EuraStudy
Notizen/Englisch/Text- und Medienkompetenz — Methoden der Textanalyse
DE · Abitur

Text- und Medienkompetenz — Methoden der Textanalyse

Die Bildungsstandards verlangen, Texte „in ihrer Wirkung und Machart" zu verstehen — literarische ebenso wie pragmatische und mediale. Dieses Themenfeld liefert das Handwerkszeug dafür: Erzähltechnik, Stilmittel, Argumentationsanalyse, Dramen- und Lyrikbegriffe, Filmsprache und das Verfahren des Vergleichs. Es ist das methodische Rückgrat aller anderen Themenfelder.

8 Abschnitte·~23 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·0222 / 8
Prüfungsprofil
TMK · Text- und Medienkompetenz — Texte analysieren, deuten und eigene Texte produzierenSB · Sprachbewusstheit — sprachliche Mittel und ihre Wirkung reflektierenFKK · Funktionale kommunikative Kompetenz — Analyseergebnisse schriftlich darlegenSLK · Sprachlernkompetenz — Analyseverfahren selbstständig anwenden
Operatoren:analyseexaminedescribeexplaincompareinterpretcomment

grundlegendes Niveau

gA: Texte strukturiert analysieren — Stilmittel identifizieren und ihre Wirkung benennen, Erzählperspektive bestimmen, Argumentationsgang nachzeichnen, Belege korrekt einführen.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich narratologische Begriffe differenziert anwenden (Fokalisierung, erlebte Rede), Texte über Gattungs- und Mediengrenzen hinweg vergleichen und Deutungen gegeneinander abwägen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard · Zeilenabstand: Kompakt

Medien immer laden: aus

Inhalt · 8 Abschnitte▾
  1. Text- und Medienkompetenz — Methoden der Textanalyse
    • 01Stylistic devices — Taxonomie, Beleg und Funktion◐
    • 02Narrative perspective — Person, Fokalisierung, Zuverlässigkeit●
    • 03Plot and character — Aufbau, Figurenzeichnung, Konflikt○
    • 04Poetry analysis — Form, Klang, Bild●
    • 05Drama analysis — Dialog, Regieanweisung, Bühne◐
    • 06Speech and argument analysis — ethos, pathos, logos◐
    • 07Film analysis — Kamera, Schnitt, Ton◐
    • 08Comparative analysis — Texte und Medien gegeneinander lesen●

8 Abschnitte · 40 Merksätze · 0 Formeln · 40 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Stylistic devices — Taxonomie, Beleg und Funktion#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Stylistic Devices — Taxonomie nach Funktion

Stylistic Devices — Taxonomie nach FunktionTabelle mit 2 Spalten und 5 Zeilen, Daten: Kategorie · Stilmittel; Sound · alliteration, assonance, onomatopoeia, rhyme; Imagery · metaphor, simile, symbol, personification, allusion; Structure · parallelism, anaphora, climax, enjambment, chiasmus; Rhetoric · rhetorical question, irony, hyperbole, understatement; Diction · connotation, register, euphemism, colloquialismKategorieStilmittelSoundalliteration, assonance,onomatopoeia, rhymeImagerymetaphor, simile, symbol,personification, allusionStructureparallelism, anaphora,climax, enjambment, chiasmusRhetoricrhetorical question, irony,hyperbole, understatementDictionconnotation, register,euphemism, colloquialism
Abb. 1Stilmittel gruppiert nach Funktion (Sound, Imagery, Structure, Rhetoric, Diction) mit typischen Vertretern.

Kernpunkte

Stilmittel lassen sich in fünf Funktionsfeldern ordnen, und diese Ordnung hilft beim Suchen: KLANG (alliteration, assonance, rhyme), BILD (metaphor, simile, symbol, personification), STRUKTUR (parallelism, anaphora, tricolon, climax), RHETORIK (rhetorical question, irony, hyperbole, understatement) und WORTWAHL (register, connotation, euphemism). Wer die Felder durchgeht, findet mehr als wer planlos liest.
Die entscheidende Regel lautet: WIRKUNG statt Etikett. „This is a metaphor" ist keine Analyse. Die brauchbare Form lautet: Mittel benennen — zitieren — Wirkung angeben — an die Textaussage anschließen. Erst der vierte Schritt macht aus einer Beobachtung ein Argument.
Die häufig verwechselten Paare sollten sicher sitzen. METAPHER setzt gleich („life is a journey"), SIMILE vergleicht ausdrücklich mit „like" oder „as"; SYMBOL ist ein konkreter Gegenstand mit über sich hinausweisender Bedeutung, ALLEGORIE eine durchgeführte Entsprechung über einen ganzen Text; ANAPHER wiederholt am Anfang, EPIPHER am Ende.
IRONIE zerfällt in drei Formen, die getrennt zu behandeln sind: verbale Ironie sagt das Gegenteil des Gemeinten; situative Ironie liegt in der Diskrepanz zwischen Erwartung und Ausgang; dramatische Ironie besteht, wenn das Publikum mehr weiß als die Figur. Sarkasmus ist eine verletzende Spielart der verbalen Ironie, nicht ihre Definition.
DENOTATION ist der Lexikoninhalt, KONNOTATION die mitschwingende Wertung. „House" und „home" bezeichnen dasselbe Gebäude und tragen verschiedene Wärme; „regime" und „government" bezeichnen dieselbe Institution und verschiedene Legitimität. In Sachtexten liegt hier oft die eigentliche Argumentation.
In Reden treten Muster gehäuft auf: das TRICOLON als Dreierfigur, der CHIASMUS als Überkreuzstellung, das inclusive „we", der Kontrast von Vergangenheit und Zukunft. Diese Muster sind nicht Schmuck, sondern tragen die Behauptung — wer sie als Argumentationsmittel liest, erreicht den Anforderungsbereich III.

Vokabeln

→ Kartei
  • the stylistic devicedas Stilmittel
  • the connotation/ˌkɒnəˈteɪʃn/die mitschwingende Bedeutung
  • the tricolondie Dreierfigur
  • dramatic ironydie dramatische IroniePublikum weiß mehr als die Figur
  • to convey/kənˈveɪ/vermitteln, transportieren
  • the registerdie Sprachebene
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗
Musterlösung

Worked example — analysing stylistic devices in a political speech

Examine the rhetorical strategies Barack Obama uses in the opening of his 2008 victory speech ("If there is anyone out there who still doubts ..."). Refer to repetition, parallelism, ethos and pathos. (Operator: examine)

  1. Step 1 — Read for structure

    The opening builds a long anaphoric list: "If there is anyone out there who still doubts ... who still wonders ... who still questions ...". The grammatical parallelism creates rhythm and accumulates persuasive weight before the main clause arrives ("tonight is your answer").

  2. Step 2 — Identify ethos markers

    Obama positions himself as a humble inheritor of national history ("It's been a long time coming, but tonight ... change has come to America"). The reference to America's self-narrative establishes shared ground with the audience and frames the speaker as servant rather than victor.

  3. Step 3 — Identify pathos markers

    Concrete evocations — a 106-year-old voter, a stretched volunteer, a soldier abroad — turn abstract claims into emotional images. The pattern triangulates between past, present and future to make the moment feel historic.

  4. Step 4 — Analyse logos and concession

    Where Obama concedes hardship ("There will be setbacks and false starts"), he stages logos: the argument that progress is real but non-linear. This pre-empts cynical reading and integrates opposition into the speaker's ethos.

  5. Step 5 — Synthesise the rhetorical effect

    The combined operations — anaphoric structure, anchored ethos, vivid pathos and conceding logos — turn an election-night speech into a national pedagogy: the speaker teaches the audience how to remember the moment they are inside of.

Ergebnis: Obama's opening combines parallelism and anaphora with carefully staged ethos, pathos and logos to convert a partisan victory into a shared civic narrative, modelling for the audience the historical meaning of the night.

Abiturfokus

  • Arbeiten Sie die fünf Funktionsfelder systematisch ab, statt zufällig zu suchen.
  • Verwenden Sie die Vierschrittform: benennen — zitieren — Wirkung — Anschluss an die Textaussage.
  • Halten Sie Metapher/Simile und Symbol/Allegorie sauber auseinander.
  • Unterscheiden Sie verbale, situative und dramatische Ironie ausdrücklich.
  • Lesen Sie Konnotationen in Sachtexten als Träger der Argumentation.

Typische Fehler

  • Stilmittel katalogisiert, ohne ihre Funktion zu deuten.
  • Jede Lautwiederholung zur Alliteration erklärt.
  • Symbol und Allegorie gleichgesetzt.
  • Ironie mit Sarkasmus gleichgesetzt.
  • Belege ohne Zitat oder Zeilenangabe angeführt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, wie die Rede an bekannte Vorgängertexte anknüpft, und beurteilen Sie, welche Autorität der Sprecher durch diese Anspielungen für sich beansprucht.

§ 01

Aktive Wiederholung

Analyse the stylistic devices in the given speech. Select the three most significant, quote each accurately and explain how they build the speaker's claim.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 und 2.4 (Kultusministerkonferenz)

§ 02
§ 02

Narrative perspective — Person, Fokalisierung, Zuverlässigkeit#

~2 Min Lesezeit●●●VertiefungLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Narrative Perspective — Stanzel / Genette

Narrative Perspective — Stanzel / GenetteTabelle mit 3 Spalten und 3 Zeilen, Daten: Person · Knowledge · Distance / Voice; 1st person — inside story · omniscient — all minds · reliable — straight voice; 3rd person — outside story · limited / figural — one mind · unreliable — distorts events; 2nd person — rare · objective — camera-eye · intrusive — comments on actionPersonKnowledgeDistance / Voice1st person — inside storyomniscient — all mindsreliable — straight voice3rd person — outside storylimited / figural — one mindunreliable — distorts events2nd person — rareobjective — camera-eyeintrusive — comments onaction
Abb. 2Erzählsituation klassifiziert nach Person (1st / 3rd), Distanz (involved / detached) und Wissen (omniscient / limited).

Kernpunkte

Die Bestimmung der Erzählsituation gelingt zuverlässig über zwei getrennte Fragen: WER SPRICHT (Person: erste, dritte, selten zweite) und WER SIEHT (Fokalisierung). Beide fallen häufig auseinander — ein Er-Erzähler kann streng an die Wahrnehmung einer Figur gebunden sein. Wer beide Fragen trennt, vermeidet die häufigste Fehlbestimmung.
Drei Fokalisierungen sind zu unterscheiden: NULLFOKALISIERUNG (der Erzähler weiß mehr als jede Figur, blickt in alle Köpfe), INTERNE Fokalisierung (die Darstellung ist an das Wissen einer Figur gebunden) und EXTERNE Fokalisierung (nur Sichtbares wird berichtet, kein Innenleben — die Kamera-Perspektive, bei Hemingway systematisch durchgeführt).
Ein Ich-Erzähler ist NICHT automatisch unzuverlässig. Unzuverlässigkeit ist ein eigenes Merkmal und muss belegt werden: durch Widersprüche im Bericht, durch erkennbare Eigeninteressen, durch ein Urteil des Textes, das dem des Erzählers widerspricht. Ohne solche Belege ist die Behauptung eine Vermutung.
Die ERLEBTE REDE (free indirect discourse) blendet Figurengedanken unmarkiert in die Er-Erzählung ein: keine Anführungszeichen, kein „she thought", aber die Wortwahl und Wertung der Figur bei beibehaltener dritter Person und Vergangenheitsform. Sie zu erkennen ist ein sicheres Zeichen fortgeschrittener Analyse — sie erzeugt Nähe und Distanz zugleich.
Zwischen ERZÄHLZEIT und ERZÄHLTER ZEIT bestehen Verhältnisse, die selbst Bedeutung tragen: Rückblende (analepsis), Vorausdeutung (prolepsis), Zeitraffung, Zeitdehnung, Aussparung. Eine gedehnte Szene markiert Gewicht; eine übersprungene Zeitspanne kann Verdrängung anzeigen.
Die Perspektivwahl ist nie neutral: Wer erzählt, wer wird erzählt, wer bleibt stumm — das ist die Frage, an der postkoloniale und feministische Lektüren ansetzen. Diese Beobachtung verbindet die Erzähltechnik mit den inhaltlichen Themenfeldern und trägt die anspruchsvollsten Aufgabenstellungen.

Vokabeln

→ Kartei
  • the point of viewdie Erzählperspektive
  • focalisation/ˌfəʊkəlaɪˈzeɪʃn/die Fokalisierung
  • free indirect discoursedie erlebte Rede
  • the unreliable narratorder unzuverlässige Erzähler
  • the flashbackdie Rückblende
  • omniscient/ɒmˈnɪsiənt/allwissend
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗

Abiturfokus

  • Trennen Sie die Frage „wer spricht" von „wer sieht" — sie fallen oft auseinander.
  • Belegen Sie Unzuverlässigkeit, statt sie aus der ersten Person zu folgern.
  • Weisen Sie erlebte Rede an einer konkreten Passage nach.
  • Deuten Sie Zeitraffung, Dehnung und Aussparung als Bedeutungsträger.
  • Fragen Sie, wer im Text keine Stimme hat — dort liegt oft der interessanteste Befund.

Typische Fehler

  • Person und Fokalisierung gleichgesetzt.
  • Jeden Ich-Erzähler für unzuverlässig erklärt.
  • Erlebte Rede mit indirekter Rede verwechselt.
  • Die Perspektive bestimmt, ohne ihre Funktion zu deuten.
  • Fachbegriffe angehäuft ohne Textbeleg.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie eine Passage in erlebter Rede und beurteilen Sie, ob der Text die Figurenwertung teilt oder ihr widerspricht. Erläutern Sie, woran sich das erkennen lässt.

§ 02

Aktive Wiederholung

Analyse the narrative perspective of the given extract: determine person and focalisation, quote one passage that demonstrates your finding and explain what the choice of perspective achieves.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 (Kultusministerkonferenz)

§ 03
§ 03

Plot and character — Aufbau, Figurenzeichnung, Konflikt#

~6 Min Lesezeit●○○BasisLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Plot Structure — Freytag-Pyramide

Plot Structure — Freytag-PyramideNetzgraph, Exposition → Rising Action, Rising Action → Climax, Climax → Falling Action, Falling Action → ResolutionExpositionRising ActionClimaxFallingActionResolution
Abb. 3Exposition, Rising Action, Climax, Falling Action und Resolution — angewendet auf das fünfaktige Schema klassischer Dramen und Romane.

Kernpunkte

Das klassische Aufbauschema — Exposition, steigende Handlung, Wendepunkt, fallende Handlung, Auflösung — ist ein WERKZEUG, kein Gesetz. Moderne short stories setzen mitten in die Handlung ein, verzichten auf Auflösung oder enden offen. Der produktive Umgang besteht darin, die Abweichung vom Schema zu benennen, statt den Text hineinzuzwingen.
Bei der Figurenzeichnung ist die Unterscheidung zwischen DIREKTER und INDIREKTER Charakterisierung grundlegend: Direkt sagt der Text, wie eine Figur ist; indirekt zeigt er es durch Handlung, Rede, Gedanken, Äußeres und die Reaktionen anderer. Indirekte Charakterisierung ist die häufigere und die analytisch ergiebigere.
Die englischen Begriffspaare sind knapp und präzise: ROUND characters haben widersprüchliche Züge und können sich ändern, FLAT characters bleiben auf einen Zug reduziert; DYNAMIC characters entwickeln sich, STATIC bleiben gleich. Eine flache Figur ist kein Mangel — sie kann bewusst als Kontrastfigur (FOIL) eingesetzt sein.
Konflikte lassen sich nach ihrer Achse ordnen, und diese Einteilung strukturiert jede Inhaltsanalyse: Figur gegen Figur, Figur gegen sich selbst, Figur gegen Gesellschaft, Figur gegen Natur oder Schicksal. Viele Texte führen mehrere Achsen gleichzeitig — die Frage, welche dominiert, ist oft die Interpretationsfrage.
Bei der SHORT STORY sind die Gattungsmerkmale prüfungsrelevant: der Einstieg mitten im Geschehen, die Beschränkung auf wenige Figuren und einen kurzen Zeitraum, ein zugespitzter Moment und häufig ein offenes Ende. Das offene Ende ist eine Aufforderung an den Leser, nicht ein fehlender Schluss.
Für die Analyse gilt eine Warnung, die die meisten Punkte kostet: Nacherzählung ist keine Analyse. Handlungsangaben dürfen nur so weit erfolgen, wie sie eine Aussage stützen. Die brauchbare Prüfung lautet: Steht nach jeder Handlungsangabe ein „weil" oder „dadurch"?

Vokabeln

→ Kartei
  • the exposition/ˌekspəˈzɪʃn/die Einführung
  • the turning pointder Wendepunkt
  • a round / flat charactereine vielschichtige / eindimensionale Figur
  • the foildie Kontrastfigur
  • indirect characterisationdie indirekte Charakterisierung
  • the open endingdas offene Ende
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗
Musterlösung

Worked example — analysing a short-story opening

Analyse the following extract from Nadine Gordimer's short story "Once upon a Time" (1989). Focus on narrative perspective, atmosphere and stylistic devices, and explain how the opening establishes the storys main theme of fear in a divided society. (Operator: analyse)

  1. Step 1 — Frame the task

    Identify operator and focus: "analyse" demands a multi-step examination with textual evidence. Note the three foci (perspective, atmosphere, devices) and the thematic claim to be substantiated (fear in a divided society).

  2. Step 2 — Locate narrator and perspective

    The first-person narrator opens with "Someone has written to ask me to contribute to an anthology of stories for children." The "I" voice is reflective and self-conscious — note the metafictional move: the narrator is a writer being asked to write. Stanzel: Ich-Erzählsituation; Genette: focalisation interne.

  3. Step 3 — Identify atmosphere markers

    Lexical fields of unease dominate the second paragraph: "a creaking of the kind made by the weight carried by one foot after another along a wooden floor"; "I have no burglar bars, no gun under the pillow". The semantic chain (creaking, weight, bars, gun) constructs a paranoid soundscape before any political content is named.

  4. Step 4 — Catalogue stylistic devices

    Note (a) repetition of "in this room, in this bed" — anaphora that fixes the narrator spatially; (b) the simile "like the small ill heart of an animal trapped"; (c) the irony of the title "Once upon a time" against the deeply political content; (d) the contrast between fairy-tale opening and contemporary South African setting.

  5. Step 5 — Connect to the central theme

    Combine: a self-conscious first-person voice, a paranoid sensory atmosphere, and the ironic fairy-tale frame collectively dramatise the impossibility of telling innocent stories in apartheid-era South Africa. The opening primes the reader to read the inner "fairy tale" as a savage allegory of white fear and the destruction it produces.

Ergebnis: The opening uses an introspective first-person narrator, dense sensory imagery of fear and an ironic fairy-tale frame to establish the storys core claim: in a divided society, even bedtime stories cannot escape the architecture of fear they sustain.

Musterlösung

Worked example — characterising a protagonist

Characterise Holden Caulfield as he appears in the opening chapters of "The Catcher in the Rye" (Salinger, 1951). Refer to his voice, his relationships and his attitudes towards the adult world. (Operator: characterise)

  1. Step 1 — Set up four reading angles

    Plan the answer around four lenses: voice / register (how he speaks); social relations (how he treats others); attitudes (what he values or rejects); inner state (mental and emotional condition). Each angle anchors one paragraph.

  2. Step 2 — Voice and register

    Holden's narration is colloquial, fragmented and saturated with intensifiers ("phony", "goddam", "and all", "if you want to know the truth"). The vernacular voice undermines literary authority and positions the reader as confidant. Quote sparingly: "I'm the most terrific liar you ever saw in your life."

  3. Step 3 — Social relations

    He oscillates between hostility (towards Stradlater, Maurice, schoolmasters) and tenderness (towards Phoebe, Allie, Jane). The dichotomy reveals selective empathy: children and the dead are exempt from his contempt; the adult world is not.

  4. Step 4 — Attitudes towards the adult world

    Holden's core grievance is hypocrisy ("phoniness"). He projects this onto institutions (school, Hollywood, the rich), yet performs many of the same behaviours (lying, drinking, posing). The contradiction is the engine of the novel: he wants authenticity in a society he cannot leave.

  5. Step 5 — Inner state

    Beneath the wisecracking surface lies grief — Allie's death is the un-narrated centre. Recurrent imagery (the red hunting cap, the ducks in Central Park, the catcher fantasy) functions as protective ritual against loss. Holden is a teenage mourner using cynicism as armour.

Ergebnis: Holden is a sixteen-year-old narrator whose colloquial, intensified voice, ambivalent social relations and obsessive rejection of "phoniness" mask the unresolved grief of an adolescent struggling to retain integrity in a world he reads as compromised.

Abiturfokus

  • Benennen Sie die ABWEICHUNG vom Aufbauschema, statt den Text hineinzupressen.
  • Belegen Sie Charakterisierung überwiegend indirekt — an Handlung, Rede und Reaktion.
  • Nutzen Sie round/flat und dynamic/static präzise, ohne flach als Mangel zu werten.
  • Bestimmen Sie die dominante Konfliktachse und begründen Sie die Wahl.
  • Prüfen Sie jede Handlungsangabe darauf, ob sie eine Aussage stützt.

Typische Fehler

  • Das Aufbauschema als verbindliche Norm angewandt.
  • Nur direkte Charakterisierung ausgewertet.
  • Flache Figuren als Schwäche des Textes gewertet.
  • Das offene Ende als unvollständig kritisiert.
  • Die Handlung nacherzählt statt sie auszuwerten.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie eine Nebenfigur als foil zur Hauptfigur und beurteilen Sie, welche Eigenschaft der Hauptfigur durch diesen Kontrast überhaupt erst sichtbar wird.

§ 03

Aktive Wiederholung

Analyse the given short story: describe how the protagonist is characterised, identify the central conflict and explain the effect of the story's ending.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 (Kultusministerkonferenz)

§ 04
§ 04

Poetry analysis — Form, Klang, Bild#

~2 Min Lesezeit●●●VertiefungLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Analysing a poem — from form to meaning

Analysing a poem — from form to meaningTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Level · What to look for · Typical effect to name; Speaker and situation · Who speaks, to whom, from where · Establishes distance, intimacy or irony; Structure · Stanzas, volta, refrain · A turn at the volta often reverses the argument; Metre and rhythm · Iambic pentameter, deviations, caesura · A broken metre marks emotional disruption; Rhyme and sound · Rhyme scheme, alliteration, assonance · Binds or separates ideas across lines; Imagery · Metaphor, simile, symbol, personification · Carries the abstract theme in concrete form; Diction and tone · Word field, connotation, register · Reveals the speaker’s attitude; Enjambment · Sense running past the line end · Creates speed, tension, or a double readingLevelWhat to look forTypical effect to nameSpeaker and situationWho speaks, to whom, fromwhereEstablishes distance,intimacy or ironyStructureStanzas, volta, refrainA turn at the volta oftenreverses the argumentMetre and rhythmIambic pentameter,deviations, caesuraA broken metre marksemotional disruptionRhyme and soundRhyme scheme, alliteration,assonanceBinds or separates ideasacross linesImageryMetaphor, simile, symbol,personificationCarries the abstract themein concrete formDiction and toneWord field, connotation,registerReveals the speaker’sattitudeEnjambmentSense running past the lineendCreates speed, tension, or adouble reading
Abb. 4Formmerkmale zählen erst, wenn ihre Wirkung benannt ist. Die dritte Spalte ist der Teil, an dem die meisten Analysen scheitern.

Kernpunkte

Die Lyrikanalyse folgt einer festen Reihenfolge, und wer sie einhält, verliert den Faden nicht: erst FORM (Strophen, Verszahl, Reimschema, Metrum), dann SPRECHSITUATION (wer spricht zu wem in welcher Lage), dann BILDLICHKEIT, dann KLANG, und erst zum Schluss die Deutung, die alles zusammenführt.
Das Reimschema wird mit Buchstaben notiert (abab, aabb, abba); die gängigen Strophenformen sind Zweizeiler, Vierzeiler und die Sonettformen. Beim Metrum genügen für die Klausur die vier Grundfüße — Jambus, Trochäus, Anapäst, Daktylus — und die Fähigkeit, eine Abweichung zu bemerken.
Das entscheidende Prinzip lautet: Formbeschreibung ohne Deutung ist wertlos. Ein regelmäßiges Metrum kann Ordnung, Ritual oder Zwang stützen; sein Bruch kann Erschütterung markieren. Erst die Verbindung von Beobachtung und Wirkung ist Analyse.
Das LYRISCHE ICH ist nicht der Autor. Diese Trennung ist keine Formalie, sondern verhindert die häufigste Fehlargumentation — den Schluss von biografischen Umständen auf die Textbedeutung. Zu bestimmen ist, welche Rolle das Sprech-Ich einnimmt und welche Haltung es zu seinem Gegenstand hat.
Klangmittel wirken körperlich und lassen sich präzise deuten: ALLITERATION bündelt, ASSONANZ verbindet über Vokale, ONOMATOPOESIE bildet nach, und der Zeilensprung (ENJAMBEMENT) erzeugt Drängen, während die Zeilenpause (CAESURA) anhält. Bei Gedichten lohnt es, laut zu lesen — die Wirkung zeigt sich im Hören.
Die Bildlichkeit ist auf ihre KONSISTENZ zu prüfen: Zieht sich ein Bildfeld durch das ganze Gedicht (Jahreszeiten, Reise, Licht), oder brechen die Bilder gegeneinander? Beides ist bedeutsam — ein durchgehaltenes Bildfeld trägt eine Aussage, ein Bildbruch markiert einen Umschlag.

Vokabeln

→ Kartei
  • the stanza/ˈstænzə/die Strophe
  • the rhyme schemedas Reimschema
  • the speaker / personadas lyrische Ich
  • the caesura/sɪˈzjʊərə/die Zäsur, die Verspause
  • the imagerydie Bildlichkeit
  • onomatopoeia/ˌɒnəmætəˈpiːə/die Lautmalerei
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗

Abiturfokus

  • Halten Sie die Reihenfolge ein: Form — Sprechsituation — Bild — Klang — Deutung.
  • Deuten Sie jede Formbeobachtung; reine Beschreibung bringt keine Punkte.
  • Trennen Sie lyrisches Ich und Autor ausdrücklich.
  • Deuten Sie Enjambement und Zäsur über ihre Wirkung auf das Lesetempo.
  • Prüfen Sie, ob ein Bildfeld durchgehalten oder gebrochen wird.

Typische Fehler

  • Das Reimschema bestimmt, ohne seine Wirkung zu deuten.
  • Das lyrische Ich mit dem Autor gleichgesetzt.
  • Das Gedicht Zeile für Zeile paraphrasiert.
  • Metrische Begriffe genannt ohne Bezug zur Aussage.
  • Klangmittel übergangen, weil das Gedicht nur gelesen, nicht gehört wurde.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie, an welcher Stelle das Gedicht seine Richtung ändert, und beurteilen Sie, ob dieser Umschlag formal (Metrum, Reim, Strophe) mitvollzogen wird.

§ 04

Aktive Wiederholung

Analyse the given poem: describe its form, determine the speaker and the situation, and explain how sound and imagery support the central statement.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 (Kultusministerkonferenz)

§ 05
§ 05

Drama analysis — Dialog, Regieanweisung, Bühne#

~2 Min Lesezeit●●○StandardLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Analysing drama — the layers of a scene

Analysing drama — the layers of a sceneTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Layer · What to examine · Why it matters; Position in the play · Exposition, rising action, climax, resolution · The same line means differently before and after the turning point; Dialogue · Who speaks most; who interrupts; who asks · Speech distribution maps power; Stage directions · Setting, movement, props, lighting · The author’s own commentary on the scene; Dramatic techniques · Soliloquy, aside, dramatic irony · The audience knows more than a character — the source of tension; Language · Verse or prose, register shifts, imagery · In Shakespeare a shift from verse to prose marks status or state of mind; Subtext · What is meant but not said · Silence, evasion and pauses carry itLayerWhat to examineWhy it mattersPosition in the playExposition, rising action,climax, resolutionThe same line meansdifferently before and afterthe turning pointDialogueWho speaks most; whointerrupts; who asksSpeech distribution mapspowerStage directionsSetting, movement, props,lightingThe author’s own commentaryon the sceneDramatic techniquesSoliloquy, aside, dramaticironyThe audience knows more thana character — the source oftensionLanguageVerse or prose, registershifts, imageryIn Shakespeare a shift fromverse to prose marks statusor state of mindSubtextWhat is meant but not saidSilence, evasion and pausescarry it
Abb. 5Ein Dramentext wird nicht gelesen wie Prosa: Was NICHT gesagt wird — Pausen, Regieanweisungen, Abgänge — trägt einen Teil der Bedeutung.

Kernpunkte

Ein Dramentext besteht aus HAUPTTEXT (was gesprochen wird) und NEBENTEXT (Regieanweisungen, Figurenverzeichnis, Ortsangaben). Der Nebentext wird in Klausuren regelmäßig übersehen und enthält doch häufig die Deutungshinweise — wer ihn auswertet, hebt sich sofort ab.
Weil das Drama keinen Erzähler hat, muss alles über Figurenrede und Handlung vermittelt werden. Daraus folgt der zentrale Analysegriff: Figuren charakterisieren sich SELBST durch ihre Sprache und werden durch die Rede anderer charakterisiert. Wortwahl, Satzlänge, Redeanteil und Unterbrechungen sind die Belege.
Die Redeformen haben unterschiedliche Funktionen: DIALOG trägt die Handlung, der MONOLOG offenbart Inneres, das BEISEITE richtet sich an das Publikum über die Figuren hinweg, und das SCHWEIGEN kann die stärkste Äußerung sein. Wer eine Pause im Nebentext bemerkt und deutet, arbeitet auf hohem Niveau.
Zur Sprechhandlung gehört die Frage nach der MACHT im Gespräch: Wer stellt Fragen und wer antwortet, wer unterbricht, wer bestimmt das Thema, wer spricht am meisten? Diese Auszählung ist schnell gemacht und ergibt oft den überzeugendsten Beleg für eine Figurenkonstellation.
Die Anordnung der Figuren zueinander — Bündnisse, Gegnerschaften, Vermittler, Außenstehende — ist die KONSTELLATION, und ihre Veränderung im Verlauf ist meist der eigentliche Handlungsgang. Eine Skizze der Konstellation vor und nach dem Wendepunkt ist ein wirksames Arbeitsmittel.
Zwischen dem geschlossenen Drama mit Einheit von Ort, Zeit und Handlung und dem offenen Drama mit Ortswechseln und Nebenhandlungen besteht ein Formunterschied, der Deutung trägt: Das geschlossene Drama erzeugt Zwang und Unausweichlichkeit, das offene Weite und Vielstimmigkeit.

Vokabeln

→ Kartei
  • the stage directionsdie Regieanweisungen
  • the dialogue/ˈdaɪəlɒɡ/der Dialog
  • the constellation of charactersdie Figurenkonstellation
  • to interrupt/ˌɪntəˈrʌpt/unterbrechen
  • the act / the sceneder Akt / die Szene
  • the exposition scenedie Einführungsszene
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗

Abiturfokus

  • Werten Sie den NEBENTEXT aus — er enthält häufig die Deutungshinweise.
  • Belegen Sie Charakterisierung an Wortwahl, Satzbau und Redeanteil.
  • Deuten Sie Unterbrechungen, Pausen und Schweigen als Sprechhandlungen.
  • Zählen Sie Redeanteile und Fragen aus, um Machtverhältnisse zu belegen.
  • Beschreiben Sie die Veränderung der Figurenkonstellation über den Wendepunkt hinweg.

Typische Fehler

  • Regieanweisungen übergangen.
  • Figurenaussagen als Wahrheit des Stücks behandelt.
  • Nur den Inhalt der Repliken referiert, nicht ihre Form.
  • Schweigen und Pausen als bedeutungslos übergangen.
  • Die Konstellation beschrieben, ohne ihre Veränderung zu verfolgen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie die Gesprächsführung einer Szene quantitativ (Redeanteile, Fragen, Unterbrechungen) und beurteilen Sie, ob die Machtverhältnisse, die sich daraus ergeben, mit den ausgesprochenen Aussagen übereinstimmen.

§ 05

Aktive Wiederholung

Analyse the given dramatic scene: examine how the characters' language reveals their relationship, and explain what the stage directions contribute to your reading.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 (Kultusministerkonferenz)

§ 06
§ 06

Speech and argument analysis — ethos, pathos, logos#

~2 Min Lesezeit●●○StandardLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Analysing a speech

Analysing a speechTabelle mit 3 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Element · What it does · Typical marker in the text; Ethos · Establishes the speaker’s credibility · "As someone who has …", references to shared experience; Pathos · Appeals to the audience’s emotions · Anecdote, direct address, emotive vocabulary; Logos · Appeals to reason · Statistics, causal chains, concessions answered; Structure · Opening – body – call to action · Opening captures attention; ending demands something; Rhetorical devices · Anaphora, tricolon, rhetorical question, antithesis · Repetition marks what the speaker wants remembered; Audience · Who is addressed and who is overhearing · Inclusive "we" builds the group the speech needsElementWhat it doesTypical marker in thetextEthosEstablishes the speaker’scredibility"As someone who has …",references to sharedexperiencePathosAppeals to the audience’semotionsAnecdote, direct address,emotive vocabularyLogosAppeals to reasonStatistics, causal chains,concessions answeredStructureOpening – body – call toactionOpening captures attention;ending demands somethingRhetorical devicesAnaphora, tricolon,rhetorical question,antithesisRepetition marks what thespeaker wants rememberedAudienceWho is addressed and who isoverhearingInclusive "we" builds thegroup the speech needs
Abb. 6Die Aufgabe fragt selten nach der Botschaft, sondern nach den MITTELN, mit denen sie wirkt — und für welches Publikum.

Kernpunkte

Jede Redenanalyse beginnt mit der SPRECHSITUATION: Wer spricht, zu wem, bei welchem Anlass, mit welchem Ziel? Ohne diese vier Angaben bleibt jede Stilmittelbeobachtung beliebig — dieselbe Anapher wirkt in einer Trauerrede anders als in einem Wahlkampfauftritt.
Die drei aristotelischen Überzeugungsmittel geben das Raster: ETHOS ist die Glaubwürdigkeit des Sprechers (Amt, Erfahrung, gemeinsame Herkunft), PATHOS der Appell an Gefühl (Bilder, Erzählungen, Werte), LOGOS die Sachargumentation (Zahlen, Belege, Schlussfolgerungen). Fast jede Rede nutzt alle drei; die Frage ist die Gewichtung.
Die Argumentation lässt sich in ihre Bausteine zerlegen: BEHAUPTUNG, BEGRÜNDUNG, BELEG, gegebenenfalls Einschränkung. Die einzelnen Schritte zu benennen ist wirksamer, als von „guter Argumentation" zu sprechen — und legt zugleich die Lücken offen.
Prüfbar ist auch die STICHHALTIGKEIT. Häufige Fehlschlüsse sind das Angreifen der Person statt des Arguments, das Aufbauen einer verzerrten Gegenposition, die falsche Alternative und die Dammbruchbehauptung. Einen benannten Fehlschluss am Text zu belegen, ist eine Leistung im Anforderungsbereich III.
Der AUFBAU folgt oft einem erkennbaren Muster: Einstieg, der Nähe herstellt; Problembeschreibung; Vorschlag; Appell. Anfang und Ende verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil dort die Positionierung geschieht und die Zuhörer am aufmerksamsten sind.
Für die Darstellung gilt eine Regel, die viele Klausuren rettet: nach WIRKUNG gliedern, nicht chronologisch durch den Text laufen. Ein Absatz zum ethos, einer zum pathos, einer zur Sachargumentation — dieser Aufbau zwingt zur Auswertung und verhindert die Nacherzählung.

Vokabeln

→ Kartei
  • the audience/ˈɔːdiəns/das Publikum, die Adressaten
  • credibility/ˌkredəˈbɪləti/die Glaubwürdigkeit
  • the claimdie Behauptung
  • the evidence/ˈevɪdəns/der Beleg
  • the fallacy/ˈfæləsi/der Fehlschluss
  • the appeal to emotionder Appell an das Gefühl
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗

Abiturfokus

  • Klären Sie zuerst Sprecher, Adressat, Anlass und Ziel.
  • Gewichten Sie ethos, pathos und logos, statt sie nur aufzuzählen.
  • Zerlegen Sie Argumente in Behauptung, Begründung und Beleg.
  • Benennen Sie Fehlschlüsse mit Textbeleg, wenn sie vorliegen.
  • Gliedern Sie die Analyse nach WIRKUNG, nicht nach Textreihenfolge.

Typische Fehler

  • Stilmittel ohne Bezug auf die Redesituation gedeutet.
  • Die Rede chronologisch nacherzählt.
  • Pathos und Emotion als Schwäche gewertet.
  • Behauptungen des Sprechers als Tatsachen übernommen.
  • Ethos, pathos und logos als Etiketten vergeben ohne Beleg.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Untersuchen Sie eine Passage auf Argumentationsfehler und beurteilen Sie, ob die Rede auch ohne die fehlerhaften Schritte trägt.

§ 06

Aktive Wiederholung

Analyse the given speech: explain how the speaker establishes credibility, which emotional appeals they use and how sound their factual argument is. Structure your answer by effect, not by order of text.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.1 und 2.3 (Kultusministerkonferenz)

§ 07
§ 07

Film analysis — Kamera, Schnitt, Ton#

~2 Min Lesezeit●●○StandardLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Film Analysis — Camera Shots und Angles

Film Analysis — Camera Shots und AnglesTabelle mit 3 Spalten und 10 Zeilen, Daten: Einstellung / Winkel · Zeigt · Wirkung; Extreme long shot · landscape, crowd · isolation, scale; Long shot · full figure in setting · context, relation; Medium shot · waist up, two-shot · dialogue, neutrality; Close-up · face, emotion · intimacy, empathy; Extreme close-up · eyes, hands, detail · tension, focus; High angle · camera looks down · vulnerability, weakness; Eye-level · neutral horizon · objectivity, parity; Low angle · camera looks up · power, threat, awe; Dutch tilt · slanted frame · unease, instability; Bird's-eye view · directly overhead · god-like, mappingEinstellung / WinkelZeigtWirkungExtreme long shotlandscape, crowdisolation, scaleLong shotfull figure in settingcontext, relationMedium shotwaist up, two-shotdialogue, neutralityClose-upface, emotionintimacy, empathyExtreme close-upeyes, hands, detailtension, focusHigh anglecamera looks downvulnerability, weaknessEye-levelneutral horizonobjectivity, parityLow anglecamera looks uppower, threat, aweDutch tiltslanted frameunease, instabilityBird's-eye viewdirectly overheadgod-like, mapping
Abb. 7Einstellungsgrößen (extreme long -> extreme close-up) und Kamerawinkel (high / eye / low angle) mit Wirkung.

Kernpunkte

Filmanalyse ist nicht Inhaltsanalyse mit Bildern: Gegenstand sind die MITTEL, mit denen ein Film bedeutet. Vier Bereiche genügen für die Klausur — Einstellungsgröße und Kamerabewegung, mise en scène (was im Bild ist), Montage (wie die Bilder verbunden sind) und Ton.
Die EINSTELLUNGSGRÖSSEN reichen von der Totale, die Umgebung und Verhältnisse zeigt, über Halbtotale und Amerikanische bis zur Nahaufnahme und Detailaufnahme, die Emotion und Intensität erzeugen. Der Wechsel zwischen ihnen ist ein Steuerungsmittel für Nähe und Distanz des Zuschauers.
Die KAMERAPERSPEKTIVE trägt Wertung: Die Untersicht lässt eine Figur größer und mächtiger erscheinen, die Aufsicht kleiner und ausgeliefert, die Augenhöhe wirkt neutral. Diese Wirkung ist so verlässlich, dass ihre bewusste Verletzung selbst ein Befund ist.
Zur MISE EN SCÈNE gehört alles, was vor der Kamera arrangiert wurde: Ausstattung, Kostüm, Licht, Farbe, Anordnung der Figuren im Bild. Der englische Begriff hat sich auch im Deutschen durchgesetzt; wer ihn verwendet, sollte ihn an einer konkreten Bildbeschreibung einlösen.
In der MONTAGE ist der harte Schnitt der Normalfall; Überblendung und Blende markieren Zeitsprünge; die Schnittfrequenz steuert das Tempo. Die Parallelmontage verschränkt zwei gleichzeitige Handlungen und erzeugt Spannung — sie zu erkennen und zu benennen lohnt sich in jeder Szenenanalyse.
Beim TON ist die wichtigste Unterscheidung die zwischen DIEGETISCHEM Ton, der in der Filmwelt seine Quelle hat, und NICHT-DIEGETISCHEM Ton wie der Filmmusik oder einem Erzähler. Musik, die von außen kommt, kommentiert die Handlung — und ihr Fehlen an einer erwartbaren Stelle ist ebenfalls eine Entscheidung.

Vokabeln

→ Kartei
  • the long shotdie Totale
  • the close-updie Nahaufnahme
  • the low-angle shotdie Untersichtlässt die Figur mächtig erscheinen
  • the cutder Schnitt
  • diegetic sound/ˌdaɪəˈdʒetɪk/Ton mit Quelle in der Filmwelt
  • the voice-overdie Erzählstimme aus dem Off
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗

Abiturfokus

  • Analysieren Sie MITTEL, nicht Inhalt — vier Bereiche: Kamera, mise en scène, Montage, Ton.
  • Deuten Sie Einstellungsgrößen über Nähe und Distanz zum Zuschauer.
  • Werten Sie Unter- und Aufsicht als Machtaussagen.
  • Benennen Sie Schnitttempo und Parallelmontage mit ihrer Wirkung.
  • Unterscheiden Sie diegetischen und nicht-diegetischen Ton ausdrücklich.

Typische Fehler

  • Die Filmhandlung nacherzählt statt die Gestaltungsmittel zu untersuchen.
  • Fachbegriffe genannt, ohne das Bild zu beschreiben.
  • Diegetischen und nicht-diegetischen Ton verwechselt.
  • Kameraperspektiven ohne Deutung aufgezählt.
  • Den Ton insgesamt übergangen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie eine Filmszene mit der entsprechenden Passage der literarischen Vorlage und beurteilen Sie, welche Aufgabe die Filmmittel von der Erzählstimme übernehmen.

§ 07

Aktive Wiederholung

Analyse the given film sequence: describe camera work, mise en scène, editing and sound, and explain how these means construct the viewer's attitude towards the main character.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 (Kultusministerkonferenz)

§ 08
§ 08

Comparative analysis — Texte und Medien gegeneinander lesen#

~2 Min Lesezeit●●●VertiefungLPenglisch-text-analysis-methodsLPtext-media-competence

Operatoren-Matrix Englisch nach KMK

Operatoren-Matrix Englisch nach KMKTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: AB I — Reproduktion · AB II — Reorganisation · AB III — Werten / Gestalten; describe · analyse · comment on; summarise · examine · discuss; outline · compare · evaluate; state · characterise · assess; name · explain · justify; point out · illustrate · judge; render · interpret · imagine / writeAB I — ReproduktionAB II — ReorganisationAB III — Werten /Gestaltendescribeanalysecomment onsummariseexaminediscussoutlinecompareevaluatestatecharacteriseassessnameexplainjustifypoint outillustratejudgerenderinterpretimagine / write
Abb. 8Operatoren geordnet nach Anforderungsbereich (I = Wiedergabe, II = Analyse, III = Bewertung). Sprachmittlung bildet eine eigene Operatorgruppe (convey, render, summarise, paraphrase) — sinngemäß und adressatengerecht.

Kernpunkte

Beim Vergleich entscheidet die GLIEDERUNG über die Note. Zwei Formen sind möglich: die Blockform behandelt erst Text A vollständig, dann Text B; die Verschränkung geht Kriterium für Kriterium durch beide Texte. Für die Klausur ist die Verschränkung fast immer überlegen, weil sie den Vergleich erzwingt, statt ihn dem Leser zu überlassen.
Vor dem Schreiben ist das TERTIUM COMPARATIONIS festzulegen: das Dritte, unter dem verglichen wird — eine Frage, ein Thema, ein Verfahren. Ohne dieses gemeinsame Bezugsstück entstehen zwei nebeneinandergestellte Analysen, die formal kein Vergleich sind.
Die Kriterien müssen für beide Texte gelten und sollten vorab festgelegt werden: Thema und Aussage, Perspektive, sprachliche Mittel, Adressat, Haltung. Drei bis vier tragfähige Kriterien sind besser als sieben oberflächliche.
Sowohl GEMEINSAMKEITEN als auch UNTERSCHIEDE gehören in die Antwort, und die interessantere Beobachtung ist meist die Kombination: gleiches Thema mit gegensätzlicher Haltung, oder gegensätzliche Themen mit demselben Verfahren. Reine Unterschiedslisten bleiben flach.
Beim MEDIENVERGLEICH — Roman und Verfilmung, Zeitungsartikel und Karikatur, Rede und Kommentar — ist zu berücksichtigen, dass jedes Medium eigene Mittel hat. Eine Verfilmung „lässt weg", weil Film anders erzählt, nicht aus Nachlässigkeit. Die Frage lautet, welche Aufgabe die neuen Mittel übernehmen.
Der Schluss soll die Vergleichsfrage BEANTWORTEN, nicht die Ergebnisse noch einmal aufzählen. Ein Satz, der sagt, welcher Text die gemeinsame Frage überzeugender behandelt und warum, ist die geforderte Bewertungsleistung — und genau das, was „compare and assess" verlangt.

Vokabeln

→ Kartei
  • the criterion / criteria/kraɪˈtɪəriən/das Kriterium / die Kriterien
  • whereaswohingegenzentrales Kontrastwort im Vergleich
  • similarlyebenso, in ähnlicher Weise
  • to outweigh/ˌaʊtˈweɪ/überwiegen
  • the common grounddie Gemeinsamkeit
  • to draw a conclusioneinen Schluss ziehen
Wiedergabe lädt Inhalte von YouTube (Google).Auf YouTube öffnen ↗

Abiturfokus

  • Wählen Sie die verschränkte Gliederung — sie erzwingt den Vergleich.
  • Legen Sie das tertium comparationis ausdrücklich fest.
  • Beschränken Sie sich auf drei bis vier tragfähige Kriterien.
  • Führen Sie Gemeinsamkeiten UND Unterschiede und verbinden Sie beide.
  • Beantworten Sie im Schluss die Vergleichsfrage, statt zu wiederholen.

Typische Fehler

  • Zwei getrennte Analysen geschrieben und Vergleich genannt.
  • Kein gemeinsames Bezugsstück festgelegt.
  • Nur Unterschiede aufgezählt.
  • Kriterien nur auf einen der beiden Texte angewandt.
  • Im Schluss zusammengefasst statt bewertet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie einen literarischen Text mit seiner Verfilmung und beurteilen Sie, welche Deutung die Adaption vornimmt. Belegen Sie an drei Stellen, an denen filmische Mittel eine Entscheidung treffen, die der Text offenlässt.

§ 08

Aktive Wiederholung

Compare the two given texts with regard to their view of the same issue. Use an interlocking structure, apply at least three criteria to both texts and assess which position is argued more convincingly.

Passende Aufgaben üben67 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 und Kap. 3 (Kultusministerkonferenz)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 08

    • 01Stylistic devices — Taxonomie, Beleg und Funktion◐
    • 02Narrative perspective — Person, Fokalisierung, Zuverlässigkeit●
    • 03Plot and character — Aufbau, Figurenzeichnung, Konflikt○
    • 04Poetry analysis — Form, Klang, Bild●
    • 05Drama analysis — Dialog, Regieanweisung, Bühne◐
    • 06Speech and argument analysis — ethos, pathos, logos◐
    • 07Film analysis — Kamera, Schnitt, Ton◐
    • 08Comparative analysis — Texte und Medien gegeneinander lesen●

0/8 Gelesen

Aus den Notizen ins Training

Text- und Medienkompetenz — Methoden der Textanalyse

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

~23
Min
4
Kompetenzen
67
Fragen
Üben
Wiederholung planen

Belege & Quellen

Quellen

Kultusministerkonferenz

  • Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache (2012), Kap. 2.3 und 2.4

Siehe auch

  • Shakespeare and Elizabethan DramaDramenanalyse und Versbegriffe finden hier ihre Anwendung.
  • American Dream and American IdentitiesReden- und Romananalyse — die Verfahren dieses Themenfelds an amerikanischen Texten.
  • Mediation und Schreibaufgaben (Sprachmittlung & Writing Tasks)Die Schreibformate, in denen Analyseergebnisse dargestellt werden.

Vorheriges Thema

Funktionale kommunikative Kompetenz

Nächstes Thema

Globalisation, Migration und Postcolonialism

EuraStudy·Notizen T·02·MMXXVI

Weiter mit dem nächsten Thema — der Lernpfad bleibt erhalten.