewinnt.
Bemerkenswert und oft überraschend: Der Graph DARF seine waagerechte oder schiefe Asymptote schneiden. Das Verbot gilt nur für senkrechte Asymptoten, weil die Funktion dort gar nicht definiert ist. Wer glaubt, eine Asymptote dürfe nie geschnitten werden, zeichnet den Verlauf im mittleren Bereich falsch.
Für die Skizze genügen deshalb wenige Bausteine: Definitionslücken mit ihrer Art, das Verhalten an den Polstellen, die Asymptoten, die Nullstellen (Nullstellen des ZÄHLERS, sofern sie nicht weggekürzt wurden) und der yyy-Achsenabschnitt. Aus ihnen ergibt sich der Verlauf zuverlässig, ohne eine Wertetabelle anzulegen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die gebrochenrationale FunktionQuotient zweier Polynome
  • die PolstelleDefinitionslücke mit senkrechter Asymptote
  • die behebbare LückeLücke, die sich durch Kürzen schließen lässt
  • die schiefe AsymptoteGerade bei um eins größerem Zählergrad
  • der GradvergleichVergleich von Zähler- und Nennergrad

Gradvergleich — Verhalten im Unendlichen

lim⁡x→±∞anxn+…bmxm+…={0n<manbmn=m±∞n>m\lim_{x\to\pm\infty}\dfrac{a_n x^n + \dots}{b_m x^m + \dots} = \begin{cases} 0 & n < m \\ \dfrac{a_n}{b_m} & n = m \\ \pm\infty & n > m \end{cases}x→±∞lim​bm​xm+…an​xn+…​=⎩⎨⎧​0bm​an​​±∞​n<mn=mn>m​

nnn der Zählergrad, mmm der Nennergrad, ana_nan​ und bmb_mbm​ die zugehörigen Leitkoeffizienten. Bei n=m+1n = m+1n=m+1 entsteht zusätzlich eine schiefe Asymptote, die man durch Polynomdivision gewinnt.

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Musterlösung

Kurvendiskussion einer gebrochenrationalen Funktion

Untersuchen Sie f(x)=x2−1xf(x)=\dfrac{x^{2}-1}{x}f(x)=xx2−1​ auf Definitionsbereich, Symmetrie, Nullstellen, Polstellen und Asymptoten.

  1. Schritt 1 — Definitionsbereich

    Nenner x=0x=0x=0 ist ausgeschlossen: Df=R∖{0}D_{f}=\mathbb{R}\setminus\{0\}Df​=R∖{0}.

  2. Schritt 2 — Symmetrie

    f(−x)=x2−1−x=−x2−1x=−f(x)f(-x)=\dfrac{x^{2}-1}{-x}=-\dfrac{x^{2}-1}{x}=-f(x)f(−x)=−xx2−1​=−xx2−1​=−f(x) — Punktsymmetrie zum Ursprung.

  3. Schritt 3 — Nullstellen

    Zähler null: x2−1=0⇒x=±1x^{2}-1=0\Rightarrow x=\pm 1x2−1=0⇒x=±1 (beide im Definitionsbereich).

  4. Schritt 4 — Polstelle

    Bei x=0x=0x=0 ist der Zähler −1≠0-1\neq 0−1=0, also echte Polstelle. Einseitige Grenzwerte: lim⁡x→0+f(x)=−∞\lim_{x\to 0^{+}}f(x)=-\inftylimx→0+​f(x)=−∞, lim⁡x→0−f(x)=+∞\lim_{x\to 0^{-}}f(x)=+\inftylimx→0−​f(x)=+∞ — Polstelle mit Vorzeichenwechsel.

  5. Schritt 5 — Asymptote

    Polynomdivision: x2−1x=x−1x\dfrac{x^{2}-1}{x}=x-\dfrac{1}{x}xx2−1​=x−x1​. Da −1x→0-\tfrac{1}{x}\to 0−x1​→0 für x→±∞x\to\pm\inftyx→±∞, ist y=xy=xy=x schiefe Asymptote.

    f(x)=x−1x  ⇒  schiefe Asymptote y=xf(x)=x-\dfrac{1}{x}\;\Rightarrow\; \text{schiefe Asymptote } y=xf(x)=x−x1​⇒schiefe Asymptote y=x

Ergebnis: Df=R∖{0}D_{f}=\mathbb{R}\setminus\{0\}Df​=R∖{0}; punktsymmetrisch; Nullstellen x=±1x=\pm 1x=±1; Polstelle x=0x=0x=0 mit Vorzeichenwechsel; schiefe Asymptote y=xy=xy=x.

Abiturfokus

  • Faktorisieren und kürzen Sie ZUERST; erst danach lässt sich behebbare Lücke von Polstelle unterscheiden.
  • Geben Sie an Polstellen die einseitigen Grenzwerte getrennt an und nutzen Sie die Vielfachheit für die Richtung.
  • Bestimmen Sie waagerechte Asymptoten über den Gradvergleich, schiefe über Polynomdivision.
  • Prüfen Sie Schnittpunkte mit der waagerechten oder schiefen Asymptote — sie sind erlaubt.
  • Suchen Sie Nullstellen im ZÄHLER und prüfen Sie, ob sie nicht weggekürzt wurden.

Typische Fehler

  • Vor dem Kürzen über die Art der Definitionslücke geurteilt.
  • Angenommen, ein Graph dürfe seine waagerechte Asymptote nicht schneiden.
  • Die schiefe Asymptote übersehen, weil nur auf waagerechte geprüft wurde.
  • An der Polstelle nur einen Grenzwert angegeben statt beider Seiten.
  • Eine weggekürzte Nullstelle als echte Nullstelle mitgeführt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Bestimmen Sie die schiefe Asymptote von f(x)=x2+1x−1f(x) = \dfrac{x^2 + 1}{x - 1}f(x)=x−1x2+1​ durch Polynomdivision und untersuchen Sie, ob der Graph sie schneidet. Begründen Sie Ihr Ergebnis und erläutern Sie, was der Restterm über die Lage des Graphen relativ zur Asymptote aussagt.

§ 04

Aktive Wiederholung

Untersuchen Sie f(x)=x2−1x2−4f(x) = \dfrac{x^2 - 1}{x^2 - 4}f(x)=x2−4x2−1​ vollständig: Definitionsbereich, Art der Definitionslücken, Nullstellen, Asymptoten und Verhalten an den Polstellen. Skizzieren Sie den Graphen.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4 (Kultusministerkonferenz)

§ 05
§ 05

Exponential- und Logarithmusfunktionen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL4LPK3

Exponentialfunktion und natürlicher Logarithmus

Exponentialfunktion und natürlicher LogarithmusSchaubild von f(x) = e^x, y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von -3 bis 4, Schaubild von g(x) = ln x, Nullstellen bei x = 1, steigend, im Bereich x von 0.04 bis 4, senkrechte Asymptote bei x = 0−3−2−11234−3−2−11234y = 0x = 0f(x) = exg(x) = ln xyx
Abb. 6f(x) = eˣ wächst streng monoton; g(x) = ln(x) ist die Umkehrung mit Definitionsbereich (0, ∞).

Kernpunkte

Bei Exponentialfunktionen f(x)=a⋅bxf(x) = a\cdot b^{x}f(x)=a⋅bx steht die Variable im EXPONENTEN — das ist der entscheidende Unterschied zu Potenzfunktionen wie x2x^2x2, bei denen sie in der Basis steht. Aus dieser Bauart folgt die charakteristische Eigenschaft: Bei gleichen Schritten in xxx wird der Funktionswert mit demselben Faktor MULTIPLIZIERT, nicht um denselben Betrag vergrößert.
Für b>1b > 1b>1 liegt Wachstum vor, für 0<b<10 < b < 10<b<1 Zerfall. Der Faktor aaa ist stets der Startwert f(0)f(0)f(0), denn b0=1b^0 = 1b0=1. Die xxx-Achse ist waagerechte Asymptote, und der Graph verläuft — solange a>0a > 0a>0 ist — vollständig oberhalb: Eine Exponentialfunktion dieser Bauart hat KEINE Nullstelle, was in Aufgaben regelmäßig zu begründen ist.
In der Analysis bevorzugt man die Basis eee mit e≈2,718e \approx 2{,}718e≈2,718, und der Grund ist ihre Ableitung: (ex)′=ex\left(e^x\right)' = e^x(ex)′=ex ist die einzige Funktion, die mit ihrer eigenen Ableitung übereinstimmt. Jede Exponentialfunktion lässt sich über bx=exln⁡bb^x = e^{x\ln b}bx=exlnb auf diese Basis bringen — der Zusammenhang, der Wachstumsfaktor und Wachstumskonstante verbindet.
Der LOGARITHMUS ist die Umkehrfunktion: log⁡by\log_b ylogb​y ist der Exponent, mit dem bbb zu potenzieren ist, um yyy zu erhalten. Daraus folgt sofort sein Definitionsbereich — nur positive Argumente sind zulässig, weil eine Potenz mit positiver Basis nie null oder negativ wird. Die Graphen von exe^xex und ln⁡x\ln xlnx sind Spiegelbilder an der Winkelhalbierenden.
Praktisch braucht man den Logarithmus überall dort, wo die gesuchte Größe im Exponenten steht — bei Verdopplungs- und Halbwertszeiten, bei Zinsdauern, bei Abklingvorgängen. Die Rechenregeln ln⁡(uv)=ln⁡u+ln⁡v\ln(uv) = \ln u + \ln vln(uv)=lnu+lnv und ln⁡(un)=nln⁡u\ln(u^n) = n\ln uln(un)=nlnu sind dabei das Werkzeug: Die letzte holt den Exponenten nach vorn und macht ihn damit auflösbar.
Die häufigste Modellform im Abitur ist f(t)=a⋅ektf(t) = a\cdot e^{k t}f(t)=a⋅ekt mit k=ln⁡bk = \ln bk=lnb. Positives kkk bedeutet Wachstum, negatives Zerfall, und ∣k∣|k|∣k∣ misst die Geschwindigkeit. Aus zwei Messpunkten lassen sich aaa und kkk bestimmen — die Standardaufgabe, die den Übergang zur Modellierung herstellt.

Vokabeln

→ Kartei
  • die ExponentialfunktionVariable im Exponenten, $a\cdot b^x$
  • die Basis $e$Eulersche Zahl ≈ 2,718$(e^x)' = e^x$
  • der LogarithmusUmkehrfunktion der Exponentialfunktion
  • die WachstumskonstanteExponent $k$ mit $k = \ln b$
  • die HalbwertszeitZeit bis zur Halbierung des Bestands

Exponentialfunktion und Umrechnung in Basis e

f(x)=c⋅ax=c⋅ekx,k=ln⁡af(x) = c\cdot a^{x} = c\cdot \mathrm{e}^{kx},\quad k = \ln af(x)=c⋅ax=c⋅ekx,k=lna

Exponentielles Wachstum f(t) = 100 · 1,08ᵗ

Abb. 7Anfangswert 100, Wachstumsfaktor 1,08 (8 % pro Periode); Verdopplungszeit ca. 9 Perioden.
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Musterlösung

Exponentielles Wachstumsmodell anpassen

Eine Bakterienkultur enthält zu Beginn 1000 Zellen und verdoppelt sich alle 4 Stunden. Stellen Sie ein Wachstumsmodell N(t)N(t)N(t) auf, bestimmen Sie die Wachstumsrate kkk und berechnen Sie N(10)N(10)N(10).

  1. Schritt 1 — Modellansatz

    Stetiges Wachstum: N(t)=1000⋅ektN(t) = 1000\cdot \mathrm{e}^{kt}N(t)=1000⋅ekt.

  2. Schritt 2 — Verdopplungsbedingung

    N(4)=2000N(4)=2000N(4)=2000 liefert e4k=2\mathrm{e}^{4k}=2e4k=2, also k=ln⁡24≈0,1733k=\tfrac{\ln 2}{4}\approx 0{,}1733k=4ln2​≈0,1733.

    k=ln⁡24≈0,1733k = \tfrac{\ln 2}{4} \approx 0{,}1733k=4ln2​≈0,1733
  3. Schritt 3 — Auswertung bei t = 10

    N(10)=1000⋅e0,1733⋅10=1000⋅e1,733≈1000⋅5,657≈5657N(10) = 1000\cdot \mathrm{e}^{0{,}1733\cdot 10} = 1000\cdot \mathrm{e}^{1{,}733}\approx 1000\cdot 5{,}657 \approx 5657N(10)=1000⋅e0,1733⋅10=1000⋅e1,733≈1000⋅5,657≈5657.

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Nach 10 Stunden liegen rund 5650 Zellen vor; das Modell setzt unbeschränkte Ressourcen voraus, was biologisch nur kurzzeitig gilt.

Ergebnis: Modell N(t)=1000⋅e(ln⁡2/4)⋅tN(t)=1000\cdot \mathrm{e}^{(\ln 2/4)\cdot t}N(t)=1000⋅e(ln2/4)⋅t; N(10)≈5657N(10)\approx 5657N(10)≈5657 Zellen.

Abiturfokus

  • Unterscheiden Sie Exponential- (bxb^xbx) und Potenzfunktion (xnx^nxn) ausdrücklich; die Lage der Variablen entscheidet.
  • Begründen Sie die Nullstellenfreiheit von a⋅bxa\cdot b^xa⋅bx mit bx>0b^x > 0bx>0 für alle xxx.
  • Nutzen Sie ln⁡(un)=nln⁡u\ln(u^n) = n\ln uln(un)=nlnu, um Unbekannte aus dem Exponenten zu holen.
  • Rechnen Sie zwischen bxb^xbx und ekxe^{kx}ekx über k=ln⁡bk = \ln bk=lnb um und geben Sie den Zusammenhang an.
  • Bestimmen Sie aaa und kkk aus zwei Messpunkten und prüfen Sie das Modell an einem dritten.

Typische Fehler

  • ln⁡(u+v)=ln⁡u+ln⁡v\ln(u + v) = \ln u + \ln vln(u+v)=lnu+lnv verwendet; die Regel gilt für PRODUKTE.
  • Den Definitionsbereich des Logarithmus nicht beachtet und ln⁡\lnln eines negativen Werts gebildet.
  • Exponential- und Potenzfunktion verwechselt.
  • Bei 0<b<10 < b < 10<b<1 von Wachstum gesprochen statt von Zerfall.
  • kkk und bbb gleichgesetzt statt k=ln⁡bk = \ln bk=lnb zu verwenden.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie, dass sich jede Exponentialfunktion a⋅bxa\cdot b^xa⋅bx in der Form a⋅ekxa\cdot e^{kx}a⋅ekx mit k=ln⁡bk = \ln bk=lnb schreiben lässt, und leiten Sie daraus die Ableitung (bx)′=bxln⁡b\left(b^x\right)' = b^x\ln b(bx)′=bxlnb her. Erläutern Sie, warum die Basis eee die Ableitung besonders einfach macht.

§ 05

Aktive Wiederholung

Eine Substanz zerfällt gemäß f(t)=200⋅e−0,03tf(t) = 200\cdot e^{-0{,}03t}f(t)=200⋅e−0,03t (ttt in Tagen). Bestimmen Sie den Anfangsbestand, die Halbwertszeit und den Zeitpunkt, zu dem noch 505050 Einheiten vorhanden sind. Begründen Sie, warum die Funktion keine Nullstelle besitzt.

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§ 06
§ 06

Trigonometrische Funktionen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL4LPL2

Einheitskreis — Sinus, Kosinus, Tangens

x y P(cos φ | sin φ) φ cos φ sin φ sin²φ + cos²φ = 1
Abb. 8Punkt P(cos⁡φ∣sin⁡φ)P(\cos\varphi \mid \sin\varphi)P(cosφ∣sinφ) auf dem Einheitskreis; φ\varphiφ im Bogenmaß.

Kernpunkte

Sinus und Kosinus beschreiben PERIODISCHE Vorgänge — alles, was sich in gleichen Abständen wiederholt: Schwingungen, Wechselspannung, Gezeiten, Tageslängen im Jahresverlauf. Ihre Definition am Einheitskreis macht sie für alle reellen Zahlen sinnvoll und nicht nur für Winkel im Dreieck: Der Kosinus ist die xxx-, der Sinus die yyy-Koordinate des Punktes zum Bogenmaß xxx.
In der Analysis wird durchgehend im BOGENMASS gerechnet, nicht in Grad. Der Grund ist zwingend: Nur dort gilt (sin⁡x)′=cos⁡x\left(\sin x\right)' = \cos x(sinx)′=cosx ohne störenden Umrechnungsfaktor. Ein auf Grad eingestellter Rechner liefert bei Ableitungen und Integralen systematisch falsche Werte — der häufigste stille Fehler dieses Abschnitts.
Beide Funktionen haben die Periode 2π2\pi2π und den Wertebereich [−1; 1][-1;\,1][−1;1]. Der Sinus ist punktsymmetrisch zum Ursprung (sin⁡(−x)=−sin⁡x\sin(-x) = -\sin xsin(−x)=−sinx), der Kosinus achsensymmetrisch zur yyy-Achse (cos⁡(−x)=cos⁡x\cos(-x) = \cos xcos(−x)=cosx). Sie gehen durch Verschiebung um π/2\pi/2π/2 ineinander über, sind also im Grunde dieselbe Kurve an verschiedener Stelle.
Die allgemeine Form f(x)=asin⁡(b(x−c))+df(x) = a\sin(b(x - c)) + df(x)=asin(b(x−c))+d enthält alle vier Parameter mit klarer Bedeutung: ∣a∣|a|∣a∣ ist die Amplitude, bbb staucht horizontal und ergibt die Periode 2π/b2\pi/b2π/b, ccc verschiebt waagerecht (Phasenverschiebung) und ddd senkrecht (Mittellinie). Diese Zuordnung sicher zu beherrschen ist der Kern jeder Modellierungsaufgabe mit periodischen Daten.
Die Periode über bbb zu bestimmen ist der Schritt, der am häufigsten misslingt: Ein größeres bbb macht die Periode KLEINER, weil es horizontal staucht. Bei einem Jahresmodell mit Periode 12 Monaten ist demnach b=2π/12=π/6b = 2\pi/12 = \pi/6b=2π/12=π/6 — nicht 12. Wer die Beziehung umkehrt, erhält Modelle, die um Größenordnungen danebenliegen.
Trigonometrische Gleichungen haben stets UNENDLICH viele Lösungen, weil sich die Funktionswerte periodisch wiederholen. Der Rechner liefert nur einen Hauptwert; alle weiteren ergeben sich durch Addition von k⋅2πk\cdot 2\pik⋅2π und — je nach Funktion — durch die Symmetrie (π−x\pi - xπ−x beim Sinus, −x-x−x beim Kosinus). Die vollständige Lösungsmenge anzugeben ist Teil der Aufgabe.

Vokabeln

→ Kartei
  • das BogenmaßWinkelmaß über die Bogenlänge am Einheitskreisin der Analysis verbindlich
  • die Amplitudehalbe Schwankungsbreite, Parameter $|a|$
  • die PeriodeLänge einer vollen Schwingung, $2\pi/b$
  • die Phasenverschiebungwaagerechte Verschiebung, Parameter $c$
  • die Mittelliniesenkrechte Verschiebung, Parameter $d$

Allgemeine Sinusfunktion mit Amplitude a, Periode 2π/b, Phase c, Mittellage d

f(x)=a⋅sin⁡(b(x−c))+df(x) = a\cdot \sin(b(x - c)) + df(x)=a⋅sin(b(x−c))+d
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Musterlösung

Periodische Funktion an Datenpunkte anpassen

Die Wassertiefe an einer Küste schwankt zwischen 2 m (Niedrigwasser) und 6 m (Hochwasser) mit Periode 12 Stunden. Bestimmen Sie eine Funktion h(t)=asin⁡(b t)+dh(t)=a\sin(b\,t)+dh(t)=asin(bt)+d.

  1. Schritt 1 — Mittellage und Amplitude

    d=2+62=4d = \tfrac{2+6}{2}=4d=22+6​=4, a=6−22=2a=\tfrac{6-2}{2}=2a=26−2​=2.

  2. Schritt 2 — Periode

    Aus T=12T=12T=12 folgt b=2π12=π6b=\tfrac{2\pi}{12}=\tfrac{\pi}{6}b=122π​=6π​.

  3. Schritt 3 — Funktion notieren

    h(t)=2sin⁡ ⁣(π6t)+4h(t)=2\sin\!\left(\tfrac{\pi}{6}t\right)+4h(t)=2sin(6π​t)+4 liefert bei t=0t=0t=0 den Wert 4 (Mittellage).

    h(t)=2sin⁡ ⁣(π6 t)+4h(t) = 2\sin\!\left(\tfrac{\pi}{6}\,t\right) + 4h(t)=2sin(6π​t)+4

Ergebnis: Modellfunktion h(t)=2sin⁡(π6t)+4h(t) = 2\sin(\tfrac{\pi}{6}t)+4h(t)=2sin(6π​t)+4 (in Metern, t in Stunden).

Abiturfokus

  • Stellen Sie den Rechner auf BOGENMASS; in Grad sind Ableitungen und Integrale falsch.
  • Bestimmen Sie die Periode als 2π/b2\pi/b2π/b und beachten Sie, dass größeres bbb die Periode verkleinert.
  • Ordnen Sie in asin⁡(b(x−c))+da\sin(b(x-c))+dasin(b(x−c))+d jedem Parameter seine Wirkung zu, bevor Sie rechnen.
  • Geben Sie bei trigonometrischen Gleichungen die VOLLSTÄNDIGE Lösungsmenge mit k∈Zk \in \mathbb{Z}k∈Z an.
  • Prüfen Sie Modellparameter an den Extremwerten der Daten: Amplitude aus der halben Schwankungsbreite, ddd aus dem Mittelwert.

Typische Fehler

  • Im Gradmodus gerechnet und dadurch Ableitungen und Integrale verfälscht.
  • Die Periode als bbb oder b/2πb/2\pib/2π statt 2π/b2\pi/b2π/b angegeben.
  • Nur den Hauptwert einer trigonometrischen Gleichung angegeben.
  • Amplitude und Mittellinie verwechselt.
  • Die Phasenverschiebung mit falschem Vorzeichen abgelesen (sin⁡(x−c)\sin(x - c)sin(x−c) verschiebt nach RECHTS).

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Modellieren Sie die Tageslänge an einem Ort, an dem der längste Tag 16 Stunden und der kürzeste 8 Stunden dauert, durch eine Sinusfunktion mit Periode 365 Tagen. Bestimmen Sie alle vier Parameter und begründen Sie Ihre Wahl des Nullpunkts der Zeitrechnung.

§ 06

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie für f(x)=3sin⁡ ⁣(2(x−π4))+1f(x) = 3\sin\!\left(2\left(x - \tfrac{\pi}{4}\right)\right) + 1f(x)=3sin(2(x−4π​))+1 Amplitude, Periode, Phasenverschiebung und Mittellinie. Geben Sie außerdem alle Lösungen von f(x)=1f(x) = 1f(x)=1 an.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4 (Kultusministerkonferenz)

§ 07
§ 07

Symmetrien und Transformationen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPL4LPK4

Transformationen von Funktionsgraphen

Transformationen von FunktionsgraphenTabelle mit 3 Spalten und 8 Zeilen, Daten: Term · Wirkung · Bemerkung; f(x) + c · Verschiebung um c nach OBEN · Außerhalb der Klammer: gleichläufig; f(x + c) · Verschiebung um c nach LINKS · Innerhalb der Klammer: gegenläufig; a · f(x), a > 1 · Streckung in y-Richtung · Nullstellen bleiben erhalten; a · f(x), 0 < a < 1 · Stauchung in y-Richtung · —; f(b · x), b > 1 · Stauchung in x-Richtung um 1/b · Wieder gegenläufig; −f(x) · Spiegelung an der x-Achse · —; f(−x) · Spiegelung an der y-Achse · —; Reihenfolge · Erst innen (x), dann außen (y) · Bei mehreren Transformationen entscheidendTermWirkungBemerkungf(x) + cVerschiebung um c nach OBENAußerhalb der Klammer:gleichläufigf(x + c)Verschiebung um c nach LINKSInnerhalb der Klammer:gegenläufiga · f(x), a > 1Streckung in y-RichtungNullstellen bleiben erhaltena · f(x), 0 < a < 1Stauchung in y-Richtung—f(b · x), b > 1Stauchung in x-Richtung um1/bWieder gegenläufig−f(x)Spiegelung an der x-Achse—f(−x)Spiegelung an der y-Achse—ReihenfolgeErst innen (x), dann außen(y)Bei mehrerenTransformationenentscheidend
Abb. 9🔴 Innerhalb der Klammer wirkt alles GEGENLÄUFIG: f(x − 2) verschiebt nach RECHTS. Das ist der meistgemachte Fehler des Kapitels.

Kernpunkte

Symmetrie ist kein schmückendes Detail, sondern ein Arbeitsersparnis: Wer sie nachweist, halbiert den Untersuchungsaufwand und kann fehlende Koeffizienten sofort zu null setzen. Zwei Fälle sind prüfungsrelevant — Achsensymmetrie zur yyy-Achse und Punktsymmetrie zum Ursprung.
Der Nachweis läuft rechnerisch über f(−x)f(-x)f(−x): Ergibt sich f(−x)=f(x)f(-x) = f(x)f(−x)=f(x), liegt Achsensymmetrie zur yyy-Achse vor; ergibt sich f(−x)=−f(x)f(-x) = -f(x)f(−x)=−f(x), Punktsymmetrie zum Ursprung. Wichtig ist, dass ein Ergebnis, das weder das eine noch das andere ist, KEINE Symmetrie dieser beiden Arten bedeutet — nicht etwa einen Rechenfehler.
Bei ganzrationalen Funktionen gibt es dafür eine bequeme Abkürzung: Enthält der Term nur GERADE Exponenten, ist er achsensymmetrisch; nur UNGERADE, punktsymmetrisch. Ein Absolutglied zählt als gerader Exponent (x0x^0x0) und zerstört deshalb die Punktsymmetrie — das ist der häufigste Stolperstein bei Steckbriefaufgaben.
Transformationen verändern einen Graphen nach festen Regeln, und alle folgen einem Muster: Änderungen AUSSERHALB der Funktion wirken senkrecht und wie erwartet, Änderungen am ARGUMENT wirken waagerecht und gegenläufig. So verschiebt f(x)+df(x) + df(x)+d nach oben, aber f(x−c)f(x - c)f(x−c) nach RECHTS — obwohl dort ein Minus steht.
Ebenso gegenläufig ist die Streckung: a⋅f(x)a\cdot f(x)a⋅f(x) streckt senkrecht um den Faktor aaa, während f(b⋅x)f(b\cdot x)f(b⋅x) waagerecht um den Faktor 1/b1/b1/b STAUCHT. Ein größeres bbb macht den Graphen also schmaler. Diese Gegenläufigkeit ist der Kern aller Fehler in diesem Abschnitt und lohnt es, an einem einfachen Beispiel einmal durchgerechnet zu werden.
Spiegelungen fügen sich in dasselbe Schema: −f(x)-f(x)−f(x) spiegelt an der xxx-Achse, f(−x)f(-x)f(−x) an der yyy-Achse. Bei zusammengesetzten Transformationen ist die REIHENFOLGE zu beachten — erst wird das Argument bearbeitet (innen), dann der Funktionswert (außen); wer sie vertauscht, erhält einen anderen Graphen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Achsensymmetrie$f(-x) = f(x)$; Spiegelung an der $y$-Achse
  • die Punktsymmetrie$f(-x) = -f(x)$; Spiegelung am Ursprung
  • die TransformationVerschiebung, Streckung oder Spiegelung eines Graphen
  • die StauchungVerschmälerung durch $f(bx)$ mit $b > 1$

Symmetriekriterien für Funktionsgraphen

f(−x)=f(x)  (Achsensymmetrie),f(−x)=−f(x)  (Punktsymmetrie zum Ursprung)f(-x) = f(x)\;\text{(Achsensymmetrie),}\quad f(-x) = -f(x)\;\text{(Punktsymmetrie zum Ursprung)}f(−x)=f(x)(Achsensymmetrie),f(−x)=−f(x)(Punktsymmetrie zum Ursprung)
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Abiturfokus

  • Weisen Sie Symmetrie über f(−x)f(-x)f(−x) nach und formulieren Sie das Ergebnis vollständig (=f(x)= f(x)=f(x) bzw. =−f(x)= -f(x)=−f(x)).
  • Nutzen Sie bei Polynomen die Exponentenregel als Abkürzung und denken Sie an das Absolutglied als x0x^0x0.
  • Merken Sie die Gegenläufigkeit: außen wie erwartet, am Argument umgekehrt.
  • Beachten Sie bei mehreren Transformationen die Reihenfolge innen vor außen.
  • Prüfen Sie eine behauptete Transformation an einem konkreten Punkt — das deckt Vorzeichenfehler sofort auf.

Typische Fehler

  • f(x−c)f(x-c)f(x−c) als Verschiebung nach links gedeutet; sie verschiebt nach RECHTS.
  • f(bx)f(bx)f(bx) als Streckung statt als Stauchung gedeutet.
  • Bei einem Polynom mit Absolutglied Punktsymmetrie behauptet.
  • Aus f(−x)≠f(x)f(-x) \neq f(x)f(−x)=f(x) auf Punktsymmetrie geschlossen, ohne −f(x)-f(x)−f(x) zu prüfen.
  • Bei zusammengesetzten Transformationen die Reihenfolge vertauscht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, wie sich Symmetrieeigenschaften beim Ableiten verhalten: Zeigen Sie, dass die Ableitung einer achsensymmetrischen Funktion punktsymmetrisch ist und umgekehrt. Begründen Sie das anschaulich über die Steigungen an gespiegelten Stellen.

§ 07

Aktive Wiederholung

Untersuchen Sie f(x)=x4−3x2f(x) = x^4 - 3x^2f(x)=x4−3x2 und g(x)=x3−2xg(x) = x^3 - 2xg(x)=x3−2x auf Symmetrie und begründen Sie Ihr Ergebnis auf zwei Wegen. Beschreiben Sie anschließend, wie der Graph von h(x)=−2f(x−1)+3h(x) = -2f(x - 1) + 3h(x)=−2f(x−1)+3 aus dem von fff hervorgeht.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4 (Kultusministerkonferenz)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 07

    • 01Funktionsbegriff, Definitions- und Wertebereich○
    • 02Quadratische Funktionen und Scheitelpunktform○
    • 03Ganzrationale Funktionen höheren Grades◐
    • 04Gebrochenrationale Funktionen◐
    • 05Exponential- und Logarithmusfunktionen◐
    • 06Trigonometrische Funktionen◐
    • 07Symmetrien und Transformationen◐

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Analysis — Funktionen und Modelle

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Belege & Quellen

Quellen

Kultusministerkonferenz

  • Bildungsstandards im Fach Mathematik für die Allgemeine Hochschulreife (2012), Leitidee L4

Siehe auch

  • Analysis — DifferentialrechnungDort werden dieselben Funktionsklassen mit der Ableitung systematisch untersucht.
  • Grundbegriffe und RechentechnikenPotenzen, Wurzeln und Logarithmen — das Rechenhandwerk hinter diesen Funktionen.
  • Mathematisches Modellieren und WachstumsprozesseWelche Funktionsklasse zu welchen Daten passt und wie man das begründet.

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