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Notizen / N3

Philosophie

Die KMK-Inhaltsfelder von Mensch und Handeln über Erkenntnistheorie und Anthropologie bis zu Staat, Werten und Wissenschaftstheorie, getragen von der Argumentanalyse und klassischen Gedankenexperimenten. Mit Klausurfokus, für gA und eA differenziert.

0/79 Lehrtexte·15 Kapitel·~457 Min gesamt

Weiterlesen — Kapitel IInhaltsverzeichnis
LPkmk-epa-philosophie-mk2LPkmk-epa-philosophie-mk3LPkmk-epa-philosophie-mk1LPkmk-epa-philosophie-antikeLPkmk-epa-philosophie-mittelalterLPkmk-epa-philosophie-neuzeit●●○Standard●●●Vertiefung●○○Basis+10 weitere
Inhaltsverzeichnis · 15 KapitelT·15
Kap. IMethodik des Philosophierens — Argumentanalyse und Textarbeit6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Argumentanalyse — Prämissen, Schluss, GeltungLehrtext L·01 · Empfohlener Start7 Min
  • Gedankenexperimente und DialektikLehrtext L·026 Min
  • Begriffsklärung und DefinitionLehrtext L·034 Min
  • Fehlschlüsse erkennen — informelle LogikLehrtext L·045 Min
  • Philosophische Textanalyse und HermeneutikLehrtext L·054 Min
  • Erörterung und philosophischer EssayLehrtext L·064 Min
Kap. IIPhilosophiegeschichte — Antike (Vorsokratiker bis Hellenismus)4 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Vorsokratiker — Mythos, Logos und die Frage nach dem UrgrundLehrtext L·074 Min
  • Sokrates und Platon — Tugendwissen und IdeenlehreLehrtext L·086 Min
  • Aristoteles — Hylemorphismus, Logik und TugendethikLehrtext L·096 Min
  • Hellenismus — Stoa, Epikureismus und SkepsisLehrtext L·106 Min
Kap. IIIPhilosophiegeschichte — Mittelalter (Patristik bis Spätscholastik)4 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Augustinus — Patristik und die Synthese von Glaube und PlatonismusLehrtext L·116 Min
  • Anselm — der ontologische GottesbeweisLehrtext L·126 Min
  • Thomas von Aquin — Aristotelismus und die Harmonie von Glaube und VernunftLehrtext L·136 Min
  • Universalienstreit und Nominalismus — der Weg in die NeuzeitLehrtext L·144 Min
Kap. IVPhilosophiegeschichte — Neuzeit und Aufklärung (Descartes bis Kant)4 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Descartes und der Rationalismus — methodischer Zweifel und cogitoLehrtext L·156 Min
  • Empirismus — Locke, Berkeley und Humes SkepsisLehrtext L·166 Min
  • Die Aufklärung — Vernunft, Mündigkeit und FortschrittLehrtext L·177 Min
  • Kant — die kopernikanische Wende und die kritische SyntheseLehrtext L·188 Min
Kap. V19. Jahrhundert — Hegel, Marx, Nietzsche und Kierkegaard3 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Hegel — Dialektik und absoluter GeistLehrtext L·197 Min
  • Marx — historischer Materialismus und IdeologiekritikLehrtext L·207 Min
  • Nietzsche und Kierkegaard — Wertekritik und ExistenzLehrtext L·217 Min
Kap. VI20. Jahrhundert und Gegenwart — Phänomenologie, Analytik, Kritische Theorie, Postmoderne4 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Phänomenologie und Existenzialontologie — Husserl und HeideggerLehrtext L·228 Min
  • Analytische Philosophie — linguistische Wende, Wiener Kreis, PopperLehrtext L·239 Min
  • Kritische Theorie — Frankfurter Schule und HabermasLehrtext L·247 Min
  • Postmoderne und Gegenwart — Foucault, Derrida, LyotardLehrtext L·256 Min
Kap. VIIPhilosophische Anthropologie — Was ist der Mensch?6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Aristoteles — zoon logon echon und zoon politikonLehrtext L·265 Min
  • Plessner und Gehlen — exzentrische Positionalität und MängelwesenLehrtext L·275 Min
  • Aktuelle Debatten — Transhumanismus, Tierethik, KILehrtext L·284 Min
  • Freiheit und DeterminismusLehrtext L·297 Min
  • Leib-Seele-Problem und Philosophie des GeistesLehrtext L·306 Min
  • Personale Identität — Was macht mich zu mir?Lehrtext L·315 Min
Kap. VIIIErkenntnistheorie — Rationalismus, Empirismus, Transzendentalphilosophie6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Rationalismus (Descartes) vs. Empirismus (Hume)Lehrtext L·329 Min
  • Kants Transzendentalphilosophie — kopernikanische WendeLehrtext L·335 Min
  • Wahrheitstheorien — Korrespondenz, Kohärenz, Konsens, PragmatismusLehrtext L·345 Min
  • Was ist Wissen? — Definition und Gettier-ProblemLehrtext L·354 Min
  • Skeptizismus — Zweifel als Methode und HerausforderungLehrtext L·365 Min
  • Realismus vs. KonstruktivismusLehrtext L·374 Min
Kap. IXEthik — Tugendethik, Pflichtenethik, Utilitarismus, Diskursethik6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Tugendethik — Aristoteles und die MitteLehrtext L·386 Min
  • Pflichtenethik — Kant und der Kategorische ImperativLehrtext L·397 Min
  • Utilitarismus — Bentham, Mill, SingerLehrtext L·405 Min
  • Diskursethik — Habermas, ApelLehrtext L·414 Min
  • Metaethik — Kognitivismus, Nonkognitivismus, Sein-SollenLehrtext L·425 Min
  • Angewandte Ethik und VerantwortungsethikLehrtext L·437 Min
Kap. XPolitische Philosophie — Vertragstheorien, Rawls, Marx-Kritik6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Vertragstheorien — Hobbes, Locke, RousseauLehrtext L·449 Min
  • Rawls — Gerechtigkeit als FairnessLehrtext L·457 Min
  • Marx — Ideologiekritik und KapitalismusanalyseLehrtext L·465 Min
  • Gerechtigkeitstheorien nach Rawls — Nozick, Kommunitarismus, SenLehrtext L·475 Min
  • Demokratietheorien und LegitimationLehrtext L·485 Min
  • Menschenrechte und NaturrechtLehrtext L·495 Min
Kap. XIWissenschaftstheorie — Popper, Kuhn6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Popper — FalsifikationismusLehrtext L·507 Min
  • Kuhn — Paradigmen und wissenschaftliche RevolutionenLehrtext L·514 Min
  • Induktionsproblem und ErklärungsmodelleLehrtext L·527 Min
  • Lakatos und Feyerabend — Forschungsprogramme und MethodenpluralismusLehrtext L·535 Min
  • Werturteilsstreit und Verantwortung der WissenschaftLehrtext L·544 Min
  • Naturalismus, Reduktion und Grenzen der WissenschaftLehrtext L·555 Min
Kap. XIIReligionsphilosophie — Gottesbeweise, Theodizee, Religionskritik6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Klassische Gottesbeweise — Anselm, Aquin, PaleyLehrtext L·567 Min
  • Theodizee und ReligionskritikLehrtext L·578 Min
  • Glaube und Vernunft — vom Mittelalter zur AufklärungLehrtext L·585 Min
  • Religiöse Erfahrung, Pascalsche Wette und GlaubensrechtfertigungLehrtext L·595 Min
  • Religionskritik im 20. Jh. und SäkularisierungLehrtext L·604 Min
  • Sinn, Tod und UnsterblichkeitLehrtext L·615 Min
Kap. XIIIÄsthetik und Sprachphilosophie — Kant, Adorno, Wittgenstein, Habermas6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Ästhetik — Kant und AdornoLehrtext L·627 Min
  • Sprachphilosophie — Wittgenstein und HabermasLehrtext L·636 Min
  • Kunstbegriff — Mimesis, Ausdruck, InstitutionLehrtext L·645 Min
  • Ästhetische Erfahrung und KunstkritikLehrtext L·654 Min
  • Bedeutung und Referenz — Frege und die analytische SprachphilosophieLehrtext L·665 Min
  • Strukturalismus und Poststrukturalismus der SpracheLehrtext L·675 Min
Kap. XIVExistenzphilosophie — Kierkegaard, Sartre, Camus6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Kierkegaard und Sartre — Wahl und FreiheitLehrtext L·687 Min
  • Camus — das Absurde und die AuflehnungLehrtext L·697 Min
  • Nietzsche — Nihilismus, Wille zur Macht, ÜbermenschLehrtext L·706 Min
  • Heidegger — Dasein, Sorge und Sein zum TodeLehrtext L·717 Min
  • Phänomenologie — Husserl und Merleau-PontyLehrtext L·724 Min
  • Existenzialismus und Befreiung — Beauvoir und die GrenzsituationLehrtext L·734 Min
Kap. XVGedankenexperimente — Höhle, Cogito, Trolley, Veil of Ignorance im Vergleich6 Lehrtexte · 0 gelesen
  • Höhlengleichnis und Cogito — Erkenntnis und SelbstLehrtext L·748 Min
  • Trolley und Veil of Ignorance — Ethik und GerechtigkeitLehrtext L·758 Min
  • Bewusstsein testen — Mary’s Room und Chinese RoomLehrtext L·766 Min
  • Wert und Wirklichkeit — Erfahrungsmaschine und Gehirn im TankLehrtext L·776 Min
  • Identität testen — Schiff des Theseus und TeletransporterLehrtext L·786 Min
  • Methodologie der Gedankenexperimente — Funktion und GrenzenLehrtext L·794 Min
Lesefortschritt · Fach
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Methodik des Philosophierens — Argumentanalyse und Textarbeit · Kap. I
Argumentanalyse — Prämissen, Schluss, Geltung
Lehrtext L·01 · 7 Min
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Instrument · 01Empfohlener Lernpfad
  1. 1Methodik des Philosophierens — Argumentanalyse und Textarbeit
  2. 2Philosophiegeschichte — Antike (Vorsokratiker bis Hellenismus)
  3. 3Philosophiegeschichte — Mittelalter (Patristik bis Spätscholastik)
  4. 4Philosophiegeschichte — Neuzeit und Aufklärung (Descartes bis Kant)
  5. 519. Jahrhundert — Hegel, Marx, Nietzsche und Kierkegaard
  6. 620. Jahrhundert und Gegenwart — Phänomenologie, Analytik, Kritische Theorie, Postmoderne
  7. 7Philosophische Anthropologie — Was ist der Mensch?
  8. 8Erkenntnistheorie — Rationalismus, Empirismus, Transzendentalphilosophie
  9. 9Ethik — Tugendethik, Pflichtenethik, Utilitarismus, Diskursethik
  10. 10Politische Philosophie — Vertragstheorien, Rawls, Marx-Kritik
  11. 11Wissenschaftstheorie — Popper, Kuhn
  12. 12Religionsphilosophie — Gottesbeweise, Theodizee, Religionskritik
  13. 13Ästhetik und Sprachphilosophie — Kant, Adorno, Wittgenstein, Habermas
  14. 14Existenzphilosophie — Kierkegaard, Sartre, Camus
  15. 15Gedankenexperimente — Höhle, Cogito, Trolley, Veil of Ignorance im Vergleich
Instrument · 02Prüfungsprofil
Es gibt EINE Aufgabe: die philosophische Problemreflexion
Die EPA Philosophie (KMK, Beschluss vom 01.12.1989 i. d. F. vom 16.11.2006) kennen keine Liste konkurrierender Aufgabentypen. Jede Prüfungsaufgabe ist eine PHILOSOPHISCHE PROBLEMREFLEXION auf der Grundlage eines vorgelegten Materials. Was variiert, sind nur zwei Achsen: die Art des MATERIALS (diskursiv oder präsentativ) und die Art der BEARBEITUNG (diskursiv oder präsentativ) — plus die Frage, ob eine Bindung an eine fachphilosophische Position verlangt wird. Die Aufgabenbeispiele der EPA heißen entsprechend „Problemreflexion auf der Grundlage eines diskursiven Materials mit präsentativer Gestaltung", „… auf der Grundlage von präsentativem Material mit diskursiver Bearbeitung" und so fort. Bearbeitungszeit und Hilfsmittel regeln die Länder.
Die drei Reflexionsdimensionen — und dass sie KEINE Gliederung sind
PROBLEMERFASSUNG: die philosophischen Implikationen des Materials identifizieren, in einen philosophischen Kontext einordnen, den Reflexionsrahmen entfalten und die Schwerpunkte festlegen — dazu gehört stets die „begrifflich-systematische Bestimmung und ABGRENZUNG des Problems". PROBLEMBEARBEITUNG: Vertiefung — Analyse von Argumentationsweisen, Begriffsimplikationen, Prüfung der Folgerichtigkeit von Begründungszusammenhängen, Herstellen von Bezügen, Vergleich philosophischer Positionen. PROBLEMVERORTUNG: „verlangt, dass der Prüfling sich SELBST innerhalb der Problemreflexion positioniert". 🔴 Die EPA sagen ausdrücklich, dass die Arbeitshinweise „NICHT unbedingt als der Reihe nach abzuarbeitende Aufgabenstellungen zu verstehen" sind: die drei Dimensionen dürfen ineinander übergehen und REKURSIV angelegt sein — eine vorläufige Verortung mitten in der Bearbeitung ist erlaubt und oft besser.
Fünf Wege der Problemverortung
Die EPA listen sie ausdrücklich, und sie sind „alternativ ODER additiv" anzulegen: (1) eine BEURTEILUNG des Problems · (2) eine resümierende STELLUNGNAHME · (3) eine NEUBESTIMMUNG des Problems · (4) PERSPEKTIVEN zur weiteren Bearbeitung · (5) eine MODIFIKATION erörterter Positionen — bei präsentativer Arbeit zusätzlich die Reflexion des eigenen Gestaltungsprozesses. Die schwächste Klausur endet mit „ich finde X überzeugend"; die stärkste nimmt eine der anderen vier Möglichkeiten und macht daraus einen eigenen Schritt.
🔴 Präsentativ heißt: Sie dürfen GESTALTEN — aber nie kommentarlos
Präsentatives MATERIAL ist ein „künstlerisch gestaltetes Produkt, dessen philosophische Implikationen diskursiv erst erschlossen werden müssen" — Bilder, Gedichte, Theaterszenen, Fotografien, Kunstwerke. Präsentative BEARBEITUNG ist ein „künstlerisch-kreativer Gestaltungsprozess" als Prüfungsleistung — ausdrücklich zulässig, ABER nur, „wenn sie durch diskursiv-argumentative Formulierungen ergänzt bzw. kommentiert wird". Eine reine Gestaltung ohne begriffliche Einordnung erfüllt die Aufgabe nicht. Umgekehrt gilt: Bezieht sich eine diskursive Reflexion auf präsentatives Material, „so ist ZUNÄCHST die Interpretation des Materials und deren diskursiv-begriffliche Formulierung gefordert". Mischformen sind ausdrücklich möglich.
Die Anforderungsbereiche sind über den UNTERRICHT definiert
Das ist die Eigenart des Faches: AB I heißt „reproduktiv auf Material, Gedankengänge und/oder Methoden DES UNTERRICHTS zurückgreifen und für die Problemreflexion nutzen". AB II heißt, sich mit aus dem Unterricht NICHT BEKANNTEM Material auseinanderzusetzen — ODER mit bekanntem Material unter einer dafür NICHT behandelten Fragestellung. AB III heißt, „inhaltlich und methodisch SELBSTSTÄNDIG das philosophische Problem zu reflektieren". Die Bereiche sind also nicht Schwierigkeitsstufen, sondern Grade der Eigenständigkeit gegenüber dem, was im Kurs stattgefunden hat. Und: „Die Anforderungsbereiche sind NICHT identisch mit den Dimensionen philosophischer Problemreflexion" — in JEDER Dimension können alle drei relevant sein.
Die Gewichtung — und die einzige harte Regel
„Eine Prüfungsaufgabe muss sich auf ALLE DREI Anforderungsbereiche erstrecken." Das Niveau ist angemessen, wenn das Schwergewicht in AB II liegt (ca. 40 %), daneben AB I und AB III mit je ca. 30 %. Diese Zahlen gelten für GRUNDKURS UND LEISTUNGSKURS gleichermaßen — der Unterschied liegt nicht in der Verteilung, sondern darin, dass im Kurs auf erhöhtem Niveau „umfassender, selbstständiger und systematischer gearbeitet worden ist, so dass detailliertere und differenziertere Ausführungen verlangt werden".
Die Operatoren und ihr Anforderungsbereich
AB I: WIEDERGEBEN (einen gedanklichen Zusammenhang in eigenen Worten nachvollziehen) · ZUSAMMENFASSEN · BESCHREIBEN. AB I–II: DARSTELLEN. AB II: ANALYSIEREN (sprachliche Gestaltung und Argumentationsstruktur untersuchen, explizite UND implizite Prämissen erfassen) · ERLÄUTERN · ERÖRTERN (Beurteilungsproblem erkennen, Pro und Kontra abwägen, Schlussfolgerung erarbeiten) · ERSCHLIESSEN · IN BEZIEHUNG SETZEN · VERGLEICHEN. AB III: SICH AUSEINANDERSETZEN MIT / DISKUTIEREN (kritische Stellungnahme auf der Grundlage AUSGEWIESENER KRITERIEN) · BEURTEILEN · BEGRÜNDEN · STELLUNG NEHMEN. GESTALTEN liegt in AB II UND III. ⚠️ Die EPA halten fest: „Die Zuordnung der Operatoren zu den Anforderungsbereichen ist nicht zwingend festgelegt" — der Kontext der Aufgabe entscheidet mit.
Vier Dinge, die JEDE Aufgabe verlangt
Wörtlich: „Jede philosophische Fragestellung bzw. jedes Material erfordert zur Bearbeitung die EINORDNUNG IN PHILOSOPHISCHE KONTEXTE, die BERÜCKSICHTIGUNG FACHPHILOSOPHISCHER POSITIONEN, die EINBEZIEHUNG VON ALTERNATIVEN und die BÜNDELUNG von Gesichtspunkten aus VERSCHIEDENEN BEREICHEN DES FACHES." Wer nur eine Position referiert und ihr zustimmt, hat drei dieser vier Anforderungen nicht erfüllt — unabhängig davon, wie gut das Referat ist.
Die Bewertungsfrage — wörtlich
Die EPA formulieren die Leitfrage der Korrektur so: „In welcher QUALITÄT und in welchem GRAD VON SELBSTSTÄNDIGKEIT wurden 1. die Problemerfassung, 2. die Problembearbeitung, 3. die Problemverortung geleistet?" Dazu treten sechs allgemeine Kriterien: fachliche Korrektheit · Sicherheit im Umgang mit Fachsprache und Methoden des Faches · konzeptionelle Klarheit · Kohärenz der Ausführungen · Differenziertheit der Reflexion und des Urteilsvermögens · Qualität der Darstellungsform. Die Problemreflexion „ist als GESAMTLEISTUNG zu bewerten" — nicht als Summe abgehakter Teilaufgaben.
„Gut" (11 Punkte) — was die EPA verlangen
Die Reflexion muss „umfassend und differenziert sowie selbstständig" geleistet sein. Konkret: zentrale philosophische Implikationen des Materials werden STRUKTURIERT IM GEDANKLICHEN ZUSAMMENHANG formuliert · grundlegende Kenntnisse über VERSCHIEDENE DENKMODELLE des Problemkontextes werden prägnant dargestellt · eine EIGENE BEGRÜNDETE POSITION wird formuliert und differenziert auf das Material UND ein im Unterricht behandeltes Denkmodell bezogen · und die Gedankenführung zeigt, dass Rekonstruktion, Erörterung und Gesamturteil argumentativ und AUF DIE GEWÄHLTE FRAGE BEZOGEN sind. Der letzte Punkt ist der, an dem die meisten guten Klausuren scheitern: der Schluss beantwortet eine andere Frage als der Anfang gestellt hat.
„Ausreichend" (05 Punkte) — die Untergrenze
Verlangt sind: EINE zentrale philosophische Implikation des Materials richtig erfasst · zentrale Begriffe aus dem Unterricht weitgehend richtig angewandt · MINDESTENS EIN ergiebiger Vergleichsgesichtspunkt zwischen Material und einem Denkmodell aus dem Unterricht · grundlegende Kenntnisse über Denkmodelle des Problemhorizonts richtig dargestellt · und eine eigene, IN ANSÄTZEN begründete Position, die auf Material und Denkmodell bezogen wird. Auch für die schwächste bestandene Leistung ist eine eigene Position also nicht verzichtbar.
Präsentative Leistungen werden anders gelesen
Für „gut" ist bei einer präsentativ gestalteten Prüfungsleistung besonders zu berücksichtigen: ein DIFFERENZIERTER ADRESSATENBEZUG ist erkennbar · die Leistung ist IDEENREICH gestaltet · und es zeigt sich, wo die Aufgabe es verlangt, eine angemessene ÄSTHETISCHE VERDICHTUNG. Für „ausreichend" genügt jeweils die einfache Stufe: ein erkennbarer Adressatenbezug, eine angemessene Gestaltung, eine ästhetische Verdichtung IN ANSÄTZEN. Das „präsentative Produkt bezieht sich plausibel und transparent auf die Problemstellung" — Kreativität ohne diesen Bezug zählt nicht.
Die mündliche Prüfung
Die Aufgabenstellungen „entsprechen grundsätzlich denen der schriftlichen Prüfung"; bei der Formulierung ist darauf zu achten, dass Anlässe für eine zusammenhängende Darstellung UND ein weiterführendes Prüfungsgespräch vorhanden sind. Bewertet wird nach denselben Kriterien wie schriftlich — plus zwei kommunikative Fähigkeiten: die in der Vorbereitungszeit erarbeiteten Ergebnisse „angemessen und methodisch klar IN IHREN BEGRÜNDUNGSZUSAMMENHÄNGEN darzustellen", und „sachliche und (denk-)methodische IMPULSE während des Prüfungsgesprächs in den eigenen Reflexionsgang AUFZUNEHMEN UND ZU VERARBEITEN". Der zweite Punkt ist entscheidend: ein Einwand der Kommission ist eine Einladung, nicht ein Angriff. Dauer und Vorbereitungszeit regeln die Länder.
Das fünfte Prüfungsfach und die besondere Lernleistung
Für das fünfte Prüfungsfach können die Länder neue Prüfungsformen entwickeln — schriftlich, mündlich oder als BESONDERE LERNLEISTUNG. Diese wird „im Rahmen bzw. im Umfang eines mindestens ZWEI HALBJAHRE umfassenden Kurses erbracht" und kann in Philosophie etwa ein umfassender Wettbewerbsbeitrag, eine Jahres- oder Seminararbeit oder das Ergebnis eines auch fachübergreifenden Projekts sein. Es gelten dieselben Bewertungsmaßstäbe sinngemäß; das Nähere regeln die Länder.
Instrument · 03Quellen
  • Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Philosophie (EPA 2006)Kultusministerkonferenz (KMK)
  • KMK Bildungsstandards — ÜbersichtsseiteKultusministerkonferenz (KMK)
  • Kernlehrplan Philosophie GOSt (NRW 2013)Ministerium für Schule und Bildung NRW
  • Stanford Encyclopedia of PhilosophyStanford University
  • Suhrkamp Basisbibliothek — Philosophische SchlüsseltexteSuhrkamp Verlag
  • Dossier Philosophie und PolitikBundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Notizen · N3