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Notizen/Physik/Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik
DE · Abitur

Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik

Die Mechanik ist das Fundament, auf dem die gesamte Oberstufenphysik steht: Ihre Begriffe — Beschleunigung, Kraft, Superposition, Zentripetalkraft — kehren in Feldern, Schwingungen und der Quantenphysik unverändert wieder. Die Kinematik beschreibt Bewegungen, die Dynamik erklärt sie über ihre Ursachen. In den KMK-Bildungsstandards ist die Mechanik ausdrücklich als Voraussetzungswissen eingeordnet, das in vielen Ländern bereits in der Einführungsphase behandelt wird.

6 Abschnitte·~20 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0111 / 10
Prüfungsprofil
S 1 · Phänomene unter Nutzung bekannter physikalischer Modelle und Theorien erklärenS 6 · Bekannte Auswerteverfahren erklären und auf Messergebnisse anwendenE 6 · Mithilfe bekannter Modelle die in Daten gefundenen Strukturen und Beziehungen erklärenK 6 · Informationen und Daten in sach- und adressatengerechten Darstellungsformen veranschaulichen
Operatoren:beschreibenberechnenherleitenbegründenerläuternauswerten

grundlegendes Niveau

gA: geradlinige Bewegungen mit Weg-Zeit- und Geschwindigkeits-Zeit-Diagrammen auswerten, die drei Newtonschen Gesetze anwenden, Wurfbewegungen über die Superposition behandeln und die gleichförmige Kreisbewegung beschreiben.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich Ableitung und Integration im kinematischen Kontext, Reibung und Luftwiderstand als Modellerweiterungen, vektorielle Zerlegung in beliebigen Koordinaten sowie Scheinkräfte in beschleunigten Bezugssystemen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik
    • 01Kinematik — Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung○
    • 02Die drei Newtonschen Gesetze○
    • 03Wurfbewegungen und das Superpositionsprinzip◐
    • 04Die gleichförmige Kreisbewegung◐
    • 05Impuls, Kraftstoß und die Newtonsche Grundgleichung◐
    • 06Bezugssysteme, Inertialsysteme und Scheinkräfte●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 10 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Kinematik — Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPVoraussetzungLPMechanik

v-t-Diagramm — gleichmäßig beschleunigte Bewegung

v-t-Diagramm — gleichmäßig beschleunigte BewegungSchaubild von v(t) = a·t, Nullstellen bei x = 0, y-Achsenabschnitt bei y = 0, steigend, im Bereich x von 0 bis 612345612345v(t) = a·tvt
Abb. 1Steigung entspricht der Beschleunigung aaa, die Fläche unter dem Graphen dem zurückgelegten Weg sss.

Kernpunkte

Die Kinematik beschreibt Bewegungen, ohne nach ihren Ursachen zu fragen — das übernimmt erst die Dynamik. Jede Beschreibung setzt ein BEZUGSSYSTEM voraus: Ein Fahrgast ruht relativ zum Zug und bewegt sich zugleich relativ zum Bahnsteig. Beide Aussagen sind richtig, und ohne Angabe des Bezugssystems ist eine Geschwindigkeit schlicht unvollständig.
Zu unterscheiden ist die DURCHSCHNITTSgeschwindigkeit vˉ=Δs/Δt\bar v = \Delta s/\Delta tvˉ=Δs/Δt von der MOMENTANgeschwindigkeit v=ds/dtv = \mathrm{d}s/\mathrm{d}tv=ds/dt, dem Grenzwert für immer kleinere Zeitintervalle. Ein Auto mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h50\,\text{km/h}50km/h kann zwischendurch stillgestanden und 100 km/h100\,\text{km/h}100km/h gefahren sein.
Beschleunigung ist die Änderungsrate der Geschwindigkeit, a=dv/dta = \mathrm{d}v/\mathrm{d}ta=dv/dt. Weil Geschwindigkeit ein VEKTOR ist, bedeutet Beschleunigung nicht nur „schneller werden": Auch Abbremsen und jede Richtungsänderung sind Beschleunigungen. Ein Auto in einer Kurve mit konstantem Tempo wird beschleunigt — ein Satz, der in Klausuren regelmäßig geprüft wird.
Die Diagramme hängen durch Ableiten und Integrieren zusammen, und diese Beziehung ist das eigentliche Handwerkszeug: Die STEIGUNG im s(t)s(t)s(t)-Diagramm ist die Geschwindigkeit, die Steigung im v(t)v(t)v(t)-Diagramm die Beschleunigung. Umgekehrt ist die FLÄCHE unter dem v(t)v(t)v(t)-Graphen der zurückgelegte Weg und die Fläche unter a(t)a(t)a(t) die Geschwindigkeitsänderung.
Für die gleichmäßig beschleunigte Bewegung aus der Ruhe gelten v=a tv = a\,tv=at und s=12a t2s = \tfrac12 a\,t^2s=21​at2; mit Anfangsgeschwindigkeit kommen die Terme v0v_0v0​ bzw. v0tv_0 tv0​t hinzu. Nützlich ist die zeitfreie Form v2=v02+2a sv^2 = v_0^2 + 2a\,sv2=v02​+2as, wenn nach einer Geschwindigkeit auf einer bekannten Strecke gefragt ist und die Zeit gar nicht interessiert.
Der freie Fall ist der wichtigste Sonderfall: eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung mit a=g≈9,81 m/s2a = g \approx 9{,}81\,\text{m/s}^2a=g≈9,81m/s2. Im Vakuum fallen alle Körper gleich schnell — Galileis Einsicht. In Luft gilt das nur, solange der Luftwiderstand vernachlässigbar ist; sonst stellt sich eine konstante Endgeschwindigkeit ein, sobald Luftwiderstand und Gewichtskraft einander aufheben.

Vokabeln

→ Kartei
  • das BezugssystemKoordinatensystem, auf das eine Bewegung bezogen wird
  • die MomentangeschwindigkeitGrenzwert $\mathrm{d}s/\mathrm{d}t$ für kleine Zeitintervalle
  • die BeschleunigungÄnderungsrate der Geschwindigkeitauch bei reiner Richtungsänderung
  • der freie Fallgleichmäßig beschleunigte Bewegung mit $a = g$
  • die Endgeschwindigkeitkonstante Fallgeschwindigkeit bei Kräftegleichgewicht mit dem Luftwiderstand

Kinematische Grundbeziehungen

v(t)=dsdt,a(t)=dvdt=d2sdt2v(t)=\dfrac{ds}{dt},\quad a(t)=\dfrac{dv}{dt}=\dfrac{d^{2}s}{dt^{2}}v(t)=dtds​,a(t)=dtdv​=dt2d2s​

Gleichmäßig beschleunigte Bewegung

s(t)=s0+v0t+12at2,v(t)=v0+ats(t)=s_{0}+v_{0}t+\tfrac{1}{2}a t^{2},\quad v(t)=v_{0}+a ts(t)=s0​+v0​t+21​at2,v(t)=v0​+at

Momentangrößen und die zeitfreie Beziehung

v=dsdt,a=dvdt,v2=v02+2 a sv = \dfrac{\mathrm{d}s}{\mathrm{d}t},\qquad a = \dfrac{\mathrm{d}v}{\mathrm{d}t},\qquad v^2 = v_0^2 + 2\,a\,sv=dtds​,a=dtdv​,v2=v02​+2as

vvv die Momentangeschwindigkeit in m/s, aaa die Beschleunigung in m/s², sss der zurückgelegte Weg in m. Die zeitfreie Form verbindet Geschwindigkeiten und Weg ohne die Zeit.

v-t-Graph für a = 2 m/s²

Abb. 2Linearer Verlauf; Anfangsgeschwindigkeit v₀ = 0.
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Musterlösung

Fallzeit aus einer Höhe von 45 m

Berechne die Fallzeit und Auftreffgeschwindigkeit eines Steins, der reibungsfrei aus einer Höhe von h=45 mh = 45\,\text{m}h=45m fallengelassen wird (g=9,81 m/s2g = 9{,}81\,\text{m/s}^2g=9,81m/s2).

  1. Schritt 1 — Bewegungsgleichung aufstellen

    Aus h=12gt2h = \tfrac{1}{2}g t^{2}h=21​gt2 folgt t=2h/gt = \sqrt{2h/g}t=2h/g​.

    t=2hgt=\sqrt{\dfrac{2h}{g}}t=g2h​​
  2. Schritt 2 — Zahlenwerte einsetzen

    t=2⋅45/9,81=9,174 s≈3,03 st = \sqrt{2\cdot 45 / 9{,}81} = \sqrt{9{,}174}\,\text{s} \approx 3{,}03\,\text{s}t=2⋅45/9,81​=9,174​s≈3,03s.

  3. Schritt 3 — Auftreffgeschwindigkeit

    Aus v=gtv = g tv=gt folgt v=9,81⋅3,03≈29,7 m/sv = 9{,}81 \cdot 3{,}03 \approx 29{,}7\,\text{m/s}v=9,81⋅3,03≈29,7m/s.

    v=g tv=g\,tv=gt
  4. Schritt 4 — Interpretieren

    29,7 m/s≈107 km/h29{,}7\,\text{m/s} \approx 107\,\text{km/h}29,7m/s≈107km/h — etwa Autobahnrichtgeschwindigkeit. Luftwiderstand würde den Wert deutlich reduzieren.

Ergebnis: Fallzeit t≈3,03 st \approx 3{,}03\,\text{s}t≈3,03s, Auftreffgeschwindigkeit v≈29,7 m/sv \approx 29{,}7\,\text{m/s}v≈29,7m/s.

Abiturfokus

  • Geben Sie bei jeder Bewegungsbeschreibung das BEZUGSSYSTEM an; ohne es ist die Angabe unvollständig.
  • Lesen Sie in Diagrammen bewusst: STEIGUNG im s(t)s(t)s(t) ergibt vvv, FLÄCHE unter v(t)v(t)v(t) ergibt den Weg — verwechseln Sie beide nicht.
  • „Begründen" Sie, dass eine Kurvenfahrt mit konstantem Tempo beschleunigt ist — über den Vektorcharakter der Geschwindigkeit.
  • Wählen Sie die zeitfreie Form v2=v02+2asv^2 = v_0^2 + 2asv2=v02​+2as, wenn die Zeit weder gegeben noch gesucht ist; das spart einen Rechenschritt.
  • Rechnen Sie km/h konsequent in m/s um (Division durch 3,6), bevor Sie einsetzen.

Typische Fehler

  • Durchschnitts- und Momentangeschwindigkeit gleichgesetzt.
  • Aus einem v(t)v(t)v(t)-Diagramm den Weg als Steigung statt als Fläche abgelesen.
  • Angenommen, konstante Geschwindigkeit auf einer Kreisbahn bedeute keine Beschleunigung.
  • km/h und m/s gemischt; das verfälscht Ergebnisse um den Faktor 3,6.
  • Bei der gleichmäßig beschleunigten Bewegung den Faktor 12\tfrac1221​ in s=12at2s = \tfrac12 a t^2s=21​at2 vergessen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Erweitern Sie das Fallmodell um den Luftwiderstand FR=k v2F_R = k\,v^2FR​=kv2 und begründen Sie, dass sich eine konstante Endgeschwindigkeit vend=mg/kv_{\text{end}} = \sqrt{mg/k}vend​=mg/k​ einstellt. Skizzieren Sie den v(t)v(t)v(t)-Verlauf qualitativ und begründen Sie, warum er sich der Endgeschwindigkeit asymptotisch nähert.

§ 01

Aktive Wiederholung

Ein Stein fällt aus 45 m45\,\text{m}45m Höhe frei nach unten. Berechnen Sie die Fallzeit und die Aufprallgeschwindigkeit. Skizzieren Sie anschließend s(t)s(t)s(t) und v(t)v(t)v(t) und erläutern Sie, wie sich die beiden Diagramme durch Steigung und Fläche ineinander überführen lassen.

Passende Aufgaben üben70 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Gleichförmige und beschleunigte Bewegung (Joachim Herz Stiftung) · Bildungsstandards im Fach Physik für die Allgemeine Hochschulreife (2020) (Kultusministerkonferenz)

§ 02
§ 02

Die drei Newtonschen Gesetze#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPVoraussetzungLPMechanik

Schiefe Ebene — Kraftzerlegung

Schiefe Ebene — KraftzerlegungKräfteplan, F_g: 270°, F_N: 120°, F_H: 210°, F_R: 30°FgFNFHFR
Abb. 3Die Gewichtskraft FgF_gFg​ wird in Hangabtriebs- (FHF_HFH​) und Normalkomponente (FNF_NFN​) zerlegt. Reibung FRF_RFR​ wirkt entgegen der Bewegungsrichtung.

Kernpunkte

Das ERSTE Newtonsche Gesetz — das Trägheitsprinzip — bricht mit der Alltagsanschauung: Ein Körper behält seinen Bewegungszustand bei, solange keine resultierende Kraft wirkt. Nicht die Bewegung braucht eine Ursache, sondern ihre ÄNDERUNG. Dass ein rollender Ball ausläuft, liegt an der Reibung, nicht an fehlendem „Antrieb".
Das erste Gesetz definiert zugleich, was ein INERTIALSYSTEM ist: ein Bezugssystem, in dem es gilt. In beschleunigten Systemen — im anfahrenden Bus, im Karussell — gilt es nicht, und man muss Scheinkräfte einführen. Diese Abgrenzung ist der Schlüssel zum letzten Abschnitt dieses Kapitels.
Das ZWEITE Gesetz F⃗=m a⃗\vec F = m\,\vec aF=ma quantifiziert den Zusammenhang: Die resultierende Kraft ist proportional zur Beschleunigung, die Masse ist der Proportionalitätsfaktor und damit ein Maß für die TRÄGHEIT. Entscheidend ist das Wort „resultierend" — einzusetzen ist stets die Vektorsumme ALLER angreifenden Kräfte.
Allgemeiner formuliert Newton selbst F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt. Diese Fassung bleibt auch bei veränderlicher Masse gültig — etwa bei einer Rakete — und ist der Ausgangspunkt der Impulserhaltung im nächsten Kapitel.
Das DRITTE Gesetz — actio gleich reactio — besagt, dass Kräfte stets paarweise zwischen ZWEI Körpern auftreten: gleich groß, entgegengesetzt gerichtet, auf VERSCHIEDENEN Körpern. Genau der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen. Weil die Partner verschieden sind, heben sich die beiden Kräfte NIEMALS auf.
Zur Anwendung dient das Freikörperbild: Man löst einen Körper gedanklich heraus und zeichnet ALLE an IHM angreifenden Kräfte ein — Gewichtskraft, Normalkraft, Reibung, Seilkraft. Erst dann bildet man die Vektorsumme. Wer stattdessen Kräfte verschiedener Körper mischt, erhält systematisch falsche Ergebnisse.

Vokabeln

→ Kartei
  • die TrägheitWiderstand eines Körpers gegen Änderung seines Bewegungszustands
  • das InertialsystemBezugssystem, in dem das Trägheitsprinzip gilt
  • die resultierende KraftVektorsumme aller an einem Körper angreifenden Kräfte
  • das FreikörperbildSkizze mit allen an EINEM Körper angreifenden Kräften
  • die Normalkraftsenkrecht zur Auflagefläche wirkende Gegenkraft

2. Newtonsches Gesetz

F⃗res=m a⃗\vec F_{\text{res}} = m\,\vec aFres​=ma

Die Beschleunigung eines Körpers ist proportional zur resultierenden Kraft und zeigt in dieselbe Richtung wie diese (parallel zur Kraft); Einheit der Kraft ist 1 N=1 kg m/s21\,\text{N}=1\,\text{kg}\,\text{m/s}^21N=1kgm/s2.

Zweites Newtonsches Gesetz und die Zerlegung auf der schiefen Ebene

F⃗res=m a⃗=dp⃗dt,FH=m g sin⁡α,FN=m g cos⁡α\vec F_{\text{res}} = m\,\vec a = \dfrac{\mathrm{d}\vec p}{\mathrm{d}t},\qquad F_H = m\,g\,\sin\alpha,\qquad F_N = m\,g\,\cos\alphaFres​=ma=dtdp​​,FH​=mgsinα,FN​=mgcosα

F⃗res\vec F_{\text{res}}Fres​ die resultierende Kraft in N, mmm die Masse in kg, a⃗\vec aa die Beschleunigung in m/s². FHF_HFH​ die Hangabtriebs-, FNF_NFN​ die Normalkomponente bei Neigungswinkel α\alphaα.

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Musterlösung

Block auf schiefer Ebene mit Reibung

Bestimme die Beschleunigung eines Blocks der Masse m=5 kgm = 5\,\text{kg}m=5kg auf einer schiefen Ebene mit Neigungswinkel α=25∘\alpha = 25^\circα=25∘ und Gleitreibungskoeffizient μ=0,20\mu = 0{,}20μ=0,20.

  1. Schritt 1 — Kräfte zerlegen

    Hangabtrieb FH=mgsin⁡αF_H = m g \sin\alphaFH​=mgsinα, Normalkraft FN=mgcos⁡αF_N = m g \cos\alphaFN​=mgcosα, Reibung FR=μFN=μmgcos⁡αF_R = \mu F_N = \mu m g \cos\alphaFR​=μFN​=μmgcosα.

  2. Schritt 2 — Newton 2 anwenden

    ma=FH−FR=mg(sin⁡α−μcos⁡α)m a = F_H - F_R = m g (\sin\alpha - \mu\cos\alpha)ma=FH​−FR​=mg(sinα−μcosα).

    a=g(sin⁡α−μcos⁡α)a = g(\sin\alpha - \mu\cos\alpha)a=g(sinα−μcosα)
  3. Schritt 3 — Zahlenwerte einsetzen

    a=9,81 (sin⁡25∘−0,20⋅cos⁡25∘)=9,81 (0,4226−0,1813)≈2,37 m/s2a = 9{,}81\,(\sin 25^\circ - 0{,}20\cdot\cos 25^\circ) = 9{,}81\,(0{,}4226 - 0{,}1813) \approx 2{,}37\,\text{m/s}^2a=9,81(sin25∘−0,20⋅cos25∘)=9,81(0,4226−0,1813)≈2,37m/s2.

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Der Block rutscht beschleunigt nach unten (a>0a > 0a>0). Ohne Reibung wäre a=gsin⁡α≈4,15 m/s2a = g\sin\alpha \approx 4{,}15\,\text{m/s}^2a=gsinα≈4,15m/s2; die Reibung verringert die Beschleunigung um rund 43 %43\,\%43% (auf etwas mehr als die Hälfte).

Ergebnis: Beschleunigung a≈2,37 m/s2a \approx 2{,}37\,\text{m/s}^2a≈2,37m/s2 entlang der Ebene nach unten.

Abiturfokus

  • Zeichnen Sie zu jeder Dynamikaufgabe ein FREIKÖRPERBILD und tragen Sie nur die an DIESEM Körper angreifenden Kräfte ein.
  • Setzen Sie in F=maF = m aF=ma stets die RESULTIERENDE Kraft ein, also die Vektorsumme aller Kräfte.
  • „Begründen" Sie beim dritten Gesetz ausdrücklich, dass actio und reactio an VERSCHIEDENEN Körpern angreifen und sich deshalb nicht aufheben.
  • Zerlegen Sie auf der schiefen Ebene die Gewichtskraft in Hangabtriebs- und Normalkomponente (FH=mgsin⁡αF_H = mg\sin\alphaFH​=mgsinα, FN=mgcos⁡αF_N = mg\cos\alphaFN​=mgcosα).
  • „Erläutern" Sie das Trägheitsprinzip mit einem Alltagsbeispiel und benennen Sie dabei die Reibung als eigentliche Ursache des Auslaufens.

Typische Fehler

  • Actio und reactio als Kräftegleichgewicht AN EINEM Körper gedeutet; sie greifen an verschiedenen Körpern an.
  • Nur eine einzelne Kraft statt der resultierenden in F=maF = m aF=ma eingesetzt.
  • Gewichtskraft (FG=mgF_G = m gFG​=mg, in Newton) und Masse (in Kilogramm) verwechselt.
  • Auf der schiefen Ebene sin⁡\sinsin und cos⁡\coscos vertauscht; Kontrolle: Bei α=0\alpha = 0α=0 muss die Hangabtriebskraft null sein.
  • Angenommen, eine konstante Geschwindigkeit erfordere eine konstante Kraft. Bei Kräftegleichgewicht bewegt sich der Körper gleichförmig weiter.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie einen Körper auf der schiefen Ebene mit Haftreibungszahl μH\mu_HμH​ und zeigen Sie, dass er genau dann zu rutschen beginnt, wenn tan⁡α>μH\tan\alpha > \mu_Htanα>μH​ gilt. Begründen Sie, warum dieses Kriterium weder von der Masse noch von der Auflagefläche abhängt.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Wagen der Masse m=2,0 kgm = 2{,}0\,\text{kg}m=2,0kg wird auf einer waagerechten Bahn mit F=6,0 NF = 6{,}0\,\text{N}F=6,0N gezogen; die Reibungskraft beträgt 2,0 N2{,}0\,\text{N}2,0N. Zeichnen Sie das Freikörperbild, berechnen Sie die Beschleunigung und geben Sie an, welche Kraft nach dem dritten Gesetz zu der ziehenden Kraft gehört und woran sie angreift.

Passende Aufgaben üben70 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Die Newtonschen Gesetze (Joachim Herz Stiftung)

§ 03
§ 03

Wurfbewegungen und das Superpositionsprinzip#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPVoraussetzungLPMechanik

Schiefer Wurf — Bahnkurve

Schiefer Wurf — BahnkurveSchaubild von y(x), Nullstellen bei x = 0, Hochpunkt bei (31.855, 15.928), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 63.7110203040506051015hmaxWurfweite Wy(x)y / mx / m
Abb. 4Parabelförmige Bahn beim schiefen Wurf; Wurfweite WWW und Steighöhe hmaxh_{max}hmax​ hängen von v0v_0v0​ und Winkel θ\thetaθ ab.

Kernpunkte

Der entscheidende Gedanke bei allen Wurfbewegungen ist die SUPERPOSITION: Eine zusammengesetzte Bewegung lässt sich in unabhängige Teilbewegungen zerlegen, die einander nicht beeinflussen. Waagerecht liegt eine gleichförmige Bewegung vor, senkrecht ein freier Fall — und beide laufen völlig unabhängig voneinander ab.
Die berühmteste Folgerung ist experimentell leicht zu prüfen: Eine waagerecht abgeschossene und eine gleichzeitig fallen gelassene Kugel treffen GLEICHZEITIG am Boden auf. Die waagerechte Bewegung verzögert den Fall in keiner Weise, weil die Schwerkraft keine waagerechte Komponente hat.
Für den waagerechten Wurf gilt x=v0 tx = v_0\,tx=v0​t und y=12g t2y = \tfrac12 g\,t^2y=21​gt2. Eliminiert man die Zeit, ergibt sich die Bahnkurve y=g2v02 x2y = \tfrac{g}{2v_0^2}\,x^2y=2v02​g​x2 — eine PARABEL. Genau dieselbe Rechnung liefert später die Bahn eines Elektrons im Plattenkondensator; nur heißt die Beschleunigung dort eE/meE/meE/m statt ggg.
Beim schiefen Wurf wird die Anfangsgeschwindigkeit zerlegt: v0x=v0cos⁡αv_{0x} = v_0\cos\alphav0x​=v0​cosα und v0y=v0sin⁡αv_{0y} = v_0\sin\alphav0y​=v0​sinα. Die waagerechte Komponente bleibt konstant, die senkrechte nimmt gleichmäßig ab, wird im Scheitel null und kehrt sich um. Im höchsten Punkt ist der Körper also NICHT in Ruhe — er bewegt sich dort waagerecht weiter.
Die Wurfweite folgt zu w=v02sin⁡(2α)/gw = v_0^2\sin(2\alpha)/gw=v02​sin(2α)/g. Weil sin⁡(2α)\sin(2\alpha)sin(2α) bei 2α=90°2\alpha = 90°2α=90° maximal wird, ergibt sich die größte Weite bei α=45°\alpha = 45°α=45°. Ebenso folgt aus der Formel, dass Winkelpaare wie 30°30°30° und 60°60°60° dieselbe Weite liefern — eine beliebte Prüfungsfrage.
Das gesamte Modell setzt voraus, dass der Luftwiderstand vernachlässigbar ist. Für einen Stein ist das brauchbar, für einen Federball völlig unzutreffend: Dessen reale Bahn ist unsymmetrisch, mit steilerem Abstieg, und der optimale Abwurfwinkel liegt deutlich unter 45°45°45°. Die Modellgrenze zu benennen gehört zur vollständigen Antwort.

Vokabeln

→ Kartei
  • das Superpositionsprinzipunabhängige Überlagerung von Teilbewegungen
  • der waagerechte WurfÜberlagerung aus gleichförmiger Bewegung und freiem Fall
  • die Wurfparabelparabelförmige Bahnkurve der Wurfbewegung
  • der Scheitelpunkthöchster Bahnpunktdort ist nur $v_y = 0$, nicht $v$
  • die Wurfweitewaagerechte Reichweite bis zum Auftreffen

Wurfweite und Steighöhe (gleiche Abwurf-/Auftreffhöhe)

W=v02sin⁡(2θ)g,hmax⁡=v02sin⁡2θ2gW=\dfrac{v_{0}^{2}\sin(2\theta)}{g},\quad h_{\max}=\dfrac{v_{0}^{2}\sin^{2}\theta}{2g}W=gv02​sin(2θ)​,hmax​=2gv02​sin2θ​

Bahngleichungen und Wurfweite des schiefen Wurfs

x=v0cos⁡α⋅t,y=v0sin⁡α⋅t−12g t2,w=v02 sin⁡(2α)gx = v_0\cos\alpha\cdot t,\qquad y = v_0\sin\alpha\cdot t - \tfrac{1}{2}g\,t^2,\qquad w = \dfrac{v_0^2\,\sin(2\alpha)}{g}x=v0​cosα⋅t,y=v0​sinα⋅t−21​gt2,w=gv02​sin(2α)​

xxx, yyy die Koordinaten in m, v0v_0v0​ die Abwurfgeschwindigkeit in m/s, α\alphaα der Abwurfwinkel, ggg der Ortsfaktor in m/s², www die Wurfweite in m. Die Weitenformel gilt nur bei gleicher Abwurf- und Auftreffhöhe.

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Musterlösung

Schiefer Wurf — Wurfweite und Steighöhe

Ein Ball wird vom Boden mit v0=20 m/sv_0 = 20\,\text{m/s}v0​=20m/s unter θ=35∘\theta = 35^\circθ=35∘ abgeschossen. Bestimme die maximale Wurfhöhe, die Flugzeit und die Wurfweite (Luftwiderstand vernachlässigt; g=9,81 m/s2g = 9{,}81\,\text{m/s}^2g=9,81m/s2).

  1. Schritt 1 — Geschwindigkeitskomponenten

    v0x=v0cos⁡θ=20⋅cos⁡35∘≈16,38 m/sv_{0x} = v_0\cos\theta = 20 \cdot \cos 35^\circ \approx 16{,}38\,\text{m/s}v0x​=v0​cosθ=20⋅cos35∘≈16,38m/s; v0y=v0sin⁡θ=20⋅sin⁡35∘≈11,47 m/sv_{0y} = v_0\sin\theta = 20 \cdot \sin 35^\circ \approx 11{,}47\,\text{m/s}v0y​=v0​sinθ=20⋅sin35∘≈11,47m/s.

  2. Schritt 2 — Maximale Steighöhe

    hmax⁡=v0y2/(2g)=(11,47)2/19,62≈6,71 mh_{\max} = v_{0y}^{2}/(2g) = (11{,}47)^{2}/19{,}62 \approx 6{,}71\,\text{m}hmax​=v0y2​/(2g)=(11,47)2/19,62≈6,71m.

    hmax⁡=v02sin⁡2θ2gh_{\max}=\dfrac{v_{0}^{2}\sin^{2}\theta}{2g}hmax​=2gv02​sin2θ​
  3. Schritt 3 — Flugzeit

    tges=2v0y/g=2⋅11,47/9,81≈2,34 st_{\text{ges}} = 2 v_{0y}/g = 2 \cdot 11{,}47/9{,}81 \approx 2{,}34\,\text{s}tges​=2v0y​/g=2⋅11,47/9,81≈2,34s.

  4. Schritt 4 — Wurfweite

    W=v0x⋅tges≈16,38⋅2,34≈38,3 mW = v_{0x} \cdot t_{\text{ges}} \approx 16{,}38 \cdot 2{,}34 \approx 38{,}3\,\text{m}W=v0x​⋅tges​≈16,38⋅2,34≈38,3m.

    W=v02sin⁡(2θ)gW=\dfrac{v_{0}^{2}\sin(2\theta)}{g}W=gv02​sin(2θ)​
  5. Schritt 5 — Interpretieren

    Bei θ=45∘\theta = 45^\circθ=45∘ wäre die Weite maximal (Wmax⁡=v02/g≈40,8 mW_{\max} = v_0^2/g \approx 40{,}8\,\text{m}Wmax​=v02​/g≈40,8m); 35° liegen knapp darunter — geringer Verlust.

Ergebnis: hmax⁡≈6,71 mh_{\max} \approx 6{,}71\,\text{m}hmax​≈6,71m, Flugzeit ≈2,34 s\approx 2{,}34\,\text{s}≈2,34s, Wurfweite ≈38,3 m\approx 38{,}3\,\text{m}≈38,3m.

Abiturfokus

  • Zerlegen Sie JEDE Wurfaufgabe zuerst in xxx- und yyy-Richtung und benennen Sie beide Teilbewegungen — dieser Ansatz ist der bepunktete Kern.
  • „Begründen" Sie die Gleichzeitigkeit von Fall und waagerechtem Wurf über die Unabhängigkeit der Teilbewegungen.
  • „Herleiten" Sie die Parabelform durch Elimination der Zeit aus den beiden Weg-Zeit-Gesetzen.
  • Nennen Sie beim Scheitelpunkt ausdrücklich, dass nur vy=0v_y = 0vy​=0 ist, während vxv_xvx​ erhalten bleibt.
  • „Beurteilen" Sie die Modellgrenze: Ohne Luftwiderstand ist die Bahn symmetrisch, mit ihm nicht.

Typische Fehler

  • Angenommen, ein waagerecht geworfener Körper falle langsamer als ein fallen gelassener.
  • Im Scheitelpunkt die gesamte Geschwindigkeit null gesetzt; nur die senkrechte Komponente verschwindet.
  • Bei der Zerlegung sin⁡\sinsin und cos⁡\coscos vertauscht; Kontrolle: Bei α=0\alpha = 0α=0 muss v0y=0v_{0y} = 0v0y​=0 sein.
  • Die Wurfweitenformel bei einem Wurf mit Höhenunterschied verwendet; sie gilt nur für gleiche Abwurf- und Auftreffhöhe.
  • Den Luftwiderstand stillschweigend vernachlässigt, ohne die Annahme zu nennen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die Wurfweitenformel w=v02sin⁡(2α)/gw = v_0^2\sin(2\alpha)/gw=v02​sin(2α)/g vollständig her und begründen Sie das Maximum bei 45°45°45°. Erweitern Sie die Betrachtung auf einen Abwurf aus der Höhe hhh und zeigen Sie, dass der optimale Winkel dann KLEINER als 45°45°45° wird.

§ 03

Aktive Wiederholung

Ein Ball wird mit v0=20 m/sv_0 = 20\,\text{m/s}v0​=20m/s unter α=35°\alpha = 35°α=35° abgeworfen. Berechnen Sie Steigzeit, Steighöhe und Wurfweite. Geben Sie außerdem den Winkel an, der dieselbe Weite liefert, und begründen Sie Ihre Antwort mit der Wurfweitenformel.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Waagerechter und schiefer Wurf (Joachim Herz Stiftung)

§ 04
§ 04

Die gleichförmige Kreisbewegung#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPVoraussetzungLPMechanik

Gleichförmige Kreisbewegung

Gleichförmige KreisbewegungSchematische Darstellung mit 6 Elementen, r, a_z, v, MrazvM
Abb. 5Zentripetalbeschleunigung aza_zaz​ zeigt stets zum Mittelpunkt; Bahngeschwindigkeit vvv ist tangential.

Kernpunkte

Bei der gleichförmigen Kreisbewegung bleibt der BETRAG der Geschwindigkeit konstant, ihre RICHTUNG ändert sich jedoch fortwährend. Weil Geschwindigkeit ein Vektor ist, liegt damit eine beschleunigte Bewegung vor — und zwar dauerhaft. Diese scheinbare Widersprüchlichkeit ist der Kern des Abschnitts.
Beschrieben wird die Bewegung über die Umlaufzeit TTT, die Frequenz f=1/Tf = 1/Tf=1/T und die Winkelgeschwindigkeit ω=2π/T=2πf\omega = 2\pi/T = 2\pi fω=2π/T=2πf. Die Bahngeschwindigkeit hängt zusätzlich vom Radius ab: v=ω rv = \omega\,rv=ωr. Auf einem Karussell haben deshalb alle Plätze dieselbe Winkelgeschwindigkeit, aber außen eine größere Bahngeschwindigkeit.
Die Beschleunigung zeigt stets zum Kreismittelpunkt — daher der Name ZENTRIPETALbeschleunigung — und hat den Betrag az=v2/r=ω2ra_z = v^2/r = \omega^2 raz​=v2/r=ω2r. Sie steht senkrecht auf der Geschwindigkeit und ändert deshalb nur deren Richtung, nie ihren Betrag. Dieselbe Argumentation kehrt bei der Lorentz-Kraft unverändert wieder.
Nach dem zweiten Newtonschen Gesetz gehört dazu die Zentripetalkraft Fz=m v2/rF_z = m\,v^2/rFz​=mv2/r. Wichtig ist ihr Status: Sie ist keine neue Kraftart, sondern die ROLLE, die eine vorhandene Kraft übernimmt — beim Karussell die Seilkraft, beim Auto in der Kurve die Haftreibung, beim Planeten die Gravitation, beim Elektron im Magnetfeld die Lorentz-Kraft.
In jeder Aufgabe ist deshalb zuerst zu benennen, WELCHE reale Kraft hier als Zentripetalkraft wirkt, und diese dann mit mv2/rm v^2/rmv2/r gleichzusetzen. Aus diesem einen Ansatz folgen die Grenzgeschwindigkeit in der Kurve, die Bahnradien im Magnetfeld und die Keplerschen Gesetze gleichermaßen.
Die viel zitierte „Zentrifugalkraft" existiert im Inertialsystem NICHT. Was Mitfahrende nach außen drängen spürt, ist ihre Trägheit: Der Körper würde geradeaus weiterfliegen und wird von der Tür auf die Kreisbahn gezwungen. Als Scheinkraft ist der Begriff nur im mitrotierenden Bezugssystem zulässig — und dann muss man das ausdrücklich sagen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die WinkelgeschwindigkeitÄnderungsrate des Drehwinkels, $\omega = 2\pi/T$
  • die Zentripetalbeschleunigungzum Mittelpunkt gerichtete Beschleunigung $v^2/r$
  • die ZentripetalkraftRolle, die eine reale Kraft auf der Kreisbahn übernimmt
  • die UmlaufzeitDauer eines vollständigen Umlaufs
  • die Scheinkraftnur im beschleunigten Bezugssystem auftretende Kraft

Kenngrößen der gleichförmigen Kreisbewegung

ω=2πT=2πf,v=ω r,az=v2r=ω2r,Fz=m v2r\omega = \dfrac{2\pi}{T} = 2\pi f,\qquad v = \omega\,r,\qquad a_z = \dfrac{v^2}{r} = \omega^2 r,\qquad F_z = m\,\dfrac{v^2}{r}ω=T2π​=2πf,v=ωr,az​=rv2​=ω2r,Fz​=mrv2​

ω\omegaω die Winkelgeschwindigkeit in 1/s, TTT die Umlaufzeit in s, rrr der Bahnradius in m, vvv die Bahngeschwindigkeit in m/s, aza_zaz​ die stets zum Mittelpunkt gerichtete Zentripetalbeschleunigung in m/s².

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Abiturfokus

  • Benennen Sie in jeder Aufgabe ZUERST die reale Kraft, die als Zentripetalkraft wirkt, und setzen Sie sie dann gleich mv2/rm v^2/rmv2/r.
  • „Begründen" Sie, dass die gleichförmige Kreisbewegung beschleunigt ist — über die Richtungsänderung des Geschwindigkeitsvektors.
  • Halten Sie Winkelgeschwindigkeit ω\omegaω (in 1/s) und Bahngeschwindigkeit v=ωrv = \omega rv=ωr (in m/s) sauber auseinander.
  • Vermeiden Sie den Begriff „Zentrifugalkraft" im Inertialsystem; sprechen Sie stattdessen von Trägheit.
  • Prüfen Sie bei Kurvenfahrten über die Haftreibung die Grenzbedingung μHmg≥mv2/r\mu_H m g \geq m v^2/rμH​mg≥mv2/r.

Typische Fehler

  • Die Zentripetalkraft als zusätzliche, eigenständige Kraft eingezeichnet statt eine vorhandene Kraft in dieser Rolle zu identifizieren.
  • Zentrifugalkraft im Inertialsystem verwendet.
  • In az=v2/ra_z = v^2/raz​=v2/r das Quadrat vergessen; bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich die nötige Kraft.
  • Winkelgeschwindigkeit und Bahngeschwindigkeit gleichgesetzt.
  • Angenommen, bei konstantem Tempo liege keine Beschleunigung vor.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie eine überhöhte Kurve mit Neigungswinkel β\betaβ und zeigen Sie, dass sie bei v2=g r tan⁡βv^2 = g\,r\,\tan\betav2=grtanβ auch ohne jede Reibung befahrbar ist. Begründen Sie, warum diese Geschwindigkeit weder von der Masse des Fahrzeugs abhängt.

§ 04

Aktive Wiederholung

Ein Auto (m=1200 kgm = 1200\,\text{kg}m=1200kg) durchfährt eine Kurve mit r=50 mr = 50\,\text{m}r=50m bei v=15 m/sv = 15\,\text{m/s}v=15m/s. Berechnen Sie die nötige Zentripetalkraft und benennen Sie, welche reale Kraft sie liefert. Bestimmen Sie außerdem die Höchstgeschwindigkeit, wenn die Haftreibungszahl μH=0,80\mu_H = 0{,}80μH​=0,80 beträgt.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Gleichförmige Kreisbewegung (Joachim Herz Stiftung)

§ 05
§ 05

Impuls, Kraftstoß und die Newtonsche Grundgleichung#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPVoraussetzungLPMechanik

Zentraler Stoß — Impulserhaltung

Zentraler Stoß — ImpulserhaltungMehrfachtafel, 2 Tafeln, Daten: vor dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 Elementen; nach dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 ElementenZentraler Stoß — Impulserhaltungm₁m₂vor dem Stoßm₁m₂nach dem Stoß
Abb. 6Vor und nach dem Stoß bleibt die Vektorsumme der Impulse erhalten: m1v⃗1+m2v⃗2=m1v⃗1′+m2v⃗2′m_1\vec v_1 + m_2 \vec v_2 = m_1\vec v_1' + m_2 \vec v_2'm1​v1​+m2​v2​=m1​v1′​+m2​v2′​.

Kernpunkte

Der Impuls p⃗=m v⃗\vec p = m\,\vec vp​=mv misst, wie schwer ein bewegter Körper zu stoppen ist — und zwar präziser als Masse oder Geschwindigkeit für sich. Ein langsamer LKW und ein schnelles Motorrad können denselben Impuls tragen; ihre kinetischen Energien unterscheiden sich dabei erheblich, weil diese quadratisch von vvv abhängt.
Newtons zweites Gesetz lautet in seiner allgemeinen Form F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt: Eine Kraft ist die zeitliche Änderungsrate des Impulses. Bei konstanter Masse folgt daraus F=m aF = m\,aF=ma, doch die Impulsform bleibt auch dann gültig, wenn sich die Masse ändert — der Grund, warum Raketenbewegung nur so behandelbar ist.
Umgestellt und über die Zeit integriert ergibt sich der KRAFTSTOSS F⃗⋅Δt=Δp⃗\vec F\cdot\Delta t = \Delta\vec pF⋅Δt=Δp​. Für eine gewünschte Impulsänderung lassen sich also große Kraft und kurze Zeit oder kleine Kraft und lange Zeit kombinieren — dieselbe Änderung, sehr unterschiedliche Belastung.
Genau darauf beruht die gesamte passive Sicherheitstechnik. Knautschzone, Airbag und Sicherheitsgurt ändern nichts an Δp\Delta pΔp — der Insasse muss in jedem Fall von vvv auf null gebracht werden. Sie VERLÄNGERN aber Δt\Delta tΔt erheblich, und weil F=Δp/ΔtF = \Delta p/\Delta tF=Δp/Δt gilt, sinkt die auftretende Kraft entsprechend. Ein Aufprall auf eine starre Wand verkürzt Δt\Delta tΔt auf Millisekunden und lässt die Kraft ins Tödliche wachsen.
Grafisch ist der Kraftstoß die FLÄCHE unter dem Kraft-Zeit-Diagramm. Bei realen Stößen ist der Kraftverlauf kompliziert, doch die Fläche — und damit die Impulsänderung — lässt sich zuverlässig bestimmen, auch ohne den genauen Verlauf zu kennen.
In einem abgeschlossenen System ohne äußere Kräfte bleibt die VEKTORSUMME aller Impulse erhalten. Das ist die Brücke zum nächsten Kapitel, in dem Stoßprozesse systematisch behandelt werden — und die Grundlage des Rückstoßprinzips von der Rakete bis zum Gewehrrückstoß.

Vokabeln

→ Kartei
  • der ImpulsProdukt aus Masse und Geschwindigkeit; Einheit kg m/s
  • der KraftstoßProdukt aus Kraft und Einwirkdauer; gleich der Impulsänderung
  • die KnautschzoneVerformungszone, die die Aufprallzeit verlängert
  • das RückstoßprinzipBeschleunigung durch Ausstoß von Masse

Impuls, Newtonsche Grundgleichung und Kraftstoß

p⃗=m v⃗,F⃗=dp⃗dt,F⃗⋅Δt=Δp⃗\vec p = m\,\vec v,\qquad \vec F = \dfrac{\mathrm{d}\vec p}{\mathrm{d}t},\qquad \vec F\cdot\Delta t = \Delta\vec pp​=mv,F=dtdp​​,F⋅Δt=Δp​

p⃗\vec pp​ der Impuls in kg m/s (gleichwertig N s), F⃗\vec FF die Kraft in N, Δt\Delta tΔt die Einwirkdauer in s. Der Kraftstoß ist grafisch die Fläche unter dem F(t)F(t)F(t)-Diagramm.

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Abiturfokus

  • Nutzen Sie F Δt=ΔpF\,\Delta t = \Delta pFΔt=Δp, wann immer nach Kräften bei kurzen Stoßvorgängen gefragt ist; der Weg über F=maF = m aF=ma ist dort meist unbrauchbar.
  • „Erläutern" Sie Knautschzone und Airbag über die VERLÄNGERUNG von Δt\Delta tΔt bei unveränderter Impulsänderung.
  • Deuten Sie im F(t)F(t)F(t)-Diagramm die FLÄCHE als Kraftstoß und damit als Impulsänderung.
  • Halten Sie Impuls (linear in vvv) und kinetische Energie (quadratisch in vvv) auseinander.
  • Verwenden Sie F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt, wenn sich die Masse ändert — dort versagt F=maF = m aF=ma.

Typische Fehler

  • Angenommen, ein Airbag verringere die Impulsänderung. Er verlängert die Zeit; Δp\Delta pΔp bleibt gleich.
  • Impuls und kinetische Energie gleichgesetzt oder verwechselt.
  • Den Impuls als Skalar behandelt und Richtungen ignoriert.
  • Im F(t)F(t)F(t)-Diagramm die Steigung statt der Fläche als Impulsänderung gedeutet.
  • Die Einheit des Impulses als N\text{N}N angegeben; sie ist kg m/s=N s\text{kg}\,\text{m}/\text{s} = \text{N}\,\text{s}kgm/s=Ns.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie aus F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt für einen Körper veränderlicher Masse die Schubgleichung einer Rakete her (FSchub=vrel dm/dtF_{\text{Schub}} = v_{\text{rel}}\,\mathrm{d}m/\mathrm{d}tFSchub​=vrel​dm/dt) und begründen Sie, warum eine Rakete auch im Vakuum beschleunigt — entgegen der verbreiteten Vorstellung, sie müsse sich „abstoßen".

§ 05

Aktive Wiederholung

Ein Auto (m=1200 kgm = 1200\,\text{kg}m=1200kg) prallt mit v=15 m/sv = 15\,\text{m/s}v=15m/s gegen ein Hindernis und kommt zum Stillstand. Berechnen Sie die mittlere Kraft, wenn der Aufprall 0,12 s0{,}12\,\text{s}0,12s dauert (mit Knautschzone), und vergleichen Sie mit einem Aufprall von nur 0,010 s0{,}010\,\text{s}0,010s (starre Wand). Beurteilen Sie das Ergebnis sicherheitstechnisch.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Impuls und Kraftstoß (Joachim Herz Stiftung)

§ 06
§ 06

Bezugssysteme, Inertialsysteme und Scheinkräfte#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPVoraussetzungLPMechanik

Bezugssysteme und Scheinkräfte

Bezugssysteme und ScheinkräfteTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Bezugssystem · Merkmal · Auftretende Scheinkraft — und ein Beispiel; Inertialsystem · Unbeschleunigt; 1. Newtonsches Axiom gilt · keine; Labor auf der Erde in guter Näherung; Geradlinig beschleunigt · Konstante Beschleunigung a · Trägheitskraft −m·a; anfahrender Zug; Rotierend · Konstante Winkelgeschwindigkeit ω · Zentrifugalkraft m·ω²·r; Karussell; Rotierend mit Bewegung im System · Geschwindigkeit relativ zum rotierenden System · Corioliskraft 2m·v×ω; Wirbelrichtung von Tiefdruckgebieten; Galilei-Transformation · x′ = x − v·t bei konstantem v · Alle Inertialsysteme sind gleichwertig; 🔴 Prüfregel · Scheinkräfte haben keinen Wechselwirkungspartner · Wer keinen Partner findet, rechnet im beschleunigten SystemBezugssystemMerkmalAuftretendeScheinkraft — und einBeispielInertialsystemUnbeschleunigt; 1.Newtonsches Axiom giltkeine; Labor auf der Erde inguter NäherungGeradlinig beschleunigtKonstante Beschleunigung aTrägheitskraft −m·a;anfahrender ZugRotierendKonstanteWinkelgeschwindigkeit ωZentrifugalkraft m·ω²·r;KarussellRotierend mit Bewegung imSystemGeschwindigkeit relativ zumrotierenden SystemCorioliskraft 2m·v×ω;Wirbelrichtung vonTiefdruckgebietenGalilei-Transformationx′ = x − v·t bei konstantemvAlle Inertialsysteme sindgleichwertig🔴 PrüfregelScheinkräfte haben keinenWechselwirkungspartnerWer keinen Partner findet,rechnet im beschleunigtenSystem
Abb. 7Ob eine Kraft „real" ist, hängt vom Bezugssystem ab. Im Inertialsystem gibt es keine Scheinkräfte — deshalb wird jede Aufgabe zuerst dort gerechnet.

Kernpunkte

Jede Bewegungsbeschreibung ist relativ zu einem Bezugssystem, und die Wahl des Systems ist frei — aber nicht folgenlos. Ein INERTIALSYSTEM ist eines, in dem das Trägheitsprinzip gilt: Ein kräftefreier Körper bewegt sich darin gleichförmig geradlinig. Alle gegeneinander gleichförmig bewegten Systeme sind dann ebenfalls Inertialsysteme.
Das Galileische Relativitätsprinzip verschärft das: In allen Inertialsystemen gelten dieselben mechanischen Gesetze. Im gleichförmig fahrenden Zug lässt sich durch KEIN mechanisches Experiment feststellen, dass man sich bewegt — genau diese Aussage wird Einstein später auf die gesamte Physik einschließlich der Optik ausdehnen.
In BESCHLEUNIGTEN Bezugssystemen gilt das Trägheitsprinzip nicht mehr: Ein Ball auf dem Sitz rollt beim Anfahren scheinbar von selbst nach hinten. Um die Newtonschen Gesetze dennoch anwenden zu können, führt man SCHEINKRÄFTE ein — Rechengrößen ohne Wechselwirkungspartner, die genau deshalb kein actio-reactio-Paar bilden.
Die bekannteste ist die Zentrifugalkraft im rotierenden System. Sie erklärt, warum Mitfahrende im Karussell nach außen gedrängt werden — im Inertialsystem betrachtet ist das schlicht ihre Trägheit, die sie geradeaus weiterfliegen ließe. Beide Beschreibungen sind gleichwertig; entscheidend ist, das gewählte System zu BENENNEN.
Die CORIOLIS-Kraft tritt auf, wenn sich ein Körper im rotierenden System bewegt: FC=2 m v ωsin⁡φF_C = 2\,m\,v\,\omega\sin\varphiFC​=2mvωsinφ. Auf der rotierenden Erde lenkt sie bewegte Luftmassen ab — auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Daraus folgt der Drehsinn von Hoch- und Tiefdruckgebieten.
Wichtig für die Bewertung: Scheinkräfte sind keine „unechten" Kräfte im Sinne von falsch — sie sind im rotierenden System real messbar. Sie sind lediglich systemabhängig und verschwinden beim Wechsel ins Inertialsystem. Das unterscheidet sie grundsätzlich von der Gravitation, die in jedem System bleibt.

Vokabeln

→ Kartei
  • das InertialsystemBezugssystem, in dem das Trägheitsprinzip gilt
  • die ScheinkraftRechengröße im beschleunigten System ohne Wechselwirkungspartner
  • die Zentrifugalkraftnach außen gerichtete Scheinkraft im rotierenden System
  • die CorioliskraftAblenkung bewegter Körper im rotierenden System
  • das Relativitätsprinzipgleiche Gesetze in allen Inertialsystemen

Scheinkräfte im beschleunigten Bezugssystem

FSchein=−m a⃗System,FZf=m ω2r,FC=2 m v ω sin⁡φF_{\text{Schein}} = -m\,\vec a_{\text{System}},\qquad F_{\text{Zf}} = m\,\omega^2 r,\qquad F_C = 2\,m\,v\,\omega\,\sin\varphiFSchein​=−maSystem​,FZf​=mω2r,FC​=2mvωsinφ

a⃗System\vec a_{\text{System}}aSystem​ die Beschleunigung des Bezugssystems in m/s², FZfF_{\text{Zf}}FZf​ die Zentrifugalkraft im rotierenden System, FCF_CFC​ die Corioliskraft mit der geografischen Breite φ\varphiφ und ω\omegaω der Winkelgeschwindigkeit der Rotation.

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Abiturfokus

  • Benennen Sie IMMER, in welchem Bezugssystem Sie argumentieren; Scheinkräfte sind nur im beschleunigten System zulässig.
  • „Begründen" Sie, dass Scheinkräfte keinen Wechselwirkungspartner haben und deshalb kein actio-reactio-Paar bilden.
  • „Erläutern" Sie das Karussell-Beispiel wahlweise aus beiden Systemen und zeigen Sie, dass beide Beschreibungen dasselbe Ergebnis liefern.
  • Ordnen Sie die Corioliskraft ihrer Wirkung zu: Ablenkung nach rechts auf der Nord-, nach links auf der Südhalbkugel.
  • „Beurteilen" Sie das Galileische Relativitätsprinzip als Vorstufe der Speziellen Relativitätstheorie.

Typische Fehler

  • Zentrifugalkraft im Inertialsystem verwendet; dort existiert sie nicht.
  • Zu Scheinkräften eine Gegenkraft nach dem dritten Gesetz gesucht; sie haben keinen Wechselwirkungspartner.
  • Zentripetal- und Zentrifugalkraft als actio-reactio-Paar bezeichnet; sie wirken auf denselben Körper und in verschiedenen Systemen.
  • Die Corioliskraft für die Drehrichtung des Wasserwirbels im Waschbecken verantwortlich gemacht; dort ist sie um Größenordnungen zu schwach.
  • Das Bezugssystem während einer Argumentation stillschweigend gewechselt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Berechnen Sie die Corioliskraft auf eine Luftmasse von 1,0 kg1{,}0\,\text{kg}1,0kg, die sich bei 50°50°50° nördlicher Breite mit 20 m/s20\,\text{m/s}20m/s bewegt (ωErde=7,29⋅10−5 s−1\omega_{\text{Erde}} = 7{,}29\cdot 10^{-5}\,\text{s}^{-1}ωErde​=7,29⋅10−5s−1). Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Gewichtskraft und begründen Sie damit, warum die Corioliskraft erst auf großen Skalen wirksam wird.

§ 06

Aktive Wiederholung

Beschreiben Sie den Vorgang, dass ein Fahrgast beim Anfahren eines Busses nach hinten gedrängt wird, einmal aus Sicht eines Beobachters am Bahnsteig und einmal aus Sicht des mitfahrenden Fahrgastes. Benennen Sie in beiden Fällen die auftretenden Kräfte und begründen Sie, welche davon eine Scheinkraft ist.

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Quellen: LEIFIphysik — Bezugssysteme und Scheinkräfte (Joachim Herz Stiftung)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Kinematik — Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung○
    • 02Die drei Newtonschen Gesetze○
    • 03Wurfbewegungen und das Superpositionsprinzip◐
    • 04Die gleichförmige Kreisbewegung◐
    • 05Impuls, Kraftstoß und die Newtonsche Grundgleichung◐
    • 06Bezugssysteme, Inertialsysteme und Scheinkräfte●

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Aus den Notizen ins Training

Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik

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Belege & Quellen

Quellen

Joachim Herz Stiftung

  • LEIFIphysik — Gleichförmige und beschleunigte Bewegung
  • LEIFIphysik — Die Newtonschen Gesetze
  • LEIFIphysik — Waagerechter und schiefer Wurf
  • LEIFIphysik — Gleichförmige Kreisbewegung
  • LEIFIphysik — Impuls und Kraftstoß

Kultusministerkonferenz

  • Bildungsstandards im Fach Physik für die Allgemeine Hochschulreife (2020)

Siehe auch

  • Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische SchwingungenDie Fortsetzung: Wo der Kraftansatz mühsam wird, übernehmen Energie- und Impulserhaltung.
  • Gravitation, Keplersche Gesetze und Astrophysik (optional)Die Zentripetalkraft dieses Kapitels, angewandt auf Planeten- und Satellitenbahnen.
  • Elektrische und magnetische FelderDie Ablenkung im Plattenkondensator ist rechnerisch derselbe waagerechte Wurf.

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Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

EuraStudy·Notizen T·01·MMXXVI

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