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Notizen/Physik/Gravitation, Keplersche Gesetze und Astrophysik (optional)
DE · Abitur

Gravitation, Keplersche Gesetze und Astrophysik (optional)

Newtons Leistung war nicht, die Schwerkraft zu entdecken, sondern zu erkennen, dass der fallende Apfel und der umlaufende Mond DEMSELBEN Gesetz gehorchen. Aus dieser Vereinheitlichung folgen die Keplerschen Gesetze, die Bahn jedes Satelliten und die Fluchtgeschwindigkeit. In den KMK-Bildungsstandards ist die Gravitation kein eigener Inhaltsbereich — Astrophysik wird ausdrücklich als möglicher länderspezifischer Schwerpunkt genannt.

6 Abschnitte·~20 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·0333 / 10
Prüfungsprofil
S 1 · Phänomene unter Nutzung bekannter physikalischer Modelle und Theorien erklärenS 7 · Bekannte mathematische Verfahren auf physikalische Sachverhalte anwendenE 9 · Die Relevanz von Modellen, Theorien und Experimenten für die Erkenntnisgewinnung reflektierenK 4 · Unter Verwendung der Fachsprache chronologisch und kausal korrekt strukturiert formulieren
Operatoren:beschreibenberechnenherleitenbegründenerläuternbeurteilen

grundlegendes Niveau

gA: das Gravitationsgesetz anwenden, die drei Keplerschen Gesetze kennen und deuten, Kreisbahnen und geostationäre Satelliten berechnen sowie Schwerelosigkeit korrekt erklären.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich das dritte Keplersche Gesetz aus dem Kräftegleichgewicht herleiten, das Gravitationspotential und die Fluchtgeschwindigkeit über die Energiebilanz bestimmen und astrophysikalische Anwendungen quantitativ auswerten.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Gravitation, Keplersche Gesetze und Astrophysik (optional)
    • 01Das Newtonsche Gravitationsgesetz○
    • 02Die drei Keplerschen Gesetze◐
    • 03Kreisbahnen und geostationäre Satelliten◐
    • 04Energie im Gravitationsfeld und Fluchtgeschwindigkeit●
    • 05Gravitationsfeld, Schwerelosigkeit und Gezeiten◐
    • 06Astrophysik (Wahlbereich) — Sterne und das Hertzsprung-Russell-Diagramm●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 9 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Das Newtonsche Gravitationsgesetz#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPErweiterungLPGravitation

Das Gravitationsgesetz — Größen und Grenzen

Das Gravitationsgesetz — Größen und GrenzenTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Größe / Aussage · Wert bzw. Formel · Bemerkung; Gravitationsgesetz · F = G·m₁·m₂/r² · r ist der Abstand der Mittelpunkte; Gravitationskonstante G · 6,674 · 10⁻¹¹ N·m²·kg⁻² · Die am ungenauesten bekannte Naturkonstante; Ortsfaktor · g = G·M/r² · Folgt aus dem Gesetz, ist keine eigene Konstante; Kugelschalensatz · Kugelsymmetrischer Körper wirkt von außen wie eine Punktmasse · Deshalb darf mit dem Erdmittelpunktsabstand gerechnet werden; Innerhalb einer Kugelschale · Feld = 0 · Ein Hohlkugelinneres ist gravitationsfrei; Superposition · Kräfte mehrerer Massen addieren sich vektoriell · Der Ansatz jeder MehrkörperaufgabeGröße / AussageWert bzw. FormelBemerkungGravitationsgesetzF = G·m₁·m₂/r²r ist der Abstand derMittelpunkteGravitationskonstante G6,674 · 10⁻¹¹ N·m²·kg⁻²Die am ungenauesten bekannteNaturkonstanteOrtsfaktorg = G·M/r²Folgt aus dem Gesetz, istkeine eigene KonstanteKugelschalensatzKugelsymmetrischer Körperwirkt von außen wie einePunktmasseDeshalb darf mit demErdmittelpunktsabstandgerechnet werdenInnerhalb einer KugelschaleFeld = 0Ein Hohlkugelinneres istgravitationsfreiSuperpositionKräfte mehrerer Massenaddieren sich vektoriellDer Ansatz jederMehrkörperaufgabe
Abb. 1Das Gesetz gilt exakt für Punktmassen und für kugelsymmetrische Körper von außen. Diese Einschränkung wird in Aufgaben stillschweigend vorausgesetzt.

Kernpunkte

Newtons entscheidender Gedanke war die VEREINHEITLICHUNG: Dieselbe Kraft, die einen Apfel fallen lässt, hält den Mond auf seiner Bahn. Vor ihm galten irdische und himmlische Bewegung als grundverschieden; seither beschreibt ein einziges Gesetz beide. Diese Zusammenführung ist der eigentliche Inhalt des Abschnitts, nicht die Formel allein.
Zwischen zwei Massen wirkt die anziehende Kraft F=G m1m2/r2F = G\,m_1 m_2/r^2F=Gm1​m2​/r2 mit der Gravitationskonstanten G=6,674⋅10−11 N m2/kg2G = 6{,}674\cdot 10^{-11}\,\text{N}\,\text{m}^2/\text{kg}^2G=6,674⋅10−11Nm2/kg2. Der Abstand rrr ist der Abstand der MITTELPUNKTE — bei kugelsymmetrischen Körpern darf die gesamte Masse im Mittelpunkt vereinigt gedacht werden, was Newton eigens beweisen musste.
Formal ist das Gesetz mit dem Coulomb-Gesetz identisch, physikalisch aber in zwei Punkten verschieden: Die Gravitation kennt nur ANZIEHUNG, weil es keine negative Masse gibt, und sie ist unvorstellbar viel schwächer — im Wasserstoffatom um den Faktor 103910^{39}1039. Dass sie im Großen dennoch dominiert, liegt an der elektrischen Neutralität der Materie.
Die Ortsfaktor-Formel folgt unmittelbar: Setzt man an der Erdoberfläche F=m gF = m\,gF=mg, ergibt sich g=G ME/RE2≈9,81 m/s2g = G\,M_E/R_E^2 \approx 9{,}81\,\text{m/s}^2g=GME​/RE2​≈9,81m/s2. Der Ortsfaktor ist damit keine Naturkonstante, sondern eine Eigenschaft des Himmelskörpers — auf dem Mond beträgt er nur etwa ein Sechstel.
Wichtig für Aufgaben in der Höhe: Es zählt der Abstand vom ERDMITTELPUNKT, also r=RE+hr = R_E + hr=RE​+h. Auf der Höhe der Internationalen Raumstation (h≈400 kmh \approx 400\,\text{km}h≈400km) ist ggg deshalb noch etwa 89 %89\,\%89% des Bodenwerts — die dortige Schwerelosigkeit hat also NICHTS mit fehlender Gravitation zu tun.
Die schwere Masse (in F=Gm1m2/r2F = G m_1 m_2/r^2F=Gm1​m2​/r2) und die träge Masse (in F=maF = m aF=ma) sind begrifflich verschieden, stimmen aber messtechnisch bis auf 10−1310^{-13}10−13 überein. Dieses Äquivalenzprinzip ist der Ausgangspunkt der Allgemeinen Relativitätstheorie — und der Grund, warum im Vakuum alle Körper gleich schnell fallen.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Gravitationskonstante$G = 6{,}674\cdot 10^{-11}$ N m²/kg²
  • der OrtsfaktorFallbeschleunigung $g = GM/R^2$ am Ortkeine Naturkonstante
  • die schwere MasseMasse als Quelle und Angriffspunkt der Gravitation
  • die träge MasseMasse als Widerstand gegen Beschleunigung
  • das ÄquivalenzprinzipGleichheit von schwerer und träger Masse

Newtonsches Gravitationsgesetz

FG=G m1m2r2F_G = G\,\dfrac{m_1 m_2}{r^2}FG​=Gr2m1​m2​​

G≈6,674⋅10−11 N m2/kg2G \approx 6{,}674\cdot 10^{-11}\,\text{N}\,\text{m}^2/\text{kg}^2G≈6,674⋅10−11Nm2/kg2; Kraftanziehung zweier Punktmassen.

Ortsfaktor eines Himmelskörpers

g=G MR2,r=RE+hg = G\,\dfrac{M}{R^2},\qquad r = R_E + hg=GR2M​,r=RE​+h

ggg der Ortsfaktor in m/s², G=6,674⋅10−11 N m2/kg2G = 6{,}674\cdot 10^{-11}\,\text{N}\,\text{m}^2/\text{kg}^2G=6,674⋅10−11Nm2/kg2, MMM die Masse des Himmelskörpers in kg, RRR sein Radius in m. In der Höhe hhh ist stets der Mittelpunktsabstand rrr einzusetzen.

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Abiturfokus

  • Setzen Sie in Höhenaufgaben IMMER r=RE+hr = R_E + hr=RE​+h ein; die häufigste Fehlerquelle ist die eingesetzte Flughöhe statt des Mittelpunktsabstands.
  • „Herleiten" Sie g=GM/R2g = G M/R^2g=GM/R2 aus dem Gleichsetzen von Gravitations- und Gewichtskraft — dieser Zwischenschritt wird eigens bepunktet.
  • „Vergleichen" Sie Gravitation und Coulomb-Kraft kriteriengeleitet: gleiche 1/r21/r^21/r2-Struktur, aber Vorzeichen und Größenordnung verschieden.
  • „Begründen" Sie, dass der Ortsfaktor keine Konstante ist, sondern von Masse und Radius des Himmelskörpers abhängt.
  • „Erläutern" Sie das Äquivalenzprinzip als Grund dafür, dass die Masse aus der Fallbewegung herausfällt.

Typische Fehler

  • Die Flughöhe statt des Mittelpunktsabstands eingesetzt; bei 400 km400\,\text{km}400km ergäbe das einen um Größenordnungen falschen Wert.
  • Mit 1/r1/r1/r statt 1/r21/r^21/r2 gerechnet.
  • Angenommen, in der Raumstation herrsche keine Gravitation. Dort beträgt ggg noch rund 8,7 m/s28{,}7\,\text{m/s}^28,7m/s2.
  • g=9,81 m/s2g = 9{,}81\,\text{m/s}^2g=9,81m/s2 auch für andere Himmelskörper verwendet.
  • Die Gravitationskonstante GGG mit dem Ortsfaktor ggg verwechselt — sie unterscheiden sich um mehr als zehn Zehnerpotenzen und in der Einheit.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Begründen Sie mit dem Superpositionsprinzip, warum eine homogene Kugelschale in ihrem Inneren KEIN Gravitationsfeld erzeugt, und leiten Sie daraus ab, wie der Ortsfaktor im Inneren einer homogenen Kugel mit dem Abstand vom Mittelpunkt verläuft.

§ 01

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie den Ortsfaktor an der Erdoberfläche aus ME=5,97⋅1024 kgM_E = 5{,}97\cdot 10^{24}\,\text{kg}ME​=5,97⋅1024kg und RE=6371 kmR_E = 6371\,\text{km}RE​=6371km. Bestimmen Sie anschließend ggg in der Höhe der ISS (h=400 kmh = 400\,\text{km}h=400km) und beurteilen Sie damit die verbreitete Aussage, in der Raumstation herrsche „keine Schwerkraft".

Passende Aufgaben üben69 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Gravitationsgesetz (Joachim Herz Stiftung)

§ 02
§ 02

Die drei Keplerschen Gesetze#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPErweiterungLPGravitation

Keplerbahn — Ellipse, Brennpunkt und Flächensatz

Sonne Brennpunkt Perihel Aphel A A
Abb. 2Der Planet bewegt sich auf einer Ellipse mit der Sonne in einem Brennpunkt; nach dem 2. Gesetz überstreicht der Fahrstrahl in gleichen Zeiten gleiche Flächen — am Perihel ist die Bahngeschwindigkeit daher am größten.

Kernpunkte

Kepler fand seine Gesetze rein EMPIRISCH — durch jahrelange Auswertung der Marsbeobachtungen Tycho Brahes, Jahrzehnte bevor Newton die Ursache lieferte. Diese Reihenfolge ist selbst prüfungsrelevant: Sie zeigt, wie Naturwissenschaft von der Beschreibung zur Erklärung fortschreitet.
Das ERSTE Gesetz bricht mit der antiken Kreisvorstellung: Die Planeten laufen auf ELLIPSEN, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht — nicht im Mittelpunkt. Für die Erde ist die Abweichung vom Kreis mit einer numerischen Exzentrizität von 0,0170{,}0170,017 allerdings so gering, dass sie zeichnerisch kaum auffällt.
Das ZWEITE Gesetz — der Flächensatz — besagt, dass der Fahrstrahl Sonne–Planet in gleichen Zeiten gleiche Flächen überstreicht. Anschaulich heißt das: sonnennah schnell, sonnenfern langsam. Physikalisch ist es nichts anderes als die Drehimpulserhaltung, denn die Gravitation ist eine ZENTRALKRAFT und übt daher kein Drehmoment um die Sonne aus.
Das DRITTE Gesetz verknüpft verschiedene Planeten miteinander: T2/a3=const.T^2/a^3 = \text{const.}T2/a3=const., wobei die Konstante nur von der Zentralmasse abhängt. Rechnet man in astronomischen Einheiten und Jahren, wird sie für das Sonnensystem gleich eins, sodass schlicht T2=a3T^2 = a^3T2=a3 gilt — Mars mit a=1,524 AEa = 1{,}524\,\text{AE}a=1,524AE hat demnach T=1,5241,5≈1,88T = 1{,}524^{1{,}5} \approx 1{,}88T=1,5241,5≈1,88 Jahre.
Für Kreisbahnen lässt sich das dritte Gesetz in zwei Zeilen herleiten: Gravitationskraft gleich Zentripetalkraft, GMm/r2=m 4π2r/T2G M m/r^2 = m\,4\pi^2 r/T^2GMm/r2=m4π2r/T2. Die Umlaufmasse mmm kürzt sich heraus — deshalb hängt die Umlaufzeit NICHT von der Masse des Planeten ab. Umstellen liefert unmittelbar T2/r3=4π2/(GM)T^2/r^3 = 4\pi^2/(G M)T2/r3=4π2/(GM).
Genau diese Herleitung macht das Gesetz zum MESSINSTRUMENT: Aus Umlaufzeit und Bahnradius eines Mondes folgt die Masse des Zentralkörpers. So wurden die Massen der Planeten bestimmt, so wiegt man heute schwarze Löcher — die Bahnen der Sterne um das galaktische Zentrum liefern dessen Masse.

Vokabeln

→ Kartei
  • die EllipseBahnform mit zwei Brennpunktendie Sonne steht in EINEM Brennpunkt
  • die große Halbachsehalbe längste Achse der Ellipse; Größe $a$ im dritten Gesetz
  • der Flächensatzzweites Keplersches Gesetz; Ausdruck der Drehimpulserhaltung
  • die Zentralkraftstets auf ein festes Zentrum gerichtete Kraft
  • die astronomische Einheitmittlerer Abstand Erde–Sonne, $1\,\text{AE} \approx 1{,}496\cdot 10^{11}$ m

3. Keplersches Gesetz

T12T22=a13a23\dfrac{T_1^2}{T_2^2} = \dfrac{a_1^3}{a_2^3}T22​T12​​=a23​a13​​

Drittes Keplersches Gesetz aus dem Kräftegleichgewicht

G M mr2=m 4π2rT2  ⟹  T2r3=4π2G MG\,\dfrac{M\,m}{r^2} = m\,\dfrac{4\pi^2 r}{T^2} \;\Longrightarrow\; \dfrac{T^2}{r^3} = \dfrac{4\pi^2}{G\,M}Gr2Mm​=mT24π2r​⟹r3T2​=GM4π2​

MMM die Zentralmasse in kg, mmm die Umlaufmasse (kürzt sich heraus), rrr der Bahnradius in m, TTT die Umlaufzeit in s. Die Konstante hängt NUR von der Zentralmasse ab.

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Abiturfokus

  • „Herleiten" Sie das dritte Gesetz für Kreisbahnen aus dem Gleichsetzen von Gravitations- und Zentripetalkraft und weisen Sie darauf hin, dass sich mmm herauskürzt.
  • Rechnen Sie mit AE und Jahren, wenn es um Objekte im Sonnensystem geht — dann ist T2=a3T^2 = a^3T2=a3 und der Rechenweg kurz.
  • „Begründen" Sie den Flächensatz über die Drehimpulserhaltung bei einer Zentralkraft, nicht nur als Beobachtung.
  • Nennen Sie im ersten Gesetz ausdrücklich den BRENNPUNKT, nicht den Mittelpunkt — das ist der historische Bruch.
  • „Beurteilen" Sie die Massenbestimmung über das dritte Gesetz als Anwendung, etwa bei Planetenmonden oder galaktischen Zentren.

Typische Fehler

  • Die Sonne in den MITTELPUNKT der Ellipse gesetzt statt in einen Brennpunkt.
  • In T2/a3T^2/a^3T2/a3 die Exponenten vertauscht.
  • AE und Jahre mit SI-Einheiten gemischt und dann die vereinfachte Form T2=a3T^2 = a^3T2=a3 verwendet.
  • Angenommen, ein schwererer Planet brauche bei gleichem Radius länger. Die Umlaufmasse kürzt sich heraus.
  • Das dritte Gesetz zwischen Planeten VERSCHIEDENER Zentralkörper angewandt; die Konstante hängt von der Zentralmasse ab.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Bestimmen Sie aus Umlaufzeit und Bahnradius des Erdmonds (T=27,3 dT = 27{,}3\,\text{d}T=27,3d, r=384 400 kmr = 384\,400\,\text{km}r=384400km) die Masse der Erde und vergleichen Sie mit dem Literaturwert. Diskutieren Sie, welche Annahmen (Kreisbahn, Punktmasse, Vernachlässigung der Mondmasse) dabei eingehen.

§ 02

Aktive Wiederholung

Der Mars hat die große Halbachse a=1,524 AEa = 1{,}524\,\text{AE}a=1,524AE. Berechnen Sie mit dem dritten Keplerschen Gesetz seine Umlaufzeit in Jahren. Leiten Sie anschließend das Gesetz für Kreisbahnen aus dem Kräftegleichgewicht her und begründen Sie, warum die Planetenmasse darin nicht vorkommt.

Passende Aufgaben üben69 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Keplersche Gesetze (Joachim Herz Stiftung)

§ 03
§ 03

Kreisbahnen und geostationäre Satelliten#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPErweiterungLPGravitation

Satellitenbahnen — Bahntypen und Kenngrößen

Satellitenbahnen — Bahntypen und KenngrößenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Bahntyp · Höhe und Umlaufzeit · Verwendung; LEO (niedrige Umlaufbahn) · ca. 200–2.000 km · ca. 90–120 min · ISS, Erdbeobachtung, Starlink; MEO (mittlere Umlaufbahn) · ca. 20.000 km · ca. 12 h · GPS und Galileo; GEO (geostationär) · 35.786 km · genau 23 h 56 min · Fernsehen, Wetter — steht über demselben Punkt; Bedingung für GEO · Äquatorbahn, kreisförmig, mitrotierend · Nur EINE Höhe erfüllt sie; 1. kosmische Geschwindigkeit · ca. 7,9 km/s · Kreisbahn dicht über der Erdoberfläche; 2. kosmische Geschwindigkeit · ca. 11,2 km/s · Fluchtgeschwindigkeit aus dem Erdfeld; 3. Keplersches Gesetz · T²/r³ = konstant · Gilt für alle Satelliten desselben ZentralkörpersBahntypHöhe und UmlaufzeitVerwendungLEO (niedrige Umlaufbahn)ca. 200–2.000 km · ca.90–120 minISS, Erdbeobachtung,StarlinkMEO (mittlere Umlaufbahn)ca. 20.000 km · ca. 12 hGPS und GalileoGEO (geostationär)35.786 km · genau 23 h 56minFernsehen, Wetter — stehtüber demselben PunktBedingung für GEOÄquatorbahn, kreisförmig,mitrotierendNur EINE Höhe erfüllt sie1. kosmische Geschwindigkeitca. 7,9 km/sKreisbahn dicht über derErdoberfläche2. kosmische Geschwindigkeitca. 11,2 km/sFluchtgeschwindigkeit ausdem Erdfeld3. Keplersches GesetzT²/r³ = konstantGilt für alle Satellitendesselben Zentralkörpers
Abb. 3Alle folgen aus derselben Gleichsetzung von Gravitations- und Zentripetalkraft. Der Unterschied liegt allein im Bahnradius.

Kernpunkte

Ein Satellit auf einer Kreisbahn fällt permanent — er verfehlt die Erde nur, weil er sich schnell genug seitwärts bewegt. Rechnerisch drückt sich das im Ansatz aus, dass die Gravitationskraft GENAU die nötige Zentripetalkraft liefert: GMm/r2=mv2/rG M m/r^2 = m v^2/rGMm/r2=mv2/r. Dieser eine Ansatz trägt jede Aufgabe des Abschnitts.
Daraus folgt die Bahngeschwindigkeit v=GM/rv = \sqrt{G M/r}v=GM/r​. Bemerkenswert ist erneut, dass die Satellitenmasse herausfällt: Eine Schraube und die ISS umkreisen die Erde auf gleicher Höhe mit exakt gleicher Geschwindigkeit. Und je HÖHER die Bahn, desto LANGSAMER der Umlauf — eine Umkehrung der Alltagserwartung, die gern geprüft wird.
Ein GEOSTATIONÄRER Satellit steht über einem festen Punkt des Äquators. Dafür müssen drei Bedingungen zugleich erfüllt sein: Die Umlaufzeit entspricht einem siderischen Tag, die Bahn liegt in der Äquatorebene, und der Umlauf erfolgt rechtläufig. Alle drei zu nennen gehört zur vollständigen Antwort.
Entscheidend ist die Umlaufzeit von 23 h 56 min 4 s23\,\text{h}\,56\,\text{min}\,4\,\text{s}23h56min4s — der SIDERISCHE Tag, nicht die 24 Stunden des Sonnentags. Der Unterschied von knapp vier Minuten stammt daher, dass sich die Erde zugleich um die Sonne bewegt; mit 24 Stunden gerechnet ergibt sich ein um mehrere Kilometer falscher Radius.
Aus dem dritten Keplerschen Gesetz folgt für diese Umlaufzeit ein Bahnradius von rund 42 160 km42\,160\,\text{km}42160km, also eine Höhe von etwa 35 790 km35\,790\,\text{km}35790km über dem Äquator — der Gürtel, in dem sämtliche Fernsehsatelliten stehen. Ihre Bahngeschwindigkeit beträgt dabei rund 3,07 km/s3{,}07\,\text{km/s}3,07km/s.
Die Höhe bestimmt den Einsatzzweck: Erdbeobachtungs- und Wettersatelliten in niedrigen Bahnen (300300300–800 km800\,\text{km}800km) umrunden die Erde in gut anderthalb Stunden und liefern hohe Auflösung; geostationäre Satelliten stehen still am Himmel und brauchen keine nachgeführte Antenne, sehen die Erde aber nur aus großer Entfernung und können die Polargebiete nicht abdecken.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Zentripetalkraftzum Kreismittelpunkt gerichtete Kraft; hier von der Gravitation geliefert
  • geostationärüber einem festen Äquatorpunkt stehend
  • der siderische TagUmdrehung gegenüber den Fixsternen: 23 h 56 min 4 s
  • die BahngeschwindigkeitGeschwindigkeit auf der Umlaufbahn, $v = \sqrt{GM/r}$

Kreisbahn um Zentralkörper Masse M

vOrbit=GMr,T=2πr3GMv_{\text{Orbit}} = \sqrt{\dfrac{G M}{r}},\quad T = 2\pi\sqrt{\dfrac{r^3}{G M}}vOrbit​=rGM​​,T=2πGMr3​​

Bahngeschwindigkeit und Bahnradius einer Kreisbahn

G M mr2=m v2r  ⟹  v=G Mr,r=G M T24π23G\,\dfrac{M\,m}{r^2} = \dfrac{m\,v^2}{r} \;\Longrightarrow\; v = \sqrt{\dfrac{G\,M}{r}},\qquad r = \sqrt[3]{\dfrac{G\,M\,T^2}{4\pi^2}}Gr2Mm​=rmv2​⟹v=rGM​​,r=34π2GMT2​​

MMM die Zentralmasse in kg, rrr der Bahnradius ab MITTELPUNKT in m, TTT die Umlaufzeit in s. Die Satellitenmasse mmm kürzt sich in beiden Beziehungen heraus.

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Musterlösung

Bahnradius eines geostationären Satelliten

Bestimmen Sie den Bahnradius eines geostationären Satelliten und die Bahngeschwindigkeit. Erdmasse ME=5,972⋅1024 kgM_E = 5{,}972\cdot 10^{24}\,\text{kg}ME​=5,972⋅1024kg, Periodendauer T=86 164 sT = 86\,164\,\text{s}T=86164s (siderischer Tag).

  1. Schritt 1 — Bewegungsgleichung

    Gravitationskraft liefert Zentripetalkraft: GME/r2=ω2rG M_E/r^2 = \omega^2 rGME​/r2=ω2r mit ω=2π/T\omega = 2\pi/Tω=2π/T.

  2. Schritt 2 — Auflösen nach r

    r=GMET2/(4π2)3r = \sqrt[3]{G M_E T^2/(4\pi^2)}r=3GME​T2/(4π2)​.

    r=GMET24π23r = \sqrt[3]{\dfrac{G M_E T^2}{4\pi^2}}r=34π2GME​T2​​
  3. Schritt 3 — Zahlenwerte einsetzen

    r=6,674⋅10−11⋅5,972⋅1024⋅(86 164)2/39,483≈4,22⋅107 mr = \sqrt[3]{6{,}674\cdot 10^{-11}\cdot 5{,}972\cdot 10^{24}\cdot (86\,164)^2/39{,}48} \approx 4{,}22\cdot 10^7\,\text{m}r=36,674⋅10−11⋅5,972⋅1024⋅(86164)2/39,48​≈4,22⋅107m.

  4. Schritt 4 — Bahngeschwindigkeit

    v=2πr/T≈2π⋅4,22⋅107/86 164≈3,07⋅103 m/sv = 2\pi r/T \approx 2\pi\cdot 4{,}22\cdot 10^7/86\,164 \approx 3{,}07\cdot 10^3\,\text{m/s}v=2πr/T≈2π⋅4,22⋅107/86164≈3,07⋅103m/s.

  5. Schritt 5 — Interpretieren

    Bahnhöhe ≈35 800 km\approx 35\,800\,\text{km}≈35800km über Äquator — entspricht dem klassischen GEO-Orbit für Telekommunikationssatelliten.

Ergebnis: r≈4,22⋅107 mr \approx 4{,}22\cdot 10^7\,\text{m}r≈4,22⋅107m (Höhe ≈35 800 km\approx 35\,800\,\text{km}≈35800km), v≈3,07 km/sv \approx 3{,}07\,\text{km/s}v≈3,07km/s.

Abiturfokus

  • Beginnen Sie JEDE Bahnaufgabe mit dem Ansatz Gravitationskraft = Zentripetalkraft; er ist der bepunktete Kern.
  • Verwenden Sie für geostationäre Bahnen den SIDERISCHEN Tag (86 164 s86\,164\,\text{s}86164s), nicht 86 400 s86\,400\,\text{s}86400s.
  • „Begründen" Sie, dass die Satellitenmasse herausfällt, und leiten Sie daraus ab, dass alle Objekte gleicher Höhe gleich schnell sind.
  • Nennen Sie bei „geostationär" ALLE drei Bedingungen — Umlaufzeit, Äquatorebene, Umlaufsinn.
  • Unterscheiden Sie Bahnradius (ab Erdmittelpunkt) und Flughöhe (ab Erdoberfläche) und geben Sie an, welche Größe gefragt ist.

Typische Fehler

  • Mit 24 h24\,\text{h}24h statt dem siderischen Tag gerechnet.
  • Die Flughöhe als Bahnradius eingesetzt oder umgekehrt das Ergebnis nicht um RER_ERE​ vermindert.
  • Angenommen, höhere Satelliten seien schneller. Wegen v∝1/rv \propto 1/\sqrt{r}v∝1/r​ sind sie langsamer.
  • Angenommen, die Satellitenmasse beeinflusse die Bahngeschwindigkeit.
  • Eine geostationäre Bahn über einem beliebigen Ort für möglich gehalten; sie ist nur über dem Äquator möglich.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Bestimmen Sie über die Energiebilanz die Arbeit, die nötig ist, um einen Satelliten der Masse mmm von einer Kreisbahn mit Radius r1r_1r1​ auf eine mit r2>r1r_2 > r_1r2​>r1​ zu heben. Begründen Sie das zunächst paradoxe Ergebnis, dass die kinetische Energie dabei ABNIMMT, obwohl Energie zugeführt werden muss.

§ 03

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie Bahnradius, Flughöhe und Bahngeschwindigkeit eines geostationären Satelliten (ME=5,97⋅1024 kgM_E = 5{,}97\cdot 10^{24}\,\text{kg}ME​=5,97⋅1024kg, siderischer Tag 86 164 s86\,164\,\text{s}86164s). Begründen Sie, warum eine solche Bahn nur über dem Äquator möglich ist, und nennen Sie einen Vor- und einen Nachteil gegenüber einer niedrigen Erdumlaufbahn.

Passende Aufgaben üben69 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Satellitenbahnen (Joachim Herz Stiftung)

§ 04
§ 04

Energie im Gravitationsfeld und Fluchtgeschwindigkeit#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPErweiterungLPGravitation

Gravitationspotentialtopf — E(r) im Zentralfeld

Gravitationspotentialtopf — E(r) im ZentralfeldSchaubild von E_pot(r) = -GMm/r, steigend, im Bereich x von 0.35 bis 6, Schaubild von E < 0 (gebunden), im Bereich x von 0.35 bis 6123456−3−2.5−2−1.5−1−0.50.5UmkehrpunktE = 0 (Flucht)Epot(r) = −GMm/rE < 0 (gebunden)Er
Abb. 4Potentielle Energie Epot(r)=−GMm/rE_{\text{pot}}(r) = -GMm/rEpot​(r)=−GMm/r steigt von −∞-\infty−∞ monoton gegen 000. Eine gebundene Bahn (Gesamtenergie E<0E < 0E<0) ist im Topf gefangen; für die Fluchtsituation gilt E≥0E \geq 0E≥0.

Kernpunkte

Die vertraute Formel Epot=m g hE_{\text{pot}} = m\,g\,hEpot​=mgh gilt nur, solange ggg als konstant gelten darf — also nahe der Oberfläche. Für Raumfahrtprobleme versagt sie, weil die Gravitationskraft mit der Höhe abnimmt. Dann gilt Epot=−G M m/rE_{\text{pot}} = -G\,M\,m/rEpot​=−GMm/r mit dem Bezugspunkt im UNENDLICHEN.
Das negative Vorzeichen ist keine Konvention, die man auch anders wählen könnte: Es drückt aus, dass der Körper GEBUNDEN ist. Um ihn ins Unendliche zu bringen, wo Epot=0E_{\text{pot}} = 0Epot​=0 gilt, muss Energie ZUGEFÜHRT werden. Wer das Minuszeichen unterschlägt, kehrt die gesamte Argumentation um.
Die Fluchtgeschwindigkeit folgt aus einer einzigen Bilanz: Die kinetische Energie muss genügen, um die negative potentielle Energie gerade auszugleichen, 12mv2=GMm/R\tfrac12 m v^2 = G M m/R21​mv2=GMm/R. Wieder kürzt sich mmm heraus — die Fluchtgeschwindigkeit ist für eine Kanonenkugel dieselbe wie für eine Rakete.
Für die Erde ergibt sich vflucht=2GME/RE≈11,2 km/sv_{\text{flucht}} = \sqrt{2 G M_E/R_E} \approx 11{,}2\,\text{km/s}vflucht​=2GME​/RE​​≈11,2km/s, die zweite kosmische Geschwindigkeit. Sie ist um den Faktor 2\sqrt22​ größer als die erste kosmische Geschwindigkeit von rund 7,9 km/s7{,}9\,\text{km/s}7,9km/s, mit der eine oberflächennahe Kreisbahn erreicht wird — ein Verhältnis, das sich unmittelbar aus den beiden Ansätzen ergibt.
Reale Raketen starten nicht mit dieser Geschwindigkeit, sondern beschleunigen kontinuierlich; die Rechnung liefert dennoch die untere Grenze des Energiebedarfs. Zusätzlich kosten Luftwiderstand und der Transport des eigenen Treibstoffs erheblich mehr — deshalb sind Trägerraketen mehrstufig.
Denkt man die Formel zu Ende, ergibt sich der Schwarzschild-Radius: Wird ein Körper so kompakt, dass die Fluchtgeschwindigkeit ccc erreicht, kann nichts mehr entkommen — ein schwarzes Loch. Dass diese Newtonsche Abschätzung zufällig denselben Radius liefert wie die exakte allgemein-relativistische Rechnung, ist ein bemerkenswerter Zufall und sollte als solcher benannt werden.

Vokabeln

→ Kartei
  • die FluchtgeschwindigkeitMindestgeschwindigkeit zum Verlassen des Gravitationsfeldes
  • die erste kosmische GeschwindigkeitGeschwindigkeit für eine oberflächennahe Kreisbahn (≈ 7,9 km/s)
  • der Potentialtopfanschauliche Darstellung der gebundenen Energie
  • der Schwarzschild-RadiusRadius, bei dem die Fluchtgeschwindigkeit $c$ erreicht

Potentielle Energie im Gravitationsfeld und Fluchtgeschwindigkeit

Epot=−G M mr,vflucht=2 G MRE_{\text{pot}} = -G\,\dfrac{M\,m}{r},\qquad v_{\text{flucht}} = \sqrt{\dfrac{2\,G\,M}{R}}Epot​=−GrMm​,vflucht​=R2GM​​

EpotE_{\text{pot}}Epot​ in J mit Bezugspunkt Epot(∞)=0E_{\text{pot}}(\infty) = 0Epot​(∞)=0; das Minuszeichen kennzeichnet den gebundenen Zustand. RRR der Startradius in m; die Masse des startenden Körpers kürzt sich heraus.

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Musterlösung

Fluchtgeschwindigkeit von der Erdoberfläche

Berechnen Sie die zweite kosmische Geschwindigkeit (Fluchtgeschwindigkeit) von der Erdoberfläche aus Energieerhaltung. Erdradius RE=6,371⋅106 mR_E = 6{,}371\cdot 10^6\,\text{m}RE​=6,371⋅106m.

  1. Schritt 1 — Energiebilanz

    Mindestenergie: 12mv2=GMEm/RE\tfrac{1}{2} m v^2 = G M_E m/R_E21​mv2=GME​m/RE​ (kinetische Energie deckt potentielle Energie an der Oberfläche, Geschwindigkeit im Unendlichen Null).

  2. Schritt 2 — Auflösen

    vesc=2GME/REv_{\text{esc}} = \sqrt{2 G M_E/R_E}vesc​=2GME​/RE​​.

    vesc=2GMRv_{\text{esc}} = \sqrt{\dfrac{2 G M}{R}}vesc​=R2GM​​
  3. Schritt 3 — Zahlenwerte

    vesc=2⋅6,674⋅10−11⋅5,972⋅1024/6,371⋅106≈1,12⋅104 m/sv_{\text{esc}} = \sqrt{2\cdot 6{,}674\cdot 10^{-11}\cdot 5{,}972\cdot 10^{24}/6{,}371\cdot 10^6} \approx 1{,}12\cdot 10^4\,\text{m/s}vesc​=2⋅6,674⋅10−11⋅5,972⋅1024/6,371⋅106​≈1,12⋅104m/s.

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    vesc≈11,2 km/sv_{\text{esc}} \approx 11{,}2\,\text{km/s}vesc​≈11,2km/s ist genau Faktor 2\sqrt{2}2​ größer als die erste kosmische Geschwindigkeit (7,9 km/s7{,}9\,\text{km/s}7,9km/s).

Ergebnis: Fluchtgeschwindigkeit vesc≈11,2 km/sv_{\text{esc}} \approx 11{,}2\,\text{km/s}vesc​≈11,2km/s.

Abiturfokus

  • Führen Sie das MINUSZEICHEN in Epot=−GMm/rE_{\text{pot}} = -GMm/rEpot​=−GMm/r konsequent mit; es kodiert die Bindung.
  • „Berechnen" Sie Fluchtgeschwindigkeiten über die Energiebilanz, nicht über Kräfte — der Energieansatz ist hier der einzig praktikable Weg.
  • Unterscheiden Sie erste (≈7,9 km/s\approx 7{,}9\,\text{km/s}≈7,9km/s, Kreisbahn) und zweite kosmische Geschwindigkeit (≈11,2 km/s\approx 11{,}2\,\text{km/s}≈11,2km/s, Flucht) samt dem Faktor 2\sqrt22​.
  • „Begründen" Sie, dass die Fluchtgeschwindigkeit unabhängig von der Masse des startenden Körpers ist.
  • „Beurteilen" Sie, warum Epot=mghE_{\text{pot}} = mghEpot​=mgh für Raumfahrtaufgaben unbrauchbar ist — ggg ist dort nicht konstant.

Typische Fehler

  • Epot=mghE_{\text{pot}} = m g hEpot​=mgh für große Höhen verwendet.
  • Das Minuszeichen in −GMm/r-GMm/r−GMm/r weggelassen und dadurch die Energiebilanz umgekehrt.
  • Den Faktor 2 unter der Wurzel vergessen und die erste statt der zweiten kosmischen Geschwindigkeit erhalten.
  • Angenommen, eine schwerere Rakete brauche eine höhere Fluchtgeschwindigkeit. Die Masse kürzt sich heraus.
  • Den Bezugspunkt der potentiellen Energie an die Oberfläche gelegt; die Formel setzt Epot(∞)=0E_{\text{pot}}(\infty) = 0Epot​(∞)=0 voraus.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie den Schwarzschild-Radius rS=2GM/c2r_S = 2GM/c^2rS​=2GM/c2 ab, indem Sie in der Fluchtgeschwindigkeitsformel v=cv = cv=c setzen. Berechnen Sie ihn für die Erde und die Sonne und beurteilen Sie, warum diese Newtonsche Herleitung trotz ihres formal korrekten Ergebnisses physikalisch NICHT die richtige Begründung liefert.

§ 04

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Fluchtgeschwindigkeit für die Erde (ME=5,97⋅1024 kgM_E = 5{,}97\cdot 10^{24}\,\text{kg}ME​=5,97⋅1024kg, RE=6371 kmR_E = 6371\,\text{km}RE​=6371km). Vergleichen Sie sie mit der ersten kosmischen Geschwindigkeit und begründen Sie den Faktor 2\sqrt22​ aus den beiden zugrunde liegenden Ansätzen.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Energie im Gravitationsfeld (Joachim Herz Stiftung)

§ 05
§ 05

Gravitationsfeld, Schwerelosigkeit und Gezeiten#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPErweiterungLPGravitation

Schwerelosigkeit — vier Fälle

Schwerelosigkeit — vier FälleTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Fall · Was tatsächlich geschieht · Bezeichnung; Freier Fall · Alles fällt gleich schnell — keine Auflagekraft · Wahrnehmung von Schwerelosigkeit; ISS im Orbit · Dauerhafter freier Fall um die Erde herum · Mikrogravitation — g ≈ 8,7 m/s², nicht 0; Parabelflug · Flugzeug folgt der Wurfparabel · ca. 22 s Schwerelosigkeit pro Parabel; Weit entfernt von jeder Masse · Gravitationsfeld praktisch null · Echte Schwerelosigkeit — im Sonnensystem nirgends erreicht; Gemeinsame Ursache · Keine Kraft wirkt der Gravitation entgegen · Deshalb registriert der Körper nichts; Gegenprobe · Im stehenden Fahrstuhl spürt man das Gewicht · Es ist die Normalkraft des Bodens, nicht die GravitationFallWas tatsächlichgeschiehtBezeichnungFreier FallAlles fällt gleich schnell —keine AuflagekraftWahrnehmung vonSchwerelosigkeitISS im OrbitDauerhafter freier Fall umdie Erde herumMikrogravitation — g ≈ 8,7m/s², nicht 0ParabelflugFlugzeug folgt derWurfparabelca. 22 s Schwerelosigkeitpro ParabelWeit entfernt von jederMasseGravitationsfeld praktischnullEchte Schwerelosigkeit — imSonnensystem nirgendserreichtGemeinsame UrsacheKeine Kraft wirkt derGravitation entgegenDeshalb registriert derKörper nichtsGegenprobeIm stehenden Fahrstuhl spürtman das GewichtEs ist die Normalkraft desBodens, nicht dieGravitation
Abb. 5🔴 Auf der ISS ist die Gravitation nur ca. 10 % geringer als am Boden. Was fehlt, ist nicht die Kraft, sondern die GEGENKRAFT.

Kernpunkte

Wie beim elektrischen Feld beschreibt man auch die Gravitation über ein Feld: Die Gravitationsfeldstärke g⃗=F⃗/m\vec g = \vec F/mg​=F/m ist die Kraft je Masse und stimmt zahlenmäßig mit der Fallbeschleunigung überein. Der Vergleich beider Felder ist ein klassischer Prüfungstransfer — dieselbe 1/r21/r^21/r2-Struktur, aber nur ein Vorzeichen.
Die verbreitete Rede von „Schwerelosigkeit" im Orbit ist physikalisch falsch. In 400 km400\,\text{km}400km Höhe beträgt der Ortsfaktor noch rund 8,7 m/s28{,}7\,\text{m/s}^28,7m/s2, also fast 89 %89\,\%89% des Bodenwerts. Gäbe es dort tatsächlich keine Gravitation, flöge die Station geradlinig davon.
Was Astronauten erleben, ist der FREIE FALL: Station und Insassen fallen mit derselben Beschleunigung um die Erde herum. Weil alles gleich schnell fällt, verschwindet die Relativbeschleunigung zwischen Mensch und Wand — es gibt keine Auflagekraft, und genau deren Fehlen empfinden wir als Gewicht. Korrekt heißt der Zustand deshalb Mikrogravitation oder Schwerelosigkeit im freien Fall.
Genau das ist der Kern des Äquivalenzprinzips: In einer frei fallenden Kabine ohne Fenster lässt sich durch KEIN Experiment feststellen, ob man schwerelos im All schwebt oder frei fällt. Schwerkraft und Beschleunigung sind lokal ununterscheidbar — der Ausgangspunkt der Allgemeinen Relativitätstheorie.
Die GEZEITEN entstehen nicht durch die Anziehung des Mondes an sich, sondern durch deren UNTERSCHIED über die Erde hinweg. Die mondzugewandte Seite wird stärker angezogen als der Erdmittelpunkt, dieser stärker als die abgewandte Seite. Im mitbewegten System resultieren daraus zwei Flutberge — auf beiden Seiten.
Dass es zwei Flutberge gibt und nicht einen, ist die eigentliche Prüfungsfrage, und die Antwort lautet: Der abgewandte Flutberg entsteht, weil dort die Anziehung SCHWÄCHER ist als die zur Kreisbewegung nötige Zentripetalkraft. Deshalb gibt es rund zwei Hochwasser je Tag, und deshalb verstärken sich die Gezeiten bei Neu- und Vollmond zur Springflut.

Vokabeln

→ Kartei
  • die GravitationsfeldstärkeKraft je Masse, $\vec g = \vec F/m$; Einheit N/kg
  • die MikrogravitationZustand des freien Falls; korrekter Begriff statt „Schwerelosigkeit"
  • die GezeitenkraftKraft aus der DIFFERENZ der Anziehung über einen Körper hinweg
  • die Springflutverstärkte Gezeit bei Neu- und Vollmond

Gravitationsfeldstärke und ihre Höhenabhängigkeit

g⃗=F⃗m,g(h)=G ME(RE+h)2\vec g = \dfrac{\vec F}{m},\qquad g(h) = \dfrac{G\,M_E}{(R_E + h)^2}g​=mF​,g(h)=(RE​+h)2GME​​

g⃗\vec gg​ die Feldstärke in N/kg (zahlengleich mit der Fallbeschleunigung in m/s²), hhh die Höhe über der Oberfläche in m. In der ISS-Höhe von 400 km beträgt ggg noch etwa 8,7 m/s².

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Abiturfokus

  • Korrigieren Sie den Begriff „Schwerelosigkeit" ausdrücklich zu „freier Fall" bzw. Mikrogravitation — die Begründung über den noch vorhandenen Ortsfaktor wird erwartet.
  • „Begründen" Sie die zwei Flutberge über die UNTERSCHIEDE der Anziehung, nicht über die Anziehung selbst.
  • „Vergleichen" Sie Gravitations- und elektrisches Feld kriteriengeleitet: Struktur gleich, Vorzeichen und Stärke verschieden.
  • „Erläutern" Sie das Äquivalenzprinzip über die Ununterscheidbarkeit von Beschleunigung und Schwerefeld in einer geschlossenen Kabine.
  • Rechnen Sie zur Untermauerung ggg in Orbithöhe konkret aus; eine Zahl überzeugt hier mehr als eine Behauptung.

Typische Fehler

  • Behauptet, im Orbit wirke keine Gravitation. Dort beträgt ggg noch rund 8,7 m/s28{,}7\,\text{m/s}^28,7m/s2.
  • Nur EINEN Flutberg auf der mondzugewandten Seite angenommen.
  • Die Gezeiten mit der absoluten Mondanziehung erklärt statt mit deren Differenz über den Erddurchmesser.
  • Gravitationsfeldstärke und Gravitationskonstante verwechselt.
  • Die Sonne bei den Gezeiten ganz ausgelassen; sie trägt etwa zur Hälfte der Mondwirkung bei und erklärt Spring- und Nipptide.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Schätzen Sie die GEZEITENKRAFT quantitativ ab, indem Sie die Differenz der Mondanziehung zwischen Erdmittelpunkt und Erdoberfläche berechnen (ΔF≈2GMMmRE/d3\Delta F \approx 2GM_M m R_E/d^3ΔF≈2GMM​mRE​/d3). Vergleichen Sie den Beitrag von Mond und Sonne und begründen Sie damit das Zustandekommen von Spring- und Nipptide.

§ 05

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie den Ortsfaktor in der Höhe der ISS (h=400 kmh = 400\,\text{km}h=400km) und erläutern Sie damit, warum die Rede von „Schwerelosigkeit" physikalisch unpräzise ist. Begründen Sie anschließend, warum auf der mondabgewandten Erdseite ebenfalls ein Flutberg auftritt.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Gravitationsfeld und Schwerelosigkeit (Joachim Herz Stiftung)

§ 06
§ 06

Astrophysik (Wahlbereich) — Sterne und das Hertzsprung-Russell-Diagramm#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPErweiterungLPAstrophysik

Astrophysikalische Größenordnungen

Astrophysikalische GrößenordnungenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Größe · Wert · Verwendung; Astronomische Einheit (AE) · 1,496 · 10¹¹ m · Mittlerer Abstand Erde–Sonne; Lichtjahr · 9,46 · 10¹⁵ m · Entfernungsangabe außerhalb des Sonnensystems; Sonnenmasse · 1,989 · 10³⁰ kg · Bezugsmasse für Sterne; Erdmasse · 5,972 · 10²⁴ kg · Bezugsmasse für Planeten; Erdradius · 6.371 km · Grundgröße jeder Satellitenrechnung; Lichtgeschwindigkeit c · 299.792.458 m/s · Exakt — definiert über den Meter; Schwarzschildradius · r_s = 2·G·M/c² · Für die Sonne ca. 3 kmGrößeWertVerwendungAstronomische Einheit (AE)1,496 · 10¹¹ mMittlerer Abstand Erde–SonneLichtjahr9,46 · 10¹⁵ mEntfernungsangabe außerhalbdes SonnensystemsSonnenmasse1,989 · 10³⁰ kgBezugsmasse für SterneErdmasse5,972 · 10²⁴ kgBezugsmasse für PlanetenErdradius6.371 kmGrundgröße jederSatellitenrechnungLichtgeschwindigkeit c299.792.458 m/sExakt — definiert über denMeterSchwarzschildradiusrs = 2·G·M/c²Für die Sonne ca. 3 km
Abb. 6Diese Werte sind Bezugsgrößen für Abschätzungsaufgaben. Wer sie nicht ungefähr kennt, kann ein Ergebnis nicht auf Plausibilität prüfen.

Kernpunkte

Ein Stern ist ein Gleichgewicht zweier Gegenspieler: Die Gravitation zieht die Masse nach innen, der Strahlungs- und Gasdruck der Fusionszone drückt nach außen. Solange beide sich die Waage halten, bleibt der Stern stabil — das hydrostatische Gleichgewicht. Endet der Brennstoff, gewinnt die Gravitation, und der Stern verändert sich grundlegend.
Die Energiequelle ist die Kernfusion: In der Sonne verschmelzen über die Proton-Proton-Kette vier Wasserstoffkerne zu einem Heliumkern. Der Massendefekt von etwa 0,7 %0{,}7\,\%0,7% erscheint nach E=Δmc2E = \Delta m c^2E=Δmc2 als Strahlung. Das verbindet dieses Kapitel unmittelbar mit der Bindungsenergiekurve der Kernphysik.
Das HERTZSPRUNG-RUSSELL-DIAGRAMM trägt die Leuchtkraft gegen die Oberflächentemperatur auf — wobei die Temperaturachse traditionell NACH LINKS zunimmt, was beim Ablesen leicht in die Irre führt. Es ist kein Bild einer Entwicklung, sondern eine Momentaufnahme vieler Sterne zugleich.
Die meisten Sterne liegen auf der HAUPTREIHE, einem Band von heißen, leuchtkräftigen links oben zu kühlen, leuchtschwachen rechts unten. Ein Stern verbringt dort den weitaus größten Teil seines Lebens — deshalb ist die Hauptreihe so dicht besetzt. Abseits liegen die Riesen rechts oben (groß, kühl, aber sehr leuchtkräftig) und die Weißen Zwerge links unten (heiß, aber winzig).
Die Masse bestimmt alles Weitere. Massereiche Sterne verbrennen ihren Vorrat trotz größerer Menge weit schneller und leben nur Millionen Jahre, massearme viele Milliarden. Am Ende werden sonnenähnliche Sterne zu Roten Riesen und stoßen ihre Hülle als Planetarischen Nebel ab, zurück bleibt ein Weißer Zwerg; massereiche Sterne enden in einer Supernova und hinterlassen einen Neutronenstern oder ein schwarzes Loch.
Die Entfernungsbestimmung ist die Grundlage all dieser Aussagen und läuft in Stufen: Für nahe Sterne dient die trigonometrische PARALLAXE, für fernere die Helligkeit bekannter Standardkerzen wie der Cepheiden, für sehr große Distanzen die Rotverschiebung. Jede Stufe wird an der vorigen geeicht — eine Kette, deren Glieder man kennen sollte.

Vokabeln

→ Kartei
  • die HauptreiheBand im HRD, auf dem Sterne den Großteil ihres Lebens verbringen
  • die Leuchtkraftgesamte abgestrahlte Leistung eines Sterns in W
  • der Weiße Zwergheißer, sehr kleiner Endzustand sonnenähnlicher Sterne
  • die Parallaxescheinbare Verschiebung naher Sterne zur Entfernungsmessung
  • das hydrostatische GleichgewichtBalance von Gravitation und Strahlungsdruck

Stefan-Boltzmann-Gesetz für die Leuchtkraft eines Sterns

L=4π R2 σ T4L = 4\pi\,R^2\,\sigma\,T^4L=4πR2σT4

LLL die Leuchtkraft in W, RRR der Sternradius in m, TTT die Oberflächentemperatur in K und σ=5,67⋅10−8 W/(m2K4)\sigma = 5{,}67\cdot 10^{-8}\,\text{W}/(\text{m}^2\text{K}^4)σ=5,67⋅10−8W/(m2K4) die Stefan-Boltzmann-Konstante. Die vierte Potenz der Temperatur erklärt die enormen Leuchtkraftunterschiede.

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Abiturfokus

  • Beachten Sie beim Ablesen des HRD die INVERTIERTE Temperaturachse — sie nimmt nach links zu.
  • „Erläutern" Sie das hydrostatische Gleichgewicht als Wettstreit von Gravitation und Strahlungsdruck.
  • „Begründen" Sie die kurze Lebensdauer massereicher Sterne über den überproportional höheren Energieumsatz.
  • Ordnen Sie die Endstadien der Ausgangsmasse zu: Weißer Zwerg, Neutronenstern oder schwarzes Loch.
  • „Beurteilen" Sie die Entfernungsleiter als gestufte, aufeinander geeichte Kette von Methoden.

Typische Fehler

  • Die Temperaturachse des HRD wie üblich nach rechts ansteigend gelesen.
  • Das HRD als Entwicklungsweg EINES Sterns gedeutet statt als Momentaufnahme vieler.
  • Angenommen, massereiche Sterne lebten wegen ihres größeren Vorrats länger. Sie verbrauchen ihn weit schneller.
  • Weiße Zwerge als große, kühle Sterne eingeordnet; sie sind heiß und sehr klein.
  • Die Sonne als besonders großen Stern bezeichnet; sie ist ein durchschnittlicher Hauptreihenstern.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Berechnen Sie mit dem Stefan-Boltzmann-Gesetz L=4πR2σT4L = 4\pi R^2\sigma T^4L=4πR2σT4 das Verhältnis der Radien zweier Sterne gleicher Leuchtkraft, deren Oberflächentemperaturen sich um den Faktor 10 unterscheiden. Begründen Sie damit quantitativ die Lage von Riesen und Zwergen im HRD.

§ 06

Aktive Wiederholung

Erläutern Sie anhand des Hertzsprung-Russell-Diagramms, warum die Hauptreihe so dicht besetzt ist. Ordnen Sie einen Roten Riesen und einen Weißen Zwerg in Temperatur und Leuchtkraft ein und begründen Sie, warum ein Weißer Zwerg trotz hoher Oberflächentemperatur nur geringe Leuchtkraft besitzt.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Astronomie: Sterne und das Hertzsprung-Russell-Diagramm (Joachim Herz Stiftung)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Das Newtonsche Gravitationsgesetz○
    • 02Die drei Keplerschen Gesetze◐
    • 03Kreisbahnen und geostationäre Satelliten◐
    • 04Energie im Gravitationsfeld und Fluchtgeschwindigkeit●
    • 05Gravitationsfeld, Schwerelosigkeit und Gezeiten◐
    • 06Astrophysik (Wahlbereich) — Sterne und das Hertzsprung-Russell-Diagramm●

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Gravitation, Keplersche Gesetze und Astrophysik (optional)

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Quellen

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  • LEIFIphysik — Gravitationsgesetz
  • LEIFIphysik — Astronomie: Sterne und das Hertzsprung-Russell-Diagramm

Siehe auch

  • Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche DynamikZentripetalkraft und Kreisbewegung — der Ansatz, auf dem jede Bahnrechnung dieses Kapitels beruht.
  • Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische SchwingungenDie Energiebilanz, aus der die Fluchtgeschwindigkeit folgt.
  • Elektrische und magnetische FelderDas Coulomb-Gesetz hat dieselbe $1/r^2$-Struktur — der Vergleich beider Felder ist ein klassischer Prüfungstransfer.

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Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

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