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Notizen/Physik/Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen
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Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen

Die Thermodynamik beantwortet zwei verschiedene Fragen: Der erste Hauptsatz sagt, wie viel Energie bilanziert werden muss, der zweite, welche Vorgänge überhaupt von selbst ablaufen. Erst zusammen erklären sie, warum kein Kraftwerk Wärme vollständig in Arbeit verwandeln kann. In den KMK-Bildungsstandards ist die Thermodynamik kein eigener Inhaltsbereich, sondern ausdrücklich als Grundlage genannt, die etwa für den Schwerpunkt Klimaphysik gebraucht wird — eine länderspezifische ERWEITERUNG.

6 Abschnitte·~21 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 05/2026

T·101010 / 10
Prüfungsprofil
S 1 · Phänomene unter Nutzung bekannter physikalischer Modelle und Theorien erklärenS 6 · Bekannte Auswerteverfahren erklären und auf Messergebnisse anwendenE 10 · Theoretische Überlegungen und Modelle auf Alltagssituationen zurückbeziehenB 7 · Kurz- und langfristige, lokale und globale Folgen gesellschaftlicher Entscheidungen reflektieren
Operatoren:beschreibenberechnenerläuternbegründenbeurteilenauswerten

grundlegendes Niveau

gA: Temperatur und innere Energie unterscheiden, das ideale Gasgesetz anwenden, den ersten Hauptsatz auf einfache Zustandsänderungen anwenden, Wirkungsgrade berechnen und Wärmekraftmaschinen bewerten.

erhöhtes Niveau

eA: zusätzlich der Carnot-Kreisprozess im p-V-Diagramm mit der Arbeit als Flächeninhalt, die Entropie als Maß für die Zahl der Mikrozustände sowie die kinetische Gastheorie mit der Verknüpfung von mittlerer kinetischer Energie und Temperatur.

Tiefe

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen
    • 01Temperatur, innere Energie und das ideale Gasgesetz○
    • 02Der erste Hauptsatz und die Zustandsänderungen◐
    • 03Der zweite Hauptsatz und die Entropie●
    • 04Der Carnot-Kreisprozess und der maximale Wirkungsgrad●
    • 05Reale Wärmekraftmaschinen und Energiewandlung◐
    • 06Kinetische Gastheorie und die statistische Deutung der Temperatur●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 10 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Temperatur, innere Energie und das ideale Gasgesetz#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPErweiterungLPThermodynamik

Temperatur, Wärme und innere Energie

Temperatur, Wärme und innere EnergieTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Größe · Was sie beschreibt · Formel bzw. Wert; Temperatur T · Mittlere kinetische Energie der Teilchen · Ē_kin = (3/2)·k_B·T (einatomiges Gas); Absoluter Nullpunkt · Untere Grenze der Temperaturskala · 0 K = −273,15 °C; Innere Energie U · Zustandsgröße; Summe aller Teilchenenergien · ΔU = Q + W; Wärme Q · PROZESSgröße; Energieübertrag durch Temperaturdifferenz · Q = c·m·ΔT; Spezifische Wärmekapazität · Energie je kg und Kelvin · Wasser: 4,18 kJ/(kg·K); Latente Wärme · Energie beim Phasenübergang — ohne Temperaturänderung · Q = m·L; Erster Hauptsatz · Energieerhaltung mit Wärme · ΔU = Q + WGrößeWas sie beschreibtFormel bzw. WertTemperatur TMittlere kinetische Energieder TeilchenĒkin = (3/2)·kB·T (einatomiges Gas)Absoluter NullpunktUntere Grenze derTemperaturskala0 K = −273,15 °CInnere Energie UZustandsgröße; Summe allerTeilchenenergienΔU = Q + WWärme QPROZESSgröße;Energieübertrag durchTemperaturdifferenzQ = c·m·ΔTSpezifische WärmekapazitätEnergie je kg und KelvinWasser: 4,18 kJ/(kg·K)Latente WärmeEnergie beim Phasenübergang— ohne TemperaturänderungQ = m·LErster HauptsatzEnergieerhaltung mit WärmeΔU = Q + W
Abb. 1Wärme ist ein PROZESS, innere Energie ein ZUSTAND. Ein Körper „enthält" keine Wärme — die Formulierung ist in der Klausur ein Fehler.

Kernpunkte

Temperatur und Wärme sind verschiedene Größen, und ihre Verwechslung ist der häufigste Fehler des ganzen Kapitels. Die TEMPERATUR ist ein Maß für die mittlere kinetische Energie der Teilchen — eine Zustandsgröße. WÄRME ist dagegen übertragene Energie, also eine Prozessgröße: Ein Körper „hat" keine Wärme, er hat innere Energie und kann Wärme aufnehmen oder abgeben.
Die Kelvin-Skala beginnt beim absoluten Nullpunkt, an dem die Teilchenbewegung minimal wird: T[K]=ϑ[°C]+273,15T[\text{K}] = \vartheta[°\text{C}] + 273{,}15T[K]=ϑ[°C]+273,15. Weil die Gasgesetze proportional zur ABSOLUTEN Temperatur formuliert sind, muss in ihnen immer in Kelvin gerechnet werden — mit Celsius liefern sie systematisch falsche Ergebnisse.
Die innere Energie UUU eines Gases ist die Summe aller Teilchenenergien. Beim einatomigen idealen Gas ist sie rein kinetisch und hängt AUSSCHLIESSLICH von der Temperatur ab, U=32nRTU = \tfrac32 n R TU=23​nRT — nicht vom Volumen und nicht vom Druck. Diese Aussage trägt später den ganzen ersten Hauptsatz: Bleibt TTT konstant, bleibt auch UUU konstant.
Das ideale Gasgesetz p V=n R Tp\,V = n\,R\,TpV=nRT fasst die Einzelgesetze von Boyle-Mariotte, Gay-Lussac und Amontons zusammen. Es gilt streng für ein Modellgas ohne Eigenvolumen und ohne Anziehung der Teilchen — für reale Gase also gut bei niedrigem Druck und Temperaturen deutlich über dem Siedepunkt. Die allgemeine Gaskonstante beträgt R=8,314 J/(mol K)R = 8{,}314\,\text{J}/(\text{mol}\,\text{K})R=8,314J/(molK).
Ein nützlicher Bezugswert: Ein Mol eines idealen Gases nimmt bei 0 °C0\,°\text{C}0°C und 1013 hPa1013\,\text{hPa}1013hPa rund 22,4 L22{,}4\,\text{L}22,4L ein. Damit lassen sich Ergebnisse ohne Taschenrechner auf Plausibilität prüfen — ein Volumen von einigen Litern je Mol ist richtig, eines von Kubikmetern nicht.
Führt man einem Körper Wärme zu, ohne dass er den Aggregatzustand wechselt, steigt seine Temperatur gemäß Q=c m ΔTQ = c\,m\,\Delta TQ=cmΔT mit der spezifischen Wärmekapazität ccc. Wasser hat mit 4,18 kJ/(kg K)4{,}18\,\text{kJ}/(\text{kg}\,\text{K})4,18kJ/(kgK) einen ungewöhnlich hohen Wert — der Grund dafür, dass Seen das Klima ihrer Umgebung dämpfen und dass Wasser das Kühlmittel der Wahl ist.

Vokabeln

→ Kartei
  • die innere EnergieSumme der Energien aller Teilchen; Zustandsgröße
  • die Wärmeübertragene thermische Energie; Prozessgröße
  • die Zustandsgrößehängt nur vom Zustand ab, nicht vom Weg dorthin
  • die spezifische WärmekapazitätWärme je Masse und Kelvin; Wasser 4,18 kJ/(kg K)
  • das ideale GasModellgas ohne Eigenvolumen und Anziehung

Zustandsgleichung idealer Gase

p V=n R Tp\,V = n\,R\,TpV=nRT

R=8,314 J/(mol K)R = 8{,}314\,\text{J/(mol K)}R=8,314J/(mol K), TTT in Kelvin.

Wärmeenergie und spezifische Wärmekapazität

Q=m c ΔTQ = m\,c\,\Delta TQ=mcΔT

Kelvin-Skala und innere Energie des idealen Gases

T[K]=ϑ[°C]+273,15,U=32 n R T  (einatomig)T[\text{K}] = \vartheta[°\text{C}] + 273{,}15,\qquad U = \tfrac{3}{2}\,n\,R\,T \;\text{(einatomig)}T[K]=ϑ[°C]+273,15,U=23​nRT(einatomig)

TTT die absolute Temperatur in K, ϑ\varthetaϑ die Celsius-Temperatur, UUU die innere Energie in J, nnn die Stoffmenge in mol, R=8,314 J/(mol K)R = 8{,}314\,\text{J}/(\text{mol}\,\text{K})R=8,314J/(molK). Beim idealen Gas hängt UUU NUR von TTT ab.

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Musterlösung

Mischtemperatur (Richmannsche Mischungsregel)

Berechnen Sie die Mischtemperatur, wenn 200 g200\,\text{g}200g Wasser bei 80∘C80^\circ\text{C}80∘C mit 300 g300\,\text{g}300g Wasser bei 20∘C20^\circ\text{C}20∘C gemischt werden (Wärmeverluste vernachlässigt).

  1. Schritt 1 — Energieerhaltung

    Heisses Wasser gibt Wärme ab, kaltes nimmt auf: m1c(T1−TM)=m2c(TM−T2)m_1 c (T_1 - T_M) = m_2 c (T_M - T_2)m1​c(T1​−TM​)=m2​c(TM​−T2​).

  2. Schritt 2 — Auflösen

    TM=(m1T1+m2T2)/(m1+m2)T_M = (m_1 T_1 + m_2 T_2)/(m_1 + m_2)TM​=(m1​T1​+m2​T2​)/(m1​+m2​).

    TM=m1 T1+m2 T2m1+m2T_M = \dfrac{m_1\,T_1 + m_2\,T_2}{m_1 + m_2}TM​=m1​+m2​m1​T1​+m2​T2​​
  3. Schritt 3 — Einsetzen

    TM=(0,200⋅80+0,300⋅20)/0,500=(16+6)/0,500=44∘CT_M = (0{,}200\cdot 80 + 0{,}300\cdot 20)/0{,}500 = (16 + 6)/0{,}500 = 44^\circ\text{C}TM​=(0,200⋅80+0,300⋅20)/0,500=(16+6)/0,500=44∘C.

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Mischtemperatur liegt zwischen beiden Ausgangstemperaturen — näher an der Temperatur der größeren Masse.

Ergebnis: Mischtemperatur TM=44∘CT_M = 44^\circ\text{C}TM​=44∘C.

Abiturfokus

  • Rechnen Sie in JEDER Gasgleichung mit Kelvin. Ein in Celsius eingesetzter Wert ist der häufigste schwere Fehler dieses Themas.
  • Trennen Sie Temperatur (Zustandsgröße) und Wärme (Prozessgröße) sprachlich sauber — „ein Körper enthält Wärme" ist falsch.
  • „Berechnen" Sie Mischungstemperaturen über die Bilanz „abgegebene Wärme = aufgenommene Wärme" und prüfen Sie, ob das Ergebnis zwischen den Ausgangstemperaturen liegt.
  • „Begründen" Sie, warum UUU des idealen Gases nur von TTT abhängt — daraus folgt später ΔU=0\Delta U = 0ΔU=0 bei isothermen Vorgängen.
  • Prüfen Sie Gasvolumina gegen das Molvolumen von rund 22,4 L/mol22{,}4\,\text{L/mol}22,4L/mol als Plausibilitätskontrolle.

Typische Fehler

  • Celsius statt Kelvin in pV=nRTpV = nRTpV=nRT eingesetzt; bei Raumtemperatur verfälscht das das Ergebnis um etwa den Faktor 12.
  • Wärme und Temperatur gleichgesetzt: „Der Körper hat viel Wärme" statt „hohe Temperatur" bzw. „hohe innere Energie".
  • Angenommen, die innere Energie eines idealen Gases hänge auch vom Druck ab. Sie hängt nur von der Temperatur ab.
  • Bei Mischungsaufgaben die Wärmekapazitäten vertauscht oder mit gleicher Masse gerechnet, obwohl verschiedene Massen gegeben sind.
  • Das ideale Gasgesetz auf ein Gas nahe seinem Siedepunkt angewandt, ohne die Modellgrenzen zu nennen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Begründen Sie anhand der van-der-Waals-Korrekturen (Eigenvolumen der Teilchen und gegenseitige Anziehung), unter welchen Bedingungen ein reales Gas vom idealen abweicht, und erklären Sie, warum die Abweichungen bei hohem Druck und niedriger Temperatur am größten sind.

§ 01

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie das Volumen von 2,0 mol2{,}0\,\text{mol}2,0mol eines idealen Gases bei ϑ=25 °C\vartheta = 25\,°\text{C}ϑ=25°C und p=1,0⋅105 Pap = 1{,}0\cdot 10^5\,\text{Pa}p=1,0⋅105Pa. Bestimmen Sie anschließend die Mischungstemperatur, wenn 0,30 kg0{,}30\,\text{kg}0,30kg Wasser von 80 °C80\,°\text{C}80°C mit 0,20 kg0{,}20\,\text{kg}0,20kg Wasser von 15 °C15\,°\text{C}15°C gemischt werden, und prüfen Sie Ihr Ergebnis auf Plausibilität.

Passende Aufgaben üben69 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Wärmelehre: Temperatur, innere Energie und Gasgesetze (Joachim Herz Stiftung)

§ 02
§ 02

Der erste Hauptsatz und die Zustandsänderungen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPErweiterungLPThermodynamik

p-V-Diagramm — Carnot-Kreisprozess

V p T_h adiabat T_k adiabat W_{netto}
Abb. 2Zwei Isothermen und zwei Adiabaten bilden den idealen Kreisprozess; eingeschlossene Fläche ist verrichtete Arbeit.

Kernpunkte

Der erste Hauptsatz ist der Energieerhaltungssatz, erweitert um die Wärme: ΔU=Q+W\Delta U = Q + WΔU=Q+W. Die innere Energie eines Systems ändert sich genau um das, was als Wärme zugeführt und als Arbeit verrichtet wird. Entscheidend ist die Vorzeichenkonvention — zugeführte Wärme und am System verrichtete Arbeit zählen positiv.
Damit ist ein Perpetuum mobile erster Art ausgeschlossen: Eine Maschine, die dauerhaft Arbeit leistet, ohne Energie aufzunehmen, würde ΔU<0\Delta U < 0ΔU<0 ohne Grenze verlangen. Das ist keine technische Schwierigkeit, sondern eine Unmöglichkeit.
Vier Zustandsänderungen werden unterschieden, und jede vereinfacht den Hauptsatz auf ihre Weise. ISOCHOR (VVV konstant): Es wird keine Volumenarbeit verrichtet, also ΔU=Q\Delta U = QΔU=Q — die gesamte Wärme erhöht die innere Energie. ISOBAR (ppp konstant): W=−p ΔVW = -p\,\Delta VW=−pΔV, ein Teil der Wärme wird als Ausdehnungsarbeit abgegeben.
ISOTHERM (TTT konstant): Weil UUU beim idealen Gas nur von TTT abhängt, ist ΔU=0\Delta U = 0ΔU=0 und damit Q=−WQ = -WQ=−W — die zugeführte Wärme wird VOLLSTÄNDIG in Arbeit umgesetzt. Das scheint dem zweiten Hauptsatz zu widersprechen, tut es aber nicht: Der Vorgang ist nicht geschlossen, das Gas endet in einem anderen Zustand.
ADIABATISCH (Q=0Q = 0Q=0): Es wird keine Wärme ausgetauscht, also ΔU=W\Delta U = WΔU=W. Eine adiabatische Kompression erwärmt das Gas allein durch die verrichtete Arbeit — das ist das Prinzip des Dieselmotors, der ohne Zündkerze auskommt, und der Grund, warum eine Fahrradpumpe heiß wird.
Im p-V-Diagramm hat all das eine unmittelbare geometrische Bedeutung: Die Volumenarbeit ist der FLÄCHENINHALT unter der Zustandskurve. Bei einem Kreisprozess ist die eingeschlossene Fläche die je Zyklus gewonnene Arbeit — im Uhrzeigersinn durchlaufen gibt die Maschine Arbeit ab, gegen den Uhrzeigersinn nimmt sie welche auf (Wärmepumpe).

Vokabeln

→ Kartei
  • der erste HauptsatzEnergieerhaltung einschließlich der Wärme: $\Delta U = Q + W$
  • isothermbei konstanter Temperaturideales Gas: $\Delta U = 0$
  • adiabatischohne Wärmeaustauschnicht zu verwechseln mit isotherm
  • isochorbei konstantem Volumen
  • die VolumenarbeitArbeit bei Ausdehnung oder Kompression; Fläche im p-V-Diagramm

1. Hauptsatz der Thermodynamik

dU=δQ+δWdU = \delta Q + \delta WdU=δQ+δW

Die vier Zustandsänderungen im Überblick

W=−p ΔV  (isobar),ΔU=Q  (isochor),ΔU=0  (isotherm),Q=0  (adiabatisch)W = -p\,\Delta V \;\text{(isobar)},\qquad \Delta U = Q \;\text{(isochor)},\qquad \Delta U = 0 \;\text{(isotherm)},\qquad Q = 0 \;\text{(adiabatisch)}W=−pΔV(isobar),ΔU=Q(isochor),ΔU=0(isotherm),Q=0(adiabatisch)

WWW die am System verrichtete Arbeit in J, ppp der Druck in Pa, ΔV\Delta VΔV die Volumenänderung in m³, QQQ die zugeführte Wärme in J, ΔU\Delta UΔU die Änderung der inneren Energie in J.

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Abiturfokus

  • Nennen Sie bei jeder Rechnung zuerst die Zustandsänderung und die daraus folgende Vereinfachung — das ist der Ansatz, den der Operator „berechnen" verlangt.
  • Halten Sie die Vorzeichenkonvention konsequent durch und schreiben Sie sie zu Beginn hin; ein Vorzeichenfehler kippt das ganze Ergebnis.
  • „Begründen" Sie ΔU=0\Delta U = 0ΔU=0 beim isothermen Vorgang über die Temperaturabhängigkeit der inneren Energie.
  • Deuten Sie im p-V-Diagramm die Fläche unter der Kurve als Arbeit und die eingeschlossene Fläche eines Kreisprozesses als Nutzarbeit je Zyklus.
  • „Erläutern" Sie die adiabatische Erwärmung an einem Alltagsbeispiel (Luftpumpe, Dieselmotor) — Anwendungsbezug wird ausdrücklich erwartet.

Typische Fehler

  • Vorzeichen vertauscht und zugeführte Wärme negativ gezählt.
  • Bei der isothermen Änderung Q=0Q = 0Q=0 gesetzt. Isotherm heißt ΔU=0\Delta U = 0ΔU=0; adiabatisch heißt Q=0Q = 0Q=0 — das sind verschiedene Bedingungen.
  • Bei isochorer Änderung Volumenarbeit berechnet, obwohl ΔV=0\Delta V = 0ΔV=0 ist.
  • Die Fläche im p-V-Diagramm als Energie des Gases gedeutet statt als verrichtete ARBEIT.
  • Angenommen, adiabatisch bedeute „ohne Temperaturänderung". Es bedeutet ohne WÄRMEaustausch; die Temperatur ändert sich dabei gerade.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie für die isotherme Ausdehnung eines idealen Gases die Arbeit W=−nRT ln⁡(V2/V1)W = -n R T\,\ln(V_2/V_1)W=−nRTln(V2​/V1​) durch Integration von dW=−p dV\mathrm{d}W = -p\,\mathrm{d}VdW=−pdV mit p=nRT/Vp = nRT/Vp=nRT/V her. Begründen Sie anschließend, warum die Adiabate im p-V-Diagramm STEILER verläuft als die Isotherme.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein ideales Gas nimmt bei konstantem Druck p=1,0⋅105 Pap = 1{,}0\cdot 10^5\,\text{Pa}p=1,0⋅105Pa die Wärme Q=500 JQ = 500\,\text{J}Q=500J auf und dehnt sich dabei um ΔV=1,2 L\Delta V = 1{,}2\,\text{L}ΔV=1,2L aus. Berechnen Sie die verrichtete Volumenarbeit und die Änderung der inneren Energie. Ordnen Sie den Vorgang einer Zustandsänderung zu und skizzieren Sie ihn im p-V-Diagramm.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Erster Hauptsatz und Zustandsänderungen (Joachim Herz Stiftung)

§ 03
§ 03

Der zweite Hauptsatz und die Entropie#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPErweiterungLPThermodynamik

Der zweite Hauptsatz — vier Formulierungen

Der zweite Hauptsatz — vier FormulierungenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Formulierung · Aussage · Konsequenz; Clausius · Wärme geht nicht von selbst von kalt nach warm · Ein Kühlschrank braucht Arbeit; Kelvin-Planck · Kein Prozess wandelt Wärme VOLLSTÄNDIG in Arbeit um · Kein Perpetuum mobile zweiter Art; Entropie · ΔS ≥ 0 in einem abgeschlossenen System · Gleichheit nur bei reversiblen Prozessen; Statistisch · Systeme gehen in wahrscheinlichere Zustände über · S = k_B·ln W (Boltzmann); Reversibel · Idealisierung, unendlich langsam · Praktisch nie erreicht; Irreversibel · Alle realen Prozesse · Reibung, Wärmeleitung, Mischung; 🔴 Verbreiteter Irrtum · „Entropie kann nie abnehmen" · Lokal schon — aber nicht im GesamtsystemFormulierungAussageKonsequenzClausiusWärme geht nicht von selbstvon kalt nach warmEin Kühlschrank brauchtArbeitKelvin-PlanckKein Prozess wandelt WärmeVOLLSTÄNDIG in Arbeit umKein Perpetuum mobilezweiter ArtEntropieΔS ≥ 0 in einemabgeschlossenen SystemGleichheit nur beireversiblen ProzessenStatistischSysteme gehen inwahrscheinlichere ZuständeüberS = kB·ln W (Boltzmann)ReversibelIdealisierung, unendlichlangsamPraktisch nie erreichtIrreversibelAlle realen ProzesseReibung, Wärmeleitung,Mischung🔴 Verbreiteter Irrtum„Entropie kann nie abnehmen"Lokal schon — aber nicht imGesamtsystem
Abb. 3Alle vier Formulierungen sind äquivalent. Welche gebraucht wird, hängt von der Aufgabe ab — deshalb lohnt es sich, alle zu kennen.

Kernpunkte

Der erste Hauptsatz verbietet viele Vorgänge nicht, die dennoch nie geschehen. Eine Tasse Kaffee, die sich von selbst erwärmt, während der Raum abkühlt, verletzt die Energieerhaltung in keiner Weise — und trotzdem hat es niemand beobachtet. Der zweite Hauptsatz liefert das fehlende Kriterium: Er sagt, welche RICHTUNG ein Vorgang von selbst nimmt.
In der Formulierung von Clausius: Wärme geht von selbst nie von einem kälteren auf einen wärmeren Körper über. In der Formulierung von Kelvin und Planck: Es gibt keine periodisch arbeitende Maschine, die Wärme vollständig in Arbeit verwandelt. Beide Aussagen sind äquivalent, und beide schließen ein Perpetuum mobile ZWEITER Art aus — eine Maschine, die Energie nicht erzeugt, aber vorhandene Wärme restlos nutzt.
Quantitativ fasst die Entropie SSS diese Richtung. Bei reversibler Wärmezufuhr gilt ΔS=Qrev/T\Delta S = Q_{\text{rev}}/TΔS=Qrev​/T; in einem abgeschlossenen System kann die Entropie niemals abnehmen, ΔS≥0\Delta S \geq 0ΔS≥0. Das Gleichheitszeichen gilt nur für den idealisierten reversiblen Grenzfall, den kein realer Vorgang erreicht.
Statistisch gedeutet ist Entropie ein Maß für die Zahl der MIKROZUSTÄNDE, die zu einem beobachtbaren Makrozustand gehören: S=kBln⁡ΩS = k_B \ln \OmegaS=kB​lnΩ. Ein geordneter Zustand ist unwahrscheinlich, weil er nur wenige Realisierungen hat. Der zweite Hauptsatz ist damit kein eigenes Naturgesetz neben den anderen, sondern eine Aussage über Wahrscheinlichkeiten — bei 102310^{23}1023 Teilchen allerdings eine mit erdrückender Sicherheit.
Wichtig für Bewertungsaufgaben: Lokale Ordnung ist erlaubt. Ein Kühlschrank kühlt sein Inneres, ein Organismus baut geordnete Strukturen auf — beides senkt die Entropie LOKAL, erhöht sie aber in der Umgebung stärker. Die Bilanz über das gesamte abgeschlossene System bleibt positiv.
Aus dem zweiten Hauptsatz folgt unmittelbar, dass Energie zwar erhalten bleibt, aber ENTWERTET wird: Hochwertige Energie (Arbeit, elektrische Energie) lässt sich vollständig in Wärme verwandeln, umgekehrt nie. Genau deshalb ist „Energiesparen" physikalisch präziser als Sparen von Exergie, also von umwandlungsfähiger Energie.

Vokabeln

→ Kartei
  • die EntropieMaß für die Zahl der Mikrozustände; Einheit J/K
  • reversibelohne Entropiezunahme umkehrbaridealisierter Grenzfall
  • der Mikrozustandeine konkrete Realisierung eines Makrozustands
  • das Perpetuum mobile zweiter ArtMaschine, die Wärme vollständig in Arbeit wandeltdurch den zweiten Hauptsatz ausgeschlossen
  • die EnergieentwertungÜbergang zu weniger umwandlungsfähiger Energie

Entropie: thermodynamisch und statistisch

ΔS=QrevT,ΔSgesamt≥0,S=kB ln⁡Ω\Delta S = \dfrac{Q_{\text{rev}}}{T},\qquad \Delta S_{\text{gesamt}} \geq 0,\qquad S = k_B\,\ln\OmegaΔS=TQrev​​,ΔSgesamt​≥0,S=kB​lnΩ

ΔS\Delta SΔS die Entropieänderung in J/K, QrevQ_{\text{rev}}Qrev​ die reversibel übertragene Wärme in J, TTT die absolute Temperatur in K, kB=1,381⋅10−23 J/Kk_B = 1{,}381\cdot 10^{-23}\,\text{J/K}kB​=1,381⋅10−23J/K die Boltzmann-Konstante und Ω\OmegaΩ die Zahl der Mikrozustände.

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Abiturfokus

  • Zitieren Sie eine der beiden klassischen Formulierungen (Clausius oder Kelvin-Planck) wörtlich sinngemäß, statt den Satz zu umschreiben — die Präzision wird bewertet.
  • „Begründen" Sie die Entropiezunahme statistisch über die Zahl der Mikrozustände, nicht nur mit „Unordnung nimmt zu".
  • Unterscheiden Sie Perpetuum mobile erster (verletzt Energieerhaltung) und zweiter Art (verletzt den zweiten Hauptsatz).
  • „Beurteilen" Sie scheinbare Gegenbeispiele (Kühlschrank, Lebewesen) über die GESAMTbilanz einschließlich der Umgebung.
  • Achten Sie auf Kelvin in ΔS=Q/T\Delta S = Q/TΔS=Q/T — mit Celsius ist die Rechnung sinnlos.

Typische Fehler

  • Behauptet, Entropie könne nie abnehmen. Sie kann lokal abnehmen; nur im abgeschlossenen System als Ganzes nicht.
  • Den zweiten Hauptsatz als Aussage über Energieerhaltung gedeutet. Das leistet der erste; der zweite regelt die Richtung.
  • Entropie mit „Unordnung" im Alltagssinn gleichgesetzt, ohne die Mikrozustände zu nennen.
  • In ΔS=Q/T\Delta S = Q/TΔS=Q/T die Celsius-Temperatur eingesetzt.
  • Angenommen, ein Kühlschrank verletze den zweiten Hauptsatz. Er verrichtet Arbeit; ohne sie liefe der Vorgang nicht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Berechnen Sie die Entropieänderung beim irreversiblen Wärmeübergang von Q=1,0 kJQ = 1{,}0\,\text{kJ}Q=1,0kJ von einem Körper mit 400 K400\,\text{K}400K auf einen mit 300 K300\,\text{K}300K (beide so groß, dass ihre Temperaturen konstant bleiben), und zeigen Sie, dass die Gesamtentropie zunimmt. Begründen Sie, warum der umgekehrte Vorgang damit ausgeschlossen ist.

§ 03

Aktive Wiederholung

Erläutern Sie mit dem zweiten Hauptsatz, warum ein Kühlschrank elektrische Energie benötigt, obwohl er Wärme nur von innen nach außen transportiert. Berechnen Sie außerdem die Entropieänderung, wenn 1,0 kJ1{,}0\,\text{kJ}1,0kJ Wärme reversibel bei 300 K300\,\text{K}300K zugeführt werden, und beurteilen Sie das Vorzeichen.

Passende Aufgaben üben69 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Zweiter Hauptsatz und Entropie (Joachim Herz Stiftung)

§ 04
§ 04

Der Carnot-Kreisprozess und der maximale Wirkungsgrad#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPErweiterungLPThermodynamik

Der Carnot-Prozess

Der Carnot-ProzessTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Teilschritt · Was geschieht · Bilanz; 1 Isotherme Expansion · Bei T_warm; Wärme wird aufgenommen · ΔU = 0, Q_zu = −W; 2 Adiabatische Expansion · Ohne Wärmeaustausch; Gas kühlt ab · Q = 0, ΔU = W; 3 Isotherme Kompression · Bei T_kalt; Wärme wird abgegeben · ΔU = 0, Q_ab = −W; 4 Adiabatische Kompression · Ohne Wärmeaustausch; Gas erwärmt sich · Q = 0, ΔU = W; Wirkungsgrad · η = 1 − T_kalt/T_warm · Temperaturen in KELVIN; Aussage · Kein Prozess zwischen denselben Temperaturen ist besser · Der Carnot-Satz; η = 1 erforderte · T_kalt = 0 K · Der dritte Hauptsatz verbietet esTeilschrittWas geschiehtBilanz1 Isotherme ExpansionBei Twarm; Wärme wird aufgenommenΔU = 0, Qzu = −W2 Adiabatische ExpansionOhne Wärmeaustausch; Gaskühlt abQ = 0, ΔU = W3 Isotherme KompressionBei Tkalt; Wärme wird abgegebenΔU = 0, Qab = −W4 Adiabatische KompressionOhne Wärmeaustausch; Gaserwärmt sichQ = 0, ΔU = WWirkungsgradη = 1 − Tkalt/TwarmTemperaturen in KELVINAussageKein Prozess zwischendenselben Temperaturen istbesserDer Carnot-Satzη = 1 erforderteTkalt = 0 KDer dritte Hauptsatzverbietet es
Abb. 4Der Carnot-Wirkungsgrad ist eine OBERGRENZE, kein erreichbarer Wert. Ein Ergebnis darüber ist immer ein Rechenfehler.

Kernpunkte

Carnot stellte 1824 die entscheidende Frage: Wie viel Arbeit lässt sich AUS EINER GEGEBENEN Wärmemenge höchstens gewinnen? Seine Antwort ist bemerkenswert, weil sie von der Bauart der Maschine und vom Arbeitsstoff vollständig unabhängig ist — sie hängt allein von zwei Temperaturen ab.
Der Carnot-Prozess besteht aus vier reversiblen Schritten: isotherme Ausdehnung bei der hohen Temperatur T1T_1T1​ (Wärmeaufnahme), adiabatische Ausdehnung (Abkühlung auf T2T_2T2​), isotherme Kompression bei T2T_2T2​ (Wärmeabgabe) und adiabatische Kompression zurück zum Ausgangszustand. Im p-V-Diagramm ist die eingeschlossene Fläche die je Zyklus gewonnene Nutzarbeit.
Der Wirkungsgrad ergibt sich zu ηC=1−T2/T1\eta_C = 1 - T_2/T_1ηC​=1−T2​/T1​ — mit ABSOLUTEN Temperaturen. Er wird nur dann eins, wenn die kalte Seite den absoluten Nullpunkt erreicht, was unmöglich ist. Damit ist die Unmöglichkeit einer vollständigen Umwandlung von Wärme in Arbeit nicht mehr Postulat, sondern gerechnet.
Der entscheidende Satz für Prüfungsaufgaben lautet: KEINE zwischen denselben Temperaturen arbeitende Maschine kann einen höheren Wirkungsgrad haben als die Carnot-Maschine. Sie ist die obere Schranke. Wer in einer Aufgabe einen realen Wirkungsgrad oberhalb von ηC\eta_CηC​ errechnet, hat sich verrechnet — das ist der wirksamste Selbsttest des Kapitels.
Ein modernes Kohlekraftwerk arbeitet etwa zwischen 550 °C550\,°\text{C}550°C und 30 °C30\,°\text{C}30°C, also 823 K823\,\text{K}823K und 303 K303\,\text{K}303K; daraus folgt ηC≈63 %\eta_C \approx 63\,\%ηC​≈63%. Real erreicht werden rund 45 %45\,\%45%. Die Lücke stammt aus Reibung, endlichen Temperaturdifferenzen beim Wärmeübergang und Abgasverlusten — alles irreversible Vorgänge.
Umgekehrt betrieben wird die Maschine zur Wärmepumpe oder Kältemaschine: Unter Aufwand von Arbeit transportiert sie Wärme von kalt nach warm. Ihre Leistungszahl ε=T1/(T1−T2)\varepsilon = T_1/(T_1 - T_2)ε=T1​/(T1​−T2​) kann weit über eins liegen — kein Widerspruch zum Energiesatz, denn der Hauptteil der abgegebenen Wärme wird der Umgebung ENTZOGEN und nicht erzeugt.

Vokabeln

→ Kartei
  • der KreisprozessFolge von Zustandsänderungen zurück zum Ausgangszustand
  • der Carnot-Wirkungsgradobere Schranke $1 - T_2/T_1$ für alle Wärmekraftmaschinen
  • die LeistungszahlVerhältnis von Nutzwärme zu aufgewendeter Arbeit bei der Wärmepumpe
  • irreversibelnicht ohne Entropiezunahme umkehrbar

Carnot-Wirkungsgrad

ηC=1−TkTh\eta_C = 1 - \dfrac{T_k}{T_h}ηC​=1−Th​Tk​​

Carnot-Wirkungsgrad und Leistungszahl der Wärmepumpe

ηC=1−T2T1,εWP=T1T1−T2\eta_C = 1 - \dfrac{T_2}{T_1},\qquad \varepsilon_{\text{WP}} = \dfrac{T_1}{T_1 - T_2}ηC​=1−T1​T2​​,εWP​=T1​−T2​T1​​

T1T_1T1​ die absolute Temperatur der warmen, T2T_2T2​ die der kalten Seite in K. ηC\eta_CηC​ ist die obere Schranke JEDER zwischen diesen Temperaturen arbeitenden Maschine; εWP\varepsilon_{\text{WP}}εWP​ die Leistungszahl beim umgekehrten Betrieb.

Carnot-Wirkungsgrad \eta_C = 1 - T_k/T_h

Abb. 5Mit T_k = 300 K. Maximale Effizienz steigt mit größerem T_h, bleibt aber immer kleiner als 1.
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Musterlösung

Carnot-Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine

Eine Wärmekraftmaschine arbeitet zwischen Th=800 KT_h = 800\,\text{K}Th​=800K und Tk=300 KT_k = 300\,\text{K}Tk​=300K. Berechnen Sie maximalen Wirkungsgrad und mechanische Arbeit bei einer Wärmezufuhr von Qh=1500 kJQ_h = 1500\,\text{kJ}Qh​=1500kJ.

  1. Schritt 1 — Carnot-Wirkungsgrad

    ηC=1−Tk/Th=1−300/800=1−0,375=0,625\eta_C = 1 - T_k/T_h = 1 - 300/800 = 1 - 0{,}375 = 0{,}625ηC​=1−Tk​/Th​=1−300/800=1−0,375=0,625.

  2. Schritt 2 — Mechanische Arbeit

    W=ηC Qh=0,625⋅1500 kJ=937,5 kJW = \eta_C\,Q_h = 0{,}625\cdot 1500\,\text{kJ} = 937{,}5\,\text{kJ}W=ηC​Qh​=0,625⋅1500kJ=937,5kJ.

  3. Schritt 3 — Abwärme

    Qk=Qh−W=1500−937,5=562,5 kJQ_k = Q_h - W = 1500 - 937{,}5 = 562{,}5\,\text{kJ}Qk​=Qh​−W=1500−937,5=562,5kJ.

  4. Schritt 4 — Interpretieren

    Reale Kraftwerke erreichen η≈0,35–0,45\eta \approx 0{,}35\text{–}0{,}45η≈0,35–0,45; Carnot-Wert ist obere Schranke. Bessere Wirkungsgrade nur durch höheres ThT_hTh​ — Materialgrenzen limitieren das.

Ergebnis: ηC=62,5%\eta_C = 62{,}5\%ηC​=62,5%, mechanische Arbeit W=937,5 kJW = 937{,}5\,\text{kJ}W=937,5kJ, Abwärme Qk=562,5 kJQ_k = 562{,}5\,\text{kJ}Qk​=562,5kJ.

Abiturfokus

  • Rechnen Sie ηC\eta_CηC​ ausnahmslos mit KELVIN; mit Celsius kommen unsinnige oder sogar negative Wirkungsgrade heraus.
  • Nutzen Sie ηC\eta_CηC​ als obere Schranke zur Kontrolle jedes realen Wirkungsgrads — ein realer Wert darüber ist ein Rechenfehler.
  • Benennen Sie die vier Teilschritte in der richtigen Reihenfolge und ordnen Sie jedem seine Zustandsänderung zu.
  • „Begründen" Sie, warum ηC\eta_CηC​ unabhängig vom Arbeitsstoff ist — das ist die eigentliche Pointe des Carnot-Ergebnisses.
  • „Beurteilen" Sie die Differenz zwischen realem und Carnot-Wirkungsgrad über konkrete Irreversibilitäten, nicht pauschal über „Verluste".

Typische Fehler

  • Celsius-Temperaturen in ηC=1−T2/T1\eta_C = 1 - T_2/T_1ηC​=1−T2​/T1​ eingesetzt.
  • T1T_1T1​ und T2T_2T2​ vertauscht und einen Wirkungsgrad über eins erhalten.
  • Angenommen, ein besserer Arbeitsstoff könne ηC\eta_CηC​ übertreffen. Er hängt nur von den Temperaturen ab.
  • Die Leistungszahl der Wärmepumpe als Wirkungsgrad gedeutet und für unmöglich gehalten, weil sie über eins liegt.
  • Die Reihenfolge der vier Schritte vertauscht, insbesondere isotherme und adiabatische Ausdehnung.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie mit der isothermen Arbeit W=nRTln⁡(V2/V1)W = nRT\ln(V_2/V_1)W=nRTln(V2​/V1​) für beide Isothermen und der Adiabatengleichung TVκ−1=const.T V^{\kappa-1} = \text{const.}TVκ−1=const., dass sich die Volumenverhältnisse herauskürzen und ηC=1−T2/T1\eta_C = 1 - T_2/T_1ηC​=1−T2​/T1​ folgt. Begründen Sie damit die Unabhängigkeit vom Arbeitsstoff.

§ 04

Aktive Wiederholung

Ein Kraftwerk arbeitet zwischen ϑ1=550 °C\vartheta_1 = 550\,°\text{C}ϑ1​=550°C und ϑ2=30 °C\vartheta_2 = 30\,°\text{C}ϑ2​=30°C. Berechnen Sie den Carnot-Wirkungsgrad und vergleichen Sie ihn mit dem realen Wert von etwa 45 %45\,\%45%. Beurteilen Sie, welche Maßnahmen den realen Wirkungsgrad erhöhen könnten und wo die prinzipielle Grenze liegt.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Carnot-Prozess und Wirkungsgrad (Joachim Herz Stiftung)

§ 05
§ 05

Reale Wärmekraftmaschinen und Energiewandlung#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPErweiterungLPThermodynamik

Wärmekraftmaschinen und Wärmepumpen

Wärmekraftmaschinen und WärmepumpenTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Maschine · Zweck · Kenngröße; Wärmekraftmaschine · Wärme → Arbeit · η = W/Q_zu ≤ 1 − T_kalt/T_warm; Ottomotor · Fremdzündung, Benzin · η real ca. 25–35 %; Dieselmotor · Selbstzündung, höhere Verdichtung · η real ca. 35–45 %; Dampfkraftwerk · Clausius-Rankine-Prozess · η real ca. 40–45 %; Kältemaschine · Wärme aus dem kalten Reservoir · ε = Q_kalt/W; Wärmepumpe · Wärme in das warme Reservoir · ε = Q_warm/W — typisch 3 bis 5; 🔴 Warum ε > 1 erlaubt ist · Wärme wird verschoben, nicht erzeugt · Kein Widerspruch zum ersten HauptsatzMaschineZweckKenngrößeWärmekraftmaschineWärme → Arbeitη = W/Qzu ≤ 1 − Tkalt/TwarmOttomotorFremdzündung, Benzinη real ca. 25–35 %DieselmotorSelbstzündung, höhereVerdichtungη real ca. 35–45 %DampfkraftwerkClausius-Rankine-Prozessη real ca. 40–45 %KältemaschineWärme aus dem kaltenReservoirε = Qkalt/WWärmepumpeWärme in das warme Reservoirε = Qwarm/W — typisch 3 bis 5🔴 Warum ε > 1 erlaubt istWärme wird verschoben, nichterzeugtKein Widerspruch zum erstenHauptsatz
Abb. 6Dieselbe Maschine rückwärts betrieben ist eine Wärmepumpe. Die Leistungszahl kann größer als 1 sein — der Wirkungsgrad nie.

Kernpunkte

Jede reale Wärmekraftmaschine folgt demselben Schema: Sie nimmt bei hoher Temperatur die Wärme Q1Q_1Q1​ auf, gibt bei niedriger Temperatur Q2Q_2Q2​ ab und leistet dazwischen die Arbeit W=Q1−Q2W = Q_1 - Q_2W=Q1​−Q2​. Der Wirkungsgrad ist η=W/Q1=1−Q2/Q1\eta = W/Q_1 = 1 - Q_2/Q_1η=W/Q1​=1−Q2​/Q1​. Die Abwärme Q2Q_2Q2​ ist dabei nicht Nachlässigkeit der Konstrukteure, sondern nach dem zweiten Hauptsatz unvermeidbar.
Der Ottomotor arbeitet mit Fremdzündung und erreicht real etwa 252525 bis 35 %35\,\%35%. Der Dieselmotor verdichtet stärker und zündet dadurch von selbst — die höhere Verdichtung bedeutet eine höhere Prozesstemperatur und damit nach Carnot einen höheren möglichen Wirkungsgrad, real etwa 353535 bis 45 %45\,\%45%.
Dampfkraftwerke erreichen als Einzelprozess rund 45 %45\,\%45%. Erheblich besser sind Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke mit etwa 60 %60\,\%60%: Die heißen Abgase der Gasturbine treiben nachgeschaltet einen Dampfprozess an. Das ist die praktische Umsetzung der Carnot-Einsicht — die Temperaturspanne wird in zwei Stufen ausgenutzt statt in einer.
Kraft-Wärme-Kopplung geht einen anderen Weg: Statt den Wirkungsgrad der Stromerzeugung zu steigern, wird die unvermeidbare Abwärme als Nutzwärme zum Heizen verwendet. Der Brennstoffnutzungsgrad steigt so auf über 80 %80\,\%80% — allerdings ist das keine Erhöhung von η\etaη im thermodynamischen Sinn, sondern eine zweite Nutzung. Diese Unterscheidung wird in Bewertungsaufgaben erwartet.
Die Wärmepumpe kehrt den Prozess um und ist beim Heizen jeder direkten Verbrennung überlegen: Mit einer Leistungszahl von 3 bis 5 liefert sie das Drei- bis Fünffache der eingesetzten elektrischen Energie als Wärme, weil sie den größten Teil der Umgebung entnimmt. Ihre Leistungszahl fällt, je größer die Temperaturdifferenz ist — deshalb arbeiten Erdwärmepumpen im Winter besser als Luftwärmepumpen.
Für die Bewertung von Energietechnik ist die Unterscheidung zwischen Wirkungsgrad und ENERGIEQUALITÄT entscheidend: Ein Heizlüfter wandelt elektrische Energie mit fast 100 %100\,\%100% in Wärme um und ist trotzdem die schlechteste Heizung, weil er hochwertige Energie in niederwertige verwandelt. Der Wirkungsgrad allein ist also kein hinreichendes Bewertungskriterium.

Vokabeln

→ Kartei
  • die Wärmekraftmaschinewandelt Wärme teilweise in Arbeit um
  • die Abwärmebei niedriger Temperatur abgegebene Wärmenach dem zweiten Hauptsatz unvermeidbar
  • die Kraft-Wärme-Kopplunggleichzeitige Nutzung von Strom und Abwärme
  • der Brennstoffnutzungsgradgesamter genutzter Anteil der Brennstoffenergie
  • die EnergiequalitätGrad der Umwandelbarkeit einer Energieform

Wirkungsgrad der realen Maschine und die Carnot-Schranke

η=WQ1=1−Q2Q1  ≤  ηC=1−T2T1\eta = \dfrac{W}{Q_1} = 1 - \dfrac{Q_2}{Q_1} \;\leq\; \eta_C = 1 - \dfrac{T_2}{T_1}η=Q1​W​=1−Q1​Q2​​≤ηC​=1−T1​T2​​

WWW die Nutzarbeit je Zyklus in J, Q1Q_1Q1​ die aufgenommene und Q2Q_2Q2​ die abgegebene Wärme in J. Der reale Wirkungsgrad ist stets kleiner als der Carnot-Wert derselben Temperaturen.

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Abiturfokus

  • „Berechnen" Sie den realen Wirkungsgrad über η=1−Q2/Q1\eta = 1 - Q_2/Q_1η=1−Q2​/Q1​ und vergleichen Sie ihn stets mit dem Carnot-Wert derselben Temperaturen.
  • „Begründen" Sie den höheren Wirkungsgrad des Dieselmotors über die höhere Verdichtung und damit die höhere Prozesstemperatur.
  • Unterscheiden Sie bei der Kraft-Wärme-Kopplung sauber zwischen thermodynamischem Wirkungsgrad und Brennstoffnutzungsgrad.
  • „Beurteilen" Sie Heizverfahren über die ENERGIEQUALITÄT, nicht allein über den Wirkungsgrad — der Heizlüfter ist das Musterbeispiel.
  • Erklären Sie, warum die Leistungszahl einer Wärmepumpe mit wachsender Temperaturdifferenz sinkt.

Typische Fehler

  • Die Abwärme als vermeidbaren Konstruktionsfehler dargestellt. Sie ist nach dem zweiten Hauptsatz notwendig.
  • Wirkungsgrade über dem Carnot-Wert derselben Temperaturen angegeben.
  • Die Leistungszahl der Wärmepumpe als Wirkungsgrad bezeichnet und als Verstoß gegen den Energiesatz gedeutet.
  • Den Brennstoffnutzungsgrad der Kraft-Wärme-Kopplung als thermodynamischen Wirkungsgrad ausgegeben.
  • Elektrische Direktheizung als effizient bewertet, weil ihr Wirkungsgrad nahe eins liegt — die Energiequalität fehlt in dieser Bewertung.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie quantitativ das Heizen mit einer Wärmepumpe (Leistungszahl 4, Strom aus einem Kraftwerk mit η=40 %\eta = 40\,\%η=40%) und das direkte Verbrennen von Erdgas mit η=90 %\eta = 90\,\%η=90%. Bewerten Sie beide über den PRIMÄRENERGIE-Einsatz und begründen Sie, welches Verfahren günstiger abschneidet.

§ 05

Aktive Wiederholung

Eine Wärmekraftmaschine nimmt je Zyklus Q1=2,0 kJQ_1 = 2{,}0\,\text{kJ}Q1​=2,0kJ auf und gibt Q2=1,3 kJQ_2 = 1{,}3\,\text{kJ}Q2​=1,3kJ ab. Berechnen Sie Nutzarbeit und Wirkungsgrad. Beurteilen Sie das Ergebnis, wenn die Maschine zwischen 600 K600\,\text{K}600K und 300 K300\,\text{K}300K arbeitet, und begründen Sie, ob die Angaben physikalisch möglich sind.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Wärmekraftmaschinen (Joachim Herz Stiftung) · Umweltbundesamt — Kraft-Wärme-Kopplung und Wirkungsgrade der Stromerzeugung (Umweltbundesamt)

§ 06
§ 06

Kinetische Gastheorie und die statistische Deutung der Temperatur#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPErweiterungLPThermodynamik

Kinetische Gastheorie

Kinetische GastheorieTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Element · Inhalt · Bemerkung; Annahme 1 · Teilchen als Massenpunkte ohne Eigenvolumen · Bei hohem Druck verletzt; Annahme 2 · Keine Kräfte zwischen den Teilchen außer beim Stoß · Bei tiefer Temperatur verletzt; Annahme 3 · Vollkommen elastische Stöße · Sonst ginge Energie verloren; Annahme 4 · Ungeordnete Bewegung, alle Richtungen gleich häufig · Grundlage der Statistik; Grundgleichung · p·V = (1/3)·N·m·v̄² · Druck aus Impulsüberträgen an der Wand; Zustandsgleichung · p·V = n·R·T = N·k_B·T · Folgt daraus zusammen mit Ē_kin = (3/2)·k_B·T; Freiheitsgrade · f = 3 (einatomig), 5 (zweiatomig) · U = (f/2)·N·k_B·TElementInhaltBemerkungAnnahme 1Teilchen als Massenpunkteohne EigenvolumenBei hohem Druck verletztAnnahme 2Keine Kräfte zwischen denTeilchen außer beim StoßBei tiefer TemperaturverletztAnnahme 3Vollkommen elastische StößeSonst ginge Energie verlorenAnnahme 4Ungeordnete Bewegung, alleRichtungen gleich häufigGrundlage der StatistikGrundgleichungp·V = (1/3)·N·m·v̄²Druck aus Impulsüberträgenan der WandZustandsgleichungp·V = n·R·T = N·kB·TFolgt daraus zusammen mit Ēkin = (3/2)·kB·TFreiheitsgradef = 3 (einatomig), 5(zweiatomig)U = (f/2)·N·kB·T
Abb. 7Die Theorie leitet die Zustandsgleichung aus der Mechanik der Teilchen her. Ihre fünf Annahmen sind zugleich ihre Gültigkeitsgrenzen.

Kernpunkte

Die kinetische Gastheorie erklärt die makroskopischen Größen Druck und Temperatur allein aus der Bewegung der Teilchen. Ihr Modell ist bewusst schlicht: punktförmige Teilchen ohne Eigenvolumen, keine Kräfte zwischen ihnen, vollkommen elastische Stöße mit den Wänden und untereinander, völlig regellose Bewegung.
DRUCK entsteht als Impulsübertrag: Jedes an die Wand stoßende Teilchen kehrt seine Geschwindigkeitskomponente um und überträgt dabei den Impuls 2mvx2m v_x2mvx​. Über sehr viele Stöße gemittelt ergibt das eine zeitlich konstante Kraft je Fläche. Die Herleitung führt auf die Grundgleichung p V=13Nmv2‾p\,V = \tfrac13 N m \overline{v^2}pV=31​Nmv2.
Der Vergleich mit dem idealen Gasgesetz liefert das zentrale Ergebnis: 12mv2‾=32kBT\tfrac12 m \overline{v^2} = \tfrac32 k_B T21​mv2=23​kB​T. Die absolute TEMPERATUR ist damit nichts anderes als ein Maß für die mittlere kinetische Energie eines Teilchens — der Temperaturbegriff verliert seinen phänomenologischen Charakter und wird auf Mechanik zurückgeführt.
Daraus folgt sofort, warum der absolute Nullpunkt eine Grenze ist: Bei T=0T = 0T=0 wäre die mittlere kinetische Energie null, und kleiner als null kann sie nicht werden. Ebenso folgt, dass leichtere Teilchen bei gleicher Temperatur SCHNELLER sind — Wasserstoff diffundiert deshalb rascher als Sauerstoff, und leichte Gase entweichen der Erdatmosphäre leichter.
Die Teilchengeschwindigkeiten sind nicht alle gleich, sondern folgen der Maxwell-Boltzmann-VERTEILUNG. Sie ist unsymmetrisch, hat ein Maximum bei der häufigsten Geschwindigkeit und läuft nach rechts flach aus. Mit steigender Temperatur wird sie flacher und breiter, und ihr Maximum verschiebt sich zu höheren Werten — die Fläche darunter bleibt konstant, denn sie ist die Teilchenzahl.
Gerade der flache rechte Ausläufer hat große Bedeutung: Er enthält die wenigen sehr schnellen Teilchen, die für Verdunstung, chemische Reaktionen und das Entweichen aus der Atmosphäre verantwortlich sind. Weil er mit der Temperatur stark anwächst, laufen Reaktionen bei höherer Temperatur überproportional schneller ab.

Vokabeln

→ Kartei
  • die kinetische GastheorieErklärung von Druck und Temperatur aus der Teilchenbewegung
  • die Maxwell-Boltzmann-VerteilungVerteilung der Teilchengeschwindigkeiten im Gas
  • die Boltzmann-Konstante$k_B = 1{,}381\cdot 10^{-23}$ J/K; $R = N_A k_B$
  • der ImpulsübertragImpulsänderung je Wandstoß; Ursache des Drucks
  • die mittlere quadratische GeschwindigkeitWurzel aus $\overline{v^2}$

Grundgleichung der kinetischen Gastheorie und die statistische Temperatur

p V=13 N m v2‾,12 m v2‾=32 kB Tp\,V = \tfrac{1}{3}\,N\,m\,\overline{v^2},\qquad \tfrac{1}{2}\,m\,\overline{v^2} = \tfrac{3}{2}\,k_B\,TpV=31​Nmv2,21​mv2=23​kB​T

NNN die Teilchenzahl, mmm die Masse eines Teilchens in kg, v2‾\overline{v^2}v2 das mittlere Geschwindigkeitsquadrat in m²/s², kB=1,381⋅10−23 J/Kk_B = 1{,}381\cdot 10^{-23}\,\text{J/K}kB​=1,381⋅10−23J/K die Boltzmann-Konstante mit R=NAkBR = N_A k_BR=NA​kB​.

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Abiturfokus

  • Nennen Sie die Modellannahmen der kinetischen Gastheorie ausdrücklich, bevor Sie mit ihr rechnen — sie werden eigens bepunktet.
  • „Begründen" Sie den Gasdruck über den Impulsübertrag an die Wand, nicht über „die Teilchen drücken".
  • Formulieren Sie den Kernzusammenhang präzise: Die absolute Temperatur ist ein Maß für die MITTLERE kinetische Energie je Teilchen.
  • „Erläutern" Sie die Maxwell-Boltzmann-Verteilung einschließlich ihrer Unsymmetrie und der Bedeutung des rechten Ausläufers.
  • „Begründen" Sie mit v‾∝1/m\overline{v} \propto 1/\sqrt{m}v∝1/m​, warum leichte Gase bei gleicher Temperatur schneller sind.

Typische Fehler

  • Angenommen, alle Teilchen hätten bei gegebener Temperatur dieselbe Geschwindigkeit. Sie sind maxwellverteilt.
  • Die mittlere kinetische Energie mit der GESAMTEN inneren Energie verwechselt; letztere ist die Summe über alle Teilchen.
  • In 12mv2‾=32kBT\tfrac12 m\overline{v^2} = \tfrac32 k_B T21​mv2=23​kB​T Celsius eingesetzt.
  • Die Boltzmann-Konstante kBk_BkB​ mit der allgemeinen Gaskonstante RRR verwechselt; es gilt R=NAkBR = N_A k_BR=NA​kB​.
  • Behauptet, bei höherer Temperatur werde die Verteilung nur nach rechts verschoben. Sie wird zugleich flacher und breiter.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie pV=13Nmv2‾p V = \tfrac13 N m \overline{v^2}pV=31​Nmv2 her, indem Sie den Impulsübertrag 2mvx2 m v_x2mvx​ je Wandstoß, die Stoßrate in einem Quader und die Isotropie vx2‾=13v2‾\overline{v_x^2} = \tfrac13\overline{v^2}vx2​​=31​v2 verwenden. Vergleichen Sie das Ergebnis mit pV=NkBTpV = N k_B TpV=NkB​T und lesen Sie daraus die statistische Deutung der Temperatur ab.

§ 06

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die mittlere kinetische Energie eines Gasteilchens bei T=300 KT = 300\,\text{K}T=300K sowie die mittlere quadratische Geschwindigkeit von Stickstoffmolekülen (m=4,65⋅10−26 kgm = 4{,}65\cdot 10^{-26}\,\text{kg}m=4,65⋅10−26kg). Begründen Sie, warum Wasserstoffmoleküle bei derselben Temperatur deutlich schneller sind, und beurteilen Sie die Folge für die Zusammensetzung der Erdatmosphäre.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: LEIFIphysik — Kinetische Gastheorie (Joachim Herz Stiftung)

Stand 05/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Temperatur, innere Energie und das ideale Gasgesetz○
    • 02Der erste Hauptsatz und die Zustandsänderungen◐
    • 03Der zweite Hauptsatz und die Entropie●
    • 04Der Carnot-Kreisprozess und der maximale Wirkungsgrad●
    • 05Reale Wärmekraftmaschinen und Energiewandlung◐
    • 06Kinetische Gastheorie und die statistische Deutung der Temperatur●

0/6 Gelesen

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Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen

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Quellen

Joachim Herz Stiftung

  • LEIFIphysik — Wärmelehre: Temperatur, innere Energie und Gasgesetze
  • LEIFIphysik — Erster Hauptsatz und Zustandsänderungen
  • LEIFIphysik — Kinetische Gastheorie

Umweltbundesamt

  • Umweltbundesamt — Kraft-Wärme-Kopplung und Wirkungsgrade der Stromerzeugung

Siehe auch

  • Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische SchwingungenDer Energieerhaltungssatz der Mechanik, den der erste Hauptsatz um die Wärme erweitert.
  • Quanten- und AtomphysikDie Teilchenvorstellung, auf der die kinetische Gastheorie dieses Kapitels aufbaut.
  • Schwingungen und Wellen — Mechanische und elektromagnetische WellenWärmestrahlung ist elektromagnetische Strahlung — der Anschluss an das Spektrum.

Vorheriges Thema

Kernphysik, Radioaktivität und Spezielle Relativitätstheorie

EuraStudy·Notizen T·10·MMXXVI

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