- VIER Aufgabenarten — von gebundener zu offener Form
- Die EPA Katholische Religionslehre (KMK 1989 i. d. F. vom 16.11.2006) nennen VIER Aufgabenarten, die sich „von gebundener zu offener Form erweitern" — eine mehr als die evangelische Schwesterdatei. (1) TEXTAUFGABE: gründliche Analyse und Interpretation eines oder mehrerer Texte. (2) ERWEITERTE TEXTAUFGABE: Text plus Bild oder anderes Medium; das erweiternde Material soll in der Regel NICHT MEHR ALS DIE HÄLFTE der Aufgabe bestimmen. (3) THEMAAUFGABE: Herausarbeitung eines Sachverhalts, Begriffs oder Problems aus MATERIALVORGABEN GERINGEREN UMFANGS und dessen erweiternde Erörterung — hier ergänzen Sie ausdrücklich mit im Unterricht erworbenem Wissen. (4) GESTALTUNGSAUFGABE: produktionsorientierte Lösung. Mischformen sind zulässig. Zeiten und Hilfsmittel regeln die Länder.
- Gewichtung der Anforderungsbereiche — hier stehen Zahlen im Dokument
- Wie in Ethik und in Evangelischer Religionslehre nennen die EPA konkrete Anteile: Das SCHWERGEWICHT liegt im Anforderungsbereich II mit CA. 40 %, daneben werden AB I und AB III mit JE CA. 30 % berücksichtigt — AB I in höherem Maße als AB III. Das gilt für beide Anforderungsniveaus; unterschieden wird stattdessen nach Umfang und Komplexität der Anforderungen, Ausmaß und Vielfalt des Materials, Grad der Selbstständigkeit und Tiefe der Erkenntnisprobleme.
- Welche Materialien vorgelegt werden dürfen
- Vier Materialgruppen: (a) THEOLOGISCHE TEXTE — biblische Texte, theologische Fachliteratur, kirchliche Verlautbarungen, Dokumente der Kirchen- und Theologiegeschichte, Katechismen, Gebet- und Gesangbücher. (b) ANDERE TEXTE — Sachtexte, literarische Texte, gehaltene und fiktive Reden, Gebrauchstexte. (c) BILDMATERIAL — Malerei, Architektur, Skulptur, Fotografie, Grafik, Karikatur, Buchillustration, Werbeanzeigen. (d) ANDERE MATERIALIEN — Tondokumente, Filmausschnitte, Kurzfilme, statistisches Material. Kombinationen sind zulässig; sprachliche Anteile von Ton- und Filmmaterial sind zusätzlich SCHRIFTLICH bereitzustellen, und bei Textauslassungen muss der ursprüngliche Gedankengang erhalten bleiben.
- Was zur Erschließung und was zur Bearbeitung gehört
- ERSCHLIESSUNG: methodischer Umgang mit Texten · inhaltliches Erfassen der wesentlichen Aussagen, der formalen Elemente UND der gedanklichen Strukturen · Einbeziehen von Entstehungssituation, Aussageabsicht und Adressat. BEARBEITUNG: Interpretation und Auseinandersetzung mit der herausgearbeiteten Aussage · Überprüfung und Bewertung des textinternen Argumentationszusammenhangs · Deutung und Wirkungsanalyse religiöser Symbole, Bilder und Sprachformen · Vergleich mit anderen Standpunkten · Begründung eines eigenen Standpunkts · Formulierung von Alternativen und Konsequenzen.
- Bildarbeit ist Pflichtkompetenz
- Für die Arbeit mit Bildern ist die Kenntnis von Methoden der Bilderschließung UNVERZICHTBAR: Neben der Beschreibung müssen Sie Deutungskompetenz zeigen — die Bestimmung zentraler Bildaussagen und die Einordnung nach Entstehung, Verwendung und Adressat. Für die Text-Bild-Beziehung nennen die EPA drei Wege: Vergleich bzw. inhaltliche Kontrastierung, begründete Zuordnung der jeweils dargestellten Positionen, oder weitere Formen der Text-Bild-Synthese.
- Die Themaaufgabe — der Unterschied zur Textaufgabe
- Bei der Themaaufgabe haben die Materialien ausdrücklich einen DEUTLICH GERINGEREN UMFANG bzw. eine geringere analytische Dichte als bei der Textaufgabe. Sie dienen nur als AUSGANGSPUNKT einer sach-, begriffs- oder problembezogenen Erörterung — den größeren Teil bestreiten Sie mit dem im Unterricht erworbenen Wissen, das „selbstständig, sachlich richtig und gedanklich klar darzustellen" ist. Wer hier wie bei einer Textaufgabe am Material klebt, verfehlt die Aufgabenart.
- Materialien müssen eine erkennbare Position enthalten
- Alle verwendeten Materialien sollen eine DEUTLICH ERKENNBARE POSITION enthalten und die Auseinandersetzung mit anderen Positionen ermöglichen. Praktische Folge: Suchen Sie in jedem vorgelegten Material zuerst die Position — sie ist nach Konstruktion der Aufgabe vorhanden und der Ansatzpunkt jeder Erörterung.