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Notizen/Physik/Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen
DE · Abitur

Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

Erhaltungssätze sind das mächtigste Werkzeug der Mechanik: Sie beantworten Fragen nach Anfangs- und Endzustand, ohne den Weg dazwischen zu kennen. Energie, Impuls und Drehimpuls bleiben erhalten — und aus derselben Denkfigur folgt die harmonische Schwingung, deren Gleichung im Schwingkreis unverändert wiederkehrt. Die KMK zählt mechanische Schwingungen zum Inhaltsbereich 2.6.2.

6 Abschnitte·~20 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0222 / 10
Prüfungsprofil
S 1 · Phänomene unter Nutzung bekannter physikalischer Modelle und Theorien erklärenS 7 · Bekannte mathematische Verfahren auf physikalische Sachverhalte anwendenE 5 · Geeignete Experimente und Auswertungen zur Untersuchung einer Fragestellung planenE 6 · Mithilfe bekannter Modelle die in Daten gefundenen Strukturen und Beziehungen erklären
Operatoren:beschreibenberechnenherleitenbegründenerläuternauswerten

grundlegendes Niveau

gA: Arbeit, Energie und Leistung sicher berechnen, Energie- und Impulserhaltung auf Stöße und Bewegungen anwenden, harmonische Schwingungen mit ihren charakteristischen Größen beschreiben.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich die Schwingungsgleichung als Differentialgleichung aufstellen und lösen, gedämpfte und erzwungene Schwingungen mit Resonanz behandeln sowie Drehimpulserhaltung quantitativ nutzen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen
    • 01Arbeit, Energie und Leistung○
    • 02Der Energieerhaltungssatz als Werkzeug○
    • 03Impuls als Erhaltungsgröße und Stoßprozesse◐
    • 04Harmonische Schwingungen und ihre Modellbildung◐
    • 05Gedämpfte und erzwungene Schwingungen, Resonanz●
    • 06Drehbewegung und Drehimpulserhaltung●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 12 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Arbeit, Energie und Leistung#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPVoraussetzungLPMechanik

Arbeitsformen und ihre Energieformen

Arbeitsformen und ihre EnergieformenTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Arbeitsform · Formel · Energieform — und die Bedingung; Hubarbeit · W = m·g·h · Höhenenergie; g konstant, also nur nahe der Erdoberfläche; Beschleunigungsarbeit · W = ½·m·v² · Bewegungsenergie; aus der Ruhe heraus; Spannarbeit · W = ½·D·s² · Spannenergie; Hookesches Gesetz muss gelten; Reibungsarbeit · W = F_R·s · Innere Energie; die Energie ist entwertet, nicht verschwunden; Allgemeiner Fall · W = ∫F·ds · Bei ortsabhängiger Kraft; die Fläche unter dem F-s-Diagramm; Leistung · P = W/t = F·v · Bei konstanter Kraft und GeschwindigkeitArbeitsformFormelEnergieform — und dieBedingungHubarbeitW = m·g·hHöhenenergie; g konstant,also nur nahe derErdoberflächeBeschleunigungsarbeitW = ½·m·v²Bewegungsenergie; aus derRuhe herausSpannarbeitW = ½·D·s²Spannenergie; HookeschesGesetz muss geltenReibungsarbeitW = FR·sInnere Energie; die Energieist entwertet, nichtverschwundenAllgemeiner FallW = ∫F·dsBei ortsabhängiger Kraft;die Fläche unter dem F-s-DiagrammLeistungP = W/t = F·vBei konstanter Kraft undGeschwindigkeit
Abb. 1Arbeit ist der Prozess, Energie der Zustand. Jede Zeile nennt beides — und die Bedingung, unter der die Formel gilt.

Kernpunkte

Physikalische Arbeit wird nur dann verrichtet, wenn eine Kraft einen Körper LÄNGS ihrer Richtung verschiebt: W=F s cos⁡αW = F\,s\,\cos\alphaW=Fscosα. Der Kellner, der ein Tablett waagerecht durch den Raum trägt, verrichtet daran keine Hubarbeit — die Kraft steht senkrecht zum Weg, cos⁡90°=0\cos 90° = 0cos90°=0. Dieser Winkelfaktor ist der am häufigsten übersehene Teil der Definition.
Ist die Kraft nicht konstant, tritt an die Stelle des Produkts das Integral W=∫F dsW = \int F\,\mathrm{d}sW=∫Fds. Grafisch bedeutet das: Die Arbeit ist die FLÄCHE unter dem Kraft-Weg-Diagramm. Für die Feder mit F=D sF = D\,sF=Ds ergibt sich daraus die Dreiecksfläche W=12Ds2W = \tfrac12 D s^2W=21​Ds2 — die Spannenergie.
Energie ist die gespeicherte Fähigkeit, Arbeit zu verrichten; ihre Einheit ist dieselbe: 1 J=1 N m1\,\text{J} = 1\,\text{N}\,\text{m}1J=1Nm. In der Schulmechanik treten drei Formen auf: die kinetische Energie 12mv2\tfrac12 m v^221​mv2, die Höhenenergie m g hm\,g\,hmgh und die Spannenergie 12Ds2\tfrac12 D s^221​Ds2. Zwei davon wachsen QUADRATISCH — bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich die Bremsenergie, was den Bremsweg viermal so lang macht.
Leistung ist Arbeit je Zeit, P=dW/dtP = \mathrm{d}W/\mathrm{d}tP=dW/dt, mit der Einheit Watt. Für konstante Kraft folgt die oft nützlichere Form P=F vP = F\,vP=Fv: Ein Auto, das bei doppelter Geschwindigkeit dieselbe Zugkraft aufbringen soll, braucht die doppelte Leistung. Die Kilowattstunde ist trotz ihres Namens eine Einheit der ENERGIE, nämlich 3,6 MJ3{,}6\,\text{MJ}3,6MJ.
Der Wirkungsgrad η=Wnutz/Wzu\eta = W_{\text{nutz}}/W_{\text{zu}}η=Wnutz​/Wzu​ ist stets kleiner als eins, weil jede reale Maschine einen Teil der zugeführten Energie in nicht genutzte Formen überführt — meist Wärme. Ein Ergebnis über eins ist immer ein Rechenfehler und sollte als Selbsttest genutzt werden.
Sprachlich wichtig und in Bewertungsaufgaben geprüft: Energie geht nie „verloren". Sie wird gewandelt und dabei ENTWERTET — aus gerichteter mechanischer Energie wird ungeordnete thermische. Der Begriff „Energieverlust" ist eine bequeme Abkürzung, die man in einer Prüfungsantwort auflösen sollte.

Vokabeln

→ Kartei
  • die ArbeitKraft mal Weg längs der Kraftrichtung; $W = F s\cos\alpha$
  • die LeistungArbeit je Zeit; Einheit Watt
  • die Spannenergiein einer gespannten Feder gespeicherte Energie $\tfrac12 D s^2$
  • der WirkungsgradVerhältnis von Nutz- zu zugeführter Energie; stets < 1
  • die EnergieentwertungWandlung in weniger nutzbare Energieformen

Mechanische Arbeit

W=∫s1s2F⃗⋅ds⃗=F scos⁡α  (F konst.)W = \int_{s_1}^{s_2} \vec F\cdot d\vec s = F\,s\cos\alpha\;\text{(F konst.)}W=∫s1​s2​​F⋅ds=Fscosα(F konst.)

Mechanische Energieformen

Ekin=12mv2,Epot=mgh,Espann=12Ds2E_{\text{kin}} = \tfrac{1}{2}m v^2,\quad E_{\text{pot}} = m g h,\quad E_{\text{spann}} = \tfrac{1}{2}D s^2Ekin​=21​mv2,Epot​=mgh,Espann​=21​Ds2

Mechanische Leistung

P=dWdt=F vP = \dfrac{dW}{dt} = F\,vP=dtdW​=Fv
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Musterlösung

Aufzug — Hubarbeit, Nutzleistung und Wirkungsgrad

Ein Aufzug hebt m=80 kgm = 80\,\text{kg}m=80kg um h=9,0 mh = 9{,}0\,\text{m}h=9,0m in t=4,5 st = 4{,}5\,\text{s}t=4,5s; der Motor nimmt Pzu=2,0 kWP_{\text{zu}} = 2{,}0\,\text{kW}Pzu​=2,0kW auf. Berechnen Sie Hubarbeit, Nutzleistung und Wirkungsgrad.

  1. 01Hubarbeit bestimmen

    Die Kraft wirkt hier längs des Weges (cos⁡0°=1\cos 0° = 1cos0°=1), also W=m g h=80⋅9,81⋅9,0≈7,06⋅103 JW = m\,g\,h = 80\cdot 9{,}81\cdot 9{,}0 \approx 7{,}06\cdot 10^3\,\text{J}W=mgh=80⋅9,81⋅9,0≈7,06⋅103J.

    W=m g hW = m\,g\,hW=mgh
  2. 02Nutzleistung berechnen

    Pnutz=W/t=7063 J/4,5 s≈1,57⋅103 WP_{\text{nutz}} = W/t = 7063\,\text{J}/4{,}5\,\text{s} \approx 1{,}57\cdot 10^3\,\text{W}Pnutz​=W/t=7063J/4,5s≈1,57⋅103W.

  3. 03Wirkungsgrad bilden

    η=Pnutz/Pzu=1570/2000≈0,78\eta = P_{\text{nutz}}/P_{\text{zu}} = 1570/2000 \approx 0{,}78η=Pnutz​/Pzu​=1570/2000≈0,78, also rund 78 %78\,\%78%.

    η=PnutzPzu\eta = \dfrac{P_{\text{nutz}}}{P_{\text{zu}}}η=Pzu​Pnutz​​
  4. 04Ergebnis beurteilen

    Der Wert liegt unter eins, wie es sein muss, und ist für einen Seilaufzug mit Gegengewicht realistisch. Die fehlenden 22 %22\,\%22% stecken in Motorwärme, Getriebereibung und Lagerreibung — sie sind nicht verloren, sondern entwertet.

Ergebnis: Hubarbeit W≈7,1 kJW \approx 7{,}1\,\text{kJ}W≈7,1kJ, Nutzleistung P≈1,6 kWP \approx 1{,}6\,\text{kW}P≈1,6kW, Wirkungsgrad η≈78 %\eta \approx 78\,\%η≈78%.

Abiturfokus

  • Prüfen Sie bei jeder Arbeitsberechnung den WINKEL zwischen Kraft und Weg; bei senkrechter Kraft ist die Arbeit null.
  • Bei nicht konstanter Kraft ist die Arbeit die FLÄCHE unter dem F(s)F(s)F(s)-Diagramm — das ist häufig schneller als das Integral.
  • „Berechnen" Sie Leistungen wahlweise über P=W/tP = W/tP=W/t oder P=F vP = F\,vP=Fv und wählen Sie die Form, die zu den gegebenen Größen passt.
  • Nutzen Sie η≤1\eta \leq 1η≤1 als Selbsttest; ein Wirkungsgrad über eins zeigt einen Fehler an.
  • „Erläutern" Sie Reibung als Energiewandlung in Wärme, nicht als Verschwinden von Energie.

Typische Fehler

  • Den Faktor cos⁡α\cos\alphacosα weggelassen und Arbeit auch für senkrecht wirkende Kräfte berechnet.
  • Bei der Feder mit W=Ds2W = D s^2W=Ds2 statt 12Ds2\tfrac12 D s^221​Ds2 gerechnet; der Faktor folgt aus der Dreiecksfläche.
  • Die Kilowattstunde als Einheit der Leistung behandelt. Sie ist eine Energieeinheit.
  • Reibungsarbeit nicht als negative Arbeit bilanziert.
  • Einen Wirkungsgrad über eins als Ergebnis stehen gelassen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie aus P=dW/dtP = \mathrm{d}W/\mathrm{d}tP=dW/dt die Form P=F vP = F\,vP=Fv her und untersuchen Sie damit ein Fahrzeug, dessen Luftwiderstand mit FR∝v2F_R \propto v^2FR​∝v2 wächst. Zeigen Sie, dass die zur Überwindung nötige Leistung mit v3v^3v3 ansteigt, und begründen Sie damit den überproportionalen Verbrauch bei hoher Geschwindigkeit.

§ 01

Aktive Wiederholung

Ein Aufzug hebt eine Person von 80 kg80\,\text{kg}80kg in 4,5 s4{,}5\,\text{s}4,5s um 9,0 m9{,}0\,\text{m}9,0m. Berechnen Sie Hubarbeit und mittlere Nutzleistung. Bestimmen Sie den Wirkungsgrad, wenn der Motor 2,0 kW2{,}0\,\text{kW}2,0kW aufnimmt, und beurteilen Sie das Ergebnis.

Passende Aufgaben üben70 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Arbeit, Energie und Leistung (Joachim Herz Stiftung)

§ 02
§ 02

Der Energieerhaltungssatz als Werkzeug#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPVoraussetzungLPMechanik

Energieerhaltung anwenden — die Prüfschritte

Energieerhaltung anwenden — die PrüfschritteTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Schritt · Was zu tun ist · Woran es scheitert; 1 System festlegen · Was gehört dazu, was ist Umgebung? · Ein offenes System — dann gilt der Satz nicht; 2 Nullniveau wählen · Bezugshöhe für die Höhenenergie festlegen · Nullniveau wechselt zwischen Anfangs- und Endzustand; 3 Reibung prüfen · Gibt es dissipative Kräfte? · Reibung ignoriert — dann ist die Rechnung systematisch zu groß; 4 Zustände bilanzieren · E_ges(Anfang) = E_ges(Ende) · Eine Energieform vergessen; 5 Auflösen · Nach der gesuchten Größe umstellen · Vorzeichen der Höhendifferenz; Kontrolle · Einheit und Größenordnung prüfen · Ein Ergebnis über der Anfangsenergie ist immer falschSchrittWas zu tun istWoran es scheitert1 System festlegenWas gehört dazu, was istUmgebung?Ein offenes System — danngilt der Satz nicht2 Nullniveau wählenBezugshöhe für dieHöhenenergie festlegenNullniveau wechselt zwischenAnfangs-und Endzustand3 Reibung prüfenGibt es dissipative Kräfte?Reibung ignoriert — dann istdie Rechnung systematisch zugroß4 Zustände bilanzierenEges(Anfang) = Eges(Ende)Eine Energieform vergessen5 AuflösenNach der gesuchten GrößeumstellenVorzeichen derHöhendifferenzKontrolleEinheit und GrößenordnungprüfenEin Ergebnis über derAnfangsenergie ist immerfalsch
Abb. 2Der Energieansatz ist kürzer als der Kraftansatz, weil er den Weg nicht kennt. Genau deshalb ist Schritt 3 entscheidend.

Kernpunkte

Der Energieerhaltungssatz ist deshalb so mächtig, weil er den WEG überspringt: Er verbindet Anfangs- und Endzustand, ohne dass man die Bewegung dazwischen kennen muss. Eine Achterbahn mit beliebig verschlungener Schiene lässt sich damit in zwei Zeilen behandeln, während der Weg über Kräfte hoffnungslos wäre.
In einem KONSERVATIVEN Kraftfeld — Schwerkraft und Federkraft sind die Schulbeispiele — ist die Summe E=Ekin+EpotE = E_{\text{kin}} + E_{\text{pot}}E=Ekin​+Epot​ konstant. Konservativ heißt dabei genau: Die Verschiebearbeit hängt nur von Anfangs- und Endpunkt ab, nicht vom Weg. Reibungskräfte erfüllen das nicht.
Die praktische Anwendung folgt immer demselben Dreischritt: Bezugsniveau für EpotE_{\text{pot}}Epot​ FESTLEGEN, Energieformen an beiden Zuständen aufschreiben, gleichsetzen. Das Bezugsniveau ist frei wählbar — es muss nur angegeben und dann durchgehalten werden, weil nur Differenzen physikalisch bedeutsam sind.
Beim freien Fall aus der Höhe hhh folgt daraus in einer Zeile 12mv2=mgh\tfrac12 m v^2 = m g h21​mv2=mgh und damit v=2ghv = \sqrt{2gh}v=2gh​. Die Masse kürzt sich heraus — der schwere und der leichte Körper treffen mit derselben Geschwindigkeit auf, solange der Luftwiderstand vernachlässigbar bleibt.
Mit Reibung ist die mechanische Energie nicht mehr erhalten; sie nimmt um die Reibungsarbeit ab: EAnfang=EEnde+WRE_{\text{Anfang}} = E_{\text{Ende}} + W_{\text{R}}EAnfang​=EEnde​+WR​. Physikalisch korrekt ist die Gesamtenergie weiterhin erhalten — der Betrag erscheint als Wärme in Körper und Umgebung. Diese Umformulierung wird in Prüfungsantworten erwartet.
Der tiefere Grund für die Energieerhaltung ist bemerkenswert: Sie folgt aus der ZEITINVARIANZ der Naturgesetze — daraus, dass ein Experiment morgen dasselbe Ergebnis liefert wie heute. Emmy Noether bewies 1918 allgemein, dass zu jeder solchen Symmetrie eine Erhaltungsgröße gehört; Erhaltungssätze sind damit keine Zufallsbefunde, sondern Ausdruck von Symmetrien.

Vokabeln

→ Kartei
  • konservativKraftfeld mit wegunabhängiger Verschiebearbeit
  • das Bezugsniveaufrei gewählter Nullpunkt der Höhenenergie
  • die Reibungsarbeitin Wärme gewandelter Anteil der mechanischen Energie
  • das Noether-Theoremzu jeder Symmetrie gehört eine ErhaltungsgrößeEnergieerhaltung ↔ Zeitinvarianz (Emmy Noether, 1918)

Energieerhaltung im konservativen Feld

Ekin+Epot=const.,12mv2=m g h  ⟹  v=2 g hE_{\text{kin}} + E_{\text{pot}} = \text{const.},\qquad \tfrac{1}{2}m v^2 = m\,g\,h \;\Longrightarrow\; v = \sqrt{2\,g\,h}Ekin​+Epot​=const.,21​mv2=mgh⟹v=2gh​

vvv die Geschwindigkeit in m/s, ggg der Ortsfaktor in m/s², hhh die Fallhöhe in m. Die Masse kürzt sich heraus. Mit Reibung tritt zusätzlich die Reibungsarbeit WRW_RWR​ in die Bilanz ein.

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Musterlösung

Achterbahnloop — Mindesthöhe

Ein Wagen rollt reibungsfrei aus der Höhe hhh in einen Looping mit Radius r=12 mr = 12\,\text{m}r=12m. Berechnen Sie die Mindesthöhe hhh, damit der Wagen am höchsten Punkt nicht vom Gleis fällt.

  1. Schritt 1 — Bedingung am höchsten Loop-Punkt

    Im Grenzfall liefert die Schwerkraft die gesamte Zentripetalkraft: mg=mvoben2/rm g = m v_{\text{oben}}^2 / rmg=mvoben2​/r, also voben2=grv_{\text{oben}}^2 = g rvoben2​=gr.

  2. Schritt 2 — Energieerhaltung

    Vom Startpunkt zum höchsten Loop-Punkt (Höhe 2r2r2r): mgh=mg(2r)+12mvoben2m g h = m g (2 r) + \tfrac{1}{2} m v_{\text{oben}}^2mgh=mg(2r)+21​mvoben2​.

    h=2r+voben22gh = 2 r + \dfrac{v_{\text{oben}}^2}{2 g}h=2r+2gvoben2​​
  3. Schritt 3 — Einsetzen

    h=2r+gr/(2g)=2r+r/2=2,5 rh = 2 r + g r/(2 g) = 2 r + r/2 = 2{,}5\,rh=2r+gr/(2g)=2r+r/2=2,5r.

  4. Schritt 4 — Zahlenwert

    h=2,5⋅12=30 mh = 2{,}5 \cdot 12 = 30\,\text{m}h=2,5⋅12=30m.

  5. Schritt 5 — Interpretieren

    Die berühmte „52r\tfrac{5}{2}r25​r-Regel". Reibung würde die nötige Höhe weiter erhöhen; Sicherheitszuschläge sind in der Praxis Pflicht.

Ergebnis: Mindesthöhe h=30 mh = 30\,\text{m}h=30m (Grenzfall ohne Reibung).

Abiturfokus

  • Legen Sie das Bezugsniveau ausdrücklich fest und schreiben Sie es hin; ohne diese Angabe ist die Lösung unvollständig.
  • Nutzen Sie die Energiebilanz statt des Kraftansatzes, wann immer nach Geschwindigkeiten an zwei Punkten gefragt ist — das spart den unbekannten Weg.
  • „Begründen" Sie, warum die Masse beim freien Fall herausfällt.
  • Bilanzieren Sie Reibung als eigenen Term WRW_RWR​ und formulieren Sie ausdrücklich, dass die Energie gewandelt und nicht vernichtet wird.
  • Prüfen Sie Ergebnisse auf Plausibilität: Geschwindigkeiten in m/s gegen Alltagserfahrung, Höhen gegen die Aufgabenskizze.

Typische Fehler

  • Energieerhaltung trotz Reibung ohne Korrekturterm angewandt.
  • Das Bezugsniveau während der Rechnung gewechselt.
  • Angenommen, ein schwererer Körper treffe schneller auf. Die Masse kürzt sich heraus.
  • Die Höhe hhh falsch bezogen — auf den Boden statt auf das gewählte Niveau oder umgekehrt.
  • Formuliert, Energie sei „verloren gegangen", ohne die Wandlung in Wärme zu benennen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie einen Looping vom Radius rrr und leiten Sie über die Bedingung, dass am höchsten Punkt die Gewichtskraft gerade die Zentripetalkraft liefert (voben2=g rv_{\text{oben}}^2 = g\,rvoben2​=gr), die Mindeststarthöhe hmin⁡=2,5 rh_{\min} = 2{,}5\,rhmin​=2,5r her. Begründen Sie, warum diese Höhe unabhängig von der Masse ist.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Wagen startet aus der Ruhe auf einer reibungsfreien Bahn in h=2,5 mh = 2{,}5\,\text{m}h=2,5m Höhe. Berechnen Sie seine Geschwindigkeit am tiefsten Punkt. Bestimmen Sie anschließend, welche Reibungsarbeit verrichtet wurde, wenn er dort tatsächlich nur 6,0 m/s6{,}0\,\text{m/s}6,0m/s erreicht (m=0,50 kgm = 0{,}50\,\text{kg}m=0,50kg).

Passende Aufgaben üben70 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Energieerhaltungssatz (Joachim Herz Stiftung)

§ 03
§ 03

Impuls als Erhaltungsgröße und Stoßprozesse#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPVoraussetzungLPMechanik

Zentraler Stoß — Impulserhaltung

Zentraler Stoß — ImpulserhaltungMehrfachtafel, 2 Tafeln, Daten: vor dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 Elementen; nach dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 ElementenZentraler Stoß — Impulserhaltungm₁m₂vor dem Stoßm₁m₂nach dem Stoß
Abb. 3Vor und nach dem Stoß bleibt die Vektorsumme der Impulse erhalten: m1v⃗1+m2v⃗2=m1v⃗1′+m2v⃗2′m_1\vec v_1 + m_2 \vec v_2 = m_1\vec v_1' + m_2 \vec v_2'm1​v1​+m2​v2​=m1​v1′​+m2​v2′​.

Kernpunkte

Der Impuls p⃗=m v⃗\vec p = m\,\vec vp​=mv ist ein VEKTOR, und darin liegt der wichtigste Unterschied zur Energie. In einem abgeschlossenen System — einem System ohne äußere Kräfte — bleibt die Vektorsumme aller Impulse erhalten. Diese Erhaltung gilt bei JEDEM Stoß, gleichgültig ob elastisch oder nicht.
Newtons zweites Gesetz lautet in seiner ursprünglichen und allgemeineren Form F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt. Für konstante Masse folgt daraus das vertraute F=maF = m aF=ma; die Impulsform bleibt aber auch dann gültig, wenn sich die Masse ändert — etwa bei einer Rakete, die Treibstoff ausstößt.
Beim ELASTISCHEN Stoß bleiben Impuls UND kinetische Energie erhalten. Zwei Gleichungen für zwei Unbekannte legen die Endgeschwindigkeiten eindeutig fest. Der Sonderfall gleicher Massen ist besonders anschaulich: Die Geschwindigkeiten werden vollständig ausgetauscht — das Newton-Pendel und der Billardstoß machen es sichtbar.
Beim UNELASTISCHEN Stoß bleibt nur der Impuls erhalten; ein Teil der kinetischen Energie wird in Verformung und Wärme umgesetzt. Beim vollkommen unelastischen Stoß bewegen sich beide Körper anschließend gemeinsam mit v′=(m1v1+m2v2)/(m1+m2)v' = (m_1 v_1 + m_2 v_2)/(m_1 + m_2)v′=(m1​v1​+m2​v2​)/(m1​+m2​) — hier ist der Energieverlust maximal.
Die wichtigste Merkregel dieses Abschnitts lautet: Der Impuls ist IMMER erhalten, die kinetische Energie NUR beim elastischen Stoß. Wer in einer Aufgabe zum unelastischen Stoß mit Energieerhaltung rechnet, erhält ein falsches Ergebnis — und umgekehrt.
Weil der Impuls ein Vektor ist, müssen Richtungen konsequent mit Vorzeichen versehen werden. In eindimensionalen Aufgaben genügt eine festgelegte positive Richtung; in zwei Dimensionen wird komponentenweise bilanziert. Das Rückstoßprinzip — Rakete, Gewehr, ausströmendes Gas — ist die unmittelbarste Anwendung.

Vokabeln

→ Kartei
  • der ImpulsProdukt aus Masse und Geschwindigkeit; VEKTOR
  • der elastische StoßImpuls und kinetische Energie bleiben erhalten
  • der unelastische Stoßnur der Impuls bleibt erhalten
  • das abgeschlossene SystemSystem ohne äußere Kräfte
  • das RückstoßprinzipImpulserhaltung bei Ausstoß von Masse

Impuls, Impulserhaltung und die allgemeine Form des zweiten Newtonschen Gesetzes

p⃗=m v⃗,∑p⃗vorher=∑p⃗nachher,F⃗=dp⃗dt\vec p = m\,\vec v,\qquad \sum \vec p_{\text{vorher}} = \sum \vec p_{\text{nachher}},\qquad \vec F = \dfrac{\mathrm{d}\vec p}{\mathrm{d}t}p​=mv,∑p​vorher​=∑p​nachher​,F=dtdp​​

p⃗\vec pp​ der Impuls in kg m/s, mmm die Masse in kg, v⃗\vec vv die Geschwindigkeit in m/s. Die Erhaltung gilt in abgeschlossenen Systemen VEKTORIELL; F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt gilt auch bei veränderlicher Masse.

Gemeinsame Endgeschwindigkeit beim unelastischen Stoß

v′=m1v1+m2v2m1+m2(vollkommen unelastisch)v' = \dfrac{m_1 v_1 + m_2 v_2}{m_1 + m_2}\qquad (\text{vollkommen unelastisch})v′=m1​+m2​m1​v1​+m2​v2​​(vollkommen unelastisch)

v′v'v′ die gemeinsame Geschwindigkeit nach dem Stoß in m/s. Nur der Impuls ist hier erhalten; die Differenz der kinetischen Energien erscheint als Verformung und Wärme.

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Abiturfokus

  • Legen Sie eine positive Richtung fest und führen Sie Vorzeichen konsequent mit; die meisten Fehler dieses Abschnitts sind Vorzeichenfehler.
  • Entscheiden Sie ZUERST die Stoßart: Impuls immer, kinetische Energie nur beim elastischen Stoß.
  • „Berechnen" Sie beim vollkommen unelastischen Stoß die gemeinsame Endgeschwindigkeit direkt aus der Impulsbilanz.
  • „Begründen" Sie den Geschwindigkeitsaustausch beim elastischen Stoß gleicher Massen aus den beiden Erhaltungssätzen.
  • Nutzen Sie F⃗=dp⃗/dt\vec F = \mathrm{d}\vec p/\mathrm{d}tF=dp​/dt, wenn sich die Masse ändert — dort versagt F=maF = maF=ma.

Typische Fehler

  • Beim unelastischen Stoß die kinetische Energie als erhalten angenommen.
  • Impulse skalar addiert, ohne die Richtungen zu berücksichtigen.
  • Vorzeichen nach dem Stoß nicht geprüft; eine negative Geschwindigkeit bedeutet Bewegung in die Gegenrichtung, nicht einen Fehler.
  • Beim elastischen Stoß gleicher Massen angenommen, beide bewegten sich gemeinsam weiter — das gilt für den unelastischen Fall.
  • Die Impulserhaltung in einem System mit äußerer Kraft (z. B. Reibung) angewandt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie für den elastischen Stoß die allgemeinen Endgeschwindigkeiten v1′=((m1−m2)v1+2m2v2)/(m1+m2)v_1' = ((m_1-m_2)v_1 + 2m_2v_2)/(m_1+m_2)v1′​=((m1​−m2​)v1​+2m2​v2​)/(m1​+m2​) aus Impuls- und Energieerhaltung her. Diskutieren Sie die drei Grenzfälle m1=m2m_1 = m_2m1​=m2​, m1≫m2m_1 \gg m_2m1​≫m2​ und m1≪m2m_1 \ll m_2m1​≪m2​ und ordnen Sie jedem ein Alltagsbeispiel zu.

§ 03

Aktive Wiederholung

Ein Wagen (m1=0,40 kgm_1 = 0{,}40\,\text{kg}m1​=0,40kg, v1=3,0 m/sv_1 = 3{,}0\,\text{m/s}v1​=3,0m/s) stößt auf einen ruhenden Wagen (m2=0,60 kgm_2 = 0{,}60\,\text{kg}m2​=0,60kg). Berechnen Sie die gemeinsame Geschwindigkeit für den vollkommen unelastischen Fall und bestimmen Sie, welcher Anteil der kinetischen Energie dabei umgewandelt wird.

Passende Aufgaben üben70 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Impuls und Stoßgesetze (Joachim Herz Stiftung)

§ 04
§ 04

Harmonische Schwingungen und ihre Modellbildung#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPKMK 2.6.2LPSchwingungen

Pendel — Phasendiagramm

x v ungedämpft gedämpft (Spirale)
Abb. 4Im Auslenkungs-Geschwindigkeits-Diagramm beschreibt das ungedämpfte Pendel eine Ellipse; gedämpft entsteht eine Spirale.

Kernpunkte

Eine Schwingung heißt HARMONISCH, wenn die rücktreibende Kraft dem Betrag der Auslenkung proportional und ihr entgegengerichtet ist: F=−D yF = -D\,yF=−Dy. Diese eine Bedingung erzeugt zwingend einen sinusförmigen Verlauf — und sie ist zugleich das Kriterium, an dem sich in Aufgaben entscheidet, ob die Standardformeln überhaupt gelten dürfen.
Setzt man den Kraftansatz in das zweite Newtonsche Gesetz ein, entsteht die Schwingungsgleichung m y¨+D y=0m\,\ddot y + D\,y = 0my¨​+Dy=0. Sie ist eine Differentialgleichung: gesucht ist nicht eine Zahl, sondern eine FUNKTION, deren zweite Ableitung proportional zu ihr selbst und entgegengesetzt ist. Genau das leistet die Sinusfunktion.
Die Lösung lautet y(t)=y^ sin⁡(ω0t+φ0)y(t) = \hat y\,\sin(\omega_0 t + \varphi_0)y(t)=y^​sin(ω0​t+φ0​) mit der Eigenkreisfrequenz ω0=D/m\omega_0 = \sqrt{D/m}ω0​=D/m​. Geschwindigkeit und Beschleunigung ergeben sich durch Ableiten und eilen der Auslenkung um eine Viertel- bzw. eine halbe Periode voraus: In der Ruhelage ist vvv maximal und aaa null, in den Umkehrpunkten umgekehrt.
Das bemerkenswerteste Ergebnis ist die Unabhängigkeit der Periodendauer von der AMPLITUDE. Ein weit ausgelenktes Federpendel schwingt genauso schnell wie ein schwach ausgelenktes — es legt nur einen längeren Weg mit entsprechend höherer Geschwindigkeit zurück. Genau darauf beruht die Verwendung von Pendeln als Uhren.
Für das Federpendel gilt T=2πm/DT = 2\pi\sqrt{m/D}T=2πm/D​, für das Fadenpendel T=2πℓ/gT = 2\pi\sqrt{\ell/g}T=2πℓ/g​. Beim Fadenpendel fällt die Masse heraus — und die Formel gilt nur für KLEINE Auslenkungen, weil erst dann sin⁡φ≈φ\sin\varphi \approx \varphisinφ≈φ und damit die lineare Rückstellkraft gilt. Diese Näherungsbedingung ist Teil der vollständigen Antwort.
Energetisch pendelt die Gesamtenergie zwischen Spann- und Bewegungsenergie hin und her, ihre Summe bleibt beim ungedämpften Fall konstant: E=12Dy^2=12mvmax⁡2E = \tfrac12 D\hat y^2 = \tfrac12 m v_{\max}^2E=21​Dy^​2=21​mvmax2​. Weil beide Terme quadratisch sind, schwingt die Energie mit der DOPPELTEN Frequenz der Auslenkung — dieselbe Beobachtung wie später beim Schwingkreis.

Vokabeln

→ Kartei
  • harmonischRückstellkraft proportional zur Auslenkungerzeugt einen sinusförmigen Verlauf
  • die Amplitudemaximale Auslenkung aus der Ruhelage
  • die Eigenkreisfrequenz$\omega_0 = \sqrt{D/m}$; Einheit 1/s
  • die FederkonstanteHärte der Feder $D$ in N/m
  • die NullphasePhasenwinkel $\varphi_0$ zum Zeitpunkt $t = 0$

Periodendauer harmonischer Schwingungen

TFeder=2πmD,TPendel=2πlgT_{\text{Feder}} = 2\pi\sqrt{\dfrac{m}{D}},\quad T_{\text{Pendel}} = 2\pi\sqrt{\dfrac{l}{g}}TFeder​=2πDm​​,TPendel​=2πgl​​

Schwingungsgleichung und ihre Lösung

m y¨+D y=0,y(t)=y^ sin⁡(ω0t+φ0),ω0=Dmm\,\ddot y + D\,y = 0,\qquad y(t) = \hat y\,\sin(\omega_0 t + \varphi_0),\qquad \omega_0 = \sqrt{\dfrac{D}{m}}my¨​+Dy=0,y(t)=y^​sin(ω0​t+φ0​),ω0​=mD​​

yyy die Auslenkung in m, y¨\ddot yy¨​ die Beschleunigung in m/s², DDD die Federkonstante in N/m, mmm die Masse in kg, y^\hat yy^​ die Amplitude in m, φ0\varphi_0φ0​ die Nullphase. Die Periodendauer hängt NICHT von der Amplitude ab.

Periodendauern der beiden Schulpendel

T=2πmD(Federpendel),T=2πℓg(Fadenpendel, kleine Auslenkung)T = 2\pi\sqrt{\dfrac{m}{D}}\quad(\text{Federpendel}),\qquad T = 2\pi\sqrt{\dfrac{\ell}{g}}\quad(\text{Fadenpendel, kleine Auslenkung})T=2πDm​​(Federpendel),T=2πgℓ​​(Fadenpendel, kleine Auslenkung)

ℓ\ellℓ die Pendellänge in m, ggg der Ortsfaktor in m/s². Beim Fadenpendel kürzt sich die Masse heraus; die Formel setzt sin⁡φ≈φ\sin\varphi \approx \varphisinφ≈φ voraus.

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Musterlösung

Periodendauer und Maximalgeschwindigkeit eines Federpendels

An einer Feder mit D=80 N/mD = 80\,\text{N/m}D=80N/m hängt eine Masse von 0,40 kg0{,}40\,\text{kg}0,40kg. Sie wird um 5,0 cm5{,}0\,\text{cm}5,0cm ausgelenkt und losgelassen.

  1. Schritt 1 — Periodendauer

    T=2πm/D=2π0,40/80=2π0,005≈0,444 sT = 2\pi\sqrt{m/D} = 2\pi\sqrt{0{,}40/80} = 2\pi\sqrt{0{,}005}\approx 0{,}444\,\text{s}T=2πm/D​=2π0,40/80​=2π0,005​≈0,444s.

  2. Schritt 2 — Kreisfrequenz

    ω=D/m=200≈14,14 rad/s\omega = \sqrt{D/m} = \sqrt{200}\approx 14{,}14\,\text{rad/s}ω=D/m​=200​≈14,14rad/s.

  3. Schritt 3 — Maximalgeschwindigkeit

    vmax⁡=ωA=14,14⋅0,05≈0,71 m/sv_{\max} = \omega A = 14{,}14 \cdot 0{,}05 \approx 0{,}71\,\text{m/s}vmax​=ωA=14,14⋅0,05≈0,71m/s.

    vmax⁡=ωAv_{\max} = \omega Avmax​=ωA
  4. Schritt 4 — Energiekontrolle

    E=12DA2=12⋅80⋅0,0025=0,10 JE = \tfrac{1}{2} D A^2 = \tfrac{1}{2} \cdot 80 \cdot 0{,}0025 = 0{,}10\,\text{J}E=21​DA2=21​⋅80⋅0,0025=0,10J; passt zu E=12mvmax⁡2=12⋅0,40⋅0,50≈0,10 JE = \tfrac{1}{2} m v_{\max}^2 = \tfrac{1}{2}\cdot 0{,}40\cdot 0{,}50 \approx 0{,}10\,\text{J}E=21​mvmax2​=21​⋅0,40⋅0,50≈0,10J.

Ergebnis: T≈0,44 sT \approx 0{,}44\,\text{s}T≈0,44s, vmax⁡≈0,71 m/sv_{\max} \approx 0{,}71\,\text{m/s}vmax​≈0,71m/s, E≈0,10 JE \approx 0{,}10\,\text{J}E≈0,10J.

Abiturfokus

  • Prüfen Sie zuerst, ob die Rückstellkraft wirklich proportional zur Auslenkung ist; nur dann gelten die Formeln der harmonischen Schwingung.
  • „Herleiten" Sie die Schwingungsgleichung aus F=−DyF = -DyF=−Dy und F=my¨F = m\ddot yF=my¨​ — dieser Zweizeiler ist der bepunktete Ansatz.
  • „Begründen" Sie die Amplitudenunabhängigkeit der Periodendauer; sie ist der Kern des Begriffs „harmonisch".
  • Nennen Sie beim Fadenpendel ausdrücklich die Kleinwinkelnäherung als Gültigkeitsbedingung.
  • Ordnen Sie Auslenkung, Geschwindigkeit und Beschleunigung ihren Phasenlagen zu — in der Ruhelage vvv maximal, a=0a = 0a=0.

Typische Fehler

  • In T=2πm/DT = 2\pi\sqrt{m/D}T=2πm/D​ Zähler und Nenner vertauscht.
  • Angenommen, größere Amplitude bedeute längere Periodendauer.
  • Beim Fadenpendel die Masse in die Formel aufgenommen; sie kürzt sich heraus.
  • Die Kleinwinkelnäherung des Fadenpendels unerwähnt gelassen oder die Formel bei großen Auslenkungen verwendet.
  • Kreisfrequenz ω\omegaω und Frequenz fff verwechselt; es gilt ω=2πf\omega = 2\pi fω=2πf.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie durch zweimaliges Ableiten und Einsetzen, dass y(t)=y^sin⁡(ω0t)y(t) = \hat y\sin(\omega_0 t)y(t)=y^​sin(ω0​t) die Gleichung my¨+Dy=0m\ddot y + Dy = 0my¨​+Dy=0 genau für ω0=D/m\omega_0 = \sqrt{D/m}ω0​=D/m​ löst. Leiten Sie anschließend die Fadenpendelformel her, indem Sie die rücktreibende Komponente −mgsin⁡φ-mg\sin\varphi−mgsinφ für kleine Winkel linearisieren.

§ 04

Aktive Wiederholung

Ein Federpendel besteht aus m=0,25 kgm = 0{,}25\,\text{kg}m=0,25kg und einer Feder mit D=40 N/mD = 40\,\text{N/m}D=40N/m. Berechnen Sie Periodendauer und Frequenz. Bestimmen Sie außerdem die Länge eines Fadenpendels, das mit derselben Periodendauer schwingt, und begründen Sie, warum dessen Masse dabei keine Rolle spielt.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Mechanische Schwingungen (Joachim Herz Stiftung)

§ 05
§ 05

Gedämpfte und erzwungene Schwingungen, Resonanz#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPKMK 2.6.2LPSchwingungen

Resonanzkurve — Amplitude bei erzwungener Schwingung

Resonanzkurve — Amplitude bei erzwungener SchwingungSchaubild von A_max (schwach gedämpft, γ=0.1), Hochpunkt bei (0.99, 5.025), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von 0 bis 2.5, Schaubild von mittel (γ=0.25), Hochpunkt bei (0.935, 2.066), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von 0 bis 2.5, Schaubild von stark gedämpft (γ=0.5), Hochpunkt bei (0.707, 1.155), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von 0 bis 2.50.511.522.512345Amaxω₀Amax (schwach gedämpft, γ = 0.1)mittel (γ = 0.25)stark gedämpft(γ = 0.5)AΩ
Abb. 5Stationäre Amplitude A(Ω)A(\Omega)A(Ω) über der Erregerfrequenz. Maximum nahe ω0\omega_0ω0​; geringe Dämpfung γ\gammaγ ergibt schmale, hohe Spitze.

Kernpunkte

Jede reale Schwingung verliert Energie an die Umgebung — durch Luftwiderstand, innere Reibung oder elektrische Verluste. Die Amplitude nimmt deshalb ab, und zwar bei geschwindigkeitsproportionaler Dämpfung EXPONENTIELL: y^(t)=y^0 e−δt\hat y(t) = \hat y_0\,e^{-\delta t}y^​(t)=y^​0​e−δt mit der Abklingkonstanten δ\deltaδ.
Die Dämpfung verändert auch die Frequenz, allerdings nur schwach: Die gedämpfte Schwingung ist etwas langsamer als die ungedämpfte, ωd=ω02−δ2\omega_d = \sqrt{\omega_0^2 - \delta^2}ωd​=ω02​−δ2​. Bei schwacher Dämpfung ist der Unterschied vernachlässigbar — was rechtfertigt, in Schulaufgaben meist mit ω0\omega_0ω0​ zu rechnen.
Wird die Dämpfung sehr groß, kommt gar keine Schwingung mehr zustande. Man unterscheidet den SCHWINGFALL (mehrere Durchgänge, abklingend), den APERIODISCHEN GRENZFALL (δ=ω0\delta = \omega_0δ=ω0​, schnellste Rückkehr ohne Überschwingen) und den KRIECHFALL (übermäßig gedämpft, langsame Rückkehr). Ein Stoßdämpfer wird bewusst nahe am Grenzfall ausgelegt.
Bei ERZWUNGENEN Schwingungen wirkt eine periodische äußere Kraft mit der Erregerfrequenz ωE\omega_EωE​. Nach einem Einschwingvorgang schwingt das System stationär mit der ERREGERfrequenz — nicht mit seiner Eigenfrequenz. Diese Unterscheidung ist der häufigste Fehler des Abschnitts.
Die Amplitude hängt stark vom Verhältnis ωE/ω0\omega_E/\omega_0ωE​/ω0​ ab und wird bei Annäherung an die Eigenfrequenz maximal: RESONANZ. Die Höhe des Maximums bestimmt allein die Dämpfung — schwach gedämpft ergibt eine schmale, hohe Resonanzkurve, stark gedämpft eine breite, flache (siehe ). Ohne Dämpfung würde die Amplitude über alle Grenzen wachsen, die sogenannte Resonanzkatastrophe.
Auch die Phasenlage ändert sich charakteristisch: Weit unterhalb der Resonanz folgt das System dem Erreger nahezu in Phase, genau in der Resonanz eilt es um 90°90°90° nach, weit oberhalb um 180°180°180° — es bewegt sich dann gegenläufig zur Erregung. Diese Phasenverschiebung ist ein eigenständiger Prüfungsgegenstand.

Vokabeln

→ Kartei
  • die DämpfungEnergieabgabe an die Umgebung; führt zur Amplitudenabnahme
  • die AbklingkonstanteGröße $\delta$ im Exponenten der Amplitudenabnahme
  • der aperiodische Grenzfallschnellste Rückkehr ohne Überschwingen
  • die ErregerfrequenzFrequenz der äußeren periodischen Kraft
  • die ResonanzkatastropheZerstörung durch unbegrenzt wachsende Amplitude

Amplitudenabnahme und Frequenz der gedämpften Schwingung

y^(t)=y^0 e−δt,ωd=ω02−δ2\hat y(t) = \hat y_0\,e^{-\delta t},\qquad \omega_d = \sqrt{\omega_0^2 - \delta^2}y^​(t)=y^​0​e−δt,ωd​=ω02​−δ2​

y^0\hat y_0y^​0​ die Anfangsamplitude in m, δ\deltaδ die Abklingkonstante in 1/s, ω0\omega_0ω0​ die ungedämpfte Eigenkreisfrequenz. Für δ≥ω0\delta \geq \omega_0δ≥ω0​ tritt keine Schwingung mehr auf.

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Abiturfokus

  • Sagen Sie ausdrücklich, dass das System stationär mit der ERREGERfrequenz schwingt, nicht mit seiner Eigenfrequenz.
  • „Erläutern" Sie Resonanz stets zusammen mit der Dämpfung — sie allein begrenzt die Amplitude.
  • Ordnen Sie die drei Dämpfungsfälle zu und nennen Sie zum aperiodischen Grenzfall eine technische Anwendung (Stoßdämpfer, Zeigerinstrument).
  • „Auswerten" Sie Resonanzkurven: Lage des Maximums ⇒ Eigenfrequenz, Breite ⇒ Dämpfung.
  • „Beurteilen" Sie Resonanz zweiseitig — Nutzung (Instrumente, Empfänger, MRT) und Gefahr (Brücken, Maschinen).

Typische Fehler

  • Angenommen, das erzwungene System schwinge mit seiner Eigenfrequenz.
  • Behauptet, bei Resonanz wachse die Amplitude stets unbegrenzt; die Dämpfung begrenzt sie.
  • Abklingkonstante δ\deltaδ und Eigenkreisfrequenz ω0\omega_0ω0​ verwechselt.
  • Den aperiodischen Grenzfall als „gar keine Bewegung" beschrieben; es ist die SCHNELLSTE Rückkehr ohne Überschwingen.
  • Die Phasenverschiebung bei Resonanz mit 0°0°0° statt 90°90°90° angegeben.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Stellen Sie die Differentialgleichung der erzwungenen Schwingung my¨+by˙+Dy=F0cos⁡(ωEt)m\ddot y + b\dot y + Dy = F_0\cos(\omega_E t)my¨​+by˙​+Dy=F0​cos(ωE​t) auf und begründen Sie qualitativ, warum die stationäre Lösung dieselbe Frequenz wie die Erregung besitzt. Diskutieren Sie die Phasenverschiebung in den drei Bereichen ωE≪ω0\omega_E \ll \omega_0ωE​≪ω0​, ωE=ω0\omega_E = \omega_0ωE​=ω0​ und ωE≫ω0\omega_E \gg \omega_0ωE​≫ω0​.

§ 05

Aktive Wiederholung

Erläutern Sie anhand einer Resonanzkurve, wie sich Lage und Höhe des Maximums ändern, wenn die Dämpfung erhöht wird. Begründen Sie, warum ein Stoßdämpfer nahe am aperiodischen Grenzfall ausgelegt wird, und nennen Sie je ein Beispiel für erwünschte und für gefährliche Resonanz.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Gedämpfte und erzwungene Schwingungen (Joachim Herz Stiftung)

§ 06
§ 06

Drehbewegung und Drehimpulserhaltung#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPVoraussetzungLPMechanik

Translation und Rotation — die Analogietabelle

Translation und Rotation — die AnalogietabelleTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Translation · Rotation · Zusammenhang; Weg s · Drehwinkel φ · s = r·φ; Geschwindigkeit v · Winkelgeschwindigkeit ω · v = r·ω; Beschleunigung a · Winkelbeschleunigung α · a = r·α; Masse m · Trägheitsmoment J · J = Σ m_i·r_i² — hängt von der Achse ab; Kraft F = m·a · Drehmoment M = J·α · M = r × F; Impuls p = m·v · Drehimpuls L = J·ω · Beide sind erhalten, wenn keine äußere Größe wirkt; Energie ½·m·v² · Energie ½·J·ω² · Beim Rollen addieren sich beide AnteileTranslationRotationZusammenhangWeg sDrehwinkel φs = r·φGeschwindigkeit vWinkelgeschwindigkeit ωv = r·ωBeschleunigung aWinkelbeschleunigung αa = r·αMasse mTrägheitsmoment JJ = Σ mi·ri² — hängt von der Achse abKraft F = m·aDrehmoment M = J·αM = r × FImpuls p = m·vDrehimpuls L = J·ωBeide sind erhalten, wennkeine äußere Größe wirktEnergie ½·m·v²Energie ½·J·ω²Beim Rollen addieren sichbeide Anteile
Abb. 6Jede Größe der geradlinigen Bewegung hat ein Gegenstück in der Drehbewegung. Wer die Analogie kennt, muss die zweite Formelhälfte nicht lernen.

Kernpunkte

Die Drehbewegung lässt sich vollständig parallel zur geradlinigen Bewegung aufbauen, und diese Analogie ist der schnellste Zugang: Der Winkel φ\varphiφ entspricht dem Weg, die Winkelgeschwindigkeit ω\omegaω der Geschwindigkeit, die Winkelbeschleunigung α\alphaα der Beschleunigung, das Trägheitsmoment JJJ der Masse und das Drehmoment MMM der Kraft.
Das Drehmoment M=F⋅r⋅sin⁡βM = F\cdot r\cdot\sin\betaM=F⋅r⋅sinβ misst die Drehwirkung einer Kraft. Entscheidend ist der HEBELARM — der senkrechte Abstand der Wirkungslinie von der Drehachse. Eine Kraft, deren Wirkungslinie durch die Achse geht, erzeugt kein Drehmoment, gleichgültig wie groß sie ist.
Das Trägheitsmoment J=∑miri2J = \sum m_i r_i^2J=∑mi​ri2​ hängt nicht nur von der Masse ab, sondern entscheidend von ihrer VERTEILUNG: Masse weit außen zählt quadratisch stärker. Deshalb hat ein Ring bei gleicher Masse ein größeres Trägheitsmoment als eine Vollscheibe, und deshalb rollt eine Vollkugel schneller eine schiefe Ebene hinab als ein Rohr.
Das Grundgesetz der Drehbewegung lautet M=J αM = J\,\alphaM=Jα — die exakte Entsprechung zu F=m aF = m\,aF=ma. Ebenso entsprechen sich Rotationsenergie 12Jω2\tfrac12 J\omega^221​Jω2 und kinetische Energie 12mv2\tfrac12 m v^221​mv2. Wer die Analogietabelle beherrscht, muss für die Rotation kaum Neues lernen.
Der Drehimpuls L=J ωL = J\,\omegaL=Jω bleibt erhalten, solange kein äußeres Drehmoment wirkt. Die sichtbarste Folge ist der Pirouetteneffekt: Zieht eine Eiskunstläuferin die Arme an, sinkt ihr Trägheitsmoment, und weil LLL konstant bleiben muss, steigt ω\omegaω entsprechend. Dieselbe Erhaltung stabilisiert Kreisel, Fahrräder und die Erdachse.
Bemerkenswert und prüfungsrelevant: Beim Anziehen der Arme NIMMT die Rotationsenergie ZU, obwohl der Drehimpuls konstant bleibt — denn Erot=L2/(2J)E_{\text{rot}} = L^2/(2J)Erot​=L2/(2J) wächst, wenn JJJ sinkt. Die zusätzliche Energie stammt aus der Muskelarbeit, die gegen die Zentrifugalwirkung verrichtet wird. Wer das erklären kann, hat die Erhaltungssätze verstanden.

Vokabeln

→ Kartei
  • das DrehmomentDrehwirkung einer Kraft; $M = F\,r\sin\beta$
  • das TrägheitsmomentWiderstand gegen Drehbeschleunigung; hängt von der Massenverteilung ab
  • der DrehimpulsProdukt $L = J\,\omega$; ohne äußeres Drehmoment erhalten
  • der Hebelarmsenkrechter Abstand der Wirkungslinie von der Drehachse
  • die WinkelgeschwindigkeitÄnderungsrate des Drehwinkels; Einheit 1/s

Drehmoment, Trägheitsmoment und Grundgesetz der Drehbewegung

M=F r sin⁡β,J=∑mi ri2,M=J αM = F\,r\,\sin\beta,\qquad J = \sum m_i\,r_i^2,\qquad M = J\,\alphaM=Frsinβ,J=∑mi​ri2​,M=Jα

MMM das Drehmoment in N m, rrr der Abstand zur Achse in m, β\betaβ der Winkel zwischen Kraft und Radius, JJJ das Trägheitsmoment in kg m², α\alphaα die Winkelbeschleunigung in 1/s². Die exakte Entsprechung zu F=m aF = m\,aF=ma.

Drehimpulserhaltung und Rotationsenergie

L=J ω=const.,Erot=12J ω2=L22JL = J\,\omega = \text{const.},\qquad E_{\text{rot}} = \tfrac{1}{2}J\,\omega^2 = \dfrac{L^2}{2J}L=Jω=const.,Erot​=21​Jω2=2JL2​

LLL der Drehimpuls in kg m²/s, erhalten ohne äußeres Drehmoment. Die rechte Form zeigt: Bei konstantem LLL WÄCHST die Rotationsenergie, wenn JJJ sinkt — die Differenz stammt aus verrichteter Arbeit.

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Abiturfokus

  • Nutzen Sie die Analogietabelle konsequent (s↔φs\leftrightarrow\varphis↔φ, m↔Jm\leftrightarrow Jm↔J, F↔MF\leftrightarrow MF↔M); sie ersetzt das Auswendiglernen der Rotationsformeln.
  • „Berechnen" Sie Drehmomente über den HEBELARM, also den senkrechten Abstand der Wirkungslinie zur Achse.
  • „Begründen" Sie den Pirouetteneffekt über die Konstanz von L=JωL = J\omegaL=Jω bei sinkendem JJJ.
  • „Erläutern" Sie, warum die Rotationsenergie beim Anziehen der Arme zunimmt — die Muskelarbeit ist die Quelle.
  • Beachten Sie, dass JJJ von der Massenverteilung abhängt: Masse weit außen zählt quadratisch.

Typische Fehler

  • Das Trägheitsmoment mit der Masse gleichgesetzt und die Verteilung ignoriert.
  • Beim Drehmoment den Abstand zum Angriffspunkt statt den senkrechten Hebelarm verwendet.
  • Angenommen, beim Pirouetteneffekt bleibe die Rotationsenergie konstant. Erhalten ist der DREHIMPULS.
  • Drehimpuls L=JωL = J\omegaL=Jω und Drehmoment M=JαM = J\alphaM=Jα verwechselt.
  • Drehimpulserhaltung angewandt, obwohl ein äußeres Drehmoment (z. B. Reibung in der Achse) wirkt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie mit dem Energiesatz für rollende Körper (E=12mv2+12Jω2E = \tfrac12 mv^2 + \tfrac12 J\omega^2E=21​mv2+21​Jω2 und v=ωrv = \omega rv=ωr), welcher von Vollzylinder (J=12mr2J = \tfrac12 mr^2J=21​mr2), Hohlzylinder (J=mr2J = mr^2J=mr2) und Vollkugel (J=25mr2J = \tfrac25 mr^2J=52​mr2) eine schiefe Ebene am schnellsten hinabrollt. Begründen Sie, warum das Ergebnis weder von Masse noch von Radius abhängt.

§ 06

Aktive Wiederholung

Eine Eiskunstläuferin dreht sich mit ω1=2,0 s−1\omega_1 = 2{,}0\,\text{s}^{-1}ω1​=2,0s−1 und dem Trägheitsmoment J1=4,0 kg m2J_1 = 4{,}0\,\text{kg}\,\text{m}^2J1​=4,0kgm2. Sie zieht die Arme an, wodurch J2=1,6 kg m2J_2 = 1{,}6\,\text{kg}\,\text{m}^2J2​=1,6kgm2 wird. Berechnen Sie die neue Winkelgeschwindigkeit sowie die Rotationsenergien vorher und nachher und erklären Sie die Energiedifferenz.

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Quellen: LEIFIphysik — Drehbewegung und Drehimpuls (Joachim Herz Stiftung)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Arbeit, Energie und Leistung○
    • 02Der Energieerhaltungssatz als Werkzeug○
    • 03Impuls als Erhaltungsgröße und Stoßprozesse◐
    • 04Harmonische Schwingungen und ihre Modellbildung◐
    • 05Gedämpfte und erzwungene Schwingungen, Resonanz●
    • 06Drehbewegung und Drehimpulserhaltung●

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Aus den Notizen ins Training

Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

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Belege & Quellen

Quellen

Joachim Herz Stiftung

  • LEIFIphysik — Arbeit, Energie und Leistung
  • LEIFIphysik — Impuls und Stoßgesetze
  • LEIFIphysik — Mechanische Schwingungen
  • LEIFIphysik — Drehbewegung und Drehimpuls

Siehe auch

  • Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche DynamikDie Newtonschen Gesetze, aus denen sich alle Erhaltungssätze dieses Kapitels ableiten lassen.
  • Elektromagnetische Induktion und WechselstromDer LC-Schwingkreis gehorcht Zeile für Zeile derselben Differentialgleichung wie das Federpendel.
  • Schwingungen und Wellen — Mechanische und elektromagnetische WellenWohin die Einzelschwingung führt, sobald sie sich im Raum ausbreitet.

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